Korčula [] (, „Schwarzes Korfu“ [nach den dunklen Kiefernwäldern], daher auch ) ist eine zu Kroatien gehörende Insel in der Adria vor der Küste Süddalmatiens mit etwa 15.000 Einwohnern. Geologisch ist sie Teil des Dinarischen Gebirges.

Die schmale, knapp 47 km lange und bis zu 7,8 km breite Insel erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 280 km² in west-östlicher Richtung. Sie ist auf der Osthälfte weniger fruchtbar, doch befindet sich dort die Stadt Korčula, in der etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt. Hingegen sind die mehr als die Hälfte der Insel bedeckenden Wälder vornehmlich der Westhälfte seit dem Hochmittelalter gepflegt worden, und so profitieren Ackerbau und Viehhaltung dort stärker von dem milden Klima. Das Gleiche gilt für die artenreiche Flora und Fauna. Die vier Dörfer des Westens bilden seit jeher ein politisches und wirtschaftliches Gegengewicht gegen die einzige Stadt der Insel, wo sich allerdings seit langer Zeit das administrative Zentrum befindet.

Besiedelt ist Korčula mindestens seit der letzten Kaltzeit durch Jäger, Sammler und Fischer, als die heutige Insel – bei einem über 100 m tieferen Meeresspiegel – noch ein Hügel in einer weitläufigen Ebene war. Spätestens ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. lebten dort Bauern, der ansteigende Meeresspiegel hatte aus dem Hügel eine Insel gemacht. Der Überlieferung nach entstand im frühen 6. Jahrhundert v. Chr. die Inselhauptstadt als griechische Kolonie, die später fast ein Jahrtausend lang zum Römischen, bzw. Oströmischen Reich gehörte. Benachbarte Mächte, wie Ungarn, Venedig, aber auch wieder Ostrom-Byzanz okkupierten die Insel, wobei sich diese dennoch über mehrere Jahrhunderte großer Autonomie erfreute. Auch als die Insel 1420 endgültig an Venedig kam – sie hatte sich Venedig freiwillig unterstellt –, blieben die inneren Verhältnisse davon nur wenig berührt. Die Gesellschaft blieb in städtische Patrizier und die überwiegend ländliche Bevölkerung der vier Dörfer im Westen geteilt. Erst die Kämpfe zwischen Venedig und dem Osmanenreich veranlassten ersteres die Inselhauptstadt massiv zu befestigen und die Bevölkerung stärker in das Kolonialsystem einzubinden. 1797, nach dem Ende der Republik Venedig, kam Curzola, wie die Insel zu dieser Zeit meist noch genannt wurde, an Frankreich, dann für zwei Jahre an Großbritannien, blieb von 1815 bis 1918 österreichisch. Schließlich kam die Insel 1918 an Jugoslawien. Seit 1991 ist sie kroatisch und gehört zur Gespanschaft Dubrovnik-Neretva. Neben einer Außenstelle des Staatsarchivs Dubrovnik in Žrnovo befinden sich in Blato und Lumbarda zwei weitere Archive auf der Insel.

Geographie Überblick mini|Satellitenbild der Insel mini|Übersichtskarte mini|Blick über Vela Luka, 2006 mini|Smokvica, 2006 mini|Blick über den Sandstrand Bilin Žal bei Lumbarda Korčula hat eine Fläche von 279,03 km² (nach anderen Angaben 271,47Ognjen Bonacci, Igor Ljubenkov, Snježana Knezić: The water on a small karst island: the island of Korčula (Croatia) as an example, in: Environmental Earth Sciences 66 (2012) 1345–1357, hier: S. 1345, 1346.) und ist dabei 46,8 km lang und 5,3–7,8 km breit; die Durchschnittsbreite beträgt 6 km. Dabei erstreckt sich die Insel von West nach Ost. Der Pelješkikanal zwischen Korčula und der Halbinsel Pelješac ist etwa zwei Kilometer breit, die Entfernung zum Festland beträgt an der schmalsten Stelle 1,27 km. Die Gewässer um die Insel sind bis zu 75 m tief.

Die für den Mittelmeerraum überraschend waldreiche Insel – Schutzmaßnahmen seit dem Hochmittelalter sorgten für die Erhaltung der Wälder – teilt sich in eine fruchtbare westliche und eine etwas kargere, gebirgigere östliche Hälfte, wobei das Relief der Insel von einer Hügelkette dominiert wird. Von dieser Kette reichen zahlreiche Karsttäler hinab bis an den Küstensaum. Die höchsten Erhebungen sind die Berge Klupca mit 569 m und Kom mit 510 m, den Westen der Insel dominiert dagegen der 376 m hohe Hum. Durchschnittlich erhebt sich die Insel 145 m über den Meeresspiegel. Die Küstenlinie erstreckt sich über eine Länge von 190,74 km. Die Entstehung der Formation reicht in eine Epoche vor 145 bis 70 Millionen Jahren zurück.

In östlicher Richtung reichen die Täler von Močila über Dubrava, das Žomovsko Polje, Gornje Blato, Donje Blato bis zum sandigen Lumbardsko Polje an der Ostspitze. Die häufigen, als Polje bezeichneten, talartig gewundenen Depressionen mit massigen Sedimentfüllungen, sind als landwirtschaftliche Flächen und Wasserreservoir von besonderer Bedeutung. In der westlichen Hälfte, auf der Nordseite der Hügel, reihen sich Täler von Kapja über Krtinja Mševo bis in das größte Inseltal, das oft schlammige Bato Polje, und weiter von dort über Kruševo und Vrbovica bis zur Bucht von Vela Luka. Auf der Südseite reichen die Täler von Konopljica über das Čarsko Polje, Smokvičko Polje und Sitnica Polje bis nach Gornji Lov. Die westliche Hälfte Korčulas ist von den sich westlich des Dorfes Smokvica nach Westen hin öffnenden und abflachenden Hügeln geprägt, zwischen denen weitläufige Täler und Ebenen mit Feldern, Weiden, Weingärten und Wäldern hervortreten. Die wichtigsten Agrarflächen sind die besagten Poljen mit ihrer terra rossa. Die vier größten Poljen sind Blato Polje (2,19 km², seit 1912 mit einem Kanalsystem entwässert, landwirtschaftliche Nutzung), dann Velika und Mala Kapja (1,37 km², im Westen), Čarsko (1,35 km², im mittleren Süden, das Wasser wird fast nur für den Weinbau genutzt) sowie Donje Blato Polje (1,0 km², ganz im Osten, südlich des Hauptortes gelegen).

Die östliche Hälfte der Insel umfasst dagegen das Zentrum der Hügelkette – die dortigen Karstgebiete mit ihren felsigen und trockeneren Böden ließen hier, im Gegensatz zum Westen, weniger Raum für Landwirtschaft; das gilt umso mehr für die küstennahen, sandigen Gebiete. Der Karst birgt alle typischen Formen, neben den besagten Poljen auch Höhlen, unterseeische Quellen, Trockentäler usw.

Obwohl die Insel, im Gegensatz etwa zu Brač, ein urbanes Zentrum aufweist, nämlich die im Osten der Insel gelegene kleine Stadt Korčula, wurde die Ökonomie von der Landbevölkerung dominiert.Fabian Kümmeler: Ländliche Gemeinschaften im venezianischen Dalmatien im Spätmittelalter – Lebenswelten und Gemeinschaftsvorstellungen auf Korčula im Vergleich (1420–1499), Dissertation, Wien 2017, S. 127 f.

Klima und Wasserversorgung Typisch für die Inseln ist die Bora, ein kalter und trockener Nordostwind, der oftmals Tage anhält und der vom Festland weht. Hingegen weht der feuchtwarme Schirokko („jugo“), der am häufigsten weht, von Südosten, schließlich der Mistral von Nordwesten. Letzterer bringt Erfrischung im Frühjahr und Sommer, während die beiden erstgenannten Winde überwiegend in der kalten Jahreszeit wehen.

Im mediterranen Klima mit seinen stark schwankenden Niederschlägen und im Sommer hohen Temperaturen stellt der Mangel an Wasser ein Problem dar, zumal schon 2011 jährlich 150.000 Touristen die Insel besuchten, bei insgesamt 750.000 Touristentagen.

Das Klima ist allerdings mild, die Durchschnittstemperatur beträgt im Januar 9,8 °C (in der Stadt Korčula) und im Juli 26,9 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 1100 mm. Im Frühjahr und Sommer fällt meist sehr wenig Regen. Es werden rund 2700 Sonnenstunden im Jahr (in Vela Luka) verzeichnet. Auf den höheren Bergen fällt manchmal Schnee, der jedoch nach kurzer Zeit abtaut.

