mini|„Der Fluss“ 1939von Aristide Maillol, Eigentum der Kunsthalle

Die Kultur in der Freien und Hansestadt Hamburg ist in weiten Teilen auf die private Initiative ihrer Bürger zurückzuführen und gedieh in ihrer liberalen und mäzenatischen Einstellung.

Im Gegensatz zu anderen Städten dieser Größenordnung konnte Hamburg nicht auf die Kulturförderung eines Hofes an dieser Stadt oder eines Fürsten zurückgreifen. Das Kulturleben der Stadt war vielmehr auf die Initiative ihrer Bürger angewiesen. Tatsächlich hat die Stadt bis in die 1930er Jahre keine aktive Kulturpolitik getrieben. Bestehende und etablierte Institutionen wurden erst dann finanziell gefördert, wenn Bürger Vorleistungen erbracht hatten und die Nützlichkeit plausibel war.

mini|Hamburger Kunsthalle mini|Rathaus

Kunstpreise und Künstlerehrungen Kunstpreise Aby-Warburg-Preis, 1979 gestiftet Bach-Preis, 1950 gestiftet Edwin-Scharff-Preis, 1955 gestiftet Hubert-Fichte-Preis, früher Alexander-Zinn-Preis Karl-Schneider-Preis, 1985 gestiftet Kunstpreis Finkenwerder, seit 2000 Lessing-Preis, 1930 gestiftet Lichtwark-Preis, 1951 gestiftet Silberne Maske, 1969 von der Hamburger Volksbühne gestiftet.

Künstlerehrungen Johannes-Brahms-Medaille: Auszeichnung von hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Musik, insbesondere der Pflege des Brahms-Werkes Medaille für Kunst und Wissenschaft: Auszeichnung für herausragende Leistungen von bleibendem Wert für Hamburg auf den Gebieten der Forschung, Wissenschaft oder Kunst Senator-Biermann-Ratjen-Medaille: Auszeichnung für Verdienste um Hamburg durch künstlerische oder andere kulturelle Leistungen

Medien

Theater Am 2. Januar 1678 wurde das Stadttheater als größtes bürgerliches Opernhaus des Barock hier eingeweiht, an dem 1704 Georg Friedrich Händel als Geiger im Opernorchester arbeitete. 1722 bis 1737 leitete die Oper Georg Philipp Telemann. 1765 wurde das baufällige Opernhaus abgerissen und das Deutsche Nationaltheater errichtet, an dem am 22. April 1767 Lessing für drei Jahre die dramaturgische Leitung übernahm. Im gleichen Jahr wurde hier seine Minna von Barnhelm uraufgeführt.

Sprechbühnen Neben den Staatsbühnen (Schauspielhaus, Staatsoper und Thalia) gibt es etliche Privattheater mit eigenem Ensemble und reinem Gastspielbetrieb.

Das kleine Hoftheater in Hamburg Horn mit verschiedensten Veranstaltungen und Theaterproduktionen, die als Eigenproduktionen oder als Gastspiele angeboten werden. Das Fleetstreet in der Neustadt ist unter anderem eine Bühne für Nachwuchskünstler und avantgardistische Stücke. Das Theater Istasyon in Altona, 1989 von der türkischen Spielvereinigung Türk Toplumu e. V. gegründet, bietet vorwiegend türkischsprachige Stücke, gelegentlich jedoch auch deutschsprachige oder textlose Aufführungen.

Theater mit unterschiedlichen Richtungen Einige Bühnen bieten ein gemischtes Programm wie beispielsweise Sprech-, Tanz- oder Musiktheater, Kleinkunst. Eine Bühne mit unterschiedlichen Veranstaltungen ist auch das Zelttheater der Fliegenden Bauten

Kabarett und Varieté Hansa-Theater: Von den klassischen Varietéhäusern die noch nach dem Zweiten Weltkrieg ein regelmäßiges Programm boten wie das Haus Vaterland, existiert nur noch das Hansa-Theater (zeitweilig).

Das Schiff wurde vor dreißig Jahren von Eberhard Möbius als eine kleine Bühne auf einem Binnenmotorschiff eingerichtet und hat seinen Liegeplatz im Nikolaifleet, wenn es nicht gerade auf Tournee ist. Alma Hoppes Lustspielhaus begründet vom Duo Alma Hoppe versteht sich als Kabarett und hat in dem 1927 errichteten Bürgerhaus und Kino seit 1994 sein ständiges Domizil. Polittbüro: Im ehemaligen Kinosaal (Neues Cinema am Steindamm) die Bühne der Kabarettgruppe Herrchens Frauchen (Lisa Politt/Gunter Schmidt).

Kindertheater Monsun-Theater in Ottensen Hoftheater Ottensen / Kindertheater Wackelzahn in Hamburg-Ottensen Fundus-Theater in Eilbek

Oper, Ballett, Musical Hamburg gilt als die Musical-Hauptstadt Deutschlands. Hier wurde Andrew Lloyd Webbers Cats zum ersten Mal in Deutschland gespielt. Außerdem lief bis zum 22. Januar 2006 Tanz der Vampire von Roman Polański erfolgreich im Theater Neue Flora. Zu den aktuellen Produktionen gehören Der König der Löwen, Tarzan und Ich war noch niemals in New York.

