Mad Max ist eine deutsche Hard-Rock-Band aus Münster, die aus dem Sänger Steven Screamz, den Gitarristen Jürgen Breforth und Dethy Borchardt, dem Bassisten Fabian „Fabs“ Ranft und dem Schlagzeuger Axel Kruse besteht.
Bandgeschichte Klassischer Hardrock Der gerade volljährig gewordene und den Berufsweg eines Rechtspflegers einschlagende Jürgen Breforth spielte 1980 in seiner Geburtsstadt Münster elektrische Gitarre. Die Coverband, die er mit seinen Freunden bildete, hieß Way Out. Mit dem Sänger Andreas Baesler, einem zweiten Gitarristen namens Wilfried „Willi“ Schneider, dem Bassisten Thomas Hoffmann und dem Schlagzeuger Uwe Starck war 1981 eine stabile Einheit entstanden, die sich auf Vorschlag von Baesler in Mad Max umbenannte. Der erste Mad-Max-Film war noch weitestgehend unbekannt und man war sich nicht im Klaren darüber, dass man einen angehenden „Kultnamen“ gewählt hatte. Breforth erklärte die Mad-Max-Trilogie 1987 zu seinen Lieblingsfilmen. 2006 ließ er allerdings im Fragebogen die Rubrik offen und 2013 schwärmte er von Quentin Tarantino.
Anfangs spielte man die Hits der Rolling Stones und von Deep Purple, AC/DC und Status Quo nach, ehe man zu eigenen Kompositionen überging, um den anderen Coverbands in Münster etwas voraus zu haben. Eine erste, in Lüneburg aufgenommene, EP mit vier Liedern im Singleformat erschien bei einem Kleinlabel noch 1981 unter dem Titel In Concert. 1982 folgte die erste LP. Sie erschien als Eigenveröffentlichung und trägt über dem Mad-Max-Logo den Schriftzug Heavy Metal, der bei der Neuausgabe (ebenfalls 1982) durch das Label Roof Records fehlt (dafür wurde eine Coverzeichnung hinzugefügt), weshalb sie als Mad Max zitiert wird. Verkaufte sich die Selbstproduktion noch gut, wodurch das Interesse von Roof Records überhaupt geweckt worden war, blieb der nächste Absatzschub aus. Aufgrund der enttäuschenden Resonanz zog sich Andreas Baesler zurück. Er widmete sich einer Theaterlaufbahn und wurde ein bekannter Musiktheater- und Schauspielregisseur. Auch Thomas Hoffmann gehörte bald nicht mehr der Formation an. Er fühlte sich eingeengt und zog das Privatleben dem Popularitätsstreben vor.
Anfang 1983 stießen Michael Voss (Gesang) und Jürgen Sander (Bass) zu den an ihrem Traum vom Erfolg festhaltenden Musikern. Voss war das jüngste Bandmitglied. Er brachte eine Vorliebe für die New Wave of British Heavy Metal und die Band Kiss mit. Darüber hinaus eine Erfahrung als Songwriter in seiner Band aus dem Münsteraner Umland. Im Jahresverlauf führte sie ihre Liveaktivität auch nach Österreich, wo sie mit Nightwing und Budgie auftraten. Außerdem war Mad Max Vorgruppe von Uriah Heep sowie von Atomic Rooster. Ergänzend zu ihrem Proberaumdemo machten diese Referenzen Mad Max für das niederländische Label Roadrunner Records attraktiv, deren erster deutscher Vertragspartner die Band wurde.
Im Oktober 1984 lag die zweite LP Rollin' Thunder vor. Sechs Stücke hatte Voss geschrieben, zwei Schneider und eines Breforth, nach eigenen Angaben melodiöser Hardrock der Marke Scorpions, Accept und Dio. Auf dem Weg in die angestrebte Professionalität kam es zu weiteren Besetzungswechseln, sodass Mad Max im November 1984 aus Michael Voss (Gesang), Jürgen Breforth (Gitarre), Christoph „Chris“ Wegmann (Gitarre), Roland Bergmann (Bass) und Axel Kruse (Schlagzeug) bestand. Ersatz für die „zurückgelassenen“ Mitstreiter (von denen Starck und Schneider die eigene Band Carrie gründeten) zu finden, war nicht schwer gewesen, da „die Rockszene in Münster superklein“ war, wie Breforth es ausdrückte, und man sich von daher bestens untereinander kannte. Die Chance als Vorband von Yngwie Malmsteen weitere Anhänger dazu zu gewinnen wurde vertan, weil man als Gruppe noch nicht eingespielt war und die Präsentation dementsprechend unprofessionell geriet.
