Stiege ist ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt und staatlich anerkannter Erholungsort.
Klima mini|links|Klimadiagramm von StiegeNormalperiode 1961–1990. Deutscher Wetterdienst
Die durchschnittliche Lufttemperatur in Stiege beträgt 6,5 °C, der jährliche Niederschlag 815 Millimeter.
Geschichte Die in dem Ort befindliche Burg wurde vermutlich als Jagdschloss und zum Schutz des in der Umgebung früher betriebenen Bergbaus von den Grafen von Blankenburg gebaut und wird 1329 erstmals urkundlich erwähnt. Südöstlich des Ortes liegt im Selketal die frühneuzeitliche Wüstung Selkenfelde.
Am 1. Januar 2010 schloss sich die Gemeinde Stiege mit den Gemeinden Sorge, Elend und Tanne sowie den Städten Elbingerode (Harz), Hasselfelde und Benneckenstein (Harz) zur Stadt Oberharz am Brocken zusammen.Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010. StBA Wie für jeden Stadtteil wurde auch für Stiege ein Ortschaftsrat unter Vorsitz eines Ortsbürgermeisters gebildet.
Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Stiege war Rolf-Peter König.
Der Status als „Luftkurort“, der 1994 vorläufig und 2002 endgültig bestätigt wurde, bestand bis 2011.2012 kein Luftkurort mehr, siehe: Seit 2015 ist Stiege als Ortsteil von Oberharz am Brocken ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Wappen und Flagge Das Wappen wurde am 23. Juli 2008 durch den Landkreis genehmigt.
Blasonierung:
Die Farben der ehemaligen Gemeinde sind – ausgehend von der Tingierung des Wappens – Grün-Silber (Weiß).
Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.
Die Flagge ist grün – weiß – grün (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.
Gedenkstätten Sammelgrab auf dem Ortsfriedhof für 27 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus dem KZ Dora-Mittelbau im April 1945 bei ihrer Flucht von NS-Funktionären ermordet wurden. In Stiege wurden am 9. April 1945 drei flüchtige sowjetische Kriegsgefangene aufgegriffen und von einem örtlichen Hilfspolizisten erschossen.LG Göttingen, 3. Dezember 1953. In: Justiz und NS-Verbrechen. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Band XI, bearbeitet von Adelheid L. Rüter-Ehlermann, H. H. Fuchs, C. F. Rüter. Amsterdam: University Press, 1974, Nr. 382, S. 771–783
Sehenswürdigkeiten Schloss Stiege, erbaut ab 919, später umgebaut und erweitert Kirche Zur Hilfe Gottes, kreuzförmiger Fachwerkbau mit Holzverkleidung und barockem Frontturm, erbaut von 1707 bis 1711https://www.hasselfelde-evangelisch.de/gemeinden/stiege Stabkirche Stiege, 1905 für die Lungenheilstätte Albrechtshaus in Stabholzbauweise errichtet, 2021 nach Stiege versetzt Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 6,65 m (2015).
Verkehr Der Bahnhof Stiege ist ein wichtiger Unterwegsbahnhof der in Quedlinburg beginnenden Selketalbahn, die sich hier nach Hasselfelde und Eisfelder Talmühle verzweigt und bei Eisenbahnfreunden durch die Wendeschleife im Bahnhofsbereich bekannt ist.
Mit Buslinien der Harzer Verkehrsbetriebe und der Verkehrsgesellschaft Südharz bestehen Verbindungen nach Wernigerode, Güntersberge und Stolberg.
Der Ort liegt an der Bundesstraße 242, die den Harz aus dem östlichen Harzvorland bei Hettstedt kommend in westlicher Richtung über Hasselfelde, Braunlage, Clausthal-Zellerfeld bis in die Nähe von Seesen überquert.
Persönlichkeiten Georg Friedrich Wilhelm Alers (1811–1891), Forstsachverständiger und Schriftsteller, verfasste ein Fachbuch über den Calvörder Forst Theodor Hagemann (1761–1827), Direktor der Justizkanzlei in Celle Waldemar Rienäcker (1895–?), Unternehmer
Literatur
Berent Schwineköper (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 11: Provinz Sachsen Anhalt (= Kröners Taschenausgabe. Band 314). 2., überarbeitete und ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9, S. 452.
Weblinks
Burg Stiege auf burgrekonstruktion.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Harz Kategorie:Ortsteil von Oberharz am Brocken Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Harz) Kategorie:Ersterwähnung 1329 Kategorie:Gemeindeauflösung 2010 Kategorie:Ort im Harz Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Sachsen-Anhalt Kategorie:Ehemaliger Kurort in Sachsen-Anhalt Kategorie:Ehemaliger Flecken in Sachsen-Anhalt