mini|Raupenbagger Caterpillar 325C mit hydraulischem Sieblöffel
Ein Bagger ist eine Baumaschine zum Lösen und Bewegen von Boden und Fels, insbesondere zum Ausheben und Wiederverfüllen von Erdvertiefungen wie Leitungsgräben, Baugruben und Schächten. Auch zur Bewegung von Schütt- und anderen Gütern und bei der Gewinnung von Kohle und Erzen im Tagebau werden Bagger eingesetzt.
Bagger sind bis auf wenige Ausnahmen, etwa Schwimmbagger, selbstfahrende Landfahrzeuge und werden oft auf unebenem bzw. nicht-befestigtem Terrain eingesetzt. Daher sind sie meist auf hohe Geländegängigkeit ausgelegt, was in der Regel mit einem Allradantrieb oder Gleisketten erzielt wird. Die mechanische Bewegung der Ausleger, des Baggerlöffels oder Anbaugeräts wird üblicherweise per Hydraulik oder mit Elektromotoren bewirkt. Als Antrieb des Baggers dienen meist ein oder mehrere Diesel-, seltener auch Gas- oder Elektromotoren, die gegebenenfalls auch über Hydraulikpumpen den Öldruck für die Baggerhydraulik erzeugen.
Früher allgemein üblich, werden Seilzugmechanismen für die Schaufel- oder Löffelbewegung heute meist nur noch bei großen und sehr großen Baggern eingesetzt.
Etymologie Der Begriff Bagger kommt aus dem Niederländischen (vgl. Baggeren) und bezeichnet dort ursprünglich einen Sand- oder Schlammräumer (einen mit dem Freilegen des Hafenbodens beschäftigten Arbeiter).Petri Fremdwörterbuch. 13. Auflage. 1888.
mini|Bagger in Japan (44 s) Gliederung der Baggermaschinen Auf Grund der vielfältigen Bauformen und Anwendungsgebiete von Baggern lassen sich diese nach unterschiedlichen Kriterien gliedern. Eine übergeordnete Unterscheidung ist anhand des verwendeten Wirkprinzips zum Lösen von Boden oder Fels möglich. Dabei wird in mechanische hydraulische und pneumatische Löseverfahren unterschieden. Auch Kombinationen wie das mechanisch-hydraulische Lösen finden Anwendung.Wolfgang Dachroth: Handbuch der Baugeologie und Geotechnik. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2002. In der FachliteraturGünter Kunze, Helmut Göhring, Klaus Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen. Braunschweig/Wiesbaden 2002, S. 152.G. Pajer, M. Pfeifer, F. Kurth: Tagebaugroßgeräte und Universalbagger. VEB Verlag Technik, Berlin 1971, , S. 12.Martin Scheffler: Einführung in die Fördertechnik: Fördermittel, Funktion u. Einsatz. Technik-Tabellen-Verlag Fikentscher, Darmstadt 1973, S. 230. werden Bagger, die Boden und Fels rein mechanisch mittels eines Grabgefäßes lösen, nach Art des Grabgefäßes in Eingefäßbagger, Mehrgefäßbagger und Flachbagger unterschieden. Die Anordnung und Gestalt des Grabgefäßes bestimmt maßgeblich die Einsatzbedingungen und die Leistung eines Baggers bei bestimmten Bodenverhältnissen. Auch die Fels- und BodenfräsenGünter Kunze, Helmut Göhring, Klaus Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen. Braunschweig/Wiesbaden 2002, S. 152. lösen Boden und insbesondere Fels ebenfalls rein mechanisch, im Gegensatz zu den Gefäßbaggern allerdings mit mehreren Meißeln.
Zu den Baggern, die Boden durch Unterdruck lösen, zählen die Saugbagger, wobei bei manchen dieser Maschinen eine Kombination aus mechanischem und hydraulischem Lösen zum Einsatz kommt.Günter Kühn: Handbuch Baubetrieb – Organisation, Betrieb, Maschinen. VDI-Verlag, Düsseldorf 1991, S. 218 ff. Gegenüber den mechanisch und hydraulisch lösenden Baggern ist der Einsatz von pneumatischen Saugbaggern eher selten anzutreffen.