Die dritte, im Herbst 1985 veröffentlichte LP Stormchild löste innerhalb der Metal-Hammer-Redaktion konträre Empfindungen aus: Nichtskönner, des Englischen nicht mächtig und musikalisch nur abkupfernd, oder eine starke Band, das war die Streitfrage. Bei seinerzeit noch dünn gesäten Metalpresse-Erzeugnissen hatte diese kritische Stimme unweigerlich Einfluss auf die Verkäufe, die infolgedessen schwach ausfielen. Über den Metal-Hammer-Verriss zeigte sich Voss lange verärgert. Später übte Breforth auch Selbstkritik, denn es seien zudem ein schlechter Sound, mangelnde Werbung und zu viele Lückenfüller für den Misserfolg verantwortlich gewesen. Im Dezember 1985 unternahm Mad Max eine Deutschland/Niederlande-Tournee mit Steeler sowie aufgrund wohlwollender Kritiken in der englischen Musikpresse eine Clubtour durch das Vereinigte Königreich. Aber Wegmann konnte studienbedingt nicht mitkommen und verließ gleich ganz die Band. Gerhard „Angel“ Schleifer ersetzte ihn, wechselte aber danach fest zu Sinner. Die Konsequenz daraus war, dass Voss die zweite Gitarre übernahm, die er in früheren Bands auch schon gespielt hatte – und bei Mad Max, wenn Proben nicht in voller Besetzung abgehalten werden konnten.
Von einem neuen Management angespornt, entstand 1986 ein Demo. Es fand Anklang beim Produzenten Michael Wagener, der die Band an seinen ebenfalls renommierten Kollegen Dirk Steffens (Accept, Sinner) verwies. Im Herbst 1986 waren die Aufnahmen zur LP Night of Passion abgeschlossen. Ein Gitarren-Solo in Love Loaded spielte der griechische Gitarrist Joshua Perahia ein. Er hielt sich mit seiner Band Joshua im Sommer in Deutschland auf, hatte aber keinen Proberaum. Mad Max teilte sich mit Joshua den Übungskeller und auch den Studioaufenthalt, sodass Joshua Perahia sich mit dem Angebot, ein Solo beizusteuern, bedankte. Genau diese Solo-Passage gefiel dem zum Album befragten damaligen Helloween-Sänger Michael Kiske am besten. Als Nebeneffekt der Kollegenhilfe entstand eine Freundschaft zu Joshua-Mitglied Ken Tamplin, die sich später noch auszahlen sollte. Erst etwa am Jahresanfang 1987 wurden auch die Produktionsarbeiten zum Abschluss gebracht. Sowohl Roadrunner als auch Mad Max waren nämlich mit dem Mix nicht zufrieden, weshalb Michael Voss zu Dan Johnson (Produzent von Savatage, Crimson Glory und Agent Steel) nach Florida flog, um die Aufnahmen neu abmischen zu lassen. Die Suche nach einem Covermotiv hielt die Band weiter auf – man wurde einfach nicht fündig. Letztlich engagierte man für das Coverfoto das Playboy-Playmate des Jahres. Alle Möglichkeiten waren nun ausgeschöpft, um kommerziell voranzukommen. Bon Jovi und Europe waren in Sachen breite Akzeptanz unter Musikkonsumenten die Vorbilder und markierten das eigene ehrgeizige Ziel. Man setzte auf eine weitere massenkompatible Maßnahme, und zwar auf die Sweet-Coverversion Fox on the Run, die aus dem Album als Single ausgekoppelt und MTV als Videoclip angeboten wurde. Das Lied lag den beiden Bandköpfen besonders am Herzen, weil Voss ein großer Sweet-Verehrer und das Album Desolation Boulevard, aus dem das Original stammt, Breforths allererste LP war.
Das Album Night of Passion, das im März 1987 erschien, wurde von einer Tour im Vorprogramm von Stryper promotet. Es verkaufte sich 35.000 Mal. Anschließend gab es noch eine deutschlandweite Radio-Promotionreise von Voss. Für Ende April/Anfang Mai waren drei Showcases in Hamburg, Münster und Bochum vorgesehen. Anfang Mai nahm man aber stattdessen die Chance eines Festivalauftritts wahr, dann startete im Mai eine richtige Tour inklusive der drei ursprünglich geplanten Auftritte, die in den Juni hineinreichte.
