mini|Mehrere Prototypen beim 1000-km-Rennen von Silverstone Die Le Mans Series Saison 2008 war die fünfte Langstreckenmeisterschaft des ACOs. Sie wurde über fünf Rennen in der Zeit vom 5. April 2008 bis zum 14. September 2008 ausgetragen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Le-Mans-Series kämpften zwei Autokonzerne um den Sieg in der Prototypen-Klasse LMP1.

Änderungen 2008 Regelwerk Nach den Erfolgen des Semiwerksteams Penske Racing in der American Le Mans Series modifizierte der ACO das Regelwerk der Le-Mans-Prototypen. So war ab 2008 die Klasse LMP1 für Konstrukteure und Automobilhersteller vorgesehen, wohingegen sich die Klasse der leistungsschwächeren Prototypen LMP2 eher an Privatiers richten sollte. Darüber hinaus wurde das Mindestgewicht der beiden Klassen modifiziert. Während das Mindestgewicht der schwereren, aber leistungsstärkeren Fahrzeuge der LMP1, um 25 kg auf 900 kg reduziert wurde, durften die leichteren, aber leistungsschwächeren Prototypen der LMP2 nun 825 kg nicht unterschreiten. Die ursprüngliche Gewichtsdifferenz von 150 kg schrumpfte somit ab 2008 auf 75 kg. Um die Leistungsdifferenz der beiden Prototypenklassen deutlicher herauszustellen, durften LMP2s nun nicht mehr als 80 Liter Kraftstoff mitführen. Fahrzeuge der LMP1 hatten weiterhin einen entweder 90 Liter fassenden Benzin- oder 81 Liter großen Dieseltank. Auf der Motorenseite gestattete der ACO neben den reinrassigen LMP1-Rennmotoren ab 2008 auch homologatisierte auf Serienmotoren basierende GT1-Rennmotoren bis zu einem Hubraumlimit von 6000 cm³. Bedingung für einen Einsatz dieser leistungsgesteigerten Serienmotoren, war die jährliche Produktion von 1000 Aggregaten des Serienpendants. Außerdem wurden 2008 erstmals Dieselmotoren in der Prototypenkategorie LMP2 zugelassen. Diese Motoren mussten, ähnlich den GT-Motoren, aus der Serie abstammen. Im Gegensatz dazu aber mindestens 10000 mal im Jahr gefertigt worden sein. Die maximale Hubraumgröße der Dieselmotoren betrug 4400 cm³.Reglement Technique ACO – ACO Technical Regulations 2008 Prototype "LM"P1 & "LM"P2. 18. Dezember 2007 Zudem wurde das Sportliche Reglement in einigen Punkten angepasst. Mussten Fahrer bislang mindestens eine Stunde Fahrzeit vorweisen um Meisterschaftspunkte zu erhalten, wurde die Mindestanforderung auf 45 Minuten gesenkt. Außerdem sah der ACO nun vor, für Meisterschaftsläufe von mehr als 1000 km mehr Meisterschaftspunkte zu vergeben. So erhielten nun die ersten acht Fahrzeuge und deren Fahrer in längeren Rennen wie folgt Punkte: 15-12-9-7,5-6-4,5-3-1,5. Der Schlüssel für die klassische 1000-km-Distanz blieb dabei unangetastet bei 10-8-6-5-4-3-2-1.

Rennstrecken

Zunächst waren sechs Renntermine für die Saison 2008 vorgesehen. Das ursprünglich als Start für den asiatischen Ableger der Le Mans Series geplante Rennen und einziger Lauf außerhalb Europas in Shanghai, wurde im Mai 2008 mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage und der Olympischen Spiele abgesagt.Guido Quirmbach: tent/view/4470/192/ Stand: 29. Mai 2008 Ansonsten blieb der Kalender gegenüber dem Vorjahr konstant, einzig der Lauf auf dem Circuit Ricardo Tormo in der Nähe von Valencia entfiel zugunsten des 1000-km-Rennen von Barcelona.

Fahrzeuge Zum offiziellen Le Mans Series Vortests in Le Castellet erschienen zwei komplett neuentwickelte Fahrzeuge. Zum einen der geschlossene Prototyp ee1 von Epsilon Euskadi, zum anderen der Aston Martin V8 Vantage GT2. Durch Lieferschwierigkeiten nicht beim Vortests anwesend, trat der von Embassy Racing entwickelte Prototyp WF01 erst in Barcelona in Erscheinung. Ebenfalls zum ersten Rennen der Saison, meldete sich Gérard Welter mit einer Neuentwicklung für die LMP2-Kategorie zurück. Neben den neuen Chassiskonstruktionen wurden für die Saison 2008 auch eine Reihe von Fahrzeugen weiterentwickelt, allen voran der Lola B08/60 und dessen LMP2-Variante B08/80. Gegenüber dem Vorjahreswagen war der B08 als Coupé ausgeführt und somit der dritte geschlossene Le-Mans-Prototyp in dieser Saison.

