Unter der Marke Regiobahn treten zwei miteinander verbundene Eisenbahnunternehmen auf, die im Großraum der nordrhein-westfälischen Hauptstadt Düsseldorf als Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen tätig sind:

Die Regionale Bahngesellschaft Kaarst-Neuss-Düsseldorf-Erkrath-Mettmann-Wuppertal mbH ist ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Städte Düsseldorf, Kaarst und Wuppertal sowie der Kreise Neuss und Mettmann. Sie ist Eigentümer dreier Bahnstrecken, auf denen hauptsächlich der Betrieb der Linie S 28 stattfindet. Über die Gleise der Regiobahn-Infrastruktur wird auch der Güterverkehr zur Abfüllanlage des Dornaper Kalkgebietes am Bahnhof Dornap-Hahnenfurth abgewickelt.

Die Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft mbH (RFG) ist das mit ihr verbundene Eisenbahnverkehrsunternehmen. Sie ist vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit dem Betrieb der Linien S 28 und RE 47 beauftragt. Ehemals hatte sie die Erbringung der Fahrbetriebsleistung sowie Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge ihrerseits an Transdev Rheinland (ehemals Rheinisch-Bergische Eisenbahn-Gesellschaft) vergeben.https://www.regio-bahn.de/data/files/triebfahrzeugfuehrerin_triebfahrzeugfuehrer.pdfhttps://www.regio-bahn.de/regiobahn-infrastruktur/historiehttps://www.newstix.de/downloads/20154.pdf Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2020 übernahm die Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft mbH (RFG) den Betrieb der S 28 vom bisherigen Dienstleister Transdev Rheinland. Durch die Übernahme eines 75-prozentigen Anteils wird der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zum 1. Januar 2025 Mehrheitsgesellschafter der Fahrbetriebsgesellschaft.

Geschichte Das Unternehmen wurde am 8. August 1992 von den beteiligten Städten und Kreisen gegründet. Am 1. Januar 1998 übernahm die Regiobahn die Bahnstrecken von Neuss nach Kaarst und von Düsseldorf-Gerresheim über Mettmann nach Dornap-Hahnenfurth von der Deutschen Bahn AG.

Ab dem 24. September 1998 wurden Sanierungsarbeiten auf dem Westast der von der Regiobahn betriebenen Strecke durchgeführt, nach Einstellung des bis dahin noch von der Deutschen Bahn durchgeführten Personenverkehrs am 2. Januar 1999 auch auf dem Ostast. Der Grundstein für die neue Servicestation in Mettmann wurde am 13. März 1999 gelegt, die Einweihung folgte im September 1999.

Am 26. September 1999 wurde der Betrieb auf der Strecke zwischen Mettmann und Kaarst zunächst im Stundentakt aufgenommen und ab dem 28. Mai 2000 auf einen 20-Minuten-Takt umgestellt. Der Betrieb oblag bis zu deren Verschmelzung mit Veolia Verkehr Rheinland im November 2006 der Rheinisch-Bergischen Eisenbahn-Gesellschaft (RBE), seitdem der Transdev Rheinland GmbH.https://www.regio-bahn.de/data/files/triebfahrzeugfuehrerin_triebfahrzeugfuehrer.pdfhttps://www.regio-bahn.de/regiobahn-infrastruktur/historiehttps://www.newstix.de/downloads/20154.pdf

Für die Verlängerung der Linie S 28 über den östlichen Endpunkt Mettmann Stadtwald hinaus bis nach Wuppertal Hauptbahnhof wurde im Sommer 2005 eine Neutrassierung beschlossen und 2009 bestand eine Baugenehmigung. Wegen der schlechten Finanzlage der Eigentümerkommunen konnte jedoch zunächst nicht mit den Bauarbeiten begonnen werden. Das Land Nordrhein-Westfalen übernahm den Hauptanteil der Kosten.

Im Dezember 2013 erteilte das Ministerium für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen die Zustimmung zum vorgelegten Bewilligungsantrag für die Verlängerung der S 28 von Mettmann Stadtwald nach Wuppertal Hbf. Der Baubeginn war Anfang 2014. Der Betrieb sollte ursprünglich nach Fertigstellung des Bauvorhabens im Dezember 2016 aufgenommen werden. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 erfolgte die Betriebsaufnahme der verlängerten S 28 über die neue etwa 1,8 Kilometer lange eingleisige Verbindungsstrecke der Regiobahn mit dem neuen Haltepunkt Hahnenfurth/Düssel zum Abzweig Wuppertal-Dornap Abzw an der Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr.

Für die östliche Verlängerung der S 28 werden die zweigleisige Bestandstrasse und ab Dornap-Hahnenfurth eine Neubaustrecke genutzt. Die S 28 erreicht darüber und anschließend über den Linienweg der S-Bahn-Linie S 9 als neuen Endpunkt Wuppertal Hauptbahnhof. Die ursprünglich vorgesehene, gleichzeitige Elektrifizierung der Regiobahn-Strecken hat noch nicht stattgefunden. Somit können die neuen, vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hierzu bestellten Triebzüge nicht eingesetzt werden.

