mini|Karte von 1746, mit Kopernik mini|Ortseinfahrt Koperniki (deutsch Köppernig, veraltet Koppirnik) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Nysa (Neisse) im Powiat Nyski der Woiwodschaft Opole in Polen.
Geographie Das Angerdorf Koperniki liegt etwa sieben Kilometer südwestlich von Nysa (Neisse) und etwa 66 Kilometer südwestlich von Opole (Oppeln) in der Schlesischen Tiefebene an der stillgelegten Bahnstrecke der ehemaligen Neisser Kreisbahn.
Nachbarorte von Koperniki sind im Norden Siestrzechowice (Grunau) und Kwiatków (Blumenthal), im Osten Morów (Mohrau) und Iława (Eilau) und im Südwesten Nadziejów (Naasdorf).
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von „Coprnih“ ist für das Jahr 1272 belegt.Vgl. diecezja.opole.pl; abger. am 11. Juli 2008 Es wurde Mitte des 13. Jahrhunderts deutschrechtlich gegründet und 1284 als „Copirnich“ in einem Verzeichnis der 65 großen deutschen Dörfer des Fürstentums Neisse aufgeführt, das 1290 die Landeshoheit erlangt hatte. Für das Jahr 1310 sind in „Copirnik“ 53 kleine Hufen und eine Scholtisei mit acht Hufen belegt. Außerdem gehörten dem Ritter Konrad Rydenburk vier Hufen und die Schänke. 1342 gelangte es zusammen mit dem Fürstentum Neisse unter Bischof Preczlaw von Pogarell als ein Lehen an die Krone Böhmen, die ab 1526 die Habsburger innehatten. 1425 bestand „Cappirnik“ aus 54 Hufen sowie der Scholtisei mit sechs Hufen. Die Bevölkerung blieb auch nach der Reformation fast gänzlich katholisch.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Köppernig mit dem größten Teil des Fürstentums Neisse an Preußen.
Auf dem örtlichen Friedhof wurde 1813 ein in der Schlacht bei Bautzen verwundeter und im nahen Grunau gestorbener russischer Gardeoffizier beigesetzt. Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Köppernig ab 1816 zum Landkreis Neisse, mit dem sie bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine Kapelle, eine katholische Schule und 105 weitere Häuser; vier der 736 Einwohner waren evangelisch.Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 298. 1865 zählte der Ort eine Scholtisei, 30 Bauernhöfe, 19 Gärtner- und 33 Häuslerstellen.Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865, S. 1014; . 1874 wurde der Amtsbezirk Köppernig gebildet, der aus den Landgemeinden Deutsch Kamitz und Heidau und dem Gutsbezirk Deutsch Kamitz bestand.Amtsbezirk Köppernig/Grunau. 1885 zählte Köppernig 771 Einwohner.Kreis Neisse. AGOFF.de
1912 erhielt Köppernig Bahnanschluss an der Strecke Neisse–Weidenau der Neisser Kreisbahn AG.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf als Koperniki unter polnische Verwaltung gestellt und die verbliebene deutsche Bevölkerung vertrieben. An ihre Stelle kamen polnische Vertriebene und Ansiedler aus Wiktorówka (Woiwodschaft Tarnopol) und Jeleśnia. brozbar12.webpark.pl; abgerufen am 11. Juli 2008. 1946–1950 gehörte Koperniki zur Woiwodschaft Breslau und anschließend an die Woiwodschaft Opole (Oppeln). Seit 1999 gehört es zum Powiat Nyski.
