Das 2. Schwere-Reiter-Regiment „Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este“ war ein Kavallerieverband der Bayerischen Armee mit Friedensstandort in Landshut. mini|hochkant|Landshuter Kürassier-Regiment Prinz Adalbert von Bayern 1847

Verbandszugehörigkeit 1914 I. Armee-Korps in München; Kommandierender General: General der Infanterie Oskar Ritter von Xylander 1. Division in München; Kommandeur: Generalleutnant Eugen Ritter von Benzino 1. Kavallerie-Brigade in München; Kommandeur: Generalmajor Karl von Staudt

Regimentsinhaber: Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este Regimentskommandeur: Major Freiherr von Eyb Stiftungstag des Regiments: 10. September 1815.

Geschichte Aufstellung und Entwicklung Das Regiment wurde am 24. September 1815 gemäß Reskript vom 10. September 1815 als 2. Kürassier-Regiment in Bar-sur-Aube aufgestellt. Hierzu hatte das 1. Kürassier-Regiment seine 4., 5. und 6. Eskadron abzugeben, welche zur 1., 2. und 3. Eskadron des 2. Kürassier-Regiments wurden. Die Stärke betrug dort 17 Offiziere, 35 Unteroffiziere, sieben Trompeter, drei Schmiede, drei Sattler und 332 Kürassiere. Mit Eintreffen des Regiments am 14. Dezember 1815 in Landshut wurde dort die 7. Eskadron als Depot-Eskadron in Stärke (incl. Depot-Personal) sieben Wachtmeister, vier Fouriere, 26 Korporale, neun Trompeter, vier Schmiede, vier Sattler, zwölf Gefreite und 377 Mann aufgestellt. Der erste Oberstkommandant (die Bezeichnung Kommandeur wurde erst ab 1872 gebräuchlich) war der Bürgerliche Johann Bernhardt. Bis zum 31. März 1816 wurde das Regiment auf 221 Mann und 238 Dienstpferde abgerüstet. Tags darauf (1. April) wurde die 4. Eskadron aufgestellt. Am 31. März 1817 wurde die Iststärke vom Wachtmeister abwärts mit 210 Mann und 210 Pferden angegeben, obwohl ein Etat für insgesamt 26 Offiziere, zwei Junker, vier Beamte, 71 Unteroffiziere, 16 Trompeter, fünf Schmiede, fünf Sattler und 750 Mann sowie 683 Pferden genehmigt war. Am 5. September 1817 wurde Balthasar Kiliani zum Oberstkommandanten ernannt, der das Regiment bis zu seinem Tod am 4. August 1829 führte. Am 12. Oktober 1819 wurden die drei Standarten geweiht und an das Regiment übergeben. Der Geistliche Rat Schneider, Oberst Kiliani, alle Offiziere und neun Unteroffiziere und Kürassiere schlugen feierlich je drei Nägel in die Standarten ein. Die 1. Division (1. und 2. Eskadron) führte eine weiße Standarte mit Silber- und Goldstickerei, später Regimentsstandarte. Die 2. Division hatte eine hellblaue, die Reserve-Division eine blaue Standarte jeweils mit goldener Stickerei. 1822 wurde der Etat auf 685 Mann und 503 Pferde gekürzt. Mit dem 8. Mai 1823 wurde Johann Nepomuk Prinz von Sachsen zum ersten Inhaber des Regiments ernannt. Zugleich erhielt es die Bezeichnung 2. Kürassier-Regiment „Prinz Johann von Sachsen“. Am 30. November 1825 nahm das Regiment die 3. und 4. Eskadron vom 1. Kürassier-Regiment auf und errichtete daraus eine eigene 5. und 6. Eskadron. Damals betrug die Verpflegungsstärke etwa 500 Mann. Vom 12. Dezember 1825 bis 1. November 1833 war Freising der Garnisonsstandort des Regiments, zwei Eskadronen waren abwechselnd in Landshut untergebracht. 1828 erhielt Oberst Kiliani den Ludwigsorden für fünfzig Dienstjahre verliehen. Am 20. November 1829 wurde Friedrich Freiherr von Magerl das Kommando über das Regiment übertragen, das er am 24. Februar 1843 an Friedrich von Flotow abgab. Im Jahre 1831 war die 1. und 2. Eskadron im Rahmen des Cholera-Kordons unter dem Kommando von Major Muck in Simbach, Reichenhall und Neuhaus eingesetzt. Vom 1. November 1833 bis 1. Mai 1839 wurde Freising noch als Garnisonsstadt des Regiments geführt, wobei vier Eskadronen im Wechsel in Landshut einquartiert waren. Zum 28. Oktober 1835 wurde das Regiment in Kürassier-Regiment „Prinz Johann von Sachsen“ umbenannt. Am 19. Juli 1846 wurde Adalbert Prinz von Bayern Inhaber des Regiments, was zugleich zur Umbenennung in Kürassier-Regiment „Prinz Adalbert von Bayern“ führte. Ab dem 1. Mai 1839 war für die Masse des Regiments Landshut Garnisonsstadt, wobei noch bis 1863 zwei Eskadronen im Wechsel in Freising stationiert wurden. Im Jahre 1847 gründete der Inhaber die Prinz-Adalbert-Stiftung, die jährlich 120 fl für die Bibliothek, 120 fl für die Musikkasse, 40 fl für den Stabstrompeter und 20 fl für Schulbücher beinhaltete.