Nach Stand Dezember 2020 soll der elektrische Betrieb zum Fahrplanwechsel 2026 aufgenommen werden.

Betrieb mini|links|hochkant=2.2|S 28 der Regiobahn Kaarst–Mettmann

Die Linie S 28 der S-Bahn Rhein-Ruhr verkehrt auf insgesamt 50 Kilometern von Wuppertal über Mettmann, Erkrath, Düsseldorf und Neuss nach Kaarst, dabei wird zwischen Düsseldorf-Gerresheim an der Verbindung von Wuppertal und Neuss Hbf über die Bahnstrecke Düsseldorf–Mönchengladbach ein insgesamt 16 Kilometer langer Streckenabschnitt der DB Netz befahren.

Im November 2010 gab der VRR im Tenders Electronic Daily bekannt, die Strecke ab Dezember 2011 für weitere 10 Jahre von der Regiobahn auf dem Wege einer Inhouse-Vergabe weiter betreiben lassen zu wollen, die schon bisher den Fahrbetrieb delegiert hat. Im März 2011 hingegen wurde diese beabsichtigte Direktvergabe in eine Ausschreibung über den Zeitraum von zehn Jahren umgewandelt., abgerufen am 20. Juli 2017. Gewinner der Ausschreibung war die bereits verkehrende Regiobahn. Am 19. Juli 2017 gab der VRR bekannt, die Verkehrsleistungen im Folgevertrag von 2021 bis 2036 erneut von der Regiobahn erbringen zu lassen., abgerufen am 20. Juli 2017.

Nachdem VIAS Rail die Notvergabe zum Betrieb der S 7 (Wuppertal – Remscheid – Solingen) ab Februar 2022 für sich entscheiden konnte, sind die zwischen Remscheid-Lennep und Düsseldorf Hbf verkehrenden Expresszüge (als Linie S 7) in der Hauptverkehrszeit bis Dezember 2022 von der Regiobahn bedient worden. Zum Dezember 2022 wurde die Regional-Express-Linie RE 47 (Düssel-Wupper-Express) von Düsseldorf über Hilden, Solingen und Remscheid Hbf nach Remscheid-Lennep in Betrieb genommen. Es kommen die Bestandsfahrzeuge des Typs Integral der Regiobahn sowie batterieelektrische Siemens Mireo zum Einsatz. +LinieLinienwegTaktangebotFahrzeitStationenLängeInbetriebnahmeFahrzeugeBemerkungKaarster See – Kaarst Mitte – Neuss Hbf – Düsseldorf-Bilk – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf-Gerresheim – Erkrath Nord – Mettmann Zentrum – Mettmann Stadtwald – Wuppertal-Vohwinkel – Wuppertal HbfKaarster See – Mettmann Stadtwald: 20 minMettmann Stadtwald – Wuppertal Hbf: 20/40 minGesamtstrecke am Wochenende: 30 min76 min2350 km26. September 1999Integral S5D95hält an allen Zwischenstationen, außer Wuppertal-SonnbornDüsseldorf Hbf – Düsseldorf-Eller Mitte – Hilden – Solingen Hbf – Solingen Grünewald – Solingen Mitte – Remscheid Hbf – Remscheid-Lennep60 min47 min841,7 km11. Dezember 2022 (temporäre Einstellung wg. Fahrzeugmangel von Mitte 2023 - vsl. Juni 2026), seit 01.07.26 Planbetrieb.Siemens Mireo Smart (B)Düssel-Wupper-Express

Infrastruktur Die drei der Regiobahn Infrastruktur gehörenden Strecken haben insgesamt eine Länge von knapp 24 Kilometern: Streckennr.StreckeArtikelLängeStationenEröffnungÜbernahme RegiobahnBemerkung2423Düsseldorf-Gerresheim (exklusive) – Dornap-HahnenfurthBahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd15 km4187319982530Kaarster See – Neuss Hbf (exklusive)Bahnstrecke Neuss–Neersen7 km4187719982727Dornap-Hahnenfurth – Wuppertal-Dornap Abzweig1,8 km12020–Neubau, Verbindung zur Bahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr

Weitere Planungen Westverlängerung Neben der 2020 abgeschlossenen östlichen Streckenverlängerung nach Wuppertal wurde auch eine Verlängerung in westlicher Richtung untersucht. Dabei war zunächst eine Streckenführung von Kaarst über Willich–Schiefbahn und –Neersen nach Viersen geplant. Um eine EU-Förderung für grenzüberschreitenden Verkehr zu erhalten, wäre eine Verlängerung bis zum niederländischen Venlo notwendig. Die standardisierte Bewertung dieser Variante ergab 2010 einen Nutzen-Kosten-Faktor von 2,14. In den 2010er Jahren wurde die Verlängerung nach Viersen weiterhin diskutiert, sie kam jedoch u. a. wegen des Widerstandes der Stadt Mönchengladbach, über deren Stadtgebiet knapp 2½ Kilometer der Trasse führen, auch in diesem Jahrzehnt nicht zustande. Eine 2015 durchgeführte standardisierte Bewertung ergab für die Verlängerung bis Viersen ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,25 für einen Betrieb mit Diesel- und von 1,22 für einen Betrieb mit Elektrofahrzeugen.online. PDF (49 S.)

