mini|Logo von 1970 bis 1995 mini|Logo von 1996 bis 2012 WDR 2 ist die Pop- und Infowelle des Westdeutschen Rundfunks, dessen Zielgruppe (in werberelevanter Hinsicht) insbesondere 25- bis 59-jährige Hörer sind.
Programmprofil Das Programm von WDR 2 ist tagesbegleitend ausgelegt; es bietet einen Wechsel aus Nachrichten, Musik, Beiträgen, Service und Unterhaltung. WDR 2 spielt aktuelle Popmusik sowie Charterfolge aus den letzten vier Dekaden. Jeweils vor der vollen und der halben Stunde wird in der Regel Funkwerbung ausgestrahlt. Halbstündlich und bei Bedarf erfolgen Verkehrshinweise.
Programmchef ist seit dem 1. März 2022 Jürgen Kraus. Sein Vorgänger war Jochen Rausch, der in den Ruhestand gegangen ist. Gesendet wird überwiegend aus den digitalen WDR 2-Studios, die in den WDR Arkaden untergebracht sind. Der Sender unterhält eine eigene Hotline, die per E-Mail, Telefon, Fax, SMS und WhatsApp zu erreichen ist. Die Telefonnummer ist bei Höreraufrufen kostenlos, für Höreranfragen steht eine Kölner Festnetznummer zur Verfügung.
Programmzentrum mini|Eingang zu dem Programmzentrum (2010) mini|Blick in ein Sendestudio (2010) mini|Platz des Moderators im Sendestudio (2010) Das Programmzentrum von WDR 2 befand sich bis 2014 im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz direkt in der Innenstadt in der Nähe des Domes, welches ab April 1948 gebaut worden ist und in Abwendung vom Klassizismus mit geschwungenen Linien und vielen Flächen für Lichteinfall die Leichtigkeit der 1950er Jahre verkörpert. Im Inneren befindet sich ein Paternosteraufzug, der jedoch nur von den Betriebsangehörigen genutzt werden darf. Ansonsten stehen normale Aufzüge und eine Wendeltreppe zur Verfügung. Heute residieren noch die Sender WDR 3 und WDR 4 in dem Gebäude, das zum Kulturhaus umfunktioniert wurde.
Im Rahmen des Projekt Radio 2020 verließ WDR 2 das Funkhaus am Wallrafplatz und zog 2014 in die WDR Arkaden etwas weiter westlich in der Kölner Innenstadt. Dort sind im 1 Live-Haus auch die Radiosender 1 Live (Einzug im April 2012) und die Kölner Redaktion des multikulturellen Radioprogramms Cosmo untergebracht. Gemeinsam mit WDR 5 bezog WDR 2 dort das News-Haus.
Der Programmablauf ist überwiegend digitalisiert; lediglich für manche Musikeinspielungen, die von der eigentlichen Rotation abweichen, wird unter Umständen auf Schallplatten zurückgegriffen.
Historische Entwicklung Geschichtlicher Überblick bis Ende der 1990er Jahre Das Programm entstand am 30. April 1950 während der NWDR-Ära. Dieser öffentlich-rechtliche Sender war seit 1946 für die britische Besatzungszone zuständig. Nach Gründung der Bundesrepublik sendete der NWDR für die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sowie für West-Berlin zunächst ein gemeinsames Programm über Mittelwelle. Da die Kopenhagener Wellenkonferenz von 1948 dem besiegten Deutschland nur noch wenige gut zu empfangende Mittelwellen-Frequenzen gelassen hatte, wurde in Deutschland nach Alternativen gesucht. Nach der Einführung der UKW-Technik im Jahr 1950 sendete der NWDR mit Hauptsitz in Hamburg neben seinem Mittelwellen-Programm zwei UKW-Programme – UKW-Nord und UKW-West –, woraus später NDR 2 und WDR 2 erwachsen sind.
Während dieser Anfangsjahre entstanden die ältesten, teilweise noch heute im Programm stehenden Radiosendungen in Deutschland. So zum Beispiel die Regionalsendung Zwischen Rhein und Weser, die UKW-West seit dem 30. April 1950 sendete und die erst im Mai 2017 eingestellt wurde. Das gilt auch für das Mittagsmagazin, das im „Zweiten Programm des Westdeutschen Rundfunks“ – wie WDR 2 in den 1960er Jahren offiziell hieß – am 1. Februar 1965 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Die Sendung lief von 13:05 Uhr bis 15:30 Uhr. Moderator der ersten Sendung war Walter Hahn, der zusammen mit Dieter Thoma (später WDR-Radio-Chefredakteur) als „Erfinder“ dieser Urform aller aktuellen Radiomagazine in Deutschland gilt. Erster Redaktionsleiter wurde Hellmut Prinz, der vom Saarländischen Rundfunk kam. Das Mittagsmagazin war aus dem Stand ein Erfolg und hatte nach wenigen Monaten schon eine Einschaltquote von über 50 Prozent. Dieser Zuspruch hatte zur Folge, dass ab 13. Februar 1967 das Mittagsmagazin durch das Morgenmagazin (6:05 bis 8:45 Uhr) ergänzt wurde. Dessen erste Moderatoren waren Gisela Marx und Reinhard Münchenhagen.
Nachdem WDR 2 in den 1960er Jahren von aktuellen Magazinen und moderner Unterhaltungsmusik geprägt gewesen war, wurde ab Mitte der 1970er Jahre das Programm nach und nach zur aktuellen Welle mit populärer Rock- und Popmusik umgebaut. Legendär im Programm dieser Zeit waren Sendungen wie In Between, moderiert von Michael Rüsenberg, Schwingungen und Rock in, moderiert von Winfrid Trenkler, Schlagerrallye, moderiert von Wolfgang Neumann, später Robert Treutel und Wolfgang Roth (später auf WDR 1), Diskothek im WDR mit Mal Sondock, die Oldie-Show und später Yesterday mit Roger Handt, die Dave-Colman-Show, die Sendung Fünf nach Sieben – Radiothek und Freie Fahrt ins Wochenend’ am Samstagvormittag.Programmschema von WDR 2 Musikredakteur der Schlagerrallye und des Mittagsmagazins war viele Jahre lang Buddha Krämer.WDR Print 3/2018, S. 24–25; Online, abgerufen am 13. August 2019
Zwischen 1974 und 1994 moderierte Carmen Thomas Hallo Ü-Wagen, die erste Mitmachsendung im Rundfunk, in der sie 20 Jahre lang wöchentlich Menschen zu vom Publikum angeregten Alltags- und Tabuthemen mit Experten und Publikum live interviewte.
Ab Mitte der 1980er Jahre bestand ein interner Wettbewerb zwischen den beiden Wellen WDR 1 und WDR 2 um die junge Hörerschaft, da WDR 2 bis dahin der eigentliche Jugendsender des WDR war, inzwischen WDR 1 jedoch zu einem solchen umgestaltet wurde. Es gab zu dieser Zeit viele Moderatoren, die in beiden Programmen zu hören waren. Bereits seit Sommer 1986, und noch verstärkt seit Oktober 1991, musste sich WDR 2 diese Zielgruppe mit WDR 1 teilen, welches in seiner Ausrichtung bereits etwas „jugendlicher“ gewesen war. Die jugendlichen Zuhörer der 1970er und 1980er Jahre entsprechen der Zielgruppe des heutigen Senders.
Nach Beschluss des Rundfunkrats wurden ab 1987 Rundfunkwerbesendungen in WDR 2 eingeführt, was zu schwierigen Grundsatzdiskussionen führte.
Im Jahr 1991 wurde die bisher auf WDR 1 ausgestrahlte Sendung Sport und Musik, in der die Fußball-Bundesliga und die ARD-Schlusskonferenz übertragen wurden, von WDR 1 ins Programm von WDR 2 genommen.
Nachdem WDR 1 aufgrund schwindender Einschaltquoten am 1. April 1995 in die neue Jugendwelle Eins Live umgewandelt worden war, positionierte sich WDR 2 als Konsequenz in mehreren Schritten zur heutigen Service- und vor allem Informationswelle des WDR. mini|Nach der Programmreform 1995 mit dem Claim „Der Sender.“ eingeführtes Logo Am 2. Januar 1995 fand eine umfangreiche Programmreform bei WDR 2 statt. Der Sender wurde zur aktuellen Informationsleitwelle des WDR ausgebaut: In Abgrenzung vor allem zu Eins Live wurde WDR 2 ein mit Musikanteilen geprägtes Nachrichten-, Informations- und Serviceprogramm. Parallel dazu wurden, gleichzeitig mit einem neuen gesamten Erscheinungsbild des WDR, das rechtwinklige Logo sowie der Claim „WDR 2 – Der Sender.“ geschaffen. In dieser Zeit wurde beispielsweise die Sendung Westzeit (gesendet aus Dortmund) geschaffen und die Regionalnachrichten von der damaligen NRW-Welle WDR Radio 5 (heute WDR 5) übernommen und eingeführt. Tagsüber wurde dazu um kurz nach halb für zwei bis vier Minuten in die einzelnen Regionalstudios des WDR geschaltet. Weitere Neuerung war die Vereinheitlichung der Abendsendungen ab 19:20 Uhr. Darüber hinaus wurde die bis dahin legendäre Doppelmoderation im Morgenmagazin abgeschafft.
