mini|Kirche Skaisgirren (Kreuzingen) mit Eingangsportal zum einstigen Kirchhof Bolschakowo (, deutsch bis 1938 Groß Skaisgirren und 1938–45 Kreuzingen, polnisch Skajzgiry, litauisch Didieji Skaisgiriai) ist eine Siedlung im Rajon Slawsk der russischen Oblast Kaliningrad. Der Ort Bolschakowo gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Slawsk.

Geographische Lage Bolschakowo liegt am Südrand der Elchniederung in einer Marschenlandschaft und hat Einwohner (Stand ). Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich hier der größte Viehverladebahnhof Deutschlands.

Der Ort befindet sich an der Föderalstraße A216 (ehemalige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77) von Talpaki (Taplacken) nach Sowjetsk (Tilsit). Außerdem enden hier die Regionalstraßen 27A-145 (ex A190) von Polessk (Labiau) und 27A-009 (ex A197) von Tschernjachowsk (Insterburg). mini|Rekonstruierte Kirche Skaisgirren (Kreuzingen), links die frühere Aussegnungshalle mini|rechts|Der Bahnhof Bolschakowo Bolschakowo ist Bahnstation an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk. Vor 1945 endete hier außerdem eine Kleinbahnstrecke von Insterburg über Buchhof (Buchowo) kommend, die von den Insterburger Kleinbahnen betrieben wurde.

Geschichte Der spätere Marktflecken SkaisgirrenD. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Kreuzingen mit evangelischer Kirche, Amtsgericht Skaisgirren, Elektrizitätswerk, Maschinenfabrik, Schule, Getreidemühle, Sägewerk, Post- und Bahnstation erfuhr seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1583.

Am 26. März 1874 wurde der Ort Zentrum und namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk,Rolf Jehke: Amtsbezirk Groß Skaisgirren/Kreuzingen der – am 18. April 1939 in „Amtsbezirk Kreuzingen“ umbenannt – bis 1945 zum Kreis Niederung (ab 1939 „Kreis Elchniederung“) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehört. Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – 1938 erhielt Groß Skaisgirren in „Kreuzingen“ umbenannt.

Mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen kam Kreuzingen in Kriegsfolge 1945 zur Sowjetunion und erhielt im Juni 1947 die russische Bezeichnung „Bolschakowo“.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets. Im Juli 1947 wurde der Ort sogar Amtssitz des neu gebildeten Rajon Bolschakowo,Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 25 июля 1947 г. «Об административно-территориальном устройстве Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 25. Juli 1947: Über den administrativ-territorialen Aufbau der Oblast Kaliningrad) der bis 1962 bestand und danach an den Rajon Slawsk angeschlossen wurde. Von 2008 bis 2015 war Bolschakowo Sitz einer Landgemeinde und gehört seit 2016 zum Stadtkreis Slawsk.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1946 Jahr Anzahl Einwohner Anmerkungen 1818 144 in zwei Ortsteilen mit 89 bzw. 55 EinwohnernAlexander A. Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preußischen Staats. Band 4, Halle 1823, S. 326 Ziffern 4832 und 4833. 1852 248 Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 579. 1861 350 im Dezember, in 70 GebäudenKühnast: Nachrichten über Grundbesitz, Viehstand, Bevölkerung und öffentliche Abgaben der Ortschaften in Littauen nach amtlichen Quellen. Band 3, Gumbinnen 1863, S. 208–209. 1871 360 Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 27, Ziffer 2. 1885 731 1905 1286 meist EvangelischeLexikoneintrag Skaisgirren, in: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 18, Leipzig/Wien 1905, S. 516. 1910 1466 am 1. Dezember 1933 1894 1939 2268

+ Einwohnerzahlen seit dem Zweiten Weltkrieg Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1959 2.052 2002 2.059 2010 2.448

