mini|Brunnen am Fischhof in Wien, 1737 mini|Brunnen am damaligen Markt Am Hof um 1870 mini|Der Siebenbrunnen in Margareten, Anfang 20. Jahrhundert Die öffentlichen Brunnen in Wien dienten schon seit der Römerzeit der Wasserversorgung des Gemeinwesens und der Brandbekämpfung in der heutigen österreichischen Bundeshauptstadt Wien. Im Lauf der Zeit erhielten die Brunnen zunehmend eine repräsentative Funktion und wurden entsprechend aufwändig gestaltet.

Geschichte Die ersten Brunnen auf öffentlichen Plätzen in Wien entstanden im Spätmittelalter und dienten vor allem dem Marktbetrieb und zur Verbesserung der Brandbekämpfung. 1310 wurde ein derartiger öffentlicher Brunnen sowie eine Wasserleitung unter den Tuchlauben erstmals erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert wurden auch repräsentative, über die reine Funktionalität hinausgehende Brunnen geschaffen. Der älteste, noch heute bestehende Brunnen ist der 1552 im Schweizertrakt der Hofburg errichtete Schweizerhofbrunnen.

Durch den Bau von Wasserleitungen wurde die Wiener Wasserversorgung nach und nach verbessert. Heute erinnert beispielsweise der Siebenbrunnen am Margaretner Siebenbrunnenplatz an die Errichtung der Siebenbrunner Hofwasserleitung im Jahr 1562, der Isisbrunnen an die 1804 gebaute Albertinische Wasserleitung, der Austriabrunnen an die Kaiser-Ferdinands-Wasserleitung sowie der Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz an die 1873 fertiggestellte I. Wiener Hochquellenwasserleitung. Die beiden Springbrunnen im Rathauspark wurden 1910 erstmals mit Quellwasser der II. Wiener Hochquellenwasserleitung gespeist.

Mit der Zeit verloren die öffentlichen Brunnenanlagen ihre ursprüngliche Bedeutung, gleichzeitig verschwanden die Hausbrunnen, von denen es Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien noch rund 10.000 gab. Einer der bekanntesten Wiener Hausbrunnen ist jener, der sich einer alten Sage zufolge im Jahre 1212 in der Schönlaterngasse befand und von einem Basilisken bewohnt wurde.Der Basilisk in der Schönlaterngasse. sagen.at

Im Zuge kommunaler Wohnbauoffensiven wurden vor allem in der Zeit des Roten Wien und in den 1950er Jahren neue Gemeindebauten mit so genannter Kunst am Bau verschönert, was unter anderem zur Errichtung etlicher Brunnenanlagen führte. Bei manchen, vor allem an von Touristen frequentierten Plätzen gelegenen Brunnen wurde und wird vereinzelt das Brauchtum, Münzen in das Brunnenbecken zu werfen, gepflegt, was durch den Film Drei Münzen im Brunnen von 1954 und den Trevi-Brunnen in Rom populär gemacht wurde.

Heute (Stand: 2023) verwaltet die Magistratsabteilung 31 (Wiener Wasser) rund 1.500 Trinkbrunnen, hinzu kommen von April bis September 75 mobile Trinkbrunnen mit zusätzlicher Sprühnebel-Funktion („Brunnhilde“ genannt) sowie 100 Sprühnebel-Installationen („Sommerspritzer“) und seit 2022 zehn Vernebelungsanlagen („Coole Schiffe“) die kühlende Wasservorhänge erzeugen und mit ihrem Design an kleine Schiffe erinnern. Nach dem Wiener Vorbild wurde 2022 auch in Stuttgart ein „Brunnhilde“-Trinkbrunnen installiert.

Vor allem im innerstädtischen Bereich von Wien findet man zahlreiche historische, größtenteils denkmalgeschützte Kunst- und Zierbrunnen, die zum Teil ebenfalls von der MA 31 betreut werden.

Auch außerhalb des Stadtgebietes von Wien finden sich vor allem im Einzugsgebiet der beiden Hochquellenwasserleitungen Brunnen, die entweder im Eigentum der Stadt stehen oder von ihr gewidmet beziehungsweise gefördert wurden. Entlang der I. Wiener Hochquellenwasserleitung finden sich beispielsweise drei Brunnen auf dem Gelände des Wasserbehälters Neusiedl, von denen einer frei zugänglich ist, zwei weitere Brunnen in Kaiserbrunn sowie einer auf dem Hauptplatz von Neunkirchen. In Wildalpen an der II. Wiener Hochquellenwasserleitung finden sich sechs solcher Brunnen.Josef Donner: Auf springt der Quell – Wasser im Stadtbild.

Brunnen im öffentlichen Raum