Zofia Poznańska genannt Zosia (* 1906 in Łódź, Russisch Polen, Russisches Kaiserreich; † 29. September 1942 im Brüsseler Gefängnis Saint-Gilles, Belgien) war eine polnisch-jüdische Résistance-Kämpferin der Roten Kapelle.

Leben Zofia Poznańska wurde in Łódź in Kongresspolen, das damals zum Russischen Reich gehörte, in eine wohlhabende jüdische Familie geboren. Ihre Eltern waren Mosze Poznański und Hana Poznańska, geb. Basz; außer Zofia hatten sie zwei weitere Kinder: Olek (geb. 1904) und Mania (geb. 1908). Die Familie zog 1908 nach Kalisz um.Poznańska Zofia in Virtual Shtetl. Abgerufen am 11. November 2025 Dort schloss sich Zofia einer Gruppe der sozialistisch-zionistischen Jugendbewegung Hashomer Hatzair an, die von Fiszek Kempiński, dem Vater von Yehudit Kafri, gegründet worden war. Nach ihrer Auswanderung nach Palästina gehörte sie zu den Pionieren, die den Kibbuz Mischmar haEmek in Nordisrael am Westrand der Jesreelebene gründeten. Dort lernte sie Leopold Trepper kennen, mit dem zusammen sie sich der Palästinensischen Kommunistischen Partei anschloss.

Später zog sie nach Brüssel in die Rue des Atrébates 101, wo sie in der Nacht vom 12. zum 13. Dezember 1941 verhaftet wurde. Damit begann die Verhaftungswelle gegen die später Rote Kapelle genannten Widerstandsgruppen der Résistance und des Deutschen Widerstands. Im Gefängnis wurde sie von der Gestapo gefoltert und beging Suizid, ohne über den zur Chiffrierung der Funksprüche verwendeten Code auszusagen. (PDF; 67 kB)

Die Wohnung, die sie zusammen mit Rita Arnould bewohnte, wurde auch von den Funkern David Kamy, Johann Wenzel und Leon Großvogel genutzt. Von hier aus hatten sie Verbindung zur sowjetischen Botschaft in London. Ihr Deckname in Belgien war Anna Verlinden.

Ehrungen Nach dem Tod Treppers wandten sich seine Witwe Ljuba Trepper (geb. ) und die Söhne Michel und Edgar an die Organisation der Partisanen und Untergrundkämpfer in Israel () und baten um Unterstützung bei der Einrichtung einer Gedenkstätte für die Kämpfer der Roten Kapelle. Treibende Kraft hinter der Einrichtung dieser Stätte war schließlich Alexander ‘Olek’ Poznański (), der ältere Bruder Poznańskas, der beim Jüdischen Nationalfonds (JNF-KKL) arbeitete. Im Tal des Nachal Nachschon, wo es sich westlich der Talenge Schaʿar haGai weitet, ließ der JNF-KKL die Gedenkstätte für die Rote Kapelle errichten, die er im Juni 1983 feierlich einweihte.Moscheh Harpaz (), (27. Dezember 2021), auf: המתבונן: ככול שתתבוננו יותר כן תטיבו לראות; abgerufen am 4. Juni 2025. Stelen mit Namen und Lebensdaten erinnern an Mitglieder der Roten Kapelle, wie Poznańska.

Am 13. Dezember 2006 gab es in der Gedenkstätte Fort Breendonk eine Ehrung der hingerichteten Mitglieder der Roten Kapelle durch den russischen Botschafter Vadim B. Lukov, bei der auch Sophia Poznanska geehrt wurde.

Literatur Leopold Trepper: Die Wahrheit: Autobiographie des „Grand Chef“ der Roten Kapelle. dtv, München 1978, ISBN 3-423-01387-7; Seite 31–419 Hans Coppi junior: Die „Rote Kapelle“ im Spannungsfeld von Widerstand und nachrichtendienstlicher Tätigkeit. Der Trepper-Report vom Juni 1943. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 3/1996 (online PDF, 7 MB) Yehudit Kafri: Zosha. Keter, Jerusalem 2003, ISBN 965-07-1179-1 (hebräisch). Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2317-9. Hans Schafranek und Johannes Tuchel (Hrsg.): Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im Zweiten Weltkrieg. Picus, Wien 2004, ISBN 3-85452-470-6.

Weblinks Neri Livneh: A woman called Zosha. Biografie in Haʾaretz (englisch) (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Hashomer-Hatzair-Mitglied Kategorie:Résistancekämpfer (Rote Kapelle) Kategorie:Person (belgischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Person des jüdischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Polnischer Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Polnischer Emigrant in Belgien Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Frau