Amtsbezirk Groß Skaisgirren/Kreuzingen (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 war Groß Skaisgirren namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Niederung (ab 1939 Amtsbezirk Kreuzingen, Kreis Elchniederung) im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen. Ihm gehörten anfangs elf Orte an, am 1. Januar 1945 waren es aufgrund zahlreicher Umstrukturierungen nur noch sechs: Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Bemerkungen Georgenwalde 1893 nach Kletellen eingegliedert Gronwalde 1893 nach Klein Girratischken eingegliedert Groß Girratischken Wartenhöfen Groß Skaisgirren Kreuzingen Bolschakowo Klein Girratischken ab 1935:Gronwalde Klein Ischdaggen Georgenforst Klein Wixwen 1912 nach Kumpelken (Amtsbezirk Parwischken) eingegliedert Leidingsfelde 1893 nach Klein Girratischken eingegliedert Paossen Margen 1928 nach Wilhelmsbruch eingegliedert Szanlauken Warschauningken ab 1893:Kletellen Georgenheide Uroschainoje ab 1929:Wilhelmsbruch, Forst

Am 1. Januar 1945 gehörten noch die Gemeinden Georgenforst, Georgenheide, Gronwalde, Kreuzingen, Wartenhöfen und Wilhelmsburch, Forst zum Amtsbezirk.

Bolschakowski selski Sowet/okrug 1947–2008 Der Dorfsowjet Bolschakowski selski Sowet (ru. Большаковский сельский Совет) wurde im Juni 1947 zunächst im Rajon Slawsk eingerichtet. Im Juli 1947 gelangte der Dorfsowjet in den neu geschaffenen Rajon Bolschakowo. Im Jahr 1960 wurde (vermutlich) der Pridoroschny selski Sowet angeschlossen. Seit 1963 gehörte der Dorfsowjet (wieder) zum Rajon Slawsk. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Bolschakowski selki okrug (ru. Большаковский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Bolschakowskoje selskoje posselenije übernommen.

Ortsname Name bis 1947/50 Bemerkungen Bagrationowskoje (Багратионовское) Langendorf Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Bolschakowo (Большаково) Groß Skaisgirren, 1938–1945: „Kreuzingen“ Verwaltungssitz Dessantnoje (Десантное) Ein in der Nähe der Ortsstelle Kellmienen/Kellen entstandener neuer Ort. Dserschinskoje (Дзержинское) Gowarten Der Ort wurde 1950 umbenannt. Dubrowka (Дубровка) Spannegeln Der Ort wurde 1947 umbenannt. Er gehörte zunächst zum Dorfsowjet Kalinowski. Nachdem er in den Dorfsowjet Bolschakowski eingegliedert worden war, gehörte er schließlich zum Dorfsowjet bzw. Dorfbezirk Wyssokowski. Gromowo (Громово) Lauknen, 1938–1945: „Hohenbruch (Ostpr.)“ Der Ort wurde 1950 umbenannt. Kimrskoje (Кимрское) Alt Kriplauken, 1938–1945: „Kripfelde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pridoroschny eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1988 an den Ort Pridoroschnoje angeschlossen. Krasnosnamenskoje (Краснознаменское) Klein Girratischken, 1938–1945: „Gronwalde“ Der Ort wurde 1947 (allerdings als "Kriklauken") umbenannt. Lewobereschje (Левобережье) Schemlauken, 1938–1945: „Roßberg“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pridoroschny eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Majakowskoje (Маяковское) Jägerkrug Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pridoroschny eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Nabereschnoje (Набережное) Karlsrode Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Nagornoje (Нагорное) Gobienen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pridoroschny eingeordnet. Er wurde vermutlich vor 1988 an den Ort Pridoroschnoje angeschlossen. Nowo-Strojewskoje (Ново-Строевское) Schudlidimmen, 1938–1945: „Schulzenwiese“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vermutlich vor 1988 an den Ort Sowetskoje angeschlossen. Nowotorschok (Новоторжок) Groß Grudszen/Groß Grudschen, 1938–1945: „Gruten“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Passetschnoje (Пасечное) Mauschern, 1938–1945: „Kleinlangendorf“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Perwomaiskoje (Первомайское) Groß Wannaglauken, 1938–1945: „Großwalde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und vor 1988 verlassen. Poddubje (Поддубье) Jagsten Der Ort wurde 1947 umbenannt. Pridoroschnoje (Придорожное) Groß Asznaggern, 1936–1945: „Grenzberg“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und war zunächst der Verwaltungssitz des Dorfsowjets Pridoroschny. Radischtschewo (Радищево) Klein Skaisgirren, 1938–1945: „Kleinkreuzingen“ Der Ort wurde 1950 umbenannt und vermutlich vor 1988 an den Ort Sowetskoje angeschlossen. Rybazkoje (Рыбацкое) Timber Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Sadowoje (Садовое) Swainen Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pridoroschny eingeordnet. Er wurde 1997 aus dem Ortsregister gestrichen. Saliwnoje (Заливное) Elchtal Der Ort wurde 1950 umbenannt und vor 1975 verlassen. Sowetskoje (Советское) Korehlen Der Ort wurde 1950 umbenannt. Er gelangte vor 1988 in den Dorfsowjet Wyssokowski. Tschistopolje (Чистополье) Groß Obscherningken, 1938–1945: „Gutsfelde“ und Klein Obscherningken, 1938–1945: „Kleinwalde“ Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst in den Dorfsowjet Pridoroschny eingeordnet. Er wurde vor 1988 verlassen. Uroschainoje (Урожайное) Kletellen, 1938–1945: „Georgenheide“ Der Ort wurde 1947 umbenannt.

Die beiden im Jahr 1947 umbenannten Orte Kamyschewka (Weidgirren/Gerhardshöfen) und Ochotnoje (Liedemeiten/Gerhardsweide) sowie die vier im Jahr 1950 umbenannten Orte Ossinowka (Osseningken/Grünau), Pobedino (Endrejen/Ossafelde), Priwolnoje (Demmenen/Demmen) und Sadoroschnoje (Margen), die zunächst ebenfalls in den Bolschakowski selski Sowet eingeordnet worden waren, kamen dann (vor 1975) aber zum Gastellowski selski Sowet.

Bolschakowskoje selskoje posselenije 2008–2015 mini|rechts|Die Lage der Landgemeinde Bolschakowskoje selskoje posselenije im Süden des Rajons Slawsk Die Landgemeinde Bolschakowskoje selskoje posselenije (ru. Большаковское сельское поселение) wurde im Jahr 2008 eingerichtet.Durch das Закон Калининградской области от 30 июня 2008 г. № 261 «Об организации местного самоуправления на территории муниципального образования "Славский городской округ"» (Gesetz der Oblast Kaliningrad vom 30. Juni 2008, Nr. 261: Über die Organisation der lokalen Selbstverwaltung auf dem Gebiet der munizipalen Bildung "Stadtkreis Slawsk") Ihrem Verbund gehörten 18 jeweils „Siedlung“ (russisch: possjolok) genannte Ortschaften an, die zuvor zu den Dorfbezirken Bolschakowski selski okrug, Gastellowski selski okrug und Wyssokowski selski okrug gehört hatten. Auf einer Fläche von 533 km² lebten 6464 Einwohner (Stand 2010),Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. nahezu die Hälfte von ihnen in Bolschakowo. Zum Ende 2015 wurde die Gemeinde aufgelöst und deren Orte in den neu gebildeten Stadtkreis Slawsk eingegliedert. Ortsname deutscher Name Bolschakowo (Большаково) Groß Skaisgirren/Kreuzingen Dessantnoje (Десантное) Dserschinskoje (Дзержинское) Gowarten Dubrowka (Дубровка) Spannegeln Gromowo (Громово) Lauknen/Hohenbruch Krasnaja Dubrawa (Красная Дубрава) Eszerninken/Gutfließ Krasnoje (Красное) Lindicken Krasnosnamenskoje (Краснознаменское) Klein Girratischken/Gronwalde Malinowka (Малиновка) Sprakten Ochotnoje (Охотное) Liedemeiten/Gerhardsweide Pobedino (Победино) Endrejen/Ossafelde Poddubje (Поддубье) Jagsten Pridoroschnoje (Придорожное) Groß Asznaggern/Grenzberg Priwolnoje (Привольное) Demmenen/Demmen Sowetskoje (Советское) Korehlen Uroschainoje (Урожайное) Kletellen/Georgenheide Wesnowo (Весново) Wasserlauken/Wasserlacken Wyssokoje (Высокое) Popelken/Markthausen mini|rechts|300px|Ortsstraße in Bolschakowo

Psychiatrisches Wohnheim In Bolschakowo gibt es das Bolschakowski Psichonewrologitscheski Internat mit etwa 150 Bewohnern.

Rundfunksender Bolschakowo In der Nähe von Bolschakowo betreibt der russische Rundfunk mit dem Rundfunksender Bolschakowo eine Mittelwellensendeanlage.

Kirche Evangelisch

Kirchengebäude