mini|Logo des portugiesischen Fußballverbandes Fußball ist in Portugal eine beliebte Sportart. Sowohl die bekannten Vereinsmannschaften, namentlich der FC Porto, Sporting und Benfica Lissabon, und deren Junioren, als auch die portugiesische Nationalmannschaft konnten Erfolge verzeichnen. Größter Erfolg der A-Nationalmannschaft war der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Die erfolgreichsten Jahre des portugiesischen Fußballs waren die 1960er und die 1990er Jahre bis heute.

Nationaler Fußballverband ist die Federação Portuguesa de Futebol, die am 31. März 1914 gegründet wurde.

Das Land richtete die Fußball-Europameisterschaft 2004 aus.

Neben dem klassischen Fußball hat Futsal in Portugal eine große Verbreitung, so werden reguläre Turniere und Meisterschaften ausgetragen, 2007 wurde die Europameisterschaft in Porto und Matosinhos ausgetragen.

Internationale Beachtung fand die Einführung der Weißen Karte im portugiesischen Fußball, mit der besonders faires Verhalten angezeigt wird, in Ergänzung zu den üblichen gelben und roten Karte, mit denen unfaires Verhalten geahndet werden.Schiedsrichterin zeigt erste Weiße Karte im Fußball: Karte honoriert besonderes Fair-Play-Verhalten, Artikel vom 23. Januar 2023 im Nachrichtenportal von Eurosport, abgerufen am 11. Februar 2023

Geschichte Anfänge bis 1938 Der portugiesische Fußball wurde maßgeblich von Studenten eingeführt, die bei ihrer Rückkehr aus England den neuen Sport zu ihren portugiesischen und britischen Familien in Portugal mitbrachten. Als erstes Fußballspiel gilt ein Match auf dem Dorfplatz von Achada, einem Ort der Gemeinde Camacha auf der Insel Madeira. Es wurde 1875 von Henry Hinton mit anderen Dorfbewohnern ausgetragen, als Hilton von seinen Studien in England auf das elterliche Anwesen in Camacha zurückgekehrt war.Futebol em Portugal, Eintrag in der Infopédia, der Online-Enzyklopädie der Porto Editora, abgerufen am 15. Januar 2021 mini|Denkstein in Camacha für das erste dokumentierte Fußballspiel in Portugal 1875 Wesentlicher Initiator des organisierten Fußballsports in Portugal war der sportbegeisterte Guilherme Pinto Basto, der den Fußball als Schüler der südenglischen Downside School kennengelernt hatte und danach den ersten Fußball nach Portugal brachte. Im September 1888 organisierte er eine Ausstellung zur öffentlichen Präsentation des Fußballsports auf dem Landgut Quinta do Bonjardim in der Gemeinde Belas bei Lissabon, im Oktober folgte ein erstes Spiel zwischen Sportfreunden, darunter Pinto Basto selbst.

Im Januar 1889 organisierte Pinto Basto dann das erste ordentliche, regelkonforme Fußballspiel, das auf dem heutigen Campo Pequeno stattfand. Das Spiel zwischen portugiesischen und englischen Sportfreunden endete mit einem 2:1-Sieg der Portugiesen.

Fußball wurde insbesondere unter Schülern weiterführender Schulen populär und fand von dort stetige Verbreitung im Land. Um 1892 wurden in Lissabon mit dem Foot-Ball Club Lisbonense (seit 1902 Club Internacional de Foot-Ball) und dem Grupo Sportivo de Carcavelos die beiden ersten aktiven Fußballvereine in Lissabon gegründet, es folgten Braço de Prata, Real Ginásio Clube Português und andere. Aber auch überall im Land entstanden nun Fußballvereine, etwa in Porto (FC Porto 1893), Gavião (Clube de Futebol Os Gavionenses 1891), im Seebad Figueira da Foz (Naval 1º de Maio 1893 und Ginásio Clube Figueirense 1895), in Viana do Castelo (Sport Clube Vianense 1898) und anderswo. Der Sport Clube Vianense gilt heute als ältester, noch unverändert aktiver Fußballklub Portugals.″O mais antigo de Portugal″ a jogar desde 1898 – JN’ – „’’Der älteste Portugals’’ spielt seit 1898“, Artikel vom 13. März 2013 der Zeitung Jornal de Notícias, abgerufen am 15. Januar 2021

1894 fand in Lissabon ein erstes Spiel zwischen einer Lissabonner Auswahl und einer Mannschaft aus Porto statt, in Anwesenheit des sportbegeisterten Königs D. Carlos. Die Rivalität zwischen beiden Städten löste danach zunehmend die anfängliche britisch-portugiesische Fußballrivalität im Land ab und prägt seither auch das Fußballgeschehen in den portugiesischen Profiligen bis heute.

