Log4j ist ein Framework für das Logging von Anwendungsmeldungen in Java. Innerhalb vieler Open-Source- und kommerzieller Softwareprodukte hat es sich über die Jahre zu einem De-facto-Standard entwickelt. Log4j gilt als Vorreiter für andere Logging-Frameworks, auch in anderen Programmiersprachen.
Geschichte mini|Logo von Log4js Das Projekt wurde von Ceki Gülcü 1996 während seiner Arbeit am IBM-Entwicklungslabor in Zürich gegründet. Heute ist es ein Teil des Logging-Projekts der Apache Software Foundation und steht unter der Apache-Lizenz 2.0. Es entstand zu einer Zeit, als es in den Java-Standardbibliotheken noch keine Logging-Mechanismen gab. Heutzutage ist es durch seine Ausgereiftheit und Konfigurierbarkeit für viele Softwareentwickler das Log-System der ersten Wahl.
Die Ausstrahlung der Log4j-Konzepte auf andere Programmiersprachen bzw. Plattformen ist so groß, dass es mittlerweile etliche Adaptionen gibt. Einige werden vom Apache Logging Projekt selbst gepflegt. Zum Beispiel:
log4cxx für C++ mit zu Log4J kompatiblen Konfigurationsdateien log4Net für das .Net-Framework log4php für PHP
Viele Varianten werden jedoch außerhalb von Apache Logging entwickelt:
log4C für C log4cplus für C++ log4cpp für C++ Log4Qt für Qt Log4js für JavaScript log4perl für Perl log4D für Delphi log4sh für Unix-Shells log4plsql für Oracle PL/SQL log4sas für SAS Institute AndroidLoggingLog4J Modul logging für Python logger für LabVIEW
Seit Juli 2014 ist Log4j 2 als Nachfolger des Log4j 1.x verfügbar.
Das Apache-Logging-Projekt
Das Apache-Logging-Projekt versucht, Log4j-ähnliche Systeme für diverse Programmiersprachen zusammenzuführen. Bisher sind das log4j, log4cxx, log4net, log4php und Chainsaw (ein Logdatei-Betrachter und -Analysewerkzeug).
Außerdem werden sogenannte Companions entwickelt, die zusätzliche Funktionalität für Apache Log4j bereitstellen.
Funktionsweise Anstatt auftretende Fehler und Infomeldungen auf der Standardausgabe auszugeben, dient Log4j dazu, die Meldungen über sogenannte Logger an das gewählte Ausgabeziel weiterzuleiten („Appender“). Neben der Auswahl des Ausgabeziels (z. B. eine Logdatei) wird gleichzeitig aufgrund der Wichtigkeit („Log-Level“) der Meldung entschieden, ob diese überhaupt weitergeleitet wird. Der Programmierer muss sich beim Erstellen des Programms nur um die Wichtigkeit der Meldungen Gedanken machen. Für eine Meldung können mehrere Appender mit unterschiedlicher Wichtigkeit angeschlossen werden, so dass ein Appender hier die Rolle eines Kanals spielt. Die Filterung und Art der Ausgabe kann zur Laufzeit konfiguriert werden.
Log4j ist auf möglichst hohe Geschwindigkeit ausgelegt, damit das Protokollieren die Systemleistung nicht negativ beeinflusst. So dauert die Entscheidung, ob eine Meldung ausgegeben werden muss, auch auf einem veralteten System (AMD Duron mit 800 MHz, JDK 1.3.1) nur 5 Nanosekunden, die Ausgabe selbst – je nachdem, welches Layout verwendet wird – zwischen 21 und 37 Mikrosekunden.
Ausgabe-Umfang In der Konfigurationsdatei kann die Ausgabe je nach Wichtigkeit der Nachrichten gefiltert werden. Der Ausgabe-Umfang sinkt mit der zugewiesenen Wichtigkeitsstufe und umfasst alle Nachrichten der Stufe selbst sowie aller noch dringenderen Stufen. Die Reihenfolge stellt sich dabei wie folgt dar: ALL → TRACE → DEBUG → INFO → WARN → ERROR → FATAL → OFF.
Für die Einstufung der Wichtigkeit gelten folgende Richtwerte: ALL Alle Meldungen werden ungefiltert ausgegeben TRACE ausführlicheres Debugging (ab Version 1.2.12), Kommentare DEBUG allgemeines Debugging (Auffinden von Fehlern) INFO allgemeine Informationen (Programm gestartet, Programm beendet, Verbindung zu Host Foo aufgebaut, Verarbeitung dauerte soundsoviel Sekunden …) WARN Auftreten einer unerwarteten Situation ERROR Fehler (Ausnahme wurde abgefangen. Bearbeitung wurde alternativ fortgesetzt) FATAL Kritischer Fehler, Programmabbruch OFF Logging ist deaktiviert
Appender Mittels Appender kann das Ausgabeziel/können die Ausgabeziele der erzeugten Protokollausgaben festgelegt werden.