Meisterschaft Bereits 2007 wurde neben der eigentlichen Klassenwertung die von Michelin gesponserte Michelin Energy Endurance Challenge ausgetragen. Während des Vortests in Le Castellet stellte Manager des ACOs Daniel Poissenot die Änderung für die Saison 2008 vor. So wurde in Zusammenarbeit mit Michelin die Wertung vereinfacht. Ziel war es laut Poissenot, die Wertung so umzustrukturieren, dass Preisgelder an denjenigen ausgeschüttet werden, der die größtmögliche Distanz mit dem geringsten Treibstoffverbrauch zurücklegen kann. Des Weiteren wurde von Seiten des ACO ein weiterer Aspekt während des ersten Rennwochenendes in Barcelona hinzugefügt. Mit dem Sieg in der Energiewertung ist ab 2008 eine automatische Einladung zum 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Folgejahr verbunden.2008 Le Mans Series Yearbook. 2008, S. 34

Teams und Fahrer LMP1 mini|Creation mit AIM-Motor in Silverstone Der amtierende Teammeister Peugeot-Total setzte auch 2008 seine beiden Fahrerpaarungen in der Le Mans Series ein, darunter unter anderem die beiden Sieger der Fahrermeisterschaft 2008. Mit der erneuten Teilnahme eines von Audi unterstützten Teams war die Saison das erste aufeinandertreffen der beiden Dieselprototypen in einer Meisterschaft. Bisher traten Peugeot und Audi nur in Le Mans und beim 12-Stunden-Rennen von Sebring gegeneinander an. Zusammen mit Audi fand auch Allan McNish zurück in die Serie. McNish war bis dahin insgesamt drei Gesamtsiegen einer der erfolgreichsten Prototypen-Piloten der Le Mans Series und in diesem Jahr zusammen mit Rinaldo Capello gemeldet, mit dem er im Vorjahr die American Le Mans Series gewinnen konnte. Obwohl Audi bereits 2004 und 2005 Rennen in der europäischen Meisterschaft fuhr, war es für Teameigner Reinhold Joest der erste Einsatz. Das letzte Einsatzteam von Audi, Team ORECA, war nach dem Engagement 2006 und 2007 in die GT1-Kategorie gewechselt und hatten in der Winterpause den Chassishersteller rund um Yves Courage übernommen. Nach der Eingliederung von Courage wurde dessen Prototyp LC70 weiterentwickelt und zu Beginn der Saison von ORECA gemeldet. So fuhren im ersten Prototyp die beiden LMS-GT1-Meister 2007 Soheil Ayari und Stéphane Ortelli, während sich das zweite Cockpit der ehemalige Formel-1-Pilot Olivier Panis mit Nicolas Lapierre teilten. ORECA übernahm von Courage ebenfalls 5,5-Liter-Motor von Judd. Insgesamt belieferte der britische Rennmotorenhersteller fünf der elf LMP1-Teams in dieser Saison. Während Judd damit weiterhin der meistgenutzte Motorhersteller blieb, nutzte das tschechische Rennteam von Antonin Charouz die neugeschaffene Option, ein GT1-Aggregat in einen Prototyp einzusetzen. Der Motor des neuen Lola-Coupés stammte aus einem Aston Martin DBR9 und war der einzige Benzinmotor mit 12 Zylindern im LMP-Feld. Das Werksteam vom Chassishersteller Creation sicherte sich bereits 2006 die exklusive Zusammenarbeit mit dem japanischen Motorhersteller AIM. Nach der Entwicklung des Motors 2007, folgte 2008 das europäische Renndebüt in der Le Mans Series.Guido Quirmbach: tent/view/2608/192/ Stand: 5. Dezember 2006 Wurde im Vorjahr der Großteil der Fahrzeuge von Lola gestellt, waren 2008 die Chassiskonstruktionen von Henri Pescarolo in der Überzahl. Während seine Mannschaft zwei Wagen des Typs Pescarolo 01 einsetzte, war mit Saulnier Racing ein weiteres Kundenteam in die LMP1 aufgestiegen. Darüber hinaus schrieb sich das britische Rollcentre Team ebenfalls ein Pescarolo-Chassis in die Starterliste ein. Alle vier Rennwagen waren mit Judd-Motoren ausgestattet, somit die am häufigsten Verwendete Chassis-Motoren-Kombination in der LMP1.

TeamChassisMotorReifenNr.StammfahrerErsatzfahrer Audi Sport Team Joest Audi R10 TDI Audi (Diesel) 1 Allan McNish Rinaldo Capello 2 Alexandre Prémat Mike Rockenfeller Scuderia Lavaggi Lavaggi LS1 AER P32T 3 Giovanni Lavaggi Wolfgang Kaufmann Saulnier Racing Pescarolo 01 Judd GV5.5 S2 4 Jacques Nicolet Marc Faggionato Richard Hein Team ORECA-Matmut Courage-ORECA LC70 Judd GV5.5 S2 5 Soheil Ayari Stéphane Ortelli Loïc Duval 6 Olivier Panis Nicolas Lapierre Team Peugeot Total Peugeot 908 HDi FAP Peugeot (Diesel) 7 Nicolas Minassian Marc Gené Jacques Villeneuve 8 Stéphane Sarrazin Pedro Lamy Alexander Wurz Charouz Racing System Lola B08/60 Aston Martin 10 Jan Charouz Stefan Mücke Creation Autosportif Creation CA07 AIM YS5.5 14 Felipe Ortiz Stephen Simpson Jamie Campbell-Walter Liz Halliday Ryan Lewis Stuart Hall 15 Robbie Kerr Stuart Hall Jamie Campbell-Walter Bruce Jouanny Pescarolo Sport Pescarolo 01 Judd GV5.5 S2 16 Emmanuel Collard Jean-Christophe Boullion Romain Dumas 17 Harold Primat Christophe Tinseau Rollcentre Racing Pescarolo 01 Judd GV5.5 S2 18 Vanina Ickx Martin Short João Barbosa Ducan Tappy Mikael Forsten Charlie Hollings Chamberlain-Synergy Motorsport Lola B06/10 AER P32T 19 Gareth Evans Bob Berridge Epsilon Euskadi Epsilon Euskadi ee1 Judd GV5.5 S2 20 Angel Burgueño Miguel Ángel de Castro 21 Adrián Vallés Shinji Nakano

LMP2 mini|Embassy WF01