Eine vertrackte Labelpolitik sorgte in der zweiten Jahreshälfte für Unruhe: Ein von Mad Max eigenmächtig mit der amerikanischen RCA abgeschlossener Major-Deal wurde nicht wirksam, weil Roadrunner die Band nur unter der Bedingung lizenzieren wollte, wenn drei weitere Bands aus ihrem Hause mit übernommen würden. Während im September 1987 Roadrunner, noch im Glauben eine „Huckepack“-Abmachung einfädeln zu können, bei Max Norman (Ozzy Osbourne, Megadeth) Night of Passion für den amerikanischen Markt überarbeiten ließ und die zweite Singleauskopplung Hearts on Fire vorbereitete, eröffnete Mad Max die Shows von Pretty Maids. Dann trat die Situation ein, in der Roadrunner von Norman die Originalbänder zurück forderte. Michael Voss, überzeugt davon, der geplatzte RCA-Deal habe die internationale Karriere vermasselt, sah von einem auf den anderen Tag keine Perspektive mehr und stieg noch im September 1987 aus. Jürgen Breforth ließ offiziell verlauten, man habe sich auseinandergelebt und einvernehmlich getrennt, Vollblutmusiker Voss verteidigte seinen Entschluss: „Als ich nach der letzten Mad-Max-LP kein Geld mehr hatte, war ich gezwungen, mir mit Session-Bands meine Kohle zu verdienen. Da mußten wir dann so Top-Fourty-mäßig abfeiern.“ Er hatte im Moment seines Ausstiegs keine Alternative vorzuweisen, doch bald kam ein Anruf vom frisch bei Warlock ausgestiegenen Michael Eurich, der ihn für Casanova gewann. Unter diesem Namen wurde 1991 das von ihm geschriebene Lied Hollywood Angels, das für Mad Max bestimmt gewesen war, auf der selbstbetitelten Debüt-CD veröffentlicht.
Als Voss-Ersatz wurden Ralf Heyne (Gitarre) und der Engländer Keith Ellis (Gesang), eine Empfehlung von Victorys Bandleader Peter Knorrn, der kürzlich Sänger-Auditions durchgeführt hatte, engagiert. Anstelle von Hauptsongwriter Voss verfassten nun Breforth und Heine die Musik und der Muttersprachler Ellis steuerte die englischen Texte bei. Das Ergebnis liege, gab die Band 1988 an, im Stilumfeld von Dokken, Racer X und Yngwie Malmsteen. Über die Texte würden keine Zeigefinger-Botschaften vermittelt werden, es seien stattdessen „Boy-meets-Girl-Geschichten“ zur Unterhaltung. In der Nähe von Los Angeles sollte die Einspielung von Racer-X-Produzent Steve Fontano betreut werden. Die Veröffentlichung war für Anfang April 1989 vorgesehen. Verwirklicht wurde von all dem nichts. Roadrunner Records hatte den Glauben an die Band verloren, der nichts anders übrig blieb, als sich aufzulösen.
Breforth und Heyne machten Anfang der 1990er Jahre bei Tanner Hardrock mit peinlich schlechten deutschen Texten. Bergmann nahm ein Musikstudium in den Niederlanden auf und arbeitete nebenher als Studiomusiker vor allem im Jazz- und Blues-Bereich. 1995 schlossen sich der Ex-Mad-Max-Frontmann Michael Voss und Ex-Mad-Max-Aushilfsgitarrist Angel Schleifer, die bereits gemeinsam für das Album Night of Passion Lieder geschrieben hatten, unter dem Namen Demon Drive zusammen. Im Studio bedurfte es einzig Letter-X-Schlagzeuger Frank Kraus, live wurden sie von zwei Casanova-Mitgliedern unterstützt. Stilistisch sollte es in Richtung „Mad Max in einem zeitgemäßen Gewand“ gehen. 1999 tauchte Mad Max von neuem auf. Es war aber keine richtige Reunion, sondern die in Kontakt stehenden Breforth und Voss wollten einfach nur neu geschriebene Lieder auf CD festhalten. Zur Unterstützung zogen sie die Tanner-Rhythmussektion Yogi Spittka und Carsten Tischer hinzu. Dem Album Never Say Never fügten sie zwei Remakes von Bandklassikern bei: das Titelstück, das ursprünglich auf dem Album Stormchild zu finden ist, nebst dem Insider-Hit Hearts on Fire. Es erschien Ende des Jahres.
Christlicher Hardrock mini|Mad Max, 2009