mini|hochkant=1.25|BMW 315/1 beim Oldtimer-Festival des DAMC im alten Fahrerlager des Nürburgrings mini|hochkant=1.25|BMW 328 BMW-Motorsport begann im Januar 1924, als Konstrukteur Rudolf Schleicher mit einer BMW R 32 zur Streckenfahrt von München nach Garmisch startete. Seit 1929 ist BMW ebenso im internationalen Automobilmotorsport in den unterschiedlichsten Rennserien vertreten. Zeitweise lag der Schwerpunkt in der Formel 1, wo BMW vorwiegend als Motorenlieferant und kurze Zeit mit einem eigenen Team aktiv war. Darüber hinaus engagiert sich BMW im Tourenwagensport, bei Langstreckenrennen und in der Formel E. Ferner betrieb das Unternehmen die Formel BMW als Einsteigerklasse des Formel-Rennsports und Vorstufe zur Formel 3. Auch im Motorradsport tritt BMW traditionell in verschiedenen Rennklassen an, von 2009 bis 2013 in der Superbike-Weltmeisterschaft.
Automobilsport Erfolg mit Sportwagen seit 1929 mini|BMW DA 3/15, Baujahr 1930 Schon früh nach dem Beginn ihres Automobilbaus beteiligten sich die Bayerischen Motorenwerke mit ihren Wagen am Motorsport und erzielten 1929 den ersten großen Erfolg, als die Fahrer Buchner, Kandt und Wagner mit ihren BMW Dixi 3/15 PS den Mannschaftspreis der Internationalen Alpenfahrt 1929 gewannen. Beim Eifelrennen im Juli 1930 auf der Südschleife des Nürburgrings belegten die BMW-Dixi-Fahrer in der Klasse bis 750 cm³ die Plätze eins bis drei, nachdem der zunächst führende DKW bereits in Runde zehn ausgefallen war. Der siegreiche BMW fuhr seine 25 Runden bzw. 193,675 km in 2:31,22 Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 76,8 km/h entsprach.
Innerhalb weniger Jahre entfernte sich BMW vom kleinen ¾-Liter-Vierzylindermotor und nahm 1935 mit den Sportroadstern 315/1 und 319/1 sowohl am Feldbergrennen als auch am Eifelrennen teil, in dem die Klasse der Sportwagen bis 1500 cm³ vier und die Klasse bis 2000 cm³ fünf Runden auf der Nürburgring-Nordschleife fuhr. Ernst von Delius auf einem 319/1 mit 6-Zylinder-Motor gewann seine Klasse mit einem Durchschnitt von 101,4 km/h vor Paul von Guilleaume auf Adler.Ingo Seiff: BMW – Die Lust am Fahren. Weltbild Verlag, Augsburg 2000, ISBN 3-8289-5374-3.Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch, Matthias Behrndt: ADAC Eifelrennen. Heel Verlag, Königswinter 2009, ISBN 978-3-86852-070-5.
Der BMW 319/1 war die Vorlage für den bekanntesten BMW-Sportwagen in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Der 1936 vorgestellte BMW 328 auf der Basis des Pkw-Modells 326. Sein Renndebüt hatte der 328 beim Eifelrennen im Juni 1936. Ernst Jakob Henne gewann bei regnerischem Wetter die Sportwagenklasse bis 2 Liter Hubraum ohne Kompressor mit einem Durchschnitt von 101,7 km/h; seine Bestzeit lag bei 105 km/h. Weitere Erfolge schlossen sich an, unter anderem bei der Tourist Trophy 1936 und 1937, beim Sportwagenrennen auf der AVUS und im Rahmen des Großen Preises von Deutschland 1938, beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1939 mit einem Touring-Coupé und bei der Mille Miglia 1940.
Zur Mille Miglia waren fünf BMW 328 angetreten, zwei Coupés unter Nennung der Bayerischen Motoren Werke und drei Roadster als NSKK-Team. Die Rennmotoren leisteten etwa 118 bis 122 PS, sodass die strömungsgünstigen Coupés mit einem Gewicht von rund 780 kg bis zu 220 km/h schnell gewesen sein dürften. Die um 80 kg leichteren, aber weniger windschlüpfigen Roadster waren geringfügig langsamer. Die Mannschaft Fritz Huschke von Hanstein/Walter Bäumer gewann das Rennen über 1484 km mit dem Coupé, Fahrgestellnummer 85368, in der Zeit von 8:54:46,3 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 166,7 km/h. Adolf Brudes/Ralph Roese auf dem ersten 328-Roadster wurden Dritte, Wilhelm Briem/Uli Richter und Hans Wencher/Rudolf Scholz mit den beiden anderen Fünfte und Sechste. Das Coupé von Graf Giovanni Lurani/Franco Cortese war in Runde sieben nach einem Dreher mit beschädigter Ölleitung ausgefallen.Motor Klassik, Heft 4/1988, Vereinigte Motorverlage, Stuttgart, ISSN 0177-8862. S. 21 u. 22.
