Die Stadt Nidderau liegt am nordöstlichen Rand des Rhein-Main-Gebiets im hessischen Main-Kinzig-Kreis.
Nidderau ist die viertgrößte Stadt des Main-Kinzig-Kreises.
Geografie Lage Die Stadt liegt in der südlichen Wetterau und grenzt an die südwestlichen Ausläufer des Vogelsbergs, gehört aber verwaltungstechnisch noch zum Main-Kinzig-Kreis (in den 1970er Jahren Landkreis Hanau). Der Fluss Nidder gab der Stadt ihren Namen. Nidderau war im Jahr 2007 (wie auch schon in den Jahren 2004 und 2005) mit 1883 Sonnenstunden der sonnenreichste Ort in Hessen.
Nachbargemeinde und -kreise Nidderau grenzt im Westen an die Stadt Karben, im Nordwesten an die Stadt Niddatal, im Norden an die Gemeinde Altenstadt (alle Wetteraukreis), im Osten an die Gemeinden Limeshain (Wetteraukreis) und Hammersbach, im Süden an die Stadt Bruchköbel sowie im Südwesten an die Gemeinde Schöneck.
Stadtgliederung 30px Eichen 30px Erbstadt 30px Heldenbergen 30px Ostheim 30px Windecken
Geschichte Stadtbildung Die Stadt Nidderau entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Windecken und der Gemeinde Heldenbergen im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1970. Aus diesem Grund setzt sich das Nidderauer Stadtwappen aus dem Windecker und Heldenberger Wappen zusammen. Am 31. Dezember 1971 schlossen sich die nördlicher gelegenen Orte Eichen und Erbstadt an. Zuletzt folgte kraft Landesgesetz Ostheim am 1. Juli 1974.
Einwohnerentwicklung Einwohner (jeweils zum 31. Dezember; 2013: 30. Juni)
mini|400px|Einwohnerentwicklung von Nidderau von 1998 bis 2016
Jahr Einwohner 31. Dezember 1998 19.051 31. Dezember 1999 19.512 31. Dezember 2000 19.689 31. Dezember 2001 19.922 31. Dezember 2002 20.036 31. Dezember 2003 20.061 31. Dezember 2004 20.208 31. Dezember 2005 20.130 31. Dezember 2006 19.972 31. Dezember 2007 19.932 31. Dezember 2008 19.894 31. Dezember 2009 19.800 31. Dezember 2010 19.859 Jahr Einwohner 31. Dezember 2011 19.802 31. Dezember 2012 19.949 30. Juni 2013 19.964 31. Dezember 2016 20.051 31. Dezember 2017 20.120 31. Dezember 2018 20.333 31. Dezember 2019 20.830 30. September 2020 20.743 31. Dezember 2023 20.652 31. Dezember 2024 20.119
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Nidderau erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 38,21436,01341,01540,41544,91746,717 30,81233,91333,01229,31132,71231,512 17,0618,3712,9519,079,4310,04 5,829,3313,159,539,8411,84 1,912,51 — —1,913,31 — — 6,32—————————— Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 61,2 55,8 54,9 49,3 49,5 54,2 mini|Rathaus der Stadt Nidderau
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Nidderau neben dem Bürgermeister ein hauptamtlicher Erster Stadtrat und sieben ehrenamtliche Stadträte angehören.Gremien: Magistrat - MKK-Echo, 4. März 2022: PM der GRÜNEN Nidderau zur Nominierung von Rainer Vogel „einstimmig für eine zweite Amtszeit als Erster Stadtrat nominiert“ … „dieses Amt, welches er zum 1. September 2016 antrat.“ Bürgermeister ist seit dem 15. Mai 2021 Andreas Bär (SPD), der in der Kommunalpolitik bis dahin Fraktionsvorsitzender seiner Partei war. Er wurde als Nachfolger von Gerhard Schultheiß (SPD), der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 29. November 2020 im ersten Wahlgang bei 58,52 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,23 Prozent der Stimmen gewählt.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Nidderau 2021
Amtszeiten der Bürgermeister 2021–2027 Andreas Bär (SPD) FAZ.NET, 29. November 2020: Andreas Bär wird Bürgermeister. Wahl in Nidderau. 1997–2021 Gerhard Schultheiß (SPD)op-online, August 2019: Schultheiß (SPD) schließt Kandidatur für eine fünfte Amtszeit aus 1991–1997 Otfried Betz (SPD) 1970–1991 Willi Salzmann (SPD) (zuvor 1960–1970 Bürgermeister der Stadt Windecken)
Wappen und Flagge mini|100px Wappen links|100px Blasonierung: „Im gespaltenen Schild vorn drei goldene Sparren in Rot, hinten in Gold ein einköpfiger schwarzer Reichsadler am Spalt.“
Das Wappen wurde der Gemeinde Nidderau im damaligen Landkreis Hanau am 4. Mai 1971 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Der Adler stammt aus dem Wappen der früheren Gemeinde Heldenbergen und zeigt deren frühere Zugehörigkeit zur Burggrafschaft Friedberg. Die Sparren wurden aus dem Wappen der früheren Stadt Windecken übernommen und zeigen deren Zugehörigkeit zur Grafschaft Hanau. Auch die anderen drei Ortsteile gehörten früher zur Grafschaft Hanau und zeigten die Farben Rot und Gold in deren Wappen.
