Der Pfeil (lateinisch Sagitta) ist ein Sternbild des Nordhimmels.
Beschreibung mini|Animation mit Einblendung des Sternbilds Adler (Aquila) mit dessen Hauptstern Altair, den Sternbildern Delphin (Delphinus) und Pfeil sowie der Sommermilchstraße aufgenommen im Sternenpark Westhavelland am südlichen Sternhimmel.
Der Pfeil ist das drittkleinste Sternbild am Nachthimmel. Vier Sterne der 3. und 4. Größenklasse bilden einen Pfeil, wobei der Hellste (γ Sagittae) die Spitze symbolisiert.
Man findet das Sternbild zwischen dem Schwan und dem Adler (Aquila). Es liegt inmitten des sternreichen Gebietes der Milchstraße und enthält den Kugelsternhaufen M71.
Geschichte Viele ältere Kulturen wie die Perser, Hebräer, Griechen und Römer sahen in dem Sternbild einen Pfeil.
So gehört der Pfeil zu den 48 klassischen Sternbildern der Antike, die von Ptolemäus beschrieben wurden.
Mythologie In der griechischen Mythologie existieren mehrere Versionen, wonach göttliche Wesen einen Pfeil abschossen:
So soll der griechische Held Herakles (Herkules) auf den Adler geschossen haben, der täglich an der Leber des an einen Felsen geketteten Prometheus fraß. Prometheus hatte den Menschen das Feuer gebracht und wurde dafür von den Göttern grausam bestraft. Herkules und der Adler sind ebenfalls als Sternbilder an den Himmel versetzt worden.
Nach einer anderen Überlieferung war es der Zentaur Chiron, der den Adler schoss.
Eine weitere Sage um Herkules berichtet, wie er die tödlichen Stymphalischen Vögel mit Pfeilen erlegte. Die Vögel sah man in den Sternbildern Adler, Schwan und der heutigen Leier, die auf alten Sternkarten häufig als Geier dargestellt wird.
Eine andere Version besagt, dass der Pfeil vom Schützen auf den Skorpion abgeschossen wurde, der den Himmelsjäger Orion stach.
Himmelsobjekte Sterne B F Namen o. andere BezeichnungenGröße Lj Spektralklasse 12 3,47m 260 M0 III 7 3,82m (var) 600 M2 II + B0 V 5 Sham 4,38m 430 G0 II 6 4,38m 440 G8 IIIaCN 8 5,03m 260 A1 V + A3 V + F5 16 5,09m 160 K2 III 13 VZ 5,35m (var) 1.000 M3–5 III 10 S 5,36m (var) 2.100 F7 Ib 11 5,53m 460 B9 III 1 5,64m 300 A4 V 4 5,66m 480 G8 IIIv 15 Gliese 779 5,80m 58 G0 V + L4,5 HR 7780 5,81m 500 K5 III HR 7662 5,97m 800 K3 II–III 18 6,11m 340 K1 III 9 QZ 6,23m (var) 9.000 O7,5 Iabf 2 6,25m 430 A2 III–IV 17 6,52m 150 F5 IV + F2
Der hellste Stern im Pfeil, γ Sagittae, ist ein 260 Lichtjahre von der Erde entfernter orange leuchtender Roter Riese. Der Stern hat das Ende seiner Entwicklung erreicht und sich auf den 55-fachen Durchmesser unserer Sonne aufgebläht.
Der Stern α Sagittae ist rund 430 Lichtjahre entfernt. Er besitzt den 20-fachen Durchmesser unserer Sonne. Der Name Sham ist arabischen Ursprungs und bedeutet „Pfeil“.
Doppelsterne System Größen Abstand ζ 5,6m / 6,0m / 9,0m 0,2″ / 8,4″ ε 5,8m / 8,4m 87,3″ θ 6,7m / 8,9m / 7,5m 11,6″ / 91,5″ 15 5,8m / 9,4m / 6,9m 162,2″ / 215,1″
Zeta Sagittae ist ein Dreifachsystem in 260 Lichtjahren Entfernung. Zwei Hauptreihensterne vom Spektraltyp A bilden hier ein nur 0,2″ enges Doppelsternsystem. Die Umlaufzeit beträgt 23,2 Jahre. In 8,4″ Distanz befindet sich ein dritter Stern mit 9,0m scheinbarer Helligkeit, der dieses System auf einer übergeordneten Bahn umkreist. Das enge System kann nur mit professionellen Teleskopen aufgelöst werden (z. B. durch Speckle-Interferometrie), während das weite System schon in einem kleinen Fernrohr mit 5 cm Öffnung beobachtet werden kann.
Epsilon Sagittae ist ein optischer Doppelstern und weist einen Abstand von 87,3″ auf. Der Begleiter ist ein 8,4m heller Hintergrundstern.
Von besonderem Interesse ist das System 15 Sagittae. Es besteht aus einem sonnenähnlichen Stern mit 1,1-facher Sonnenmasse und 1,3-facher Sonnenleuchtkraft sowie einem braunen Zwergstern mit 69 Jupitermassen. Der Braune Zwerg wurde im Jahr 2001 entdeckt. Er liegt 0,8″ vom Hauptstern entfernt und umkreist diesen mit einer Periode von 73,3 Jahren. 15 Sagittae besitzt aber auch zwei optische Begleiter, die schon im Fernglas sichtbar sind: Einen Stern 9. Größe in 162″ Abstand und einen Stern 7. Größe in 215″ Abstand.
Spektroskopische Doppelsterne im Pfeil sind (in Klammer die Umlaufperiode): δ Sagittae (10,14 Jahre), 2 Sagittae (7,39 Tage), 9 Sagittae (78,74 Tage) und 10 Sagittae (1,9 Jahre).
Veränderliche Sterne Stern Größe Periode Typ δ 3,7m bis 3,8m langsam unregelmäßig veränderlicher Stern 9 6,16m bis 6,23m bedeckungsveränderlicher Stern 10 5,2m bis 6,0m 8,38 Tage klassische Cepheiden 13 5,3m bis 5,6m langsam unregelmäßig veränderlicher Stern
Messier- und NGC-Objekte Messier (M) NGC sonstigeGröße Typ Name 71 6838 8,4m Kugelsternhaufen 6879 12,5m planetarischer Nebel 6886 11,4m planetarischer Nebel IC 4997 10,5m planetarischer Nebel M1-67 Wolf-Rayet-Ringnebel(Emissionsnebel)
Im Pfeil befindet sich der 13.000 Lichtjahre entfernte Kugelsternhaufen M 71. Der französische Astronom und Kometenjäger Charles Messier nahm ihn in seinen Katalog nebliger Objekte (Messier-Katalog) auf. Die Einordnung als Kugelsternhaufen galt lange als umstritten, da der Haufen recht lose ist. Er wurde daher meist als sehr dichter offener Sternhaufen kategorisiert.
Siehe auch Liste der Sternbilder Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 387–389. Robin Hard: Constellation Myths, with Aratus's Phaenomena. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-871698-3, Kap. 16. Sagitta, the Arrow. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).
Weblinks
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