mini|Der Hauptplatz von Feldbach mini|Das „Grazer Tor“ war Teil einer geschlossenen Befestigungsanlage mini|hochkant|Ehemaliges Franziskanerkloster
Feldbach ist mit Einwohnern (Stand ) Gemeindezusammenlegung Feldbach die sechstgrößte Stadt der Steiermark. Sie liegt in der Südoststeiermark und ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft des politischen Bezirks Südoststeiermark.
Geografie
Stadtgliederung Die Fläche der Stadtgemeinde beträgt km² und besteht aus neun Katastralgemeinden (Fläche Stand ):
Die 18 Ortsteile der Stadt Feldbach sind (in Klammern Einwohnerzahl, Stand ):
Eingemeindungen Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden 2015 die Gemeinden Auersbach, Gniebing-Weißenbach, Gossendorf, Leitersdorf i. Raabtal, Mühldorf bei Feldbach und Raabau eingemeindet.
Nachbargemeinden
Geologie Im Tertiären Sedimentationsbereich des Grazer Beckens haben sich seit 20 Mio. Jahren Schotterablagerungen in einer Mächtigkeit von über drei Kilometer Höhe gebildet. Vor 17 Mio. Jahren wurde dieses Schotterbecken von einem mächtigen Schildvulkan aufgrund tektonischer Verschiebungen der Erdkruste durchbrochen. Der Gleichenberger Vulkan mit einem Basisdurchmesser von 30 Kilometer entstand. In der Folge dehnt sich die Landschaft von West nach Ost aus und weitere vulkanische Tätigkeit entsteht. Die sogenannten Maar-Diatrem-Vulkane durchstoßen die Oberfläche und hinterlassen Tuffablagerungen im gesamten Gemeindegebiet von Feldbach. Es bilden sich Maare, das sind kleine Seen ohne Abfluss. Doch durch die Erosion in den letzten fünf Millionen Jahren sind diese Seen (im Vergleich zur Partnerregion Vulkaneifel) verschwunden. Überhaupt wurden ca. 150 Höhenmeter an Schotterauflagen abgetragen.
Die wichtigsten vulkanischen Erhebungen sind von Nord nach Süd: Altenmarkter Vulkan, Auersberg, Kalvarienberg, Steinberg, Forstkogel und Gleichenberger Kogel. Über das Alter des jüngeren Vulkanismus ist man sich noch nicht einig. Man schwankt zwischen 3,2 und 11 Mio. Jahren.
Hydrologie-Einzugsgebiet Das Stadtgebiet von Feldbach liegt im mittleren Raabtal auf einer tertiären Schotterablagerung, die Gemeinde erstreckt sich auf Teile des Südoststeirischen Hügellandes, früher auch Graben- und Riedelland, seit Mitte der 1990er Jahre Steirisches Vulkanland genannt. Die Raab erstreckt sich hier von West nach Ost. Wichtige Zubringen aus dem Süden von Westen beginnend sind Saazbach, Oedter Bach, Feldbach und Giemer Bach. Aus dem Norden münden der Edelsbach und der Auersbach in die Raab.
Natur Fossile Funde belegen ein subtropisches Klima in der Region zur Zeit des Vulkanismus und somit eine gesamt südlichere Lage des Kontinents. Zum derzeitigen Zeitpunkt der Alpenbildung kommt es immer wieder zu Hebungen und Absenkungen des Gebietes. Tropische Meere entstanden und verschwanden. Zwischendurch gab es ausgesüßte Brachwassergebiete mit subtropischen Sumpflandschaften. Braunkohleablagerungen zeugen davon. Relikte der vergangenen wärmeren Zeiten sind Äskulapnatter und Laubfrosch. Pflanzen haben sich während der Eiszeit weit nach Süden zurückgezogen, sind großteils in Europa ausgestorben. Im Vergleich zu Nordamerika verloren wir 2/3 unserer Baumarten. Während der Eiszeit gab es eine baumlose Kältesteppe und große Herden von Pflanzenfressern, die die Region durchzogen. Vor 12.000 Jahren erfolgt die Erwärmung und die Rückkehr der Wälder. Nach Pollenanalysen verläuft diese Rückkehr der heutigen Gliederung von arktischer zur mediterranen Vegetation entsprechend mit dazwischengeschobenen Wärmephasen (Buchenzeit) und kleinen Eiszeiten (z. B.: 16. und 17. Jhdt.) mit der Rückkehr der Nadelbäume in die Ebenen. Heute zählt die Region zur Eichen-Hainbuchenzone mit zahlreichen mediterranen und submediterranen Elementen. Allein in den letzten 20 Jahren gab es einen Zustrom von 200 wärmeliebenden Insektenarten, was aufgrund von Forschungsarbeiten festgestellt wurde. Der Naturführer Steirisches Vulkanland berichtet darüber.
Klima
Geschichte Funde der Jungsteinzeit belegen, dass das Raabtal in diesem Bereich schon damals besiedelt war. Auch aus der Hallstattzeit gibt es Gräberfunde, allerdings am linken, nördlichen Raabufer.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1188 als „Velwinbach“. Die Pfarre ist seit 1232 nachgewiesen. 1265 erfolgte die Markterhebung, durch welche auch der Handel einen Aufschwung erhielt. Im Zusammenhang damit steht auch die Verwendung des „Steinernen Metzen“, der als Eichmaß in weiten Teilen der Oststeiermark verwendet wurde. mini|Blick von Feldbach auf die Riegersburg um 1820, Lith. J.F. Kaiser Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Gebiet um Feldbach wiederholt durch das sich stark ausbreitende Fehdewesen und die Türkenkriege in Mitleidenschaft gezogen, wobei auch der Markt mehrmals geplündert und zerstört wurde.
1469 fielen die Truppen Andreas Baumkirchers über Feldbach her und verwüsteten den gesamten Ort. Dieses Ereignis dürfte auch den Ausschlag für die Errichtung des Feldbacher Tabors gegeben haben. Nachdem 1605 die mit den Türken verbündeten Heiducken ins Raabtal eingefallen waren und Feldbach am 26. Oktober mit Ausnahme des Tabors völlig zerstört hatten, wurde eine geschlossene Befestigungsanlage mit Stadttoren um den ganzen Ort errichtet. Neben dem Handwerk prägte vor allem die Landwirtschaft die Wirtschaftsstruktur des Marktes.
Großen Aufschwung erhielt die Stadt durch die Eröffnung der Ungarischen Westbahn im Jahr 1873. Es zeigten sich Ansätze von Industrialisierung, mit der Landmaschinenfabrik Krobath (1880) einer Ziegelfabrik und einer Brauerei. Ab 1901 produzierte die Bäckerei Zach in einer Dampfbäckerei industriell ihr Produkt Feldbacher Zwieback. Gleichzeitig begann auch lebhafter Kurbetrieb im nahen Kurort Bad Gleichenberg. In diese Zeit fällt auch die Stadterhebung von Feldbach (1884) und der Neubau der Pfarrkirche 1898–1900.
Während des Ersten Weltkrieges bestand das Kriegsgefangenenlager Feldbach, in welchem sich im Mai 1915 circa 40.000 Gefangene und 10.000 Soldaten als Wachmannschaft befanden. Die Gefangenen wurden, aufgrund der unklaren Lage an der Italienfront (Fluchtgefahr), nach Ostungarn verlegt. Anschließend wurde das Lager in ein Etappenspital mit 6.500 Krankenbetten umgewandelt (modernste Augenklinik dieser Zeit in Europa).
Seit 1. Jänner 2015 ist die Stadt im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit den ehemaligen Gemeinden Auersbach, Gniebing-Weißenbach, Gossendorf, Leitersdorf im Raabtal, Mühldorf bei Feldbach und Raabau zusammengeschlossen. Die neue vergrößerte Gemeinde führt den Namen „Feldbach“ weiter.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. November 2013 über die Vereinigung der Stadtgemeinde Feldbach und der Gemeinden Auersbach, Gniebing-Weissenbach, Gossendorf, Leitersdorf im Raabtal, Mühldorf bei Feldbach und Raabau, alle politischer Bezirk Südoststeiermark. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 2. Dezember 2013. Nr. 145, 34. Stück. , S. 673.
Als Folge der Gemeindezusammenlegung verfügt die Stadtgemeinde Feldbach nunmehr über acht Freiwillige Feuerwehren: FF Auersbach FF Edersgraben-Höflach FF Feldbach FF Gniebing FF Gossendorf FF Leitersdorf FF Mühldorf FF Raabau Darüber hinaus ist die Betriebsfeuerwehr der Firma Boxmark im Gebiet der Stadtgemeinde situiert.Stadtgemeinde Feldbach: Die neue Organisationsstruktur der Stadtgemeinde Feldbach (PDF-Dokument, 166 KB; abgerufen am 2. Februar 2015)
Bevölkerungsentwicklung
2026 lebten sogar schon 13369 Menschen in Feldbach.
mini|hochkant=2.2|zentriert|Feldbach und Umgebung vom Steinberg Panorama mini|hochkant=2.2|zentriert|Blick vom Kalvarienberg auf Feldbach mini|hochkant=2.2|zentriert|Feldbach von Nordwesten
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Hl. Leonhard mini|Villa Hold (Neues Rathaus von Feldbach) mini|Blick vom Steinberg auf den Steinbruch Mühldorf und die Stadt Feldbach mini|Fallschirmjägerdenkmal in Gniebing
Bauwerke und Denkmäler
Steinerner Metzen, Muster- und Eichmaß aus dem 15. Jahrhundert Pfarrkirche St. Leonhard: 1898–1900 im Stil der Renaissance von Hans Pascher errichtet. Mit alter Pfarrkirche: gotischer Kern aus dem 14. Jahrhundert, 1688 barockisiert, damals Turm mit Zwiebeldach. 1945 wurde der Turm gesprengt und die Kirche schwer beschädigt; seit 1956 ist sie als Kriegergedächtnisstätte gestaltet. Im Altarraum befindet sich ein Kreuzigungsgruppe von Veit Königer um 1780. Evangelische Christuskirche Villa Hold Museum im Tabor: Im Hexenkeller des 1474 errichteten Gebäudes waren während des Feldbacher Hexenprozesses Abgerufen am 10. Mai 2016. (1673–75) die Angeklagten eingekerkert. Eines der bekanntesten Opfer dieses Hexenprozesses war Katharina Paldauf. Museum Nostalgiewelt Posch Steirisches Rotkreuz-Museum Fallschirmjägerdenkmal Gniebing
Regelmäßige Veranstaltungen Sommerfestspiele mit Klassischer Musik, und Kabarett Ende Juni bis Anfang Juli alle zwei Jahre wird hier der Christian Schölnasts Stiftungspreis für literarische Arbeiten zur steirischen Volks- und Landeskunde vergeben jährlich finden im Museum im Tabor Sonderausstellungen statt
Wirtschaft und Infrastruktur Als Bezirksmetropole ist Feldbach nicht nur Schulstadt, sondern auch Verwaltungsstadt und hat damit schon sehr viele (ca. 1500) öffentliche Beschäftigte. Feldbach ist ein Ort des Kleingewerbes und der Industrie. Die Schwerpunkte liegen bei der Veredelung von landwirtschaftlichen Produkten. Die Region ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen in der Steiermark und in Österreich. Nahrungsmittelindustrie und Gerbereien bestimmen seit jeher die Stadt Feldbach. Neben allgemeinen Dienstleistungsbetrieben spielt der Fahrzeughandel eine große Rolle. Feldbach ist ebenso ein wichtiges Ärztezentrum mit LKH und zahlreichen niedergelassenen Allgemein- und Fachärzten.
Verkehr mini|Bahnhof Feldbach mit Triebwagen nach Bad Gleichenberg (2014) Feldbach war und ist wichtiger Brückenpunkt an der Raab für die Nord-Süd-Verbindungen und die West-Ost-Verbindungen. Das tägliche Verkehrsaufkommen liegt bei über 25.000 PKW auf den Routen B 68 (Gleisdorf – Feldbach), B 66 (Halbenrain – Ilz) und B 57 (Feldbach – Oberwart).
Im Bahnhof Feldbach trifft die steirische Ostbahn mit der Landesbahn aus Bad Gleichenberg zusammen. Mehr als 5.000 Personen werden täglich mit den Zügen auf der Ostbahnstrecke Fehring – Graz transportiert. Ein weiterer Haltepunkt ist der Bahnhof Feldbach Landesbahnhof, welcher hauptsächlich als Güterbahnhof verwendet wird. Hier sind alle Selbstentladewagen der Steiermärkischen Landesbahnen beheimatet. Zusätzlich hält hier auch jeder Personenzug.
Weiters gehört die Haltestelle Gniebing (Steirische Ostbahn) zu Feldbach, da Gniebing-Weißenbach 2015 in die Gemeinde Feldbach eingegliedert wurde.
Der öffentliche Verkehr mit Bussen wurde auch aufgrund der Schulen in Feldbach in alle Randbereiche der Gemeinde und darüber hinaus ausgebaut.
Öffentliche Einrichtungen In Feldbach befindet sich die Von der Groeben-Kaserne des österreichischen Bundesheeres, wo auch Teile des Aufklärungs- und Artilleriebataillons 7 stationiert sind.
Bildung Folgende Schulen sind in Feldbach angesiedelt: Bundesoberstufenrealgymnasium Handelsakademie und Handelsschule (HAK/HAS) Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Hauswirtschaftsschule Polytechnische Schule Landesberufsschule Realgymnasium Feldbach Gymnasium im Vulkanland
Zum Hoheitsbereich der Stadt gehören folgende Schulen: Allgemeine Sonderschule Feldbach Volksschule Gossendorf Volksschule Feldbach I Volksschule Feldbach II Neue Mittelschule & Sportmittelschule Feldbach Neue Mittelschule Feldbach II Polytechnische Schule Feldbach Vulkanschule Auersbach, Wetzelsdorf sowie die Musikschulen Musikschule der Stadt Feldbach Musik im Vulkan Weitere Fort- und Weiterbildungseinrichtungen sind ebenfalls in Feldbach angesiedelt: Volkshochschule Südoststeiermark
Politik Gemeinderat