Flagge
Die Flagge wurde gemeinsam mit dem Wappen durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Die Flagge zeigt die beiden Farben Gelb und Rot, im oberen Drittel das Gemeindewappen.“
Partnerschaften Nidderau unterhält seit dem 1. September 1991 eine Partnerschaft mit dem thüringischen Gehren. Das ungarische Kurd ist seit dem 11. März 2000 ein sogenannter Kooperationspartner von Nidderau.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Neue Stadtmitte Seit dem Zusammenschluss der Kernorte Windecken und Heldenbergen klaffte eine nur dünn besiedelte Fläche zwischen den Ortsteilen, so dass schon bald der Wunsch nach einer neuen Stadtmitte aufkam. Nach langen Beratungen in den Gremien und der Öffentlichkeit entschloss man sich, eine ca. 13 Hektar große Fläche westlich der Konrad-Adenauer-Allee als neue Stadtmitte zu entwickeln. Gebaut wurde ein etwa 11.000 Quadratmeter großes Einkaufs- und Dienstleistungszentrum mit großem Parkplatz unter dem Namen „Nidderforum“. Die Verkaufsfläche beträgt 6000 Quadratmeter. Markanter Blickpunkt der zentralen gewerblichen Fläche ist ein erhöhtes Restaurant mit Fernblick bis Frankfurt. Die umgebenden weiteren Flächen sind für Eigenheim- und Mietwohnungsbau mit ökologischen Standards freigegeben. Baubeginn des Zentrums war im Mai 2015, die Eröffnung des Nidderforums erfolgte am 2. Juni 2016.Nidderforum nimmt Konturen an, Hanauer Anzeiger, 29. Oktober 2015
Der am 1. September 2019 in Betrieb genommene Nidderauer Solarpark in Windecken lieferte in der Anfangsphase 1,3 Megawatt Strom. Die Errichtung schlug mit rund 2,5 Millionen Euro zu Buche.Solarpark mit besten Einstrahlbedingungen, wetterauer-zeitung.de, 25. Juli 2019
Bauwerke mini|kath. Kirche Heldenbergen Schloss Naumburg, ehemaliges Cyriacuskloster Naumburg auf einer Anhöhe beim Erbstädter Ortsteil Reste der Burg Windecken Rathaus von 1520 und Jüdischer Friedhof in Windecken Stiftskirche Windecken (gotisch), Evangelische Kirche Ostheim (13. Jh.), Evangelische Kirche Eichen (um 1700), Evangelische Kirche Erbstadt (1744), Mariä Verkündigung Heldenbergen (1754) Oberburg in Heldenbergen Nicht mehr sichtbar ist die Nassburg, eine abgegangene Burg in Heldenbergen.
Buchmesse Main-Kinzig Seit 1999 veranstaltet die Stadt jährlich an einem Aprilwochenende (mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 und 2021) in der Windecker Willi-Salzmann-Halle eine regionale Buchmesse. Auf Messeständen präsentieren sich Kleinverlage und Selbstverleger, aber auch die Tages- und Werbezeitungen der Region sowie Vereine, die sich dem Drucken, dem grafischen Kunsthandwerk und der Schrifttradition widmen. Begleitet wird die Veranstaltung durch Autorenlesungen, einen Vorlesewettbewerb für Schulkinder und, am Vorabend der Messe, den Auftritt meist hochkarätiger Künstler aus den Bereichen Kabarett, Literatur oder Musik.Buchmesse Main-Kinzig
Wirtschaft und Infrastruktur Nahversorgung Zwischen Heldenbergen und Windecken befindet sich das Einkaufs- und Dienstleistungszentrum Nidderforum.Nidderforum
Verkehr Straßenverkehr In Nidderau kreuzen sich die Bundesstraße 45 und die Bundesstraße 521. Eine westliche Ortsumgehung für den Kernort Heldenbergen/Windecken wurde von 2009 bis 2015 gebaut, welche die Stadt vom Durchgangsverkehr vor allem in nord-südlicher Richtung entlastet. Die Gesamteröffnung der rund 8,3 Kilometer langen Strecke erfolgte Ende Juni 2015.