Wiederbeginn nach dem Krieg
Vom Neuanfang bis in die 1960er-Jahre mini|BMW 700 RS Die Automobilproduktion von BMW nach dem Krieg begann 1952 mit dem BMW 501, einer repräsentativen Limousine, die auch im Motorsport eingesetzt wurde. Bei der Winterfahrt nach Oberstdorf vom 5. bis 10. Januar 1954 erzielte ein BMW 501 die beste Leistung und bei der Rallye Monte Carlo vom 18. bis 25. Januar 1954 wurden die Fahrer Ernst Loof, Helm Glöckler und Scheube Dritte der Mannschaftswertung.ADAC und AvD (Hrsg.): Internationaler Motorsport. Jahrbuch. Europa-Contact-Verlag, Döffingen 1954, . Im Folgenden trat BMW unter anderem mit dem BMW 502, dem BMW 507 und dem BMW 600 beim Großen Bergpreis von Österreich 1958 am Gaisberg an.
1959 erschien der BMW 700, den sowohl das Werk als auch viele Privatfahrer bei Rundstrecken- wie Bergrennen einsetzten und mit dem Hans Stuck 1960 Deutscher Bergmeister wurde.
Erfolge mit dem BMW 700 Ab 1961 setzte BMW den von Alex von Falkenhausen und Heinz Eppelein konstruierten BMW 700 RS ein, einen Roadster mit Mittelmotor, der trotz der Namensgleichheit bis auf wenige Teile keine Ähnlichkeit mit dem Serienfahrzeug hatte. Nur zwei Stück des leichten Wagens mit Gitterrohrrahmen und Aluminiumkarosserie, der für den Straßenverkehr zugelassen war, wurden gebaut. Erster Einsatz war beim Roßfeld-Bergrennen am 18. Juni 1961. Walter Schneider gewann mit dem BMW 700 RS, den außerdem Heinz Eppelein, Alex von Falkenhausen und Hans Stuck fuhren, die Deutsche Bergmeisterschaft.Wolfgang Thierack: Rennsportlegende Willi Martini. Schneider Text Editions, Irland 2004, ISBN 0-9541746-5-8.
1967/68 baute BMW mit dem „Monti“ auf einem Lola-Fahrwerk einen zweisitzigen Rennwagen für die Europa-Bergmeisterschaft mit einem von Ludwig Apfelbeck konstruierten Zweiliter-Vierzylindermotor. Der vorwiegend von Dieter Quester gefahrene Spyder konnte jedoch den dominierenden Porsche von Gerhard Mitter nicht gefährden.
BMW in der Europameisterschaft der Tourenwagen mini|Der Werks-CSL mit Chris Amon 1973 beim Großen Preis der Tourenwagen auf dem Nürburgring. Amon/Stuck gewannen das 6-Stunden-Rennen vor einem weiteren CSL der BMW-Motorsport GmbH mit Hezemans/Quester/Menzel. 1973 gewann die 1972 gegründete BMW Motorsport GmbH – ein selbstständiges Motorsportunternehmen, das für BMW arbeitet – unter dem Rennleiter Jochen Neerpasch mit einem BMW 3.0 CSL und dem Fahrer Toine Hezemans die Europameisterschaft der Tourenwagen.Jonathan Wood: Deutsche Automobile. Unipart-Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8122-0184-4.Programmheft zum Großen Preis der Tourenwagen 1974 auf dem Nürburgring. Hrsg. ADAC Saarland. Weitere Werksfahrer waren Dieter Quester, Harald Menzel, Chris Amon und Hans-Joachim Stuck. Das 6-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring am 8. Juli 1973 gewannen Stuck/Amon mit 42 Runden in 6:03:06,5 Stunden (158,5 km/h) vor Hezemans/Quester und dem Alpina-BMW von Lauda/Joisten.Rhein-Zeitung, Koblenz, vom 9. Juli 1973.
Marketingleiter Robert A. Lutz hatte Neerpasch, der schon 1968 die Rennabteilung von Ford-Deutschland aufgebaut hatte, zu BMW berufen, um die Entwicklung von Rennfahrzeugen und Renneinsätzen zu koordinieren. Diese Aufgabe wäre nach Neerpaschs Überzeugung innerhalb des Konzerns nur bedingt erfüllbar gewesen, sodass es zu der Ausgliederung in Form der unabhängig tätigen Motorsport-Gesellschaft kam. 1980 schied Neerpasch bei BMW aus.powerslide, Heft 4/2009, Petropics, Bonn, S. 78–81. Sein Nachfolger als Rennleiter war bis 1985 Dieter Stappert.