Eingefäßbagger
Eingefäßbagger zeichnen sich dadurch aus, dass diese zum Graben und Laden mit einem einzigen Grabgefäß ausgestattet sind. Da ein Wechselspiel aus Graben und Laden stattfindet, spricht man bei den Eingefäßbaggern von einem unstetigen oder auch diskontinuierlichen Baggerprozess. Der Unterschied zum Flachbagger besteht darin, dass der Vorschub zum Abtragen des Erdreiches nicht durch das Verfahren des gesamten Baggers erzeugt wird, sondern das Grabgefäß der Maschine bewegt wird. Man spricht auch von einem Standbagger.Günter Kunze, Helmut Göhring, Klaus Jacob: Baumaschinen Erdbau- und Tagebaumaschinen. Braunschweig/Wiesbaden 2002, S. 151, 153 ff. Eine weitere Gliederung der Eingefäßbagger erfolgt anhand des Einsatzzweckes in Einzweck- und Mehrzweckmaschinen.DIN 24080. Einzweckmaschinen sind für eine ganz bestimmte Gewinnungsaufgabe, teils sogar für einen spezifischen Einsatzort konzipiert. Sie werden hauptsächlich im Tagebau oder bei Großbauprojekten, wie dem Kanalbau, eingesetzt. Mehrzweckmaschinen, auch als Universalbagger bezeichnet, können mit verschiedenen Arbeitsausstattungen betrieben werden, wodurch sie für den universellen Einsatz im Bauwesen besonders geeignet sind. In kleineren Gewinnungsbetrieben, wie Steinbrüchen oder Kiesgruben, werden Universalbagger eingesetzt. Gegenüber den Einzweckmaschinen ist ein Transport mit vertretbarem Aufwand möglich.
Eine weitere Gliederung erfolgt aufgrund der historischen Entwicklung der Eingefäßbagger sowohl für Ein- als auch für Mehrzweckmaschinen anhand des verwendeten Prinzips der Kraftübertragung in Seilbagger und Hydraulikbagger. Bei Seilbaggern wird die Antriebsenergie mittels Winden und Stahlseilen auf das Grabwerkzeug übertragen. Hydraulikbagger hingegen verfügen über ein Hydraulikaggregat. Die Grabwerkzeuge werden über Hydraulikzylinder bewegt.Günter Kunze, Helmut Göhring, Klaus Jacob: Baumaschinen – Erdbau- und Tagebaumaschinen. Braunschweig/Wiesbaden 2002, ISBN 3-528-06628-8, S. 151.DIN 24080.
Die konstruktive Ausführung von Eingefäßbaggern richtet sich maßgeblich nach den Grabwerkzeugen, die anhand der Bodenbeschaffenheit ausgewählt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Funktionsweise der Seil- und Hydraulikbagger sind nicht alle Grabwerkzeuge für beide Maschinentypen einsetzbar. Neben den eigentlichen Grabwerkzeugen wurden für die Universalbagger weitere Anbaugeräte entwickelt, die nicht zum Lösen und Bewegen von Baggergut eingesetzt werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der wichtigsten Grab- und Ladewerkzeuge von Eingefäßbaggern und deren Verwendungsmöglichkeiten. Da zwischen der konstruktiven Ausführung von landgestützten und schwimmenden Eingefäßbaggern deutliche Unterschiede bestehen, werden diese getrennt beschrieben. Oft werden schwimmende Baggermaschinen auch als Nassbagger, landgestützte Bagger als Trockenbagger bezeichnet. Streng genommen zählen jedoch all diejenigen Bagger zu den Nassbaggern, die Baggergut fördern, das unterhalb der Wasseroberfläche liegt.Bernd Meyer: Arbeitskreis Nassbaggerei Küste – eine besondere Einrichtung in der WSV. In: Zwischen Weser und Ems. Heft 38, 2004.Hans Heuer, Johann Gubany, Gerhard Hinrichsen: Baumaschinen Taschenbuch – Ratgeber für die Baupraxis. 4. Auflage. Bauverlag, 1994, ISBN 3-7625-2781-4, S. 229. Beispiel hierfür ist ein Seilbagger mit Schürfkübel, der vom Ufer aus Kies fördert.
landgestützte Eingefäßbagger SeilbaggerEinzweckmaschinen Hochlöffelrahmenlos|zentriert Hochlöffel-Seilbagger als Einzweckmaschine werden in großen Tagebauen, wie der Kohle- und Erzgewinnung, eingesetzt. Sie lösen den Boden direkt oder nehmen zuvor gesprengtes Material auf und verladen es in Muldenkipper oder über mobile Brecher auf Bandanlagen. Schürfkübelrahmenlos|zentriert Im Tagebau werden große Seilbagger mit Schürfkübel zum Bewegen von Abraum eingesetzt. Sie verfügen zur Fortbewegung über ein Schreitwerk und können durch den langen Ausleger Abraum über vergleichsweise große Distanz transportieren.Mehrzweckmaschinen Hochlöffelrahmenlos|zentriert Hochlöffel-Seilbagger als Mehrzweckmaschinen wurden auf größeren Erdbaustellen eingesetzt und sind heute weitgehend durch Hydraulikbagger verdrängt. Kleinere Steinbrüche haben diese Universalbagger mit Hochlöffelausrüstung eingesetzt, da es für Bagger mit kleinen bis mittleren Löffelinhalten keine speziellen Einzweckmaschinen gab. Tieflöffelrahmenlos|zentriert Universalbagger mit Tieflöffel wurden vor der Verbreitung des Hydraulikbaggers auf Baustellen zum Ausheben von Gruben eingesetzt und zählten bis in die 1960er Jahre zu den Standardmaschinen auf Baustellen. Greifer(Zweischalengreifer)rahmenlos|zentriert Zum Materialumschlag in Betrieben und Häfen sowie auf Baustellen zum Be- und Entladen von Kippern war ein Seilbagger mit Greiferausrüstung im zwanzigsten Jahrhundert die Standardmaschine. Trotz der Verdrängung durch Hydraulikbagger werden vereinzelt noch Seilbagger mit Greifern eingesetzt, da diese durch den Ausleger über einen höheren Arbeitsradius verfügen als Hydraulikbagger. Schürfkübelzentriert|rahmenlos Mehrzweck-Seilbagger mit Schürfkübelausrüstung werden hauptsächlich in Sand- und Kiesgruben eingesetzt. An Kiesseen dienen diese Maschinen insbesondere zur Förderung des Baggergutes aus dem Wasser heraus, während der Bagger an Land steht. Schlitzwandgreiferrahmenlos|hochkant|zentriert Zum Ausheben von Gräben für Schlitzwände werden Universalbagger mit einer speziellen Schlitzwandausrüstung verwendet. Auf Grund der Aushubtiefe ist dies mit Hydraulikmaschinen schwierig. HydraulikbaggerEinzweckmaschinen Hochlöffelrahmenlos|zentriert Zur Gewinnung von Rohstoffen werden heute in kleinen und mittleren Tagebaubetrieben anstelle von Seilbaggern Hydraulikbagger mit Hochlöffel eingesetzt. Diese sind wirtschaftlicher und wartungsärmer als Seilbagger. In größeren Tagebaubetrieben, beispielsweise den Kohletagebauen in den USA, kommen bei einem diskontinuierlichen Abbauverfahren nach wie vor Seilbagger zum Einsatz.Mehrzweckmaschinen Tieflöffelzentriert|rahmenlos Hydraulikbagger mit Tieflöffel sind weltweit auf jeder Erdbaustelle im Einsatz. Sie werden zum Ausheben von Baugruben und Bewegen von Erdreich verwendet und haben Seilbagger mit Tieflöffel vollständig abgelöst. Greifer(Zweischalengreifer)rahmenlos|zentriert Im Bauwesen werden Hydraulikbagger mit Greifern als Anbaugerät zum Ausheben von Gräben und zum Verladen von Erdreich eingesetzt. Der Wechsel zu anderen Arbeitsausrüstungen wie dem Tieflöffel ist durch Schnellwechsler innerhalb kürzerer Zeit möglich. Gegenüber den Greifern, die bei Seilbaggern verwendet werden und die über Seilzüge geschlossen werden, werden diese Greifer über Hydraulikzylinder betätigt. Weitere Anbaugeräte, die mit Universalbaggern verwendet werden, sind beispielsweise Rammeinrichtungen, Abrissbirnen, Felsmeißel sowie Bohr- und Verrohrungsgeräte. Siehe auch Anbaugeräte.