ÖPNV mini|rechts|Bahnhof Nidderau (2007) Die wichtigste Buslinie ist die Linie 562, die Nidderau und seine Stadtteile mit Hanau verbindet. Zu massiven Protesten kam es nach dem Fahrplanwechsel 2009, durch den sich die Fahrtzeit massiv verlängert hat, da das südlich gelegene Bruchköbel nicht mehr umfahren, sondern durchquert wird. Zudem gibt es auch die Stadtbuslinie MKK-45, die den Stadtteil Heldenbergen besser erschließt.
Bahn Im Stadtgebiet von Nidderau verlaufen zwei Bahnstrecken, die sich hier treffen. Der Bahnhof Nidderau liegt an der Bahnstrecke Friedberg–Hanau und der Niddertalbahn von Bad Vilbel nach Glauburg-Stockheim. Es bestehen Verbindungen nach Frankfurt am Main, Hanau, Friedberg und Glauburg-Stockheim am Vogelsberg. Daneben gibt es die drei Haltepunkte Nidderau-Windecken und Nidderau-Eichen an der Niddertalbahn sowie Ostheim (Kr Hanau) an der Bahnstrecke Friedberg-Hanau.
Radwege Durch die Ortsteile Windecken und Eichen führt der Radwanderweg Bahnradweg Hessen. Er führt auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön.
Bildung In der Stadt Nidderau gibt es vier Grundschulen, die Grundschule Ostheim, die Albert-Schweitzer-Schule Nidderau im Ortsteil Heldenbergen, die Kurt-Schumacher-Schule in Windecken und die Paul-Maar-Schule in Eichen. Darüber hinaus gibt es mit der Johann-Hinrich-Wichern-Schule im Stadtteil Ostheim eine Schule für Lernhilfe und Sprachheilschule und in Heldenbergen die Bertha-von-Suttner-Schule, eine integrierte Gesamtschule für die Klassen 5 bis 10.
Persönlichkeiten Wilhelm Adam (1893–1978), geboren in Eichen, Politiker und General Rudolf Anzinger (* 1952), geboren in Windecken, Staatssekretär in mehreren Bundesministerien Andreas Bär (* 1982), Politiker (SPD) und Bürgermeister der Stadt Nidderau Otfried Betz (1938–2020), Politiker (SPD), ehemaliger Bürgermeister der Stadt Nidderau Max Deisenroth (* 1990), Organist und Kirchenmusiker Rolf Gundlach (1931–2016), geboren in Heldenbergen, Ägyptologe Dietmar Köppel (* 1959), Schauspieler (Ein Fall für Zwei, Tatort, Der Weilburger Kadettenmord, Die Judenbuche (1980) u. a.), Sänger, Regisseur. Er war unter anderem am Schauspiel Frankfurt und Volkstheater Frankfurt engagiert. Heinrich Kurz (1862–1934), geboren in Windecken, Erfinder des sog. Süßen Heinrich, eines Zuckerstreuers. Er meldete auch ein Patent zur Geradestellung des Schiefen Turms von Pisa an. Nico Kurz (* 1997), Dartspieler Heinrich Wilhelm Laubach (1835–1906), geboren in Eichen, Kommunalpolitiker und Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau Wilhelm Leisler (1803–1871), geboren in Windecken, Gutsbesitzer, Kommerzienrat und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung Katharine Mehrling (* 1974 oder 1975), Sängerin, Musicaldarstellerin, Schauspielerin Lennard Oehl (* 1993), Bundestagsabgeordneter (SPD) Lassa Oppenheim (1858–1919), geboren in Windecken, deutscher Jurist Konrad Quillmann (1936–2002), deutscher Künstler, Keramiker und Designer für Porzellan KPM – Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, gestorben in Ostheim Bernd Reuter (* 1940), geboren in Heldenbergen, Politiker (SPD) und ehemaliger Bundestagsabgeordneter. Simone Reuthal (* 1979), Radio- und Fernsehmoderatorin Willi Salzmann (1930–1993), Politiker (SPD), 1. Bürgermeister der Stadt Nidderau Heinrich Schäffer (1811–1877), geboren in Erbstadt, Bürgermeister von Erbstadt und Mitglied der Zweiten Kammer der kurhessischen Ständeversammlung