Der Lichtvers () ist ein Vers (35) aus der 24. Sure des Koran, nach dem die ganze Sure benannt ist. Der Vers wird wie der größte Teil der Sure auf das Jahr 626 datiert.A. Th. Khoury, Der Koran, Bd. 10, S. 25.

Text

Arabische Originalfassung:

Übersetzung von Adel Theodor Khoury:

Übertragung von Friedrich Rückert:

Bedeutung mini|Mit einem Ausschnitt aus dem Lichtvers verzierte Standartenbekrönung für religiöse Prozessionen der Safawiden-Dynastie aus dem Iran, um 1700.

Der Lichtvers wirkt insbesondere als Inspiration für den Sufismus, die islamische Mystik.

Es handelt sich um ein Gleