Rosbach vor der Höhe (amtlich Rosbach v. d. Höhe) ist eine hessische Stadt am Rande des Taunus südwestlich von Friedberg (Hessen) im Wetteraukreis.
Geografie mini|links|Ober-Rosbach am Winterstein
Nachbargemeinden und -kreise Rosbach grenzt im Norden an die Stadt Friedberg (Hessen), im Osten an die Gemeinde Wöllstadt, im Süden an die Stadt Karben (alle im Wetteraukreis) sowie im Westen an die Städte Bad Homburg vor der Höhe und Friedrichsdorf und die Gemeinde Wehrheim (alle drei im Hochtaunuskreis).
Stadtgliederung Rosbach besteht aus den Stadtteilen Nieder-Rosbach (2422 Einwohner), Ober-Rosbach (6070 Einwohner) und Rodheim vor der Höhe, (5080 Einwohner) (Stand 2022).
Geschichte Bodenfunde reichen bis in bandkeramische und keltische Zeit zurück.
Die älteste erhaltene Erwähnung von „Rosbach“ stammt aus dem Jahr 884, der ursprünglich selbständige Stadtteil Rodheim wurde bereits 805 im Lorscher Codex dokumentiert. Die Namensherkunft steht nicht eindeutig fest, als wahrscheinlichste Erklärung gilt aber die Ableitung aus dem mittelhochdeutschen Wort „roezen“ oder „rozen“ (rösten), welches einen Aufschlussvorgang bei der Flachsverarbeitung bezeichnete.
884 ging Ober-Rosbach als kaiserliche Schenkung an das Kloster Fulda. Später ging der Ort in den Besitz der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, des Grafen von Nassau und des Kurfürsten und Erzbischofs von Trier über. 1663 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte. Der Stadtteil Rodheim v. d. Höhe war von etwa 1600 bis 1821 Sitz des Amtes Rodheim.
Von 1850 bis 1926 wurde in 80 Grubenbauen Manganerzbergbau betrieben. 1901 wurden Nieder-Rosbach und Rodheim durch die Eisenbahnstrecke Friedberg–Homburg an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. 1912 wurde die bis dahin gemeinsame Gemarkung in Nieder- und Ober-Rosbach getrennt.
Über den Brandanschlag in Rosbach 1988 durch Sympathisanten der wurde bundesweit berichtet.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständige Gemeinde Nieder-Rosbach in die Stadt Ober-Rosbach eingegliedert. Die Stadt Ober-Rosbach wurde amtlich in Rosbach umbenannt. Am 1. August 1972 wurde diese kurzlebige Stadt mit der Gemeinde Rodheim vor der Höhe kraft Landesgesetz zu einer neuen Stadt Rosbach zusammengeschlossen. Am 14. März 1973 erhielt diese den Namen Rosbach vor der Höhe.
Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rosbach vor der Höhe erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 27,79 28,0 9 26,1 8 29,1 9 34,8 11 40,6 15 Stimme Stimme RosbachRodheim22,27 17,0 5 12,2 4 — — — — — — 16,95 17,0 5 8,3 2 13,6 4 6,7 2 — — 14,34 14,6 5 15,2 5 13,6 4 16,7 5 15,8 6 11,84 13,7 4 22,4 7 24,5 8 23,0 7 29,8 11 7,02 8,6 3 11,6 4 5,6 2 6,7 2 5,2 2 SALZ Soziale Alternative Lebenswerte Zukunft—— 1,1 0 4,2 1 — — — — — — puR parteiunabhängige Rosbacher—— — — — — 10,2 3 7,7 3 8,7 3 —— — — — — 3,4 1 — — — — —— — — — — — — 4,4 1 — — Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 54,0 52,6 50,8 46,9 45,8 53,3
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Rosbach vor der Höhe neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und sechs weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 17. März 2019 der parteiunabhängige Steffen Maar. Er wurde am 11. November 2018 in einer Stichwahl, die der Amtsinhaber Thomas Alber verfehlte, bei 54,8 Prozent Wahlbeteiligung mit 54,3 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im September 2024.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 22. September 2024 in Rosbach v. d. Höhe
