Schorfheide ist eine amtsfreie Gemeinde im nördlichen Brandenburg. Sie hat nur gut 10.000 Einwohner, ist aber mit 238 km² die flächengrößte Gemeinde des Landkreises Barnim.Statistischer Bericht. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Ämter im Land Brandenburg 2018, S. 9.

Geografie Die Gemeinde hat mit ihrem nördlichen Gebiet Anteil am Naturraum der Schorfheide.

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde sind: Altenhof Böhmerheide Eichhorst Finowfurt Groß Schönebeck Klandorf Lichterfelde Schluft Werbellin

Als bewohnte Gemeindeteile sind ausgewiesen: Blütenberg, Buckow, Döllner Heide, Karlshöhe, Rosenbeck, Sarnow, Sperlingsaue, Uhlenhof und Wildau.

Hinzu kommen die Wohnplätze Altlotzin, Conradshöhe, Döllner Siedlung, Eichheide, Forsthaus Prötze, Gardix, Grahsee, Hubertusmühle, Klein Dölln, Langer Grund, Margaretenhof, Rehluch, Trämmersee, Üderheide und Wildfang.

Geschichte Finowfurt und seine Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim, Groß Schönebeck und seine Ortsteile zum Kreis Niederbarnim in der preußischen Provinz Brandenburg. 1952 wurde Finowfurt in den Kreis Eberswalde, Groß Schönebeck in den Kreis Bernau im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) eingegliedert. Seit 1993 liegen alle Orte im brandenburgischen Landkreis Barnim.

Die Gemeinde Schorfheide ist im Zuge der Gemeindegebietsreform durch Zusammenlegung der Gemeinden Finowfurt und Groß Schönebeck am 26. Oktober 2003 entstanden.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003 In diese beiden Gemeinden eingemeindete Ortsteile wurden herausgelöst und zu eigenständigen Ortsteilen der neuen Gemeinde Schorfheide.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2003 10.489 2005 10.397 2010 10.234 2015 9.908 2020 10.191 Jahr Einwohner 2021 10.190 2022 10.646 2023 10.604 2024 10.632 2025 10.520

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Schorfheide besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 18 Mitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bündnis Schorfheide 44,3 % 8 28,7 % 5 AfD – – 22,1 % 1 CDU 11,1 % 2 10,7 % 2 Die Linke 14,0 % 3 9,6 % 2 WIR für Böhmerheide, Groß Schönebeck, Klandorf, Schluft 9,7 % 2 9,3 % 2 Freie Wähler Schorfheide 10,8 % 2 8,9 % 2 SPD 7,4 % 1 5,9 % 1 Bündnis 90/Die Grünen – – 3,0 % – Pro Eichhorst – –1,7 % – FDP 2,7 % – – – Insgesamt 100 % 18 100 % 15

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD vier Sitze, von denen drei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48 (6). In: Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48 (6); online.

In den Ortsteilen der Gemeinde werden Ortsbeiräte gewählt. Sie bestehen in Altenhof, Böhmerheide, Eichhorst, Klandorf, Schluft und Werbellin aus drei Mitgliedern, in Groß Schönebeck und Lichterfelde aus 5 Mitgliedern, in Finowfurt aus 7 Mitgliedern.

Bürgermeister mini|hochkant=1.1|Sitz der Gemeindeverwaltung in einem alten Speicher in Finowfurt (2015) 2003–2019: Uwe Schoknecht (Bündnis Schorfheide)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 354 seit 2019: Wilhelm Westerkamp (Bündnis Schorfheide)

Westerkamp wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 mit 50,4 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen

Flagge „Die Flagge ist Gelb - Grün (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“Flaggenangaben aus der Hauptsatzung der Gemeinde vom 29. Oktober 2008

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift .

Gemeindepartnerschaften Die Gemeinde unterhält Partnerschaften mit den Orten Korschenbroich (Nordrhein-Westfalen), Mielno (Woiwodschaft Westpommern, Polen) sowie Dorossiamasso (Burkina Faso).

mini|Ansichtskarte des Ortsteils Böhmerheide vom Anfang des 20. Jahrhunderts

Sehenswürdigkeiten und Kultur In der Liste der Baudenkmale in Schorfheide und in der Liste der Bodendenkmale in Schorfheide (Gemeinde) sind die Kulturdenkmale des Landes Brandenburg erfasst, darunter das Jagdschloss Groß Schönebeck mit dem Schorfheidemuseum im gleichnamigen Ortsteil und der Askanierturm am Südufer des Werbellinsees. Große Teile des Gemeindegebietes gehören zum 1990 gegründeten Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Im Wildpark Schorfheide sind heimische Tierarten wie Fischotter, Rothirsche, Damhirsche, Wildschweine und Europäische Mufflons sowie Wölfe, Wisente, Elche, Luchse und Przewalski-Pferde zu sehen.

In Finowfurt befindet sich ein Luftfahrtmuseum.

mini|hochkant=0.7|Straße von Schluft nach Zehdenick-Kurtschlag mini|Gemeindeteil Buckow mini|Naturraum Barnim bei Buckow Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch das Gemeindegebiet verlaufen: Bundesstraße 167 zwischen Marienwerder und Eberswalde Landesstraße L 100 zwischen Zerpenschleuse und Gollin Landesstraße L 220 zwischen dem Ortsteil Finowfurt und Joachimsthal Landesstraße L 238 zwischen Eberswalde und Joachimsthal

Die Gemeinde Schorfheide liegt beiderseits der Bundesautobahn 11 (Berlin–Stettin). Die Anschlussstellen Werbellin und Finowfurt befinden sich auf Gemeindegebiet.

Auf dem Gemeindegebiet liegen der Bahnhof Groß Schönebeck und der Haltepunkt Klandorf der Regionalbahnlinie RB 27 von Groß Schönebeck nach Berlin-Karow, der sogenannten „Heidekrautbahn“, betrieben von der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB).

1907 wurde die Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn mit dem Haltepunkt Finowfurt Ost und dem Bahnhof Finowfurt eröffnet. 1961 wurde der Personenverkehr, 1995 der Güterverkehr eingestellt.

Drei Wasserstraßen durchziehen die Gemeinde: der Oder-Havel-Kanal, der Finowkanal und der Werbellinkanal.

Bildung In der Gemeinde gibt es sechs Kindertagesstätten sowie zwei Grundschulen und eine Oberschule mit Grundschulteil (Stand 2018).

Vereinsleben In über 50 Vereinen gibt es Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Sieben der neun Ortsteile verfügen über eine Freiwillige Feuerwehr.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Finowfurt

Hermann Blankenstein (1829–1910), Architekt Eckhard Herrmann (* 1949), Metallbildhauer

Groß Schönebeck

Karl von Reyher (1786–1857), preußischer Generalstabschef Ferdinand von Kleist (1797–1867), preußischer General der Infanterie August von Dewitz (1807–1865), preußischer Generalmajor Hermann Weyer (1830–1899), Architekt Carl Koeppen (1844–1930), Bauunternehmer Willy Sägebrecht (1904–1981), Politiker (SED) Wolfram Kühn (* 1950), Radrennfahrer und -trainer Katrin Krüger (* 1959), Handballspielerin Dirk Adams (* 1968), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)

mini|Von Erich Honecker genutztes Jagdhaus Wildfang (2022) Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Emil Bartoschek (1899–1969), Maler, lebte in Groß Schönebeck Erich Honecker (1912–1994), Staatsratsvorsitzender der DDR, nutzte das Jagdhaus Wildfang Walter Krumbach (1917–1985), Autor von Kinderbüchern und Puppenspielen, lebte in Groß Schönebeck Arno Spitz (1920–2014), Verleger, wuchs in Finowfurt auf Reinhard Dahms (1944–1966), Todesopfer an der innerdeutschen Grenze, lebte in Finowfurt

Weblinks

Website der Gemeinde Schorfheide Website des Landkreises Barnim

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2003