Nachfolgend die wichtigsten Appender-Arten: ConsoleAppender Gibt auf Standardausgabe aus FileAppender Schreibt in eine Datei RollingFileAppender Beginnt eine neue Datei ab einer gewissen Größe DailyRollingFileAppender Beginnt zu gewissen Zeiten mit einer neuen Datei SyslogAppender Protokolliert mittels Syslog-Dienst JDBCAppender Schreibt in eine Datenbank NTEventLogAppender Schreibt ins Ereignisprotokoll des Windows-Systems SMTPAppender Schickt bei gewissen Meldungen eine Mail. SocketAppender Sendet die Protokollnachricht an einen konfigurierten Socket-Listener. LogCatAppender Protokolliert in den Android LogCat Weitere Appender können jederzeit hinzugefügt werden.
Konfiguration Es gibt drei Arten, Log4j zu konfigurieren: mittels einer Properties- oder einer XML-Datei oder im Programmcode. Es wird empfohlen, eine Properties- oder XML-Datei zu verwenden, damit ist die Konfiguration vom Code getrennt, was es ermöglicht, ohne Modifikation oder Neustart der Applikation die Konfiguration des Loggings anzupassen. Somit kann beispielsweise eine Applikation so lange nur mit der Wichtigkeitsstufe FATAL betrieben werden, bis ein Fehler auftritt. Ab dann wird die Stufe WARN gesetzt, ohne die Applikation anzuhalten.
Die Konfigurationsdateien definieren mittels der folgenden Komponenten das Verhalten von Log4j: Appender Diese bestimmen mittels Konfiguration der entsprechenden Appender-Klasse, wohin die Protokollausgaben geschrieben werden sollen, und mittels Konfiguration des Layouts, wie dorthin geschrieben werden soll. Neben der reinen Nachricht können mittels Muster zusätzlich Wichtigkeit, Datum, Name des Loggers, Klassenname und Methodenname bis hin zur genauen Codezeile ausgegeben werden. Logger Ein Logger ist ein Objekt, welches die Protokollierungsaufgaben einer Klasse übernimmt. Es wird über seinen Namen identifiziert. Üblicherweise wird der Klassenname als Name für den Logger verwendet. Es ist allerdings auch möglich, einen Fantasie-Namen zu verwenden, der von mehreren Klassen benutzt wird. Ein typisches Beispiel könnte so aussehen: Logger log = Logger.getLogger(org.wikipedia.MyClass). Damit kann das Protokollierungsverhalten einer Klasse gesteuert werden. Da der Logger auch die Paket-Informationen erhält, ist es auch möglich Logging für ganze (Super)-Pakete zu konfigurieren. Die Konfigurationsdatei kann dann eben den Logger-Namen – also z. B. „org.wikipedia.MyClass“ – und auch die gewünschte Wichtigkeitsstufe (Log-Level) enthalten. Es ist wie bereits erwähnt möglich, eine Konfiguration für ein Paket wie „org.wikipedia“ festzulegen. Darüber hinaus können entweder allgemein oder auch zu jedem Logger spezifisch ein oder mehrere Appender definiert werden. Somit ist es beispielsweise möglich, fatale Fehler nicht nur in eine Datei zu schreiben, sondern auch gleichzeitig per E-Mail an einen Administrator zu schicken. Log4j 2.0 bietet neben diesen klassischen Konfigurationen auch modernere Möglichkeiten an, in das Protokollierungsverhalten einzugreifen. Beispielsweise werden sogenannte Marker unterstützt.
Ein weiteres nützliches Merkmal ist der Mapped Diagnostic Context. Dabei wird einer Kontextvariablen ein Wert zugewiesen und in der Konfigurationsdatei kann darauf referenziert werden. Dabei hat jeder Thread seinen eigenen Kontext und kann zusätzliche Informationen wie z. B. die Adresse des Clients bei einer Serveranwendung protokollieren.
