mini|Szene aus dem Champ Car Rennen in Surfers Paradise, Queensland 2006 Die Champ Car World Series war eine Motorsportserie in den Vereinigten Staaten. Die Serie entstand 1979 als Folge von Meinungsverschiedenheiten zwischen Teamchefs und dem United States Auto Club, der die nationale Meisterschaft ausrichtete. Die Teamchefs gründeten mit CART ihren eigenen Sanktionsverband, um eine Serie auszurichten. Von 1981 bis 1996 trug die Serie den Namen Indy Car World Series. In dieser Zeit war sie alleine die höchste Formelserie in den USA. Die 1990er-Jahre gelten als die Blütezeit der Serie. Bekannte Formel-1-Fahrer wie Emerson Fittipaldi oder Nigel Mansell gewannen zu dieser Zeit den Titel und die CART-Titelträger Jacques Villeneuve und Juan Pablo Montoya feierten im Anschluss Erfolge in der Formel 1. Weitere Streitigkeiten und die Gründung der Indy Racing League (IRL) 1996 änderten zunächst wenig daran. Da das wichtigste Rennen, das Indianapolis 500, nun zur IRL gehörte, verwendete die Serie wieder den alten Begriff Champ Cars für ihre Fahrzeuge. Doch nach und nach wandten sich Teams und Hersteller zur Konkurrenzserie. Nach CARTs Insolvenz 2003 übernahm eine neue Gruppe Teambesitzer als Open Wheel Racing Series (OWRS) die Organisation, bis diese Gruppe 2008 selbst Insolvenz anmelden musste. Die Reste der Serie wurden von IndyCar (der umbenannten IRL) gekauft und beendeten damit die seit fast 30 Jahren bestehende Teilung der nationalen Meisterschaft.

Geschichte Vorgeschichte Der Ursprung der heutigen Champ-Car-Rennserie ist die AAA National Championship, die die American Automobile Association (AAA) ab 1909 veranstaltete. Die Rennen waren zu Beginn jedoch noch keine zusammenhängende Meisterschaft, sondern eine Serie von eigenständigen Rennen unter der Kontrolle der AAA. Die Meistertitel wurden daher auch erst später, nachträglich, verliehen. Eine offizielle AAA Meisterschafts-Serie gab es erst nach dem Ersten Weltkrieg. Die Rennserie gab schließlich auch den Rennwagen ihren Namen: erst Championship Cars und später kurz „Champ Cars“.

1911 fand das erste Indianapolis 500-Rennen auf dem Indianapolis Motor Speedway (IMS) statt. Heute ist dieses Rennen mit bis zu 300.000 Zuschauern am Renntag das größte Motorsportspektakel Amerikas und das größte Eintagessportereignis der Welt. Die späteren Inhaber sollten die Geschichte der Champ-Car-Rennserie noch erheblich beeinflussen.

Die Geschichte der Rennserie nach dem Zweiten Weltkrieg war durch Streitereien von Verbänden und Interessengruppen und damit erheblichen Diskontinuitäten geprägt.

Ab 1956 erlangte der United States Auto Club (USAC) die Kontrolle über die Rennserie und löste die AAA ab. Die AAA hatte nach einem schweren Unfall mit über 80 Toten in Le Mans die Organisation von Autorennen beendet.

Ab den 1960er-Jahren setzte sich für die Autos die Bezeichnung „Indy Cars“, bedingt durch die enorme Bedeutung des Indy-500-Rennens, durch. Diesen Namen sollten die Autos bis 1995 behalten.

Erster Open-Wheel-Split Aufgrund der Unzufriedenheit über die Sicherheitspolitik und dem Management des USAC schlossen sich 1978 viele Teams und Fahrer zur CART (Championship Auto Racing Teams) unter der Führung der Teamchefs Roger Penske und Pat Patrick zusammen. Das erste Rennen unter Führung der CART und mit ihren Regularien wurde am 11. März 1979 in Phoenix ausgetragen. Vierzehn Rennen inklusive der Indy 500 wurden von der CART ausgetragen, die USAC konnte noch sieben Rennen für sich beanspruchen. Als Kontrollorgan trat nun der Sports Car Club of America (SCCA) auf. Bis 1981 wurden Rennen in der Rennserie von beiden Vereinigungen ausgetragen. Im April 1980 wurde die Championship Racing League (CRL) gegründet, um die CART und den USAC im Interesse der Rennserie zusammenzubringen. Doch die Streitigkeiten fanden kein Ende und bereits im Juli trat der USAC auf Drängen der Geschäftsleitung des Indianapolis Motor Speedway aus der CRL aus. Die CRL war damit gescheitert. 1981 war das Indy 500 das einzige vom USAC durchgeführte Rennen in der Champ-Car-Serie und die CART konnte die Führung nun völlig übernehmen (der USAC richtete das Indy 500 jedoch noch bis 1995 aus). Bereits im November 1979 wurde die Rennserie nach der Akquise des Sponsors PPG in PPG IndyCar World Series umbenannt. Der Begriff „World Series“ war jedoch ziemlich euphemistisch, da nur Rennen in den USA, Kanada und Mexiko veranstaltet wurden.