Die erste Auslandsreise eines portugiesischen Teams absolvierte der 1902 aus einer Fusion hervorgegangene Club Internacional de Foot-Ball. 1907 reiste der Klub in die spanische Hauptstadt Madrid, wo er den ebenfalls 1902 gegründeten Madrid FC (der spätere Real Madrid) bezwang.

Der Portugiesische Fußballverband FPF gründete sich 1914, um einheitliche landesweite Meisterschaften und eine Nationalmannschaft zu organisieren. Noch im Gründungsjahr trat die FPF dem Weltverband FIFA bei. Der Erste Weltkrieg (1914–1918) verhinderte zunächst die Schaffung der Portugiesischen Fußballnationalmannschaft, die schließlich am 18. Dezember 1921 erstmals im Ausland antrat. Das Spiel im Estadio de O’Donnell in der spanischen Hauptstadt Madrid gewann die gastgebende Spanische Fußballnationalmannschaft mit 3:1.

Nach verschiedenen Vorläufern wurde 1921 erstmals eine landesweite Meisterschaft ausgespielt, der Campeonato de Portugal. Ab der Saison 1934/35 wurde dann der Ligabetrieb in vier Probeläufen für die kommende Profiliga, die Primeira Divisão ausgespielt. mini|Der erste, 1939 gewonnene Landespokal (Taça de Portugal) im Vereinsmuseum von Académica Coimbra

Professionalisierung seit 1939 Mit der Saison 1938/39 startete der reguläre Ligabetrieb der Primeira Divisão.

1938/39 wurde auch erstmals der landesweite Pokalwettbewerb Taça de Portugal ausgetragen, Académica de Coimbra gewann die erste Trophäe. Im Gegensatz zur Landesmeisterschaft, die ganz überwiegend von den drei Top-Vereinen Benfica, Porto und Sporting dominiert wird, konnten den Pokal bisher 13 verschiedene Klubs gewinnen (Stand 2020).

Fußball wurde seit den 1930er und 1940er Jahren zum unbestrittenen Nationalsport in Portugal. Die wachsende Begeisterung zeigte sich in den steigenden Zuschauerzahlen (das 1954 errichtete Estádio da Luz war mit bis zu 125.000 Plätzen das größte Stadion Europas) und der immer größeren Präsenz des Sports in der Gesellschaft. Es gründeten sich Fußballzeitungen (u. a. Gründung von A Bola 1945, bis heute die auflagenstärkste Zeitung im Land), und der Sport erreichte auch das damals erfolgreiche Portugiesische Kino (etwa O Leão da Estrela 1947).

Portugal gehörte 1954 zu den Gründungsmitgliedern der UEFA.

Die zunehmende Beliebtheit des Sports wurde durch die internationalen Erfolge des portugiesischen Fußballs in den 1960er Jahren weiter gesteigert, darunter die Europapokalsiege (heute UEFA Champions League) 1961 und 1962 von Benfica Lissabon mit seinem Stürmerstar Eusébio, Fußballer des Jahres 1965 und Torschützenkönig der WM 1966, die Portugal als beachteter Dritter abschloss, was bis heute die erfolgreichste Platzierung Portugals bei einer WM ist (Stand 2020) und ein weiterer Faktor für die wachsende Fußballbegeisterung im Land war. Auch dem repressiven, seit 1932 regierenden klerikalfaschistischen Regime unter Diktator Salazar, das auf Grund der Portugiesischen Kolonialkriege und seiner rückwärtsgewandten Politik zunehmend isoliert war, half der Fußball damit allerdings zu mehr Stabilität im Inneren und Ansehen im Äußeren.

Gegen Ende der 1970er Jahre, im Zuge der progressiven gesellschaftlichen Entwicklung seit der Nelkenrevolution 1974, nahm auch die Portugiesische Fußballnationalmannschaft der Frauen Form an. Ihr erstes offizielles Länderspiel trug sie am 24. Oktober 1981 in Frankreich aus, das Spiel gegen die Französische Elf endete 0:0. mini|Der Weltfußballer von 2001, Luis Figo (2009) Seit 1979 wird im portugiesischen Profifußball mit dem Portugiesischen Fußball-Supercup ein Supercup zwischen Landesmeister und Pokalsieger ermittelt.

1985 begann mit dem Pokalwettbewerb Taça Nacional (seit 1993 Campeonato Nacional de Futebol Feminino) die erste landesweite Meisterschaft im portugiesischen Frauenfußball. Seit 2003 spielen die Frauen mit der Taça de Portugal auch einen Landespokal im Frauenfußball aus.

