Swami Dhyānānanda Saraswati (* 1974 in Bayern als Noah Sow) ist eine deutsche Autorin, Musikerin, Moderatorin, Künstlerin und Aktivistin. Sie engagiert sich in unterschiedlichen Projekten der Antirassismus-Arbeit.

Leben Noah Sow wurde 1974 in Bayern geboren und wuchs dort auf. Von 1990 bis 2007 war sie als Radiomoderatorin, -Produzentin und -Redakteurin tätig und arbeitete für die Sender 1 Live, hr3, SWF3, Radio Fritz und You FM sowie als TV-Moderatorin für das HR- und WDR-Fernsehen.

2001 war sie Mitglied der Jury in der Casting-Show Popstars, stieg allerdings während der Staffel aus, weil sie den von einem ihrer Ansicht nach „unmöglichen Menschenbild“ geprägten Umgang mit den Kandidaten nicht mehr mittragen wollte.Noah Sows Newsletter über Popstars Von 2001 bis 2004 lebte sie in Brooklyn in New York City, wo sie sowohl mit ihrer eigenen Band als auch mit der Gruppe Anarchists of Colour auftrat.

Am 19. Dezember 2023 gab sie ihr Coming-Out als non-binäre Person und damit ihren Namenswechsel bekannt.

Publizistische Tätigkeit Sie war die Vorsitzende des von ihr 2001 in Hamburg gegründeten Media-Watch-Vereins Der braune MobVereinshomepage, dessen Ziel es war, „dass die Darstellung Schwarzer Menschen in deutschen Medien und der Öffentlichkeit fair und ohne Diskriminierung erfolgt.“der braune mob 2000 nahm sie am Musikprojekt New Rock Conference teil, dabei entstand mit zahlreichen Künstlern das Lied Heal Yourself. Der Erlös aus dem Verkauf der Singles wurde an die Nordoff-Robbins-Stiftung gespendet.

2003 strahlte der WDR ihr Hörspieldebüt Underground aus, bei dem sie Buch, Komposition, Produktion und eine Sprecherinnenrolle übernahm. Die Audio- und Musikproduktion führte sie in Zusammenarbeit mit Jonathan Bepler in New York durch. In weiteren Sprecherrollen wirkten unter anderem Marc Hosemann, Lars Gärtner und Matthias Koeberlin mit. 2005 wurde Noah Sow in dem Dokumentarfilm Black Deutschland (Regie: Oliver Hardt) porträtiert.Black Deutschland Für die Hörbuch-Reihe der Kampagne Laut gegen Nazis las sie 2007 aus dem Buch Eichmann in Jerusalem.

Im Juni 2007 veröffentlichte sie mit ihrer damaligen Band Noah Sow & das Heimlich Maneuver bei Warner Music Group die Single Es brennt hier drin. Das Video dazu wurde im Stadion des FC St. Pauli gedreht.MySpace-Seite (abgerufen am 26. Oktober 2008) Das Debütalbum ihrer neuen Band NoiseauxHomepage Noiseaux erschien im September 2009 als „Afropunk, Landeszentralpunk, post-whatever“ auf ihrem Label Jeanne Dark Records und trägt den Titel Out Now.

Von 2008 bis 2009 war Sow Mitglied der Gruppe Sisters Keepers, mit der sie im Februar 2008 beim Bundesvision Song Contest 2008 auftrat und Tourneen in Deutschland und im Senegal absolvierte, darunter Konzerte mit der WDR Big Band, in der Philharmonie Köln und in Essen. Für das Schulfernseh- und Lehrmittelformat Die Schulstunde als Talkshow (WDR und Bundeszentrale für politische Bildung) begleitete Sow von 2008 bis 2010 in Reportagen junge Erwachsene bei schwierigen Lebensentscheidungen.