Amtszeiten der Bürgermeister 2019–2031 Steffen MaarCDU Rosbach, 18. März 2019: Aus einer Idee wurde ein Kandidat – aus einem Kandidaten ein Bürgermeister; Amtseinführung von Steffen Maar – Wetterauer Zeitung, 9. August 2019: Probleme? Alle lösbar: „Neu im Amt, aber schnell angekommen: Bürgermeister Steffen Maar hat viel vor in Rosbach“ 2013–2019 Thomas AlberWetterauer Zeitung, 9. April 2019: Thomas Alber: Gelassen in die Selbstständigkeit 1997–2013 Detlef BrechtelFR, Dezember 2008: Der Marathonmann: „Mit dem Beginn des kommenden Jahres tritt der 66 Jahre alte parteilose Politiker seine fünfte und letzte Amtszeit an. … Er kann nur noch fünf Jahre im Amt bleiben, da er nach dem Beamtengesetz mit Vollendung des 71 Lebensjahres ausscheiden muss.“ – Frankfurter Rundschau, 2013: Bürgermeister Detlef Brechtel hadert mit CDU, Grünen, Piraten und der FDP: „Am 16. März scheidet Detlef Brechtel aus dem Amt.“ – 1991–1996 Reinhold Medebach (SPD) (1952–2024)FNP, 15. März 2024: Früherer Bürgermeister Reinhold Medebach gestorben: „Der frühere Rosbacher und Hirzenhainer Bürgermeister Reinhold Medebach ist im Alter von 71 Jahren verstorben.“ 1979–1990 Detlef BrechtelWetterauer Zeitung, April 2008: Bürgermeister Brechtel feiert 40-jähriges Jubiläum im öffentlichen Dienst: „In der nächsten Parlamentssitzung Ende April soll der 66-Jährige dafür geehrt werden … am 1. Januar 1979 begann Brechtels erste Amtszeit als Bürgermeister“
+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2024 34,1 Steffen Maar 91,1 2018Stichwahl 54,8 Steffen Maar 54,3 Christoph Käding 45,7 2012Stichwahl 50,7 Thomas Alber 56,3 Henrik Schnabel CDU 43,7 2008 32,7 Detlef Brechtel 73,1 2002 54,0 Detlef Brechtel 71,9 Dieter Launhardt SPD 28,1 1996Stichwahl 65,6 Detlef Brechtel 50,8 Reinhold Medebach SPD 49,2
Wappen rechts|100px|Wappen
Blasonierung: In Gold ein roter Sparren, oben begleitet von einem blauen Turm und einer stilisierten blauen Schäferschippe, unten von einer roten Rose mit goldenem Butzen und grünen Kelchblättern. Bedeutung: Die Schäferschippe steht für das ehemals selbstständige Nieder-Rosbach, der Turm für den vier Kilometer vom eigentlichen Rosbach entfernt gelegenen alten selbständigen Ort Rodheim vor der Höhe, der 1972 als neuer Stadtteil zu Rosbach hinzugekommen ist, die Rose, das Symbol Ober-Rosbachs, steht für Rosbach als ganzes.
Städtepartnerschaften Partnerstädte von Rosbach sind Netzschkau im sächsischen Vogtland (seit 1990) sowie seit 1995 Ciechanowiec in Polen und Saint-Germain-lès-Corbeil in Frankreich.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Zentrallager der Rewe – hier in der alten Farbgebung (rot-grün)
Wirtschaft Im Stadtteil Nieder-Rosbach befindet sich die Mineralquelle Rosbacher Brunnen, die seit 2001 zu den Hassia Mineralquellen gehört; das Mineralwasser der Marke Rosbacher wird seit 2009 über eine Rohrleitung vom Quellort zum Abfüllbetrieb nach Bad Vilbel geleitet. Weiterhin befindet sich im Stadtteil Ober-Rosbach ein großes, weithin sichtbares Zentrallager und Verwaltungsgebäude der Rewe Deutscher Supermarkt KGaA. Im selben großen Gewerbegebiet mit Einzel- und Großhandelsunternehmen finden sich zwei Fast-Food-Restaurants, Supermärkte und Tankstellen. Seit 2009 befindet sich dort ebenfalls die Deutschlandzentrale der Triumph Motorcycles Limited. Im angrenzenden Waldgebiet finden sich Quarzitsteinbrüche.
Verkehr Die Stadt verfügt über einen Bahnanschluss an die Bahnstrecke Friedberg–Friedrichsdorf, die bis 2029 elektrifiziert werden soll. Der Bahnhof Rosbach v d Höhe wurde im Jahr 1901 eröffnet, das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz und beherbergt unter anderem die Stadtbücherei.