Sehenswürdigkeiten mini|St.-Nikolaus-Kirche in Koperniki Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Nikolaus () ist ein neugotischer Backsteinbau. Die Kirche wurde 1881/82 auf kreuzförmigem Grundriss mit Frontturm errichtet. Vom Vorgängerbau übernommen wurde u. a. das Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert. An der Kirche befindet sich der ehemalige Dorffriedhof. Hier sind zahlreiche alte Gräber erhalten. Gedenkstein für Papst Johannes Paul II. Steinernes Wegekreuz
Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahlen von Köppernig nach dem jeweiligen Gebietsstand:Quellen der Einwohnerzahlen: 1845: sbc.org.pl – 1855, 1861: sbc.katowice.pl – 1910: – 1933, 1939:
Jahr Einwohner 1845 736 1855 763 1861 793 1887 771 Jahr Einwohner 1910 711 1933 678 1939 679 2007 721
Vereine Fußballverein LZS Koperniki-Morów Freiwillige Feuerwehr OPS Koperniki
Persönlichkeiten Vor allem in der Literatur zur Geschichte SchlesiensHugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 238. wird vermutet, dass der Steinmetz Nicolaus Koppirnig, Urgroßvater von Nicolaus Copernicus (eigentlich Niklas Koppernigk) aus Köppernig stammte. Dem widersprechen Leopold Prowe bzw. Maximilian Curtze. Sie sind der Ansicht, dieser stamme aus Köpprich in der bis 1763 unmittelbar zu Böhmen gehörenden Grafschaft Glatz.„1. Urkunden, in welchen der Name Koppernigk in irgend welcher Form vorkommt, sind vor der Geburt des Astronomen nicht gerade selten; nicht alle jedoch beziehen sich auf Vorfahren desselben. Das Geschlecht des Thorner Koppernigk’s stammt in seinen ersten Gliedern, welche sich schon 1400 in Thorn nachweisen lassen, aus dem Dorfe Koppernick/Köpprich in der Grafschaft Glatz; die späteren Glieder desselben, speziell der Vater des Astronomen, sind aus Krakau nach Thorn eingewandert. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht abzuleugnen, dass diese Koppernigk’s mit den zuerst in Thorn eingewanderten (um 1400) verwandt, und also in Krakau ebenfalls aus Köpprich eingewandert sind. Diejenigen Copirnik’s, welche aus dem Dorfe Kopernik bei Neisse stammen, kommen mit Doppel-p geschrieben überhaupt nicht vor.“ Maximilian Curtze. In: Nicolaus Coppernicus aus Thorn über die Kreisbewegungen der Weltkörper. E. Lambeck, Thorn 1879; lib.harvard.edu
Söhne und Töchter des Ortes August Gaber (1823–1894), deutscher Holzschneider Franz Josef Niedenzu (1857–1937), deutscher Botaniker Paul Hauke (1884–1954), deutscher Politiker
Literatur Bernhard W. Scholz: Das geistliche Fürstentum Neisse. Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2011, ISBN 978-3-412-20628-4, S. 364. Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 116–123, S. 238 f. (= Kröners Taschenausgabe, Band 316). Stanisław Rospond: Miscellanea Onomastica Slavogermanica IV. In: Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, 1973, Philologisch-Historische Klasse, Band 64. Heft 2 Clemens Lorenz: Die Kopperniks und ihre Neisser Heimat. In: Der Oberschlesier, Juli 1938, Jg. 20, S. 402–410. Ludwik Antoni Birkenmajer: Nicolaus Copernicus und der Deutsche Ritterorden. Ges. d. Bücherfreunde, Krakau 1937 Georg Bender: Heimat und Volkstum der Familie Koppernigk (Coppernicus). Anlage: Dr. Woiciech Ketrzynskis Beweise für das Polentum im mittelalterlichen Thorn. Ferdinand Hirt, Breslau 1920 (Darstellungen und Quellen zur schlesischen Geschichte, 27). Leopold Prowe: Nicolaus Coppernicus. 2 Bände. Weidmann, Berlin 1883/1884. Maximilian Curtze in: Nicolaus Coppernicus aus Thorn über die Kreisbewegungen der Weltkörper. E. Lambeck, Thorn 1879. Augustin Knötel: Die schlesische Abstammung des Nikolaus Kopernicus. In: Rübezahl [ehemals Schlesische Provinzialblätter], 1873, S. 285 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Schlesien Kategorie:Geographie (Gmina Nysa) Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ersterwähnung 1272