Vom 3. März bis 4. April 1848 verlegten die 5. und 6. Eskadron nach München, um die dortige Garnison zu verstärken. Die 1. und 2. Eskadron wurden nach Freising abkommandiert. Am 26. Juli 1848 wurde die Aufstellung der 7. Eskadron angeordnet. Ab dem 26. April 1848 wurde das Regiment mit 2. Kürassier-Regiment „Prinz Adalbert von Bayern“ bezeichnet. Am 21. August 1848 wurde Alfons Freiherr von Stockum-Sternfels zum Oberstkommandant ernannt. Im Zeitraum vom 21. Oktober bis 20. Dezember 1850 gab das Regiment die 5. und 6. Eskadron zur Zusammenstellung des 3. Kürassier-Regiments ab. Das Regiment selbst verfügte damals über 770 Dienstpferde. Im Jahre 1851 wurde der Friedensetat je Eskadron auf vier Offiziere, 168 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 95 Pferden festgesetzt. Am 27. November 1856 wurde die 7. Eskadron aufgelöst, am 25. August 1859 wieder aufgestellt und am 21. Dezember 1863 wiederum aufgelöst. Die 5. und 6. Eskadron musste nun im Zeitraum vom 20. Juni bis 25. August 1859 zur Errichtung des 3. Kürassier-Regiments endgültig abgegeben werden. Im Lager Lechfeld wurde die Kürassier-Brigade aus den drei bestehenden Regimenten zusammengestellt. Die Friedensstärke des Regiments war von 978 Mann und 672 Pferde auf 668 Mann und 560 Pferde reduziert. Das Regiment war damals in vier Eskadronen mit je vier Offizieren, 163 Unteroffizieren und Mannschaften sowie 140 Pferden gegliedert. Trotz ausdrücklichen Verbots der Duellierung fand am 27. Dezember 1863 Rittmeister von Sternbach bei einem Duell den Tod. Der königliche Kämmerer und Forstmeister Adolf Freiherr von Sternbach stiftete im Jahr darauf zum Andenken an seinen Sohn ein Kapital von beachtlichen 10.000 fl, dessen Zinsen jeweils am 27. Dezember an talentvolle gesittete Kinder armer Unteroffiziere und Soldaten verteilt werden soll. Am 23. April 1866 wurde Ludwig Graf von Tattenbach, Rheinstein und Valley, Edler Herr zu Ganowitz zum Oberstkommandanten ernannt.

An bayerische Kürassiere wurden bestimmte körperliche Anforderungen gestellt: die schwere Cavalerie erfordert eine Größe von wenigstens 5 Fuß 11 Zoll, [ca. 172/173 cm] und breitschulterige, stämmige, aus den Hüften gewachsene Leute, damit die Cuirasse nicht durch Aufliegen auf den Hüften beschwerlich fallen.Friedrich von Meier: Handbuch über das Heeres-Ergänzungs-Gesetz [vom 15. August 1828], München 1857, S. 168, link

Krieg gegen Preußen 1866 In der Phase der Mobilmachung wurde die 5. Eskadron als Depot aufgestellt. Das Regiment trat mit 35 Offizieren, 667 Kürassieren sowie 600 Pferden an und war in vier Eskadronen zu je 110 Pferden gegliedert. Die 6. (Reserve-)Eskadron verfügte über 250 Mann mit 250 Pferden. Es war der schweren Brigade des Reserve-Kavallerie-Korps unter General der Kavallerie Fürst Turn und Taxis unterstellt. Nach dem Gefecht bei Hünfeld (Neuwirtshaus) und Gersfeld am 4. Juli 1866 führte es erste Kampfhandlungen gegen Verbände der preußischen Main-Armee des Generals Edwin von Manteuffel durch. Es brach jedoch aufgrund falschen Alarms und mangelnder Führungspraxis eine Panik in der bayerischen Reiterei aus. Vom Regiment war jedoch hierbei nur eine halbe Eskadron betroffen. Am 26. Juli 1866 ritt das Regiment eine Attacke gegen preußische Dragoner und Husaren bei Hettstadt. Dabei fiel ein Korporal, elf Mann wurden verwundet. Zudem sind zwei Mann an Krankheiten verstorben. Bereits am 2. August war der Krieg für die Einheit beendet, nach dem Waffenstillstand rückten die Kürassiere Anfang September wieder in Landshut ein. Kurz darauf wurde die 5. Eskadron aufgelöst, um 1867 wieder aufgestellt zu werden.