Von der nahe gelegenen Anschlussstelle Friedberg der Bundesautobahn 5 ausgehend führt die Bundesstraße 455 zwischen Ober-Rosbach und Nieder-Rosbach durch das Stadtgebiet nach Friedberg. Seit Ende 2013 führt die Kreisstraße 11 den Verkehr zwischen Ober-Wöllstadt und der Autobahn auf einer Ortsumgehung südlich um Nieder-Rosbach herum.
Bildungseinrichtungen mini|Kapersburgschule Kapersburgschule: Grundschule (Ober- und Nieder-Rosbach) Erich Kästner-Schule: Grund-, Haupt- und Realschule (Rodheim) Kindertagesstätte „Alte Schule“ (Rodheim vor der Höhe) Kindertagesstätte „Regenbogenhaus“ (Rodheim vor der Höhe) Kindertagesstätte „Luna“ – Taunusblick (Nieder-Rosbach) Kindertagesstätte „Am Kirschenberg“ (Ober-Rosbach) Kindertagesstätte „Villa Konfetti“ – Obergärten (Nieder-Rosbach) Kindertagesstätte „Kinderhaus Bergstraße“ (Ober-Rosbach) Kindertagesstätte „Kita VzF Sang“ (Ober-Rosbach)
Sehenswürdigkeiten mini|350px|Panorama
Im Stadtteil Nieder-Rosbach befindet sich eine denkmalgeschützte Wasserburg, die im Eigentum der Stadt steht und als Veranstaltungsraum und Begegnungsstätte dient. Gut drei Kilometer westlich des Stadtteils Ober-Rosbach liegt das römische Kastell Kapersburg, das als eine der besterhaltenen Anlagen des Obergermanisch-Raetischen Limes gilt. Anlässlich der Anerkennung des Limes als UNESCO-Weltkulturerbe wurde das bereits um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ausgegrabene und konservierte Kastell erneut vollständig restauriert und das gesamte Gelände in einen archäologischen Park umgewandelt.
Kulturdenkmäler in Rosbach vor der Höhe
Kirchen In der Gemeinde finden sich folgende Kirchen:
Evangelisch Stadtkirche Ober-Rosbach Burgkirche Nieder-Rosbach Evangelische Kirche Rodheim vor der Höhe
Katholisch mini|Katholische Kirche St. Michael St. Michael,St. Michael Stadtteile Ober-Rosbach und Nieder-Rosbach St. Johannes Evangelist, Stadtteil Rodheim
Orgeln in Rosbacher Kirchen
Natur Liste der Naturdenkmäler in Rosbach vor der Höhe
Städtepartnerschaften Netzschkau, Vogtland (Sachsen), seit 1990 Ciechanowiec, Polen, seit 1995 Saint-Germain-lès-Corbeil, Département Essonne, Frankreich, seit 1996
Persönlichkeiten Margarete Elisabeth von Leiningen-Westerburg (1604–1667), Gräfin von Leiningen und Regentin der Landgrafschaft Hessen-Homburg Wilhelm Christoph von Hessen-Bingenheim und Hessen-Homburg (1625–1681), Landgraf von Hessen-Homburg Ernst Friedrich Felix Rumpf (1764–1849), geboren in Oberroßbach, Apotheker, Chemiker und Hochschullehrer Adolf Reichwein (1898–1944), Pädagoge, Wirtschaftswissenschaftler und Kulturpolitiker (SPD). Er war aktiv im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur. Er lebte als Kind in Ober-Rosbach und besuchte dort die Volksschule. Helmut Neubauer (1925–2001), geboren in Rodheim vor der Höhe, Osteuropa-Neuzeithistoriker Volkert Kraeft (* 1941), Schauspieler, lebt in Rosbach. Frank Farian (1941–2024), Musikproduzent, unterhielt viele Jahre ein Anwesen mit Tonstudio in Rosbach. Jessica Wahls (* 1977), Sängerin, Moderatorin und Modedesignerin, Mitglied der deutschen Girl-Group No Angels Till Helmke (* 1984), Sprinter und Sportfunktionär. Wuchs in Rosbach auf. Maja Nielsen (* 1964), Schriftstellerin, lebt in Rosbach.
Weblinks
Internetauftritt der Stadt Rosbach vor der Höhe
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Gemeindegründung 1972 Kategorie:Stadt in Hessen Kategorie:Ersterwähnung 884