Der BMW M73 ist ein V12-Ottomotor des Automobilherstellers BMW und wurde 1994 als Nachfolger des M70 vorgestellt. Er kam im BMW 7er, BMW 8er sowie im Rolls-Royce Silver Seraph zum Einsatz. 1999 wurde ein BMW Z3 mit diesem Motor ausgerüstet; aus diesem Prototyp ergab sich keine Serienfertigung.
__TOC__ Konstruktion Der Zylinderbankwinkel beträgt 60°. Der Motorblock besteht aus einer Aluminium-Silicium-Legierung („Alusil“)-Legierung, die Zylinderköpfe mit obenliegenden Nockenwellen aus Aluminium. Während die meisten BMW-Motoren zu dieser Zeit auf Vierventiltechnik umgestellt wurden, blieb der M73 bei zwei Ventilen pro Zylinder.
Neu war der Schwingungsdämpfer an der Kurbelwelle, für die nun Lager aus dem Achtzylinder M60 verwendet wurden. Weiter kamen Klopfsensoren zum Einsatz. Die Federn an den Ventilen hatten durch kleinere Federkonstanten geringere Reibung. Aus Umweltbelangen waren die Auslassventile nun ohne Natriumfüllung.
Ab Modelljahr 1999 erhielt der 750i erstmals einen elektrisch beheizten Katalysator und erfüllte fortan bei gleichzeitig unverändertem Leistungsvermögen die anspruchsvolle amerikanische LEV und EU3/D4 Gesetzgebung.
McLaren und Le Mans Die Leistungsfähigkeit des BMW V12-Konzeptes wurde deutlich, als die auf sechs Liter Hubraum vergrößerte und mit Vierventiltechnik bestückte Ausführung BMW S70/2 mit 627 PS im geschlossenen McLaren F1 Sportwagen nicht nur als 370 km/h schnelle Straßenversion Aufsehen erregte, sondern als GTR das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1995 gewann. Um nicht nur als Motorenlieferant, sondern auch als Fahrzeughersteller zu siegen, baute BMW ab 1998 für Le Mans offene Rennsportwagen, wobei der BMW V12 LMR das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1999 gegen starke Konkurrenten von Mercedes, Toyota und Audi gewann. Für den Rennbetrieb wurde die Höchstleistung regelbedingt durch Luftmengenbegrenzer auf etwa 580 PS gedrosselt. Ohne diese Begrenzung ergaben sich im X5 Le Mans-Experimentalfahrzeug etwa 700 PS.Bimmertoday über den V12 LMR vom 2. April 2011, abgerufen am 5. Januar 2018.
Variante mit Wasserstoffantrieb mini|links|M73-Motor für Wasserstoff im E38
Im Jahr 2000 gab es den M73 als Variante, die auch mit Wasserstoff betrieben werden konnte, in der langen Karosserie des 750iL als 750hL. Unterschied zur reinen Benzinversion sind die Wasserstoffeinblasventile im Ansaugtrakt und ein spezielles elektronisches Gemischbildungssystem. Im Wasserstoffbetrieb leistet der Motor nur noch 150 kW (204 PS), was den 750hL in 9,6 s von 0 auf 100 km/h beschleunigte und für eine Spitzengeschwindigkeit von 226 km/h reichte. Auf der Nürburgring-Nordschleife unterbot der 750hL im Betrieb mit Wasserstoff die 10-Minuten-Grenze für eine Runde mit 9 Minuten und 53 Sekunden. Fünfzehn 750hL waren in Dingolfing hergestellt worden – BMW sprach von „Kleinserie“ –, dienten auf der EXPO 2000 als Shuttlefahrzeuge und absolvierten dann innerhalb der „CleanEnergy WorldTour 2001“ 150.000 km, was die Alltagstauglichkeit zeigen sollte.
Daten Motor Hubraum Bohrung × Hub Ventile/Zyl. Verdichtung Leistung bei 1/min Drehmoment bei 1/min BauzeitM73B54 5379 cm³ 85,0 mm × 79,0 mm2 10,0 : 1 240 kW (326 PS) bei 5000 490 Nm bei 3900 1994–1998M73TUB54 1998–2002Alpina 5980 cm³ 86,4 mm × 85,0 mm10,25 : 1 316 kW (430 PS) bei 5400 600 Nm bei 4200 1999–2002
Verwendung M73 1994–2001 im BMW E38 750i/750iL 1993–1999 im BMW E31 850Ci M73 TU 1998–2001 im BMW E38 750i/750iL 1999–2002 im Rolls-Royce Silver Seraph D3 1995–1998 im BMW E38 Alpina B12 5.7 1998–2001 im BMW E38 Alpina B12 6.0
Auszeichnungen Der M73 gewann 1999 die Kategorie „Über 4 Liter“ des International-Engine-of-the-Year-Awards.
Literatur Sog. Engine Workbook für den BMW M73, mit Schnitt- und anderen Zeichnungen, Reprint 06/1995 (englisch), abgerufen am 1. Januar 2018; Der M73 bebildert bei AustralianCar.Review (englisch), abgerufen am 2. Januar 2018.
Weblinks
Einzelnachweise
M73 Kategorie:Motorenmodell (V-Motor) Kategorie:Motorenmodell (Ottomotor)