Blütezeit mini|Nigel Mansell auf dem Mid-Ohio Sports Car Course, 1993 1990 expandierte die Serie an die Goldküste Australiens, 1996 sollten Rio de Janeiro in Brasilien, 1998 der Twin Ring Motegi in Japan hinzukommen. Am 15. September 2001 wurde das American Memorial (ursprünglich unter dem Namen „German 500“ geplant und 2003 auch so gefahren) auf dem Lausitzring sowie eine Woche später das Rockingham 500 km in England gefahren, womit die Serie seit dem Rennen in Brands Hatch 1979 erneut auf europäischem Boden gastierte.

Zweiter Open-Wheel-Split Im November 1991 schlug Tony George, Präsident des Indianapolis Motor Speedway (IMS) für die IndyCar-Serie eine neue Struktur mit der Gründung eines neuen Dachunternehmens, der Indy Car Inc. vor. Die CART lehnte dies ab. Im Februar 1992 lizenzierte die CART den Namen „IndyCar“ vom IMS, während George die Indy Car Inc. gründete. Diese beiden Vorgänge sollten der CART in Zukunft noch erhebliche Probleme bereiten. In den folgenden Jahren wuchs der Unmut beim Indianapolis Motor Speedway. Das Unternehmen beklagte die zurückgehende Bedeutung der 500 Meilen von Indianapolis in der IndyCar (CART)-Serie. Im März 1994 kündigte George an, eine Konkurrenzserie zur PPG IndyCar World Series zu gründen: die Indy Racing League (IRL). Die CART protestierte erfolglos gegen das Vorhaben. Im September 1995 formierte sich die Konkurrenzserie, während die meisten IndyCar (CART)-Teams die Teilnahme an der Indy Racing League ablehnten. Im Januar 1996 veranstaltete die IRL unter Kontrolle des USAC ihr erstes Rennen in Orlando. Das wichtigste Rennen der Saison, das Indy 500, fand ab diesem Jahr nicht mehr in der PPG IndyCar World Series, sondern in der IRL statt. CART beschloss, zum selben Termin ein Konkurrenzrennen in Michigan, die U.S. 500 auszurichten.

Im Dezember 1996 verlor CART nach einer Markenrechtsklage des IMS die Rechte an der Bezeichnung „IndyCar“. Der IMS musste aber zustimmen, die Bezeichnung für sechs Jahre (also bis Ende 2002) nicht zu verwenden. Die Serie wurde daraufhin in PPG CART World Series umbenannt. Im Dezember 1997 wurde Federal Express neuer Hauptsponsor der CART. Die Serie wurde erneut umbenannt und firmierte ab Dezember 1997 unter dem Namen FedEx Championship Series. Die Autos wurden nun auch wieder offiziell als Champ Cars bezeichnet. Mehrere Gespräche, die beiden konkurrierenden Serien zusammenzuführen, scheiterten. Die Bedeutung der Ovalrennen in der Rennserie sank durch die Konkurrenz der IRL sehr stark, doch die Rennen auf den anderen Rennstrecken blieben erfolgreich. Ab Anfang 2003 hieß die Indy Racing League nach Ablauf des Namensverzichts offiziell Indy Racing League IndyCar Series. Die CART nahm daraufhin eine erneute Namensänderung in Bridgestone presents The Champ Car World Series Powered by Ford vor, um die Bedeutung der Champ Cars zu betonen. Der Namenszusatz Powered by Ford rührte daher, dass alle anderen Motorenlieferanten (Mercedes-Benz, Honda, Toyota) die Serie verlassen hatten und man so aus der Not eine Tugend machte, indem man Ford als einen der beiden Seriensponsoren gewinnen konnte. Die CART hatte nach der Gründung der IRL stark zu kämpfen.