Der Linienverlauf der S 28 folgt ab Neuss Hbf der Bahnstrecke Neuss–Neersen, die teilweise parallel zum Nordkanal verläuft und auf der ab 1968 nur noch bis Kaarst Zugverkehr bestand. Durch die Westverlängerung nach Viersen würde diese Bahnstrecke vollständig reaktiviert.

Circle Line 2005 gab es Überlegungen für eine Ringbahn (Circle Line) unter Einbeziehung der stillgelegten Niederbergbahn und einer neu zu bauenden Rheinüberquerung. Die Ringbahn sollte die niederbergischen Städte Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus und Ratingen sowie den Düsseldorfer Flughafen anbinden. In Neuss sollte der Ring geschlossen werden. Das Vorhaben ist 2015 gescheitert.Oliver Wiegand: Die Circle Linie bleibt ein Traum In: Rheinische Post, 28. Dezember 2015, abgerufen am 1. Dezember 2021. Durch Rückbau der Gleise und Umbau der Niederbergbahn zum Panoramaradweg Niederbergbahn steht eine Realisierung auch mittelfristig nicht zur Diskussion, jedoch wurde der Radweg bewusst mit dem Hintergedanken angelegt, die Trasse für eine mögliche Reaktivierung zu sichern.

Elektrifizierung mini|Beim ehemaligen Bahnhof Dornap-Hahnenfurth wird im angrenzenden Dornaper Kalkgebiet dort abgebauter und aufbereiteter Kalk in Güterwagen abgefüllt und auf Regiobahn-Gleisen abtransportiert.

Die Regiobahn plant seit 2014 die Elektrifizierung ihrer beiden Strecken. Zunächst sollte der Bau der Anlagen im Rahmen des Neubaus der Strecke nach Wuppertal erfolgen. Die Regiobahn hatte bereits 2015 die Beschaffung von drei elektrischen Triebzügen zur Lieferung Mitte 2017 ausgeschrieben. Insgesamt bestellte der VRR zehn dreiteilige Stadler Flirt 3XL zum Einsatz auf der Linie S 28. Die Lieferung der ersten vier Züge sollte im Dezember 2019 erfolgen. Da aufgrund des Widerspruchs eines Anliegers die Elektrifizierung der Strecke von Mettmann bis Wuppertal-Dornap aber erst deutlich später abgeschlossen werden kann, werden die vier Züge zunächst auf anderen Strecken im VRR eingesetzt. Im Sommer 2020 wurde bekanntgegeben, dass auf eine Elektrifizierung für bis zu sechs Jahre verzichtet wird und die von der Regiobahn bestellten Fahrzeuge vom VRR in seine Flotte für die S-Bahn Rhein-Ruhr übernommen werden. Im Sommer 2022 erhielt die Regiobahn den letzten noch fehlenden Planfeststellungsbescheid für die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Mettmann Stadtwald und Düsseldorf-Gerresheim. Der Beginn der Bauarbeiten war für Anfang 2024 geplant; der erste Oberleitungsmast des Abschnitts Kaarster See–Neuss Hbf. wurde am 26. Juli 2024 am Haltepunkt Kaarster See aufgestellt. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Fahrzeuge Die Regiobahn begann ihren Betrieb im Jahr 1999 mit 8 Fahrzeugen des Typs Bombardier Talent, zu denen im Jahr 2003 weitere 4 Fahrzeuge dazukamen. Zwischen Dezember 2020 und März 2021 wurden diese sukzessive durch Fahrzeuge des Typs Integral S5D95 ersetzt. Nach der vollständigen Elektrifizierung der Strecke ist ab dem Fahrplanwechsel 2026 der Einsatz des Fahrzeugtyps Stadler Flirt 3 XL geplant. Die bereits gebauten Fahrzeuge sollen bis dahin auf anderen Linien eingesetzt werden.

mini|Talent 1011 der Regiobahn in Neuss Hbf mini|VTE 2.39 der BayernBahn (ex AKN) am Bahnhof Mettmann Stadtwald mini|Integral S5D95 am neuen Haltepunkt Hahnenfurth/Düssel mini|Flirt 3XL in Regiobahn-Lackierung, eingesetzt von DB Regio NRW