mini|Werbeanzeige für Doramad Radioaktive Zahnpasta

Doramad war eine Zahnpasta, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der Berliner Auergesellschaft hergestellt wurde. Sie enthielt Thorium-X.

Wirkung Die Zahnpasta Doramad wurde als Wunderheilmittel angepriesen und versprach, durch die ionisierende Strahlung der enthaltenen radioaktiven Stoffe, strahlend weiße Zähne und eine Bakterienabtötung zu bewirken. Eine Gammaspektroskopie-Analyse ergab zwar, dass diese Zahnpasta Spuren von Thorium enthält, allerdings sind die Werte zu gering, um sie mit einem einfachen Handmessgerät nachweisen zu können. Daher und wegen der möglichen Strahlung sind diese Wirkungsversprechen nicht gerechtfertigt. Ebenfalls waren Folgeschäden durch ionisierende Strahlung damals so gut wie nicht bekannt. Erst nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki erkannte man die möglichen Auswirkungen der ionisierenden Strahlung; damit wurde die Zahncreme marktunfähig.

Die Verpackung warb mit der Angabe:

Auf der Rückseite der Zahnpastatube war folgendes zu lesen:

mini|Werbeplakat für Doramad aus den 1930er Jahren

Siehe auch Geschichte der Zahnmedizin: Zahnpasta Radithor

Einzelnachweise

Literatur W. Wolffenstein: Hautschädigungen nach externer Doramad (Thorium X-Degea)-Behandlung nebst Mitteilung eines Falles. In: Klinische Wochenschrift 6/1927, S. 857–858. H. Schwenger: Uran für Stalin In: Der Tagesspiegel Ausgabe vom 5. August 2007 P. Robert: Noticeable clearing up of a pigmented nevus on the lower leg following single application of doramad (thorium X). In: Dermatologica 100/1950, S. 379. PMID 15421065 C. Grupen: Grundkurs Strahlenschutz: Praxiswissen für den Umgang mit radioaktiven Stoffen. Springer, 2008, ISBN 3-540-75848-8, S. 176–177.

Kategorie:Radioaktiver Stoff Kategorie:Thoriumverbindung