Niedergang mini|Andrew Ranger, Mi-Jack Conquest Racing, beim Grand Prix von Long Beach, 2005 Viele Teams verließen insbesondere wegen der Attraktivität der Indy 500 die Championship-Serie in Richtung IRL IndyCar-Serie. Doch auch der IRL IndyCar-Serie ging es kaum besser: die Eintrittskarten wurden verschenkt und die TV-Quoten lagen am Boden. 2003 hatte die Rennserie Schwierigkeiten das traditionelle Feld von 33 Fahrern beim Indy 500 aufzustellen. Durch die Gründung der Konkurrenzserie bei einem ohnehin engen Markt manövrierte Tony George vom IMS den US-Formel-Rennsport in eine handfeste Krise. Als Folge der geteilten und immer kleineren Starterfelder, aber auch durch das enorme Wachstum der Tourenwagen-Rennserie NASCAR Winston Cup (seit 2008 Sprint Cup), versank er in den letzten Jahren nahezu in der Bedeutungslosigkeit. Viele Rennen, egal ob Champ-Car- oder Indy-Car-Serie (bis auf die Indy 500) fanden inzwischen ohne TV-Übertragung und oft vor leeren Tribünen statt. Ende 2003 musste die CART Konkurs anmelden. Eine Gruppe von Teameigentümern kaufte als Open Wheel Racing Series (OWRS) die Mehrheit der CART und führte die Champ Car World Series weiter. Mit dem Rückzug von Pat Patrick kurz vor Saisonbeginn 2005 war zum ersten Mal keiner der CART-Gründer mehr in der Champ-Car-Serie tätig. Den damit verbundenen extremen Einsparungen waren auch viele der traditionellen Rennen zum Opfer gefallen und die Rennen in Europa wurden langfristig gestrichen.

2007 wurden wieder Rennen in Europa (Zolder & Assen) und Australien ausgetragen. Durch die massiven Einsparungen wähnte sich die Champ-Car-Serie wieder in einem Aufwärtstrend. Aber aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten beider Serien fanden sich 2008 Tony George und Kevin Kalkoven, einer der Champ-Car-Besitzer, erneut zu Diskussionen über eine Vereinigung der Champ Car World Series und der IndyCar Series zusammen. Im Frühjahr 2008 fusionierten die beiden Serien.Indycar – Internetseite: Bei diesem Zusammenschluss ging die Champ-Car-Serie in die IndyCar Series auf.

Kurzübersicht über die wechselnden Bezeichnungen Champ Cars blieben Champ Cars trotz ständig wechselnder Bezeichnungen der Rennserie: 1979: SCCA/CART Indy Car Series 1980–1996: PPG Indy Car World Series 1997: CART PPG World Series 1998–2002: FedEx Championship Series 2003–2006: Bridgestone presents the Champ Car World Series Powered by Ford 2007: Champ Car World Series

Champ-Car-Rennwagen

mini|links|Porsche 2708 CART (1988)

Champ Car-Rennwagen verfügten ab 1969 über einen Turbomotor mit 2,65 Liter Hubraum. Zunächst war der Offenhauser-Vierzylinder üblich, später waren es in der Regel 8 Zylinder in V-Form, wobei jedoch vor allem bis Anfang der 1980er-Jahre auch Vierzylinder und V6 eingesetzt wurden. Der Ladedruck nahm mit den Jahren immer stärker ab (von mehr als 50 psi Anfang der achtziger Jahre bis 35 psi), um die Motorleistung (zuletzt ca. 720 PS) zu begrenzen (ca. 1200 PS wären mit Originalreglement möglich). Den Maßstab setzte deswegen ein 900 PS starker Honda V8 aus dem Jahr 1997. In der Formel 1 hingegen waren Turbomotoren in den 1980er Jahren der Standard, wurden aber zur Saison 1989 von der FIA verboten und erst zur Saison 2014 wieder eingeführt.

Als Treibstoff wurde Methanol verwendet, welcher sich im Gegensatz zu Benzin mit Wasser sehr gut löschen lässt. Manchmal kam es beim Auftanken zur Entzündung des Kraftstoffs, der im Gegensatz zu Benzin mit unsichtbarer Flamme brennt, weswegen nach dem Tanken auf Verdacht Wasser auf den Wagen gespritzt wurde. Dieser Treibstoffwechsel wurde nach schweren Feuerunfällen der 1960er Jahre vorgeschrieben. Methanol hat im Vergleich zu Benzin eine höhere Klopffestigkeit, ist somit für Turbomotoren gut geeignet, und weniger leicht brennbar. Im Unterschied zur Formel 1 wurden die Rennen ab den 1960er Jahren ununterbrochen auf Slick-Reifen gefahren.

mini|Penske-Mercedes