Der 1994 erstmals ausgetragene Algarve-Cup holt jährlich die besten Frauen-Nationalmannschaften an die portugiesische Algarveküste. Das Turnier gilt vor allem als eines der wichtigsten seiner Art, hat aber seither auch zur Verbesserung des portugiesischen Frauenfußballs beigetragen, obschon dieser bisher noch weit hinter den Männern zurückgeblieben ist.

Nach einer Vielzahl internationaler Titel portugiesischer Vereine, zuletzt vor allem des FC Porto, nahm nach dem zweiten Platz bei der EM 2004 im eigenen Land und dem EM-Gewinn 2016 auch der Stellenwert der Nationalelf zu. In der Folge etablierte sich Portugal dauerhaft in der Spitzengruppe der FIFA-Weltrangliste und kam dort mehrfach bis auf den 3. Rang.

Seine Bedeutung verdankt der portugiesische Fußball aber nicht nur seiner Nationalelf und seinen Vereinsmannschaften, sondern auch international erfolgreichen Persönlichkeiten, allen voran dem mehrfachen Weltfußballer und Rekordtorschützen Cristiano Ronaldo und Namen wie der Weltfußballer Luís Figo oder die zweifachen Goldene-Schuh-Gewinner Eusébio und Fernando Gomes. Neben den Spielern sind auch Erfolgstrainer José Mourinho, der internationale Schiedsrichter Pedro Proença, aber auch Spielervermittler wie Jorge Mendes oder der international bekannte Whistleblower Rui Pinto zu nennen.

Ligen Erste portugiesische Profiliga – Primeira Liga

Zweite Liga – Segunda Liga

Dritte Liga – Liga 3 In der Saison 2021/22 wurde mit der Liga 3 eine neue Liga eingeführt. In ihr spielen derzeit 20 Klubs in zwei Gruppen. Die Campeonato de Portugal wurde zur vierten Liga.

siehe auch: Vereine der Saison 2026/27

Vierte Liga – Campeonato Nacional de Seniores 2017 bis 2021 Seit 2017 spielte die dritte Liga, mittlerweile als Campeonato de Portugal bezeichnet, in fünf Gruppen mit jeweils 16 Teams. Die fünf Tabellenersten sowie drei der Tabellenzweiten spielen nach der Saison um den Aufstieg in die 2. Liga.

2013 bis 2017 Seit der Saison 2013/2014 heißt die dritte Liga Campeonato Nacional de Seniores (dt. etwa: Landesmeisterschaft der Senioren bzw. Erwachsenen) und wird in den acht, nach Breitengraden regional zusammengestellten Gruppen Série A bis Série H mit je zehn Mannschaften ausgespielt. Vereine aus Madeira werden den nördlichen Serien, Vereine der Azoren den südlichen Serien zugeordnet. Die frühere, darunter liegende vierte Liga IIIª Divisão wurde aufgelöst und mit dem Campeonato Nacional de Seniores zusammengefasst. Der Campeonato Nacional de Seniores ist somit die niedrigste landesweit ausgetragene Spielklasse in Portugal, oberhalb der Spielklassen der Distriktverbände. In der ersten Gruppenphase spielen die jeweils zehn Mannschaften in Hin- und Rückspiel eine Abschlusstabelle aus. Die jeweils zwei bestplatzierten qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde, die verbleibenden acht der einzelnen Gruppen werden in acht neuen Gruppen zu je acht Mannschaften in der Abstiegsrunde gruppiert.

Die Aufstiegsrunde wird in zwei Gruppen zu je acht Mannschaften in Hin- und Rückspiel ausgespielt, an deren Ende die jeweils Erstplatzierten direkt in die Segunda Liga aufsteigen, während (2014–2016) die jeweils Zweitplatzierten in einem weiteren Hin- und Rückspiel den dritten Aufsteiger ermitteln. Nach der Saison 2016/2017 spielten die beiden Zweitplatzierten gegen den Viert- bzw. Fünftletzten der 2. Liga (vier Vereine stiegen aus dieser direkt ab; die 2. Liga wurde damit auf 20 Vereine reduziert).

In den acht Gruppen der Abstiegsrunde stehen nach Hin- und Rückspiel die jeweils zwei untersten, also die acht- und siebtplatzierten Mannschaften jeder Gruppe als Absteiger in die spielhöchste Klasse der Distriktverbände fest, während die jeweils Sechstplatzierten eine weitere Abstiegsrunde ausspielen, um die vier weiteren Absteiger zu bestimmen. Diese Neuerung soll die Kosten der Vereine durch die kürzeren Wege im Spielbetrieb weiter reduzieren.Reguliaren der Liga (PDF; 607 kB) auf der Website des Verbandes, abgerufen am 15. September 2013