Neuburg an der Kammel (amtlich Neuburg a.d.Kammel) ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Günzburg nördlich von Krumbach.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Iller an der Kammel in Bayerisch-Schwaben.
Gemeindegliederung Es gibt die Gemarkungen Langenhaslach mit Naichen, Edelstetten mit Marbach, Neuburg a.d.Kammel und Wattenweiler.
Die Gemeinde hat 9 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Neuburg, Halbertshofen und Erisweiler liegen im Kammeltal, Marbach und Edelstetten im Tal des Haselbachs. Langenhaslach ist in dem Bereich, in dem der Haselbach in das Kammeltal übergeht und Naichen liegt an der Mündung des Haselbachs in die Kammel. Höselhurst und Wattenweiler liegen im Günztal.
Nachbargemeinden Im Norden grenzt die Gemeinde an die Gemeinde Kammeltal, im Nordosten an den Markt Burtenbach, im Osten an den Markt Münsterhausen, im Südosten an die Stadt Thannhausen und die Gemeinde Ursberg, im Süden an die Stadt Krumbach (Schwaben), im Südwesten die Gemeinde Deisenhausen, im Westen die Gemeinde Wiesenbach und im Nordwesten an die Gemeinde Ellzee.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Neuburg wird im Jahr 1209 erstmals urkundlich erwähnt. Die Herrschaft Neuburg an der Kammel gehörte zu der vorderösterreichischen Markgrafschaft Burgau. Das Lehen ging an folgende Adelsgeschlechter: Weißenhorn-Neuffen (1209–1347), Ellerbach (1348–1458), Rechberg zu Hohenrechberg (1460–1524) und Vöhlin v. Frickenhausen (1524–1816); Im Jahr 1347 wurde Neuburg das Stadtrecht verliehen, im 15. Jahrhundert ist es jedoch wieder zum Markt abgesunken. Kaiser Friedrich III. verlieh 1491 auf Bitten Ulrichs von Rechberg zu Hohenrechberg das Marktwappen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Neuburg besaß das Marktrecht mit Eigenrechten.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Langenhaslach (mit Naichen) und Wattenweiler (mit dem am 1. Januar 1926 eingemeindeten Höselhurst) sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Edelstetten (mit Marbach) eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1840 1871 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 Einwohner 2739 2542 2344 2070 3521 2845 2747 2757 2902 Jahr 1991 1995 2000 2005 2010 Einwohner 2902 3085 3043 3114 3110
Im Jahr 2004 verteilte sich die Einwohnerzahl von 3050 Einwohnern wie folgt auf die einzelnen Gemeindeteile:
Gemeindeteil Einwohner Neuburg 1124 Langenhaslach 676 Wattenweiler 551 Edelstetten 548 Halbertshofen 82 Naichen 73 Höselhurst 62 Erisweiler 18 Marbach 16
Religion Wie im größten Teil von Mittelschwaben ist die Bevölkerung der Gemeinde mehrheitlich katholisch.
Bis zum Jahr 1675 gab es in Neuburg eine jüdische Gemeinde.
Politik Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen: Partei/Liste Sitze Stimmenanteil CSU 8 47,1 % SPD/Unabhängige Wähler 3 20,2 % Freie Wählergemeinschaft 5 32,7 % Gegenüber der Amtszeit 2014 bis 2020 verlor die CSU zwei Mandate an die Freie Wählergemeinschaft; SPD/Unabhängige Wähler haben unverändert drei Sitze.
Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Markus Dopfer (CSU); dieser erhielt als einziger Bewerber 95,7 % der Stimmen. Seine Vorgänger waren Rainer Schlögl von 2008 bis 2020 und Georg Schwarz (CSU/Freie Wähler) von 2002 bis 2008.
Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2637 T€, davon waren 1047 T€ Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
miniatur|Lindenallee Das Schloss Neuburg an der Kammel besteht seit 1562. Das ehemalige Damenstift Kloster Edelstetten, heute als Schloss bezeichnet, ist einer der herausragenden Barockbauten im Landkreis Günzburg. Katholische Pfarrkirche und ehemalige Stiftskirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist Hammerschmiedemuseum Naichen Unterhalb der Schlossanlage führt eine alte Lindenallee zur Pfarrkirche. Diese ist als Naturdenkmal ausgewiesen.
Wirtschaft und Verkehr Neuburg liegt wie die Ortsteile Langenhaslach und Naichen an der von Süden nach Norden im Kammeltal verlaufenden Staatsstraße St 2024. In Langenhaslach mündet die Staatsstraße 2023, die von Thannhausen über Edelstetten verläuft, in die Staatsstraße 2024. Durch Wattenweiler und Höselhurst verläuft die B 16. Außerdem hat Neuburg einen Haltepunkt an der Mittelschwabenbahn.Neuburg (Kammel) auf bahnhof.de
Neuburg, Halbertshofen und Erisweiler liegen am Kammeltal-Radweg, Höselhurst und Wattenweiler am Günztalradweg.
Bildung Kindergarten (Neuburg) Grundschule (Neuburg)
Söhne und Töchter der Gemeinde mini|Lebens- und Wirkstätte des Bildhauers Christoph Rodt Christoph Rodt (* um 1575 in Neuburg; † 1634 in Großkötz) war ein Bildhauer des Frühbarock, dessen Werke vor allem in Mittelschwaben zu sehen sind; eines der Hauptwerke ist die Kreuzabnahmegruppe in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Neuburg. Johann Martin Kraemer (* 21. November 1713 in Edelstetten; † 5. März 1782), Baumeister und Architekt des Barock Paul Kuën (* 8. April 1910 in Neuburg; † 1997): Opernsänger war einer der führenden Charaktertenöre seiner Zeit. Kunibert (Blasius) Ott (* 2. Juli 1912 in Edelstetten; † 14. Juni 1952 im Gefängnis Oksadok, Nordkorea), Missionsbenediktiner, Märtyrer von Tokwon – (Missionsbenediktiner)
Siehe auch Liste der Straßennamen von Neuburg an der Kammel
Weblinks
Gemeinde Neuburg an der Kammel
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Günzburg Kategorie:Ort in Oberschwaben Kategorie:Ersterwähnung 1209 Kategorie:Markt in Schwaben Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1347