Seit 1948 werden die Daten regelmäßig an den Messstationen Korčula und Vela Luka erfasst. Hinzu kommen fünf Regenmessstationen in Čara, Blato und Pupnat (in 320 m Höhe). Zwischen 1948 und 2008 ergaben sich als Extremwerte −4,5 und −7,8 °C an der Messstation Korčula, bzw. Vela Luka, die entsprechenden Höchstwerte lagen bei 37,0 und 39,0 °C. Die entsprechenden durchschnittlichen Januarwerte lagen bei 9,0 und 7,5°, der heißeste Monat war der Juli mit 25,1 und 24,8 °C als Durchschnittswerte. Im Schnitt ergab sich dabei ein jährlicher Anstieg in Korčula um 0,0185 °C, während im Westen, wo sich der Einfluss der Adria stärker bemerkbar macht, die Temperatur geringfügig sank. Der Anstieg begann dabei erst in den 1980er Jahren. Zugleich wuchs die Temperaturdifferenz zwischen West und Ost von 0,37 auf 1,34 °C an. Im Gegensatz zu den Nachkriegsjahren ist der Osten inzwischen wärmer als der Westen der Insel.Ognjen Bonacci, Igor Ljubenkov, Snježana Knezić: The water on a small karst island: the island of Korčula (Croatia) as an example, in: Environmental Earth Sciences 66 (2012) 1345–1357, hier: S. 1348.

Die Niederschlagsmenge im Osten liegt 211 mm höher als im Westen, wobei sie tendenziell abnimmt. Sie lag im Schnitt bei 838 mm in Vela Luka und bei 1049 mm in Korčula. Der Durchschnittswert lag zwischen 1948 und 2010 bei 924 mm. 68 % der Niederschläge fallen zwischen Oktober und März, zwischen Juni und August hingegen nur 12 %, in manchen Sommern fällt praktisch kein Niederschlag.

Insgesamt leidet die Insel unter Trockenheit, definiert als eine Menge unterhalb von 25 mm Niederschlag pro Monat. Dabei sickert das Wasser schnell in den karstigen Untergrund ein. Auf der Insel bestehen etwa 20 Tümpel und kleine Seen, von denen einige im Sommer trockenfallen. Hinzu kommen 15 Poljes. Die Grundwasserreserven sind begrenzt, bei geringen Niederschlägen steigt zudem der Salzwasseranteil im karstigen Untergrund, wenn die Brunnen zu nahe an der Küste liegen. Das Grundwasserreservoir, meist in Form einer Süßwasserlinse, wird nur in Blato Polje in größerem Maße genutzt (über eine Million m³ pro Jahr, im Sommer ist das Wasser allerdings brackig, also für die Landwirtschaft ungeeignet, da Meerwasser eindringt). Wegen Verschmutzung wurde der Brunnen in Velo Polje aufgegeben. Im Gebirge bestehen vier Grundwasserbrunnen. Ihre Gesamtleistung beträgt 65 l/s. Fragen des Wassermanagements sind bei knappen Ressourcen für die Insel von zentraler Bedeutung.

Geologie mini|Grenzverlauf der Adriatischen Platte

Korčula ist Teil der Dinarischen Tektonischen Region und besteht überwiegend aus Kalkstein und Dolomit. Die Adriatische Platte wurde bei ihrer Nordwärtsbewegung unter die Eurasische Platte subduziert, während das Dinarische Gebirge entstand.

Während der Kaltzeiten wurden die Oberflächengesteine überformt. Während der maximalen Vergletscherung der Nordhalbkugel während der letzten Kaltzeit lag der Meeresspiegel mehr als 100 m unter dem heutigen Niveau. Damit waren die Inseln Hügel in einer weitläufigen Graslandschaft, die die heutige nördliche Adria ausfüllte. Während die nördliche Adria also weitgehend trocken lag, verlief die Mittelmeerküste entlang des Kanals zwischen Lastovo und Korčula.

Die Hauptstadt und die Dörfer, Landwirtschaft mini|Die Kernstadt Korčula Der größte Ort auf Korčula ist die Stadt Korčula mit 2.652 Einwohnern, deren Gesamtgemeinde (Grad/općina) 5.415 Einwohner aufwies (Zensus 2021).

Im Gegensatz zu anderen Inseln war die Stadt Korčula zwar das administrative Zentrum der Insel, doch vier Dörfer bildeten ein wirtschaftliches, aber auch politisches Gegengewicht. Das größte unter diesen Dörfern war seit jeher Blato im Westen der Insel. 1553 registrierte ein Venezianer bereits 220 Haushalte. An der Südseite der zentralen Hügelkette, kurz vor dem Übergang zum weniger fruchtbaren Osten, befinden sich die beiden Dörfer Smokvica und Čara (595 Einwohner). Žrnovo (1.401) liegt hingegen nur wenige Kilometer südwestlich der Hauptstadt; es ist die zweitgrößte Ortschaft. Vela Luka liegt im Westen der Insel. Weitere Orte sind Pupnat (381) und Lumbarda, der Name des letzteren Ortes geht auf Lombarden zurück, schließlich Račišće (379 Einwohner).