Außer mit den CSL-Coupés war BMW auch in den kleineren Tourenwagenklassen erfolgreich, insbesondere mit dem BMW M 3, den BMW Motorsport erstmals im März 1987 beim ersten Rennen zur neu gegründeten Tourenwagenweltmeisterschaft einsetzte. Die M 3 belegten die ersten sechs Plätze, und Roberto Ravaglia gewann am Ende der Saison den Titel. Winni Vogt wurde im gleichen Jahr auf BMW M 3 Tourenwagen-Europameister und Eric van de Poele Deutscher Meister. Darüber hinaus gewann Bernhard Beguin mit dem für diesen Zweck nicht gedachten Wagen einen Rallye-Weltmeisterschaftslauf auf Korsika. Bis zum Ende der Saison 1992 erzielten BMW und die verschiedensten Teams wie auch Privatfahrer mit dem M 3 weltweit über 1500 Siege und machten ihn zum erfolgreichsten Tourenwagen der Welt. Das letzte Rennen waren 1992 die 24 Stunden von Spa-Francorchamps, das Steve Soper, Christian Danner und Jean-Michael Martin vom Team Fina Bastos vor zwei weiteren M 3 gewannen.powerslide, Heft 8/2010, Petrolpics, Bonn, S. 91 u. 92.
Engagement in der Markenweltmeisterschaft und in Le Mans mini|Nelson Piquet im BMW M1 von BMW Motorsport im Training zum 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1980. Piquet/Stuck belegten Platz drei in der Gesamtwertung. Nach den Erfolgen in der Europameisterschaft und in der Tourenwagenweltmeisterschaft beabsichtigte BMW Ende der 1970er-Jahre sich an der Markenweltmeisterschaft zu beteiligen, die mit Rennwagen der Gruppen 4 und 5 ausgetragen wurde. Gruppe 4 hieß, dass mindestens 400 Stück in 24 aufeinanderfolgenden Monaten gebaut worden sein mussten, für die Gruppe-5-Fahrzeuge war keine Mindeststückzahl vorgeschrieben, vorausgesetzt, dass sie auf einem homologierten Modell der niedrigeren Gruppen basierten. Das CSL-Coupé für den Zweck weiterzuentwickeln schien nicht möglich, sodass BMW ein wenige Jahre altes Sportwagenprojekt erneut aufgriff und 1978 den BMW M 1 vorstellte.
Um den BMW M 1 auch ohne Homologation ab 1979 im Renneinsatz zeigen und für den Verkauf der 400 Stück werben zu können, erdachte Rennleiter Neerpasch die Procar-Serie, einen Markenpokal im Rahmen der Formel-1-Rennen, in dem neben Privatfahrern jeweils die fünf trainingsschnellsten Formel-1-Fahrer starteten. 460 Wagen wurden in der Zeit von Juli 1978 bis Februar 1981 gebaut, davon 412 Straßenautos. Sieger der Procar-Serie waren 1979 Niki Lauda und 1980 Nelson Piquet.
In der Markenweltmeisterschaft starteten die M 1 unter anderem beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring und bei den 24 Stunden von Le Mans. Im ersten Rennen am 25. Mai 1980 auf dem Nürburgring waren sie allerdings noch als Gruppe 9 eingestuft. Der von BMW Motorsport gemeldete Wagen mit Hans-Joachim Stuck und Nelson Piquet wurde Dritter hinter Rolf Stommelen/Jürgen Barth im Porsche 908/3 und John Fitzpatrick/Axel Plankenhorn/Dick Barbour, Porsche 935 K 3. Der BMW fuhr die 44 Runden bzw. 1004,740 km in 5:53:10,20 Stunden.Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch, Matthias Behrndt: ADAC 1000 km Rennen. Heel Verlag, Königswinter 2008, ISBN 978-3-89880-903-0.
Sieger der 24 Stunden von Le Mans wurde BMW Motorsport 1999 mit einem BMW V12 LMR.
Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) mini|hochkant=1.25|DTM 2012 in Brands Hatch Bereits beim ersten Rennen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft 1984 im belgischen Zolder waren BMW-Rennwagen vom Typ 635 CSi, 528i und 323i am Start. Sämtliche Fahrzeuge wurden von kleineren Teams und Privatpersonen eingesetzt. Unter anderem fuhren Hans-Joachim Stuck, Volker Strycek und Leopold Prinz von Bayern im ersten DTM-Rennen der Geschichte für die Münchener. Das Rennen wurde zum Dreifachtriumph für BMW; es gewann Harald Grohs vor Udo Schneider und Volker Strycek. Am Ende der Saison wurde Volker Strycek Deutscher Tourenwagen-Meister. Diesen Erfolg wiederholte BMW 1987 mit Eric van de Poele und 1989 mit Roberto Ravaglia. Von 1984 bis 1990 gewann BMW die prestigeträchtige Markenmeisterschaft durchgehend. Am Ende der Saison 1994 stieg BMW werksseitig aus der DTM aus und kehrte bis zum Ende der Serie im Jahr 1996 auch nicht mehr zurück.