Deutschland Schwarz weiß 2008 veröffentlichte Sow im C. Bertelsmann Verlag das Buch Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus.Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus, ISBN 978-3-570-01008-2 Die Gründe für einen latenten Rassismus in Deutschland sieht sie in Erziehung, Tradition und Nicht-Aufarbeitung der Kolonialgeschichte. Die deutsche Öffentlichkeit sei nach wie vor rassistisch und habe alte rassistische Bezeichnungen nur gegen neue ausgewechselt: „Auch Migrationshintergrund ist so ein getarntes Wort. Die Übersetzung ist einfach ‚Nicht-Arier‘.“Interview in Amnesty journal 2008,6/7, S. 44 Im Buch stellte sie unter anderem die Forderung nach einem antirassistischen Medienrat.Sow, Noah: Deutschland Schwarz Weiß

Die zweite Auflage des Buches erschien im Juli 2009 im Goldmann Verlag. Im Juli 2010 erschien die Hörbuchfassung von Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche RassismusDeutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus auf dem Label Jeanne Dark Records. Eine überarbeitete Fassung erschien 2018 in Taschenbuchform als Book-on-Demand.Autorin über Rassismuskritik „Mit Anfängern rede ich nicht mehr“. Die Tageszeitung, 7. April 2018

Rezeption In einer Rezension in Die Zeit wurde das Buch 2008 als „ärgerlich“ bezeichnet, da es unterschiedslos und auf beliebige Weise den Vorwurf des Rassismus an jeden hefte, der äußerliche Kennzeichen wie die Hautfarbe auch nur erwähne.Brigitte Fehrle: Strafpredigt an alle. Die Zeit, 13. März 2008 Sow betrachte es schon als Rassismus, wenn jemand als „dunkelhäutiger Deutscher“ bezeichnet werde, und nehme alle Weißen generell unter Pauschalverdacht, der durch Widerspruch gegen Sows Vorstellungen dann auch noch bestätigt werden solle.

Die Journalistin Katrin Rönicke stellt wegen des pauschalen Vorwurfs des Rassismus den pädagogischen Effekt des Buches in Frage, da es den notwendigen Respekt gegenüber dem Leser vermissen lasse.Kathrin Rönicke: Du sollst deine Leser nicht beschämen Der Stern titelte: „ein kluges, ein wichtiges Buch“. Das Hamburger Abendblatt schrieb in einem Interview: „Obwohl Sow das Phänomen Rassismus sehr detailliert sprachlich, historisch und medial unter die Lupe nimmt, ist ihr Tonfall kein sachlicher, sondern wütend, humorvoll und polemisch. […] Da Sow kontinuierlich das Selbstverständnis hinterfragt, mit der die deutsche weiße Mehrheit normal und abweichend definiert, ist die Lektüre eine unbequeme, aber lohnende. […] Sow freut sich, dass ihr Buch in einem Popularverlag wie Bertelsmann erscheint, ohne dass sie die Lust der Branche nach biografischen Leidensgeschichten bedienen muss.“Birgit Reuther: Vom Rassismus in unserer Mitte.

Weiterentwicklung Auf Basis ihrer Lesungen zum Buch Deutschland Schwarz weiß produzierte Sow eine interaktive Multimedia-Bühnenshow mit Stand-up-Comedy, Videoclips, Live-Hörspiel, Quiz, Rap und Kurzlesungen, die sogenannte Edutainment Attacke!.Homepage Edutainment Attacke! Auf der Bühne steht dabei neben Noah Sow auch der Londoner Essayist und Soziologe Mutlu Ergün. Seit 2009 ist dieses Bühnenprogramm in Deutschland auf Tournee, unter anderem im Rahmen des Black History Month sowie im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung und verschiedener Nichtregierungsorganisationen oder beim Festival contre le racisme.

Werke

Literatur 2008: Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus, ISBN 978-3-570-01008-2 2014: The Beast in The Belly. Schwarze Wissensproduktion als angeeignete Profilierungsressource und der systematische Ausschluss von Erfahrungswissen aus Schwarzen Kulturstudien, Essay im Migrationspolitischen Portal der Heinrich-Böll-StiftungNoah Sow: The Beast in The Belly, Essay im Migrationspolitischen Portal der Heinrich-Böll-Stiftung 2014: Julia Brilling, Noah Sow: Emanzipatorische Aufklärung zeigt sich wellenförmig, Interview im Migrationspolitischen Portal der Heinrich-Böll-StiftungEmanzipatorische Aufklärung zeigt sich wellenförmig, Interview im Migrationspolitischen Portal der Heinrich-Böll-Stiftung 2018: Deutschland Schwarz weiß: der alltägliche Rassismus, überarbeitete und ergänzte Fassung, ISBN 978-3-7460-0681-9 2019: Die Schwarze Madonna. Fatou Falls Erster Fall. Afrodeutscher Heimatkrimi. Books on Demand.