Im Jahr 1998 wurde die Ausrichtung als Informationsprogramm fortgesetzt und das Nachrichtenmagazin eingeführt. Hierbei handelte es sich um eigene Nachrichten von WDR 2, die während der Woche zunächst alle zwei Stunden von 8:05 Uhr bis 18:00 Uhr ausgestrahlt wurden. Während der übrigen Zeit wurden weiterhin die zentral produzierten WDR-Nachrichten gesendet. Wesentlicher Bestandteil im Vergleich zu den übrigen WDR-Nachrichten waren Beiträge in Form von Originaltönen als Einspielung, daher auch die Bezeichnung „O-Ton-Nachrichten“.
Weiterer Verlauf mini|Das Logo nach der Programmreform von März 2005 Zu Beginn des Jahres 2000 gab es weitere Änderungen. Die Sendung Zeitzeichen, bisher ab 19:05 Uhr, wurde in die Programme von WDR 3 und WDR Radio 5 verlegt und mit dem Stichtag bei WDR 2 eine neue Sendereihe mit Blick auf historische Inhalte geschaffen. Darüber hinaus wurden die Jingles ein wenig abgeändert, der Zusatz „Der Sender“ am Ende entfiel und stattdessen wurde der Name des Moderators der Sendung genannt. Der Claim wurde in den Folgejahren teilweise abgewandelt verwendet, so zum Beispiel mit dem Zusatz „Das Wesentliche“ im Rahmen einer Image-Kampagne in Printmedien im Jahr 2003. Das eigenständige Nachrichtenmagazin wurde abgeschafft und stattdessen gab es von 8:00 Uhr an von Montag bis Freitag jede Stunde welleneigene Nachrichten. Seit 2001 gibt es dafür ein eigenes Nachrichtenstudio im WDR-2-Programmzentrum.
Zum 1. März 2005 wurde eine weitere Programmreform vorgenommen, in deren Zuge ein komplett neues On-Air-Design eingeführt wurde. Die Jingles waren von nun an allgemeiner gehalten, sodass kein Name des Moderators mehr genannt wurde. Der Claim „Der Sender.“ blieb bestehen und wurde um den nicht permanent zum Einsatz kommenden Zusatz „Das Leben hören.“ ergänzt. Station-Voices waren seitdem Karsten Klaue († 11/2014) und Marion von Stengel. Seit der Programmreform werden zwischen 6:00 und 18:00 Uhr, an Wochenenden ab 8:00 Uhr, stündlich eigene Nachrichten gesendet. Im Übrigen wurden die Regionalnachrichten zur halben Stunde auf eine einheitliche Länge von drei Minuten gebracht. Eine weitere Änderung war, dass ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Westzeit, sondern die Sendung Zwischen Rhein und Weser aus dem Studio Dortmund gesendet wird. Als neue Sendung wurde das Nachtleben in der Nacht von Samstag auf Sonntag eingeführt, die jedoch bereits Mitte 2007 wieder eingestellt wurde.
Mitte April 2007 wurde das Programm am Wochenende neu gestaltet. Die Westzeit und das Mittagsmagazin kompakt am Samstag sowie die Sendung Der Sonntag am Sonntagvormittag entfielen. Dafür wurden zwei Personality-Shows von 9:05 Uhr bis 14:00 Uhr eingeführt: am Samstag Bug am Samstag, moderiert von Thomas Bug, und am Sonntag Matuschik am Sonntag mit Matthias Matuschik. Der Beginn der Sendung Liga Live am Samstag wurde auf 14:05 Uhr vorverlegt. Anfang Januar 2008 wurde Matuschik am Sonntag durch die inhaltsähnliche Sendung Zwei am Sonntag (seit August 2009: WDR 2 am Sonntag) ersetzt. Statt Bug am Samstag läuft seit März 2008 Der Samstag (seit August 2009: WDR 2 am Samstag).
Am 5. Mai 2008 erhielten die Musiksendungen am Abend die einheitliche Bezeichnung Musikclub und die sendereigenen Nachrichten wurden bis 20:00 Uhr verlängert. Zudem wurden neue Opener für die Sendungen und ein eigener Verkehrsjingle eingeführt.
Seit September 2008 wurden – speziell in den Sendungen Yesterday und Musikclub-Classics – wieder einzelne Musiktitel mittels EMT 948 von der Schallplatte eingespielt.
Am 2. Januar 2009 stellte WDR 2 sein eigenes Nachtprogramm ein und übernahm stattdessen die ARD-Popnacht, die man lediglich montags und mittwochs weiterhin selbst produzierte.