mini|HMS Abercrombie, 1943 für die Landungsoperationen der Alliierten in Italien fertiggestellt Ein Monitor ist ein relativ kleines und langsames, aber mit sehr schweren Geschützen in einem oder mehreren Türmen bewaffnetes Kriegsschiff, konzipiert für den Einsatz in seichten Küstengewässern und auf Flüssen. Es ist in dieser Auslegung nicht seegängig.

Der Schiffstyp ist benannt nach dem Panzerschiff Monitor, dem ersten Schiff dieser Art, das von den USA (Nordstaaten) während des Amerikanischen Bürgerkriegs gebaut wurde.

Allgemeines Zum Ende des Bürgerkriegs waren bei der Unionsflotte der Nordstaaten 50 Monitore in Dienst oder in Bau. Einem großen Monitor gelang sogar die Atlantiküberquerung.

Monitore waren nicht für klassische Seegefechte oder den Einsatz in Flottenverbänden vorgesehen, sondern waren nur bedingt seegängige Plattformen für wenige großkalibrige Geschütze zur Küstenverteidigung bzw. zum Angriff auf Landziele. mini|Geschützturm an Deck der USS Monitor mini|Konstruktionszeichnung der Monitor

Hochseemonitor Nach dem Erfolg des amerikanischen Schiffs Monitor wurden in zahlreichen Flotten ebenfalls Schiffe mit geringem Tiefgang und niedrigem Freibord, bewaffnet mit wenigen großkalibrigen Geschützen in einem oder in zwei Geschütztürmen, gebaut. Sie dienten der Küstenverteidigung. Wegen ihrer Bauweise erwiesen sich auch die meisten Hochseemonitore als nicht seetauglich. Im Ersten Weltkrieg baute Großbritannien zur Beschießung der Küsten von Flachwassergebieten erneut Monitore, die mit kompletten Geschütztürmen veralteter Kreuzer oder Linienschiffe bestückt wurden. Diese Schiffe kamen vor Flandern, in den Dardanellen, in der Adria, im östlichen Mittelmeer sowie in Ostafrika (siehe Königsberg) zum Einsatz. Auch die Flotten von Italien, Rumänien und Österreich-Ungarn hatten Monitore in ihrem Bestand.

Während des Zweiten Weltkrieges setzten nur noch Großbritannien und die Sowjetunion diesen Schiffstyp ein. In Großbritannien entstanden mit den beiden Monitoren der Roberts-Klasse sogar noch zwei sehr große Schiffe von ca. 9000 t Verdrängung, die bei den Landungen der Alliierten in Italien zuerst zum Einsatz kamen. Der britische Monitor Erebus beschoss im Juni 1944 bei der alliierten Landung deutsche Stellungen in der Normandie und der Bretagne. Nach dem Krieg wurden die meisten Monitore verschrottet.

Großbritannien Der Chefkonstrukteur der Royal Navy, Edward James Reed, entwarf nach 1864 die Pläne für die ersten Monitore der britischen Marine. Von ihrem Typ wurden insgesamt sieben Schiffe gebaut, welche die Küstenverteidigung in britischen Überseekolonien (Australien/Indien) übernahmen. Das erste britische Schiff dieses Typs war die Cerberus für die Küstenverteidigung der australischen Kolonie Victoria, insbesondere der Hauptstadt Melbourne. Als erstes größeres britisches Kriegsschiff war sie ausschließlich dampfgetrieben und verzichtete auf Masten und Takelage, was es ihr ermöglichte, ihre schwere Bewaffnung in zwei gepanzerten, schwenkbaren Doppeltürmen unterzubringen, wie dies auf späteren dampfgetriebenen Linienschiffen ähnlich erfolgte. Allerdings begrenzte dies auch die Einsatzmöglichkeiten, da die Cerberus wegen der damals nur wenig effizienten Dampfmaschinen nur über eine geringe Reichweite verfügte. Die Einsatzdoktrin für die Neubauten sah nur eine Verwendung zur punktuellen Küstenverteidigung vor.

Gebaut wurde die Cerberus von der Werft Palmers Shipbuilding & Iron Co. am Tyne, England, wo sie am 2. Dezember 1868 vom Stapel und im September 1870 vollständig ausgerüstet war. Für die Überführung wurde eine Notbeseglung gebaut. Am 9. April 1871 traf die Cerberus in Melbourne ein, wo sie ihre gesamte Dienstzeit verbleiben sollte. Das Schwesterschiff Magdala entstand bei der Thames Ironworks & Shipbuilding Co. bis zum November 1870 für die Her Majesty’s Indian Navy (ab 1892 Royal Indian Marine). Auch auf der Magdala wurde zeitweilig drei Masten aufgestellt, um das Schiff unter Segeln nach Indien zu überführen. Für die Verteidigung Bombays wurden zwei Schiffe für nötig erachtet. Aus Kostengründen wurde allerdings nur eine billigere und kleinere Variante der beiden ersten Monitore bei J. & W. Dudgeon in London bestellt. Das schon im Oktober 1870 als Abyssinia fertiggestellte Schiff wurde für die Überführung nicht umgebaut und erreichte Bombay unter eigener Maschinenkraft.

mini|Die Glatton, das größte Schiff der ersten britischen Baureihe

Neben diesen Monitoren für den Einsatz in den Kolonien entstand mit der Glatton noch ein größerer Monitor mit verstärkter Hauptbewaffnung (Zwillingsturm mit 305-mm-L/12-Kanonen). Die Glatton soll sich nur einmal kurzzeitig im Flottendienst befunden haben; sonst war sie der Artillerieschule zugeteilt.

Der Deutsch-Französische Krieg führte 1870 zu Aufträgen von vier Monitoren einer leicht verbesserten Ausführung der ersten britischen Monitore. Neben den drei bisherigen privaten Bauwerften ging der vierte Auftrag an die schottische Werft von John Elder. Die Bewaffnung und Endausrüstung der Schiffe erfolgte auf Marine-eigenen Werften. Da die politische Situation sich wieder beruhigt hatte, erfolgte die Endausrüstung der Monitore als Beschäftigungsmaßnahme der Staatswerften, wenn keine dringenden Arbeiten zu erledigen waren. Während alle vier 1870 bestellten Einheiten 1871 vom Stapel liefen, erfolgten die Fertigstellungen der Schiffe erst 1874, 1876 und zuletzt zwei Einheiten 1877. Die nur wenig genutzten Schiffe wurden 1903 ausgesondert. Modernisierungen erfolgten kaum; nur die beiden indischen Einheiten wurden mit zwei 203-mm-L/30-Mk.VI-Zwillingstürmen umgerüstet. NamenBauwerft Baubeginn Stapellauffertig Verdrängung HauptartillerieSchicksal Cerberus Palmers Shipbuilding,Jarrow, BN°225 1.09.1867 2.12.1868 .09.1870 3334 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonen 9.04.1871 in Melbourne eingetroffen, 1900 Reserve, 1908 nicht mehr selbst beweglich, 26. Juli 1926 als Wellenbrecher versenkt Magdala Thames Ironworks,Blackwall 6.10.1868 2.03.1870 .11.18703334 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonen ab 1871 Bombay, im Januar 1903 zum Abbruch verkauft Abyssinia J. & W. Dudgeon,Cubitt Town/London23.07.186819.02.1870 .10.1870 2901 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonen 23.01.1871 in Bombay eingetroffen, erster Monitor im Einsatz, 1903 zum Abbruch verkauft Glatton Chatham Dockyard,Chatham10.08.1868 8.03.187124.02.1872 4912 t 2 × 2 – 305-mm-L/12-Kanonen immer in Portsmouth, nur ein sehr kurzer Einsatz im aktiven Dienst, 1903 zum Abbruch verkauft Gorgon Palmers Shipbuilding,BN°2705.09.187014.10.187119.03.1874 3480 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonen1901 außer Dienst, verkauft 12.05.1903 HydraJohn Elder & Co.,Govan, BN°1365.09.187028.12.187131.05.1876 3480 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonen zum Abbruch verkauft 7.07.1903 Cyclops Thames Ironworks10.09.187018.07.18714.05.1877 3480 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonenschon seit 1892 in Devonport, nur kurze Teilnahmen an Manövern, seit 1892 Reserve, zum Abbruch verkauft 7.07.1903 Hecate Dudgeon5.09.187030.09.187124.05.1877 3480 t 2 × 2 – 254-mm-L/15-Kanonen zum Abbruch verkauft 12.05.1903

Nachdem alle Monitore nach der Jahrhundertwende aus dem Dienst der Navy ausgeschieden waren, kamen erst im Ersten Weltkrieg wieder Schiffe in ihren Dienst, die als Monitore bezeichnet wurden.

Die ersten waren drei 1913 vom Stapel gelaufene Kanonenboote der Javary-Klasse der brasilianische Marine für Aufgaben auf dem Amazonas und seinen Nebenflüsse, die Brasilien nicht mehr abnehmen wollte. Die britische Regierung kaufte die Kanonenboote für je 155.000 ₤, um einen Verkauf an ein neutrales Land und von dort vielleicht nach Deutschland zu verhindern. Die Schiffe kamen als Monitore der Humber-Klasse (1260 ts, 1 × 2 – 152-mm-Kanonen) in den Dienst der Royal Navy.

