MartinsbergAmtlicher deutschsprachiger Name laut rumänischem Regierungsbeschluß 1415 vom 6. Dezember 2002 () (, ) ist ein Dorf im Kreis Sibiu in Rumänien. Es ist Teil der Gemeinde Bruiu (Braller).
Geographische Lage mini|links|Martinsberg in der Josephinischen Landaufnahme von 1769 bis 1773. Șomartin liegt im Altland, östlich des Harbachtals, im Süden des Siebenbürgischen Beckens im historischen Großschenker Stuhl. An der Kreisstraße (drum județean) DJ 105A befindet sich der Ort drei Kilometer südwestlich vom Gemeindezentrum und etwa 30 Kilometer von der Kleinstadt Agnita (Agnethlen) entfernt.
Geschichte Șomartin wurde 1337 erstmals urkundlich erwähnt. Die freie sächsische Gemeinde gehörte zur Zeit des Königreichs Ungarn dem Stuhlbezirk Szentágota im Komitat Groß-Kokelburg und als 1950 der Kreis Făgăraș (Județul Făgăraș) abgeschafft wurde, wurde das Dorf der Gemeinde Bruiu im heutigen Kreis Sibiu zugeteilt.
Archäologische Funde in dem von den Einheimischen Poro Luorcz genannten Gebiet wurden laut Vasile Pârvan, Kurt Horedt und Paul Reinecke der Hallstattzeit zugeordnet.Repertoriul Arheologic al României − Șomartin, abgerufen am 13. Oktober 2023 (rumänisch).
Bevölkerung Die Bevölkerung Martinsbergs entwickelte sich wie folgt: Volkszählung Ethnische Zusammensetzung Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere 1850 1282 322 1 848 111 1920 1190 446 10 734 - 1941 1299 366 15 786 132 1977 722 256 11 408 47 1992 324 231 - 66 27 2002 302 264 2 14 21 Seit 1850 wurde in Șomartin die höchste Einwohnerzahl 1941 ermittelt. Die höchste Anzahl der Rumäniendeutschen wurde 1850, die der Rumänen 1920, der Roma (136) 1930 und die der Magyaren 1941 registriert.Varga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 in Siebenbürgen bei kia.hu, letzte Aktualisierung 4. November 2008 (PDF; 582 kB; ungarisch).
Sehenswürdigkeiten Die Wehrkirche, aus einer dreischiffigen Basilika im 13. Jahrhundert entstanden, wurde laut dem Verzeichnis historischer Denkmäler des Ministeriums für Kultur und nationales Erbe (Ministerul Culturii și Patrimoniului Național) 1795 umgebaut und steht unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch). Nach der Massenauswanderung der Siebenbürger Sachsen nach Deutschland wurden die meisten Kunstgegenstände, Bilder und Statuen aus dem Kirchenraum entfernt und in ein Depot nach Hermannstadt gebracht. Die ehemalige deutsche Schule und der Veranstaltungssaals der evangelischen Kirchengemeinde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet, sind dem Zerfall überlassen.
Weblinks
Martinsberg bei siebenbuerger.de Illustration von Daniel Meisner von 1626: Martinsberg. Asinus ad lyram ()
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1337