mini|Die Kirche in Langennaundorf mini|Langennaundorf auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910). mini|Gedenkstätte Langennaundorf am Bahnkilometer 101,6

Langennaundorf ist ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und Teil der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Langennaundorf. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen direkt gewählten Ortsvorsteher.

Geographische Lage Langennaundorf liegt am Kreuzungspunkt der B 101 zwischen Berlin und Dresden und der L 60 zwischen Finsterwalde und Falkenberg/Elster. Als ein typisches Angerdorf ist es geprägt durch die zahlreichen Angerwege und die mit rotem und gelbem Klinker besetzten Bauernhöfe.

Geschichte Die Ortschaft wurde 1303 erstmals urkundlich als Nuwendorf erwähnt.Denkmale in Brandenburg, Landkreis Elbe-Elster Band 7.1. Hier führte eine ehemalige Handelsstraße (Salzstraße) von Halle (Saale)-Leipzig-Torgau kommend nach Breslau.

Das Dorf unterstand bis zur Reformation dem Zisterzienser-Kloster Dobrilugk. Langennaundorf war durch Ackerbau und Viehzucht geprägt. 1835 zählte das Dorf 47 Wohnhäuser mit 234 Einwohnern. An Vieh wurden 47 Pferde, 248 Stück Rindvieh und 19 Schweine gezählt.

Erst durch den beginnenden Bergbau im Braunkohletagebau-Gebiet Wildgrube/Tröbitz/Domsdorf fanden die Einwohner eine weitere Erwerbsmöglichkeit.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs war Langennaundorf Station des Verlorenen Zuges, der im April 1945 ca. 2500 jüdische Häftlinge vom KZ Bergen-Belsen ins KZ Theresienstadt bringen sollte. Der Zug hielt in der Nähe von Langennaundorf bei Kilometer 101,6, da die Weiterfahrt aufgrund der zerstörten Brücke über die Schwarze Elster nicht möglich war. Er musste umkehren und strandete schließlich am 23. April in Tröbitz. Heute erinnert ein Gedenkstein an die Opfer.

Am 31. Dezember 1998 wurde Langennaundorf in die Stadt Uebigau eingemeindet.Historisches Gemeindeverzeichnis 2005 für Brandenburg – Landkreis Uckermark (Online als PDF-Datei)

Bevölkerungsentwicklung + Entwicklung der Einwohnerzahl von Langennaundorf Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner1835 2341939 3781985 3521994 3341875 3001946 5261989 3431995 3391890 3301950 5461990 3431996 3311910 3501964 4031991 3491997 3391925 3781971 3971992 3492016 2641933 3821981 3731993 3372019 247

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrhaus

Bauwerke und Gedenkstätten → Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Uebigau-Wahrenbrück Dorfkirche Langennaundorf Denkmalgeschütztes Pfarrhaus mit Stallspeicher in der Dorfstraße 19. Gedenkstätte für den „Verlorenen Zug“ am Bahnkilometer 101,6

Vereinsleben und regelmäßige Veranstaltungen Alljährlich wird am 22. April an der Gedenkstätte am Bahnkilometer 101,6 der Opfer des „Verlorenen Zuges“ mit einer Gedenkfeier gedacht. Im Juni findet jedes Jahr das „Dorf- und Kinderfest“ statt.

Ortsansässige Vereine sind unter anderem die örtliche Freiwillige Feuerwehr sowie ein Kleingärtnerverein.

Literatur Erika Arlt: Die jüdischen Gedenkstätten Tröbitz, Wildgrube, Langennaundorf und Schilda im Landkreis Elbe-Elster. Herzberg 2000.

Weblinks

Ortsteil Langennaundorf In: Webauftritt der Stadt Uebigau-Wahrenbrück. Langennaundorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 1. Mai 2016

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Uebigau-Wahrenbrück) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Elbe-Elster) Kategorie:Ort im Landkreis Elbe-Elster Kategorie:Ort an der Schwarzen Elster Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindeauflösung 1998