Nach längerem Streit mit dem Besteller Norwegen kamen die beiden beschlagnahmten Küstenpanzerschiffe der Bjørgvin-Klasse nach mehreren Planänderungen 1918 als Monitore der Glatton-Klasse (4900 ts, 2 – 240-mm-Kanonen) in den Dienst der Royal Navy.

mini|Der Monitor Marshal Ney 1915 mini|M33, ein Monitor der M29-Klasse (Stapellauf 1915)

Im Rahmen der Kriegsbauprogramme erhielt die Royal Navy 1915 vier Monitore der Abercrombie-Klasse mit 6150 ts, 1 × 2 – 356-mm-Kanonen, acht Monitore der Lord Clive-Klasse mit 6150 ts, 1 × 2 – 305-mm-Kanonen, zwei Monitore der Marshal Ney-Klasse mit 6670 ts, 1 × 2 – 381-mm-Kanonen, vierzehn kleine Monitore der M15-Klasse mit 540 ts, 1 – 234-mm-Kanone, und fünf Schiffe der M 29-Klasse mit 535 ts, 2 – 152-mm-Kanonen.

1916 folgten noch zwei Monitore der Erebus-Klasse mit 8000 ts, 1 × 2 – 381-mm-Kanonen.

Die Neubauten waren relativ einfach konstruiert und verwendeten vorhandene Hauptgeschütze. Im Ersten Weltkrieg gingen die Monitore Raglan, Glatton, M15, M21, M28 und M30 verloren; beim Eingreifen in den Bürgerkrieg in Russland wurden M25 und M27 auf der Düna beim Rückzug der alliierten Inventionstruppen aufgeben. Nach Kriegsende wurden die meisten Monitore ausgesondert.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs waren nur noch die beiden Monitore der Erebus-Klasse im Dienst der Flotte, von denen die Terror vor der libyschen Küste Anfang 1941 verloren ging. Im Zweiten Weltkrieg erhielt die Royal Navy noch zwei Monitore der Roberts-Klasse mit 7850 ts, 1 × 2 – 381-mm-Kanonen.

Roberts wurde als letzter der großen britischen Monitore 1965 abgebrochen. Eines der zuletzt genutzten Geschütze ist beim Imperial War Museum in Lambeth ausgestellt. Der kleine Monitor M33 wird im Portsmouth Historic Dockyard ausgestellt und kann seit 2015 besichtigt werden.

USA mini|Der US-amerikanische Monitor Monterey Siehe auch Liste von Monitoren der United States Navy

Monitor, (erbaut und gesunken 1862), Typschiff. Miantonomoh, fuhr im Frühjahr 1866 innerhalb von Tagen von Nordamerika nach England; das Vordeck ragte nur 45 cm über Wasser. Monadnock Agamenticus Tonawanda Passaic, Typschiff der ab 1862 gebauten gleichnamigen Klasse von Monitoren, 1400 Tonnen. Tecumseh, ein 2100 Tonnen großer Monitor der Nordstaaten, der 1864 während der Schlacht in der Mobile Bay auf eine Mine lief und mit 93 Mann an Bord unterging.

Deutschland Arminius, besaß zwei durch Menschenkraft drehbare Türme, die zwei gezogene 21-cm-Geschütze trugen.

mini|Die Rolf Krake

Dänemark Rolf Krake, 1863 in Dienst

Norwegen Skorpionen Mjølner Thrudvang Thor

Osmanisches Reich Lüft-ü Celil Hifz-ur Rahman Feth-ül Islam

Schweden John Ericsson Thordön Tirfing Loke

Flussmonitor mini|Die Flusskanonenboote SMS Rhein (links) und SMS Mosel auf dem Rhein 1875 Nachdem sich die Monitore wegen ihrer geringen Seetauglichkeit als ungeeignet für den Einsatz auf hoher See erwiesen hatten, wurden Monitore verstärkt als Flusskampfschiffe gebaut und eingesetzt. Die Aufgaben dieser Einheiten waren Artillerieunterstützung für das Heer, Sichern von Flussübergängen, Unterstützung von Übersetzaktionen auf das andere Flussufer und die Bekämpfung feindlicher Flusskampfschiffe. Die Besonderheit dieser Einheiten war, dass sie zwar gepanzert und mit Geschütztürmen und MG-Ständen bewaffnet waren, aber keinen zu großen Tiefgang haben durften. So gehören zu diesem Schiffstyp je nach Tiefe der Binnengewässer Einheiten von 70 t Verdrängung und 0,4 m Tiefgang (polnische für die Weichsel gebaute Monitore) bis 1000 t Verdrängung und 1,5 m Tiefgang (russische Einheiten, eingesetzt auf dem Amur). Auch das Kaliber der Hauptbewaffnung schwankt dementsprechend von 75 mm bis 130 mm. Sie wurden vor allem in den USA, Russland und Österreich-Ungarn in größerer Zahl gebaut und in beiden Weltkriegen, hauptsächlich auf der Donau und den Flüssen der Sowjetunion und Chinas eingesetzt. Beim deutschen Überfall auf Polen 1939 setzte Polen seine Monitore und Flusskanonenboote, die im Prinzip nur kleinere Flussmonitore waren, auf dem Flussgebiet des Prypjat und seiner Nebenflüsse gegen die aus Osten vordringenden Russen ein.