Am 11. Mai 1867 wurden die 2. und 3. Eskadron des 3. Kürassier-Regiments einverleibt, das Regiment war nunmehr in fünf Eskadronen gegliedert. Von 1867 bis 1887 war eine Eskadron in Nymphenburg stationiert. Am 1. August 1868 wurden ein Wachtmeister, vier Kürassiere und vierzehn Pferde zur Equitationsanstalt versetzt. Mit dem 1. Februar 1870 wurde Adolf Franz Philipp Baumüller zum Oberstkommandanten ernannt. Am 16. Juli 1870 wurde die 5. Eskadron in eine Depot-Eskadron umgewandelt.

Krieg gegen Frankreich 1870/71 Das Regiment war während des Feldzuges dem I. Armee-Korps unterstellt, das der 3. Armee unter dem Kommando des Kronprinzen Friedrich von Preußen stand. Am 1. August 1870 wurde es per Eisenbahntransport von Landshut an die Westgrenze des Reichs verlegt. Nach der Schlacht bei Wörth am 6. August 1870 nahm es im Verbund mit der 4. preußischen Kavallerie-Division an der Verfolgung des Feindes teil. Am 30. August 1870 traf Ersatz für einen Offizier, zwei Unteroffiziere, einen Trompeter, fünfzig Mann und 53 Pferde ein. Das Regiment gehörte in der Schlacht bei Sedan zur Reserve. Nach den Kämpfen bei Balan, einem Vorort von Sedan, am 2. September 1870 war das Regiment mit Aufräumungsarbeiten und Gefangenentransporten beauftragt. Am selben Tag nahm es neun Mann Ersatz ohne Pferde auf. Während des Gefechts bei Artenay am 10. Oktober 1870 ritten die 1. und 4. Eskadron eine Attacke, bei der die Eskadronen ohne Verluste blieben und 200 Gefangene machten. Die Gefechtsstärke betrug zu dem Zeitpunkt 555 Mann. Am 25. September 1870 traf Ersatz in Stärke einem Offizier, 103 Mann sowie 53 Pferde ein. In den Gefechten bei Châteaudun und Verdes am 6. November 1870 verlor das Regiment dreizehn Mann und zwölf Pferde. Bei Coulmiers trat das Regiment in Stärke 541 Mann an und musste den Verlust von zwei Kürassieren und neun Pferden hinnehmen. Im Gefecht bei Villepion am 1. Dezember 1870 gab es für das Regiment (535 Mann) keine Verluste, vier Pferde fielen aus. Als das Regiment bei Guillonville und Orlean in den darauffolgenden Tagen im Kampf gegen die französische Loirearmee einen verwundeten Kürassier zu verzeichnen hatte, fiel während der Schlacht bei Beaugency am 8. Dezember ein Kürassier. Ein weiterer wurde verwundet und bis 10. Dezember gingen insgesamt zweiundzwanzig Pferde meist an Entkräftung ein. Von 23. Dezember 1870 bis 3. Januar 1871 war das Regiment bei Etampes und danach bis 8. Juni 1871 im Belagerungsring von Paris eingesetzt. Es nahm hier an keinen Gefechten teil. Am 8. Januar 1871 wurde nochmals Ersatz von einem Stabsoffizier, einem Unteroffizier, 34 Mann sowie 47 Pferden aufgenommen. Zur Kaiserproklamation wurden Unterlieutenant Lindpaintner, der 2. Wachtmeister Fischer und die Kürassiere Lang und Streibel mit der Standarte abgeordnet. Schließlich erfolgte der Abmarsch von Paris nach Landshut, das die Truppe am 19. Juli 1871 erreichte. Einen Tag später befand sich das Regiment wieder in München. Die Tagesdienststärke am 8. Juli 1871 wurde mit achtzehn Offizieren, 494 Mann und 493 Pferden angegeben. Am 19. Juli 1871 traf die Einheit wieder in ihrer Garnison ein.

Während des Krieges hat das Regiment insgesamt zu beklagen zehn gefallene Kürassiere und 17 tote Pferde sieben Verwundete und 24 verletzte Pferde ein gefangener Kürassier und 23 Mann, die an Krankheiten starben.