Anochetus ist eine Ameisengattung aus der Unterfamilie der Urameisen (Ponerinae).

Merkmale Diese Ameisen verfügen wie alle Urameisen über einen Giftstachel, den sie auch aktiv nutzen. Die stark modifizierten Mandibeln stellen bei Anochetus allerdings eine mindestens genauso mächtige Waffe dar. Ähnlich wie bei den Schnappkieferameisen (Odontomachus) sind die Mandibel mit einem kräftigen Schnappmechanismus ausgestattet. Sie sind stark verlängert, kaum gekrümmt und mit nur zwei oder drei nach innen gerichteten Zähnen an der Spitze ausgestattet. Manchmal sind auch noch mehrere, weitaus kleinere Zähnchen am Kaurand vorhanden. Das Petiolarstigma ist oben abgerundet und kann zwei Dornen tragen, ist aber nicht zu einer einzelnen Spitze ausgebildet. Die Stirn ist glatt und einfarbig ohne auffällige Zeichnung. Einige Arten haben eine vage erkennbare Stirnrinne.Steve Shattuck, Natalie Barnett: Anochetus. Ants Down Under(CSIRO) (website offline, Nachfolgeversion bei antwiki.org)

Ähnliche Gattungen mini|links|250px|Schnappkieferameisen: Strumigenys, Daceton, Odontomachus, Anochetus, Myrmoteras Anochetus weisen eine große morphologische Ähnlichkeit mit den nahe verwandten Odontomachus auf. Diese sind allerdings etwas größer und die für Urameisen typische Gastereinschnürung fehlt ihnen. Das Petiolarstigma ist bei Odontomachus außerdem zu einer einzelnen Spitze ausgebildet. Bei den Schnappkiefermechanismen der Gattungen Anochetus, Odontomachus (beide Unterfamilie Ponerinae), Myrmoteras (Unterfamilie Formicinae), Strumigenys und Daceton (beide Unterfamilie Myrmicinae) handelt es sich um das Ergebnis konvergenter Evolution.Martin Vieweg: Skurriler Schnappmechanismus entschlüsselt. Auf: wissenschaft.de vom 31. August 2017

Verbreitung Weltweit sind 115 Arten bekannt (plus neun nur fossil bekannte).Anochetus bei AntCat, an Online Catalog of the Ants of the World, by Barry Bolton. Abgerufen am 22. April 2021 Diese Ameisen sind weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Dabei meiden sie aride Gebiete und siedeln je nach Art in Savannenwäldern oder Regenwäldern. In Europa gibt es nur eine einzige Art, Anochetus ghilianii. Diese lebt nur im äußersten Süden der iberischen Halbinsel an der Straße von Gibraltar und noch südlicher gelegenen Inseln.

Lebensweise Die Kolonien sind recht individuenarm und bestehen aus nicht mehr als 100 Arbeiterinnen. Meist werden unterirdische Erdnester angelegt, aber auch im Schutz von liegendem Holz oder in Termitennestern sind Ansiedelungen zu finden. Anochetus ernähren sich zoophag. Bei der Jagd bewegen sich die Tiere überwiegend in der Streuschicht und erbeuten mit Hilfe ihrer Mandibel und des Stachels verschiedene Gliederfüßer.

Systematik mini|250px|Anochetus faurei, Arbeiterin Unter anderen gehören folgende Arten zur Gattung Anochetus: Anochetus armstrongi McAreavey, 1949 Anochetus bequaerti Forel, 1913 Anochetus emarginatus Fabricius, 1804 Anochetus faurei Arnold, 1948 Anochetus ghilianii Spinola, 1851 Anochetus graeffei Mayr, 1870 Anochetus madagascarensis Forel, 1887 Anochetus mayri Emery, 1884 Anochetus neglectus Emery, 1894 Anochetus paripungens Brown, 1978 Anochetus rectangularis Mayr, 1876 Anochetus turneri Forel, 1900

Synonyme Folgende Namen sind Synonyme für die Gattung Anochetus:Bert Hölldobler, Edward O. Wilson: The Ants. Springer (1990) ISBN 3-540-52092-9. Myrmapatetes Wheeler, 1929 Sternomyrmex Mayr, 1862

Quellen Einzelnachweise

Literatur Bert Hölldobler, Edward O. Wilson: Ameisen. Die Entdeckung einer faszinierenden Welt. Birkhäuser Verlag, Basel – Boston – Berlin 1995, ISBN 3-7643-5152-7

Weblinks AntWeb Bilder verschiedener Anochetus Arten

Kategorie:Ameisen Kategorie:Formicidae