Hörspiele/Hörbücher 2003: Underground, Buch, Komposition, Produktion und eine Sprecherinnenrolle 2007: Die Ferienbande und die unerträglichen Schmuggler, Sprecherinnenrolle 2010: Deutschland Schwarz Weiss Hörbuch, Doppel-CD und CD-Rom 2015: Radio Meta, Buch, Komposition, Produktion, Musik und alle Sprecherinnenrollen, nominiert für das 7. Berliner Hörspielfestival 2016Website des 7. Berliner Hörspielfestivals, abgerufen am 26. April 2016

Musik ohne Jahr: Noah Sow: You're Loved, Track auf der Compilation Affären, Film-Soundtrack (EMI – 7243 8 30994 2 9, EMI Electrola – 7243 8 30994 2 9) 1994: Matrix: Follow Me, 12″-Vinyl (Maxi) (RCA, 74321 25345 1) 1995: Matrix: Take A Piece Of Your Heart, 12″-Vinyl (Maxi) (RCA, 74321 25346 2) 2000: New Rock Conference: Heal Yourself, CD, Single (Supersonic Records, SUPERSONIC 062, 74321 78610 2) 2000: Such A Surge: Der Surge Effekt, Album, Vocals von Noah Sow auf dem Track Wenn Du Fällst (Epic – EPC 496527 5) 2007: Noah Sow & Das Heimlich Maneuver: Es Brennt Hier Drin, CD (Warner Music Group, 5051442-1538-2-8) 2008: Sisters Keepers: Gender Riots, Album (Echo Beach / Indigo), Beteiligung von Noah Sow am Titeltrack Gender RiotsDiskografie der Sisters auf ihrer Webseite 2008: Sisters: Gender Riots (Dubvisionist RMX), mp3-File, Not On Label 2009: Noiseaux: Out Now!, Doppel-CD, Album (Artist Station Records, ASR 040) 2009: Noiseaux: Stillstand / Cessation (Radio Edit), Single (Jeanne Dark Records) 2010: Noiseaux: Romance in White & Brown, CD-Compilation St. Pauli Einhundert and digital (Jeanne Dark Records) 2010: Noiseaux: Nothing Stays The Same (immer wieder) mit Short Film collabo, (Jeanne Dark Records) 2011: Noiseaux: Stillstand / Cessation (The Remixes), Remix-EP (Jeanne Dark Records) 2012: Noiseaux: Spectrum, CD, Album (Jeanne Dark Records, JDRX 001) 2012: Noiseaux: chaos, Single (Jeanne Dark Records) 2013: Noiseaux: Nodemocracy – The Remixes, EP (Jeanne Dark Records) 2014: Noah Sow: well, well, well, Single (Jeanne Dark Records) 2015: Noah Sow: Songs From Radio Meta, Album (Jeanne Dark Records)

Darstellende Kunst 2006: Afrodeutsche Interventionen gegen rassistische Verortungstraditionen, Vortrag im Rahmen der Ausstellung Verborgene Geschichte/n – remapping Mozart. Konfiguration I – Wer alles zu verlieren hat, muss alles wagen!Website von Verborgene Geschichte/n – remapping Mozart 2013: Variation on Phonographies: Grooves in Sonic Afro-Modernity 2013: consolophile double consciousness monologue, Audio, Live-Solo-Performance, aufgenommen und auf 33″-Vinyl geschnitten 2013: Stupid White Men Halloween, Performance in Reaktion auf Günter Wallraff 2013: More than Rest, performance lecture im öffentlichen Raum 2013: Rest Rooms – Moment Griotage, Performance, Premiere im Theater Ballhaus Naunynstraße Berlin am 21. Februar 2013 2013: Backstreet Voices Power Trip, dezentrale Klanginstallation im öffentlichen Raum, Ballhaus Naunynstraße Berlin, 28. August – 30. September 2013 2014: Readymade Spirituality Remix – The Mysterious™ Strikes Back, Multimedia-Altar-Installation, ausgestellt im Frappant Hamburg 2014: Act of Wellness – Noah Sow, Kurzfilm und Dokumentation 2015: Radio Meta, Hörspiel, Radiosatire, Travestie

Weblinks

Saraswatis Internetauftritt Interview auf Culture Counts Interview mit der Frankfurter Rundschau

Einzelnachweise

Kategorie:Hörfunkmoderator Kategorie:Person (Hessischer Rundfunk) Kategorie:Person (Westdeutscher Rundfunk) Kategorie:Aktivist Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Sachliteratur Kategorie:Person des Antirassismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Nichtbinäre Person