Beispiel Die folgende XML-Konfiguration konfiguriert eine Applikation so, dass FATAL-Fehler von Fremdbibliotheken auf die Konsole protokolliert werden, ERROR-Fehler der eigenen Applikation zusätzlich auch per E-Mail geschickt werden, bei einer spezifischen Komponente darüber hinaus auch noch INFO-Meldungen protokolliert werden und bei einer bestimmten Klasse sogar noch DEBUG-Meldungen.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <!DOCTYPE log4j:configuration PUBLIC "-//APACHE//DTD LOG4J 1.2//EN" "http://logging.apache.org/log4j/1.2/apidocs/org/apache/log4j/xml/doc-files/log4j.dtd"> <log4j:configuration> <!-- Appender für eine einzeilige Ausgabe an der Konsole --> <appender name="Konsole" class="org.apache.log4j.ConsoleAppender"> <layout class="org.apache.log4j.PatternLayout"> <param name="ConversionPattern" value="%d{ABSOLUTE} %5p %c{1}:%L - %m%n" /> </layout> </appender>
<!-- Appender für dieselbe Ausgabe via E-Mail --> <appender name="mail" class="org.apache.log4j.net.SMTPAppender"> <param name="SMTPHost" value="smtp.myservername.xx" /> <param name="From" value="[email protected]" /> <param name="To" value="[email protected]" /> <param name="Subject" value="[LOG] ..." /> <param name="BufferSize" value="1" /> <param name="threshold" value="error" /> <layout class="org.apache.log4j.PatternLayout"> <param name="ConversionPattern" value="%d{ABSOLUTE} %5p %c{1}:%L - %m%n" /> </layout> </appender>
<!-- ERROR-Logger für alle Klassen meiner Applikation --> <logger name="com.myapp"> <level value="error"/> <appender-ref ref="Konsole" /> <appender-ref ref="mail" /> </logger>
<!-- INFO-Logger für eine spezifische Komponente --> <logger name="com.myapp.mycomponent"> <level value="info"/> </logger>
<!-- DEBUG-Logger für eine spezifische Klasse --> <logger name="com.myapp.mycomponent.MyClass"> <level value="debug"/> </logger>
<!-- FATAL-Logger für die gesamte Applikation (inkl. Bibliotheken) --> <root> <level value="fatal" />
<!-- protokolliert auf Konsole - wenn nicht in Sub-Loggern anders definiert --> <appender-ref ref="Konsole" /> </root> </log4j:configuration>
Apache Log4j 2 Version 2 wurde von Grund auf neu geschrieben, auch wenn Teile von Log4j 1.x übernommen wurden. Die neue Version verfügt über eine moderne Schnittstelle, wie sie auch von logback bekannt ist. Außerdem unterstützt sie slf4j native. Zugleich wurden Schwächen von logback analysiert und versucht zu verbessern. Somit verliert Log4j 2 beispielsweise keine Logging-Events, wenn sich das System neu konfiguriert. Außerdem wurde eine Plugin-Architektur bereitgestellt und die Konfiguration mittels JSON ermöglicht.
Das Projekt gab im August 2015 bekannt, dass der 1.x‐Zweig das „End of Life“ erreicht hat und damit die Weiterentwicklung eingestellt wird. Entwickler werden deswegen gebeten, auf den 2.x‐Zweig zu migrieren.
Auf der Website von Apache werden einige Unterschiede zwischen Log4j 1 und Log4j 2 aufgelistet.
Log4j 2 Konfigurationsbeispiel In Log4j 2 hat sich die Syntax der Konfiguration geändert. Es folgt eine beispielhafte Konfigurationsdatei nach dem neuen Standard:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?> <Configuration > <Properties> <Property name="logfile">C:/logs/logfile</Property> <Property name="LOG_PATTERN">%d{dd.MM.yyyy - HH:mm:ss} %-5p [%t] - %C - %M - %m%n</Property> </Properties>
<Appenders> <!-- Appender für eine einzeilige Ausgabe an der Konsole --> <Console name="Konsole" target="SYSTEM_OUT"> <ThresholdFilter level="DEBUG" onMatch="ACCEPT" onMismatch="DENY" /> <PatternLayout pattern="${LOG_PATTERN}"/> </Console>
<!-- Appender für alle Protokolle ab Stufe Debug in maximal 20 Dateien, die jeweils maximal 20 MB groß werden dürfen --> <RollingFile name="DEBUG_LOG" fileName="${logfile}_Debug.log" filePattern="${logfile}_Debug-%i.log"> <ThresholdFilter level="DEBUG" onMatch="ACCEPT" onMismatch="DENY" /> <PatternLayout pattern="${LOG_PATTERN}" /> <Policies> <TimeBasedTriggeringPolicy /> <SizeBasedTriggeringPolicy size="20000KB" /> </Policies> <DefaultRolloverStrategy max="20" /> </RollingFile>
<!-- Appender für alle Protokolle ab Stufe Error in maximal 20 Dateien, die jeweils maximal 20 MB groß werden dürfen --> <RollingFile name="ERROR_LOG" fileName="${logfile}/${project}_Error.log" filePattern="${logfile}/${project}_Error-%i.log"> <ThresholdFilter level="ERROR" onMatch="ACCEPT" onMismatch="DENY" /> <PatternLayout pattern="${LOG_PATTERN}" /> <Policies>