Der Hamburger Engelsaal am Valentinskamp in der Neustadt ist ein Theater der „leichten Muse“ (Operetten, Musicals usw.) Einziges Privattheater mit eigenem Operetten-Repertoire und Philharmonie- und Schlagerorchester in denkmalgeschütztem, bereits 1809 als Privattheater genutztem Haus.

Kino mini|Filmtheater in Streit’s Haus mini|Abaton Siehe auch: Kino in Hamburg.

Knopfs Lichtspielhaus an der Reeperbahn wird zu den ersten festen Kinos Deutschlands gezählt, um 1900 wurden hier die ersten Filme gezeigt. Im Deutschlandhaus nahe dem Gänsemarkt, 1929 von den Architekten Block & Hochfeld errichtet, entstand nach Entwürfen von Walther Unruh mit 2.667 Plätzen das seinerzeit größte Kino Europas, der UFA-Palast. Nach dem Konkurs der Betreibergesellschaft und Verkauf der Immobilie schloss der an anderer Stelle errichtete UFA-Palast Ende Mai 2006 und wurde abgerissen. Das Passage Kino in der Mönckebergstraße ist eines der ältesten Hamburger Kinos das noch heute am alten Ort in Betrieb ist. Das Grindel im gleichnamigen Viertel war zwischen 1959 und 1970 Ort zahlreicher Europapremieren, dies vor allem dank seiner damals hervorragenden technischen Ausstattung. So war es eines der wenigen Kinos, die Filme im Cinerama-Format zeigen konnten. Im Jahr 1994 wurde er zu Hamburgs erstem Multiplex-Kino. Nach der letzten Vorstellung im März 2008 wurde es im Jahr 2009 abgerissen.

Nach der Schließung des UFA-Palasts ist das CinemaxX Dammtor das einzige Multiplex-Kino in der Innenstadt. Weitere Cinemaxx-Ableger entstanden in Harburg und Wandsbek. Drei UCI-Kinowelt-Multiplexe in Othmarschen, Wandsbek und an der Mundsburg machen den Cinemaxx-Kinos Konkurrenz.

Von den Stadtteilkinos haben bereits in den Sechziger- und Siebzigerjahren viele die Pforten geschlossen. Wegen der finanziellen Probleme der Ufa-Kinos mussten Ende der Neunzigerjahre und Anfang der Zweitausenderjahre mehrere Kinos schließen. Es existieren noch mehrere Programmkinos, wo Autorenfilme und englischsprachige Filme gespielt werden.

Programmkinos 3001 Kino Abaton Alabama Kino ASTOR Film Lounge HafenCity Blankeneser Kino B-Movie CinemaxX an drei Standorten Elbe-Filmtheater FilmRaum fux Lichtspiele Hansa-Filmstudio (Bergedorf) Holi Koralle Kino Lichtmeß-Kino Magazin Metropolis Kino Passage Kino Savoy Filmtheater SchanzenKino 73 Studio Kino zeise kinos

Filmfestivals Fantasy Filmfest Filmfest Hamburg Hamburg International Queer Film Festival Internationales Kurzfilm-Festival Hamburg Japan-Filmfest Hamburg

Musik Orchester und Chöre Elbphilharmonie Philharmonisches Staatsorchester Hamburg – Das 1828 gegründete Orchester hieß zunächst Philharmonische Konzertgesellschaft. NDR Sinfonieorchester – Das Orchester wurde 1945 als Sinfonieorchester des NWDR gegründet und erhielt 1955 nach Trennung des Senders in NDR und WDR seinen heutigen Namen. Hamburger Symphoniker – Das Orchester wurde 1957 gegründet. Chefdirigent ist Jeffrey Tate. Hamburger Camerata Chorverband Hamburg – Einzelverband des Deutschen Chorverbandes e. V. Er betreut etwa 100 Mitgliedschöre der Hansestadt und ihrer angrenzenden Gemeinden. Chor des NDR – Der 1946 gegründete Chor hieß bis 1955 zunächst Chor des Nordwestdeutschen Rundfunks. Er führt A-cappella-Werke verschiedener Epochen auf. Kodály-Chor Hamburg – Der Laienchor wurde 1972 von Fritz Bultmann gegründet. Monteverdi-Chor Hamburg – Der Amateurchor wurde 1955 von Jürgen Jürgens gegründet und beschäftigt sich hauptsächlich mit Werken des italienischen Meisters Claudio Monteverdi. Mendelssohnchor Hamburg – 1997 gegründet, er führt klassisch-romantische Oratorien, aber auch A-cappella-Programme und Werke anderer musikalischer Epochen auf.

Veranstaltungsorte für Konzerte mini|Laeiszhalle mini|Wasserlichtspiele inPlanten un Blomen

Barclays Arena, Bahrenfeld, zuvor Color Line Arena, O2 World Hamburg und Barclaycard Arena Congress Center Hamburg (CCH), Neustadt Docks, auch D-Club, St. Pauli Fabrik, Ottensen Friedrich-Ebert-Halle, Heimfeld Große Freiheit 36 mit Kaiserkeller, St. Pauli Grünspan, St. Pauli Hafenklang, Altona Indra, St. Pauli Inselpark Arena, Wilhelmsburg Jazzclub im Stellwerk, Harburg Knust, St. Pauli, Karoviertel Laeiszhalle, bis 2005 Musikhalle, Neustadt Logo, Rotherbaum im Grindel-Quartier Markthalle, Hammerbrook Molotow, St. Pauli Musikseminar Hamburg Rote Flora, Sternschanze Sporthalle Hamburg, Winterhude Trabrennbahn Bahrenfeld, Bahrenfeld Uebel & Gefährlich, St. Pauli, Karoviertel Volksparkstadion, Bahrenfeld Zeisehallen, Ottensen

Der Star-Club, neben Kaiserkeller und Indra einer der Auftrittsorte der Beatles, existiert nicht mehr. An ihn erinnert ein Gedenkstein. Auch die Ernst-Merck-Halle, früher eine der wenigen für größere Konzerte geeigneten Hallen in Hamburg, in der die Beatles, Rolling Stones, Who, Queen, AC/DC und viele andere gespielt haben, wurde im Rahmen des Umbaus des Messegeländes abgerissen.

Populärkultur Hamburg kann nicht nur dafür werben, dass die Beatles hier ihren Ursprung fanden. Auch gegenwärtig ist Hamburg für seine lebendige Kultur seit Jahrzehnten bekannt, u. a. für Strömungen wie die Hamburger Schule (Die Sterne, Tocotronic uvm.), Punkrock (Slime, Die Goldenen Zitronen) und Hip-Hop (Beginner, Deichkind, Fettes Brot, Fünf Sterne deluxe, Samy Deluxe). Einen prägenden Einfluss auf das kulturelle Geschehen hatte dabei auch häufig die politische Kultur, die seit Anfang der 1980er Jahre aus der Hausbesetzung in der Hafenstraße und dem linksalternativen Milieu im Quartier Schanzenviertel (Rote Flora, Radio FSK) hervorging.

Musikfestivals Wutzrock, das Umsonst-und-draußen-Festival wird seit 1979 im Osten von Hamburg durchgeführt. Dockville, das Musik- und Kunstfestival findet seit 2007 im Stadtteil Wilhelmsburg nahe der Elbe und der HafenCity statt. Headliner waren schon bekannte deutsche Bands wie Deichkind, Fettes Brot, 2raumwohnung und Tocotronic. Reeperbahn Festival, das Musikfestival findet jährlich drei Tage lang an zahlreichen Orten Rund um die Reeperbahn statt. Elbjazz Festival, das Jazzfestival findet seit 2010 jährlich (mit Ausnahme 2025) in Hamburg statt. Es gehört zu den größten Jazzfestivals Europas und bietet ein vielfältiges Programm mit internationalen und nationalen Künstlern. Die Konzerte finden an verschiedenen Orten im Hamburger Hafen statt, darunter die Werft Blohm+Voss und die Elbphilharmonie.

Festivals STAMP, The Street Arts Melting Pot, Hamburgs Internationales Festival der Straßenkünste, wird seit 2010 jährlich Anfang September rund um die Große Bergstraße in Altona gefeiert. Privattheatertage des Altonaer Theaters, um einen Eindruck von der Professionalität und Vielfalt in der deutschen Privattheaterszene zu bieten

Literatur Literaturhaus an der Alster Forum Hamburger Autoren

Schriftsteller in Hamburg mini|Heinrich Heine (1797–1856)

Etliche deutsche Schriftsteller hatten ihren Wohnsitz in Hamburg, hierzu zählen Ralph Giordano, Brigitte Kronauer, Siegfried Lenz oder Peter Rühmkorf.

Eng mit Hamburg verbunden waren Wolfgang Borchert, Barthold Heinrich Brockes, Willi Bredel, Matthias Claudius, Richard Dehmel, Marion Gräfin Dönhoff, Hubert Fichte, Gorch Fock, Arno Schmidt, Friedrich von Hagedorn, Christian Friedrich Hebbel, Heinrich Heine, Hans Henny Jahnn, Rudolf Kinau, Friedrich Gottlieb Klopstock, Hans Leip, Gotthold Ephraim Lessing, Detlev von Liliencron, Hans Erich Nossack, Carl von Ossietzky.

Auszeichnungen und Preise Biermann-Ratjen-Medaille Hamburger Literaturpreise Hannelore-Greve-Literaturpreis Irmgard-Heilmann-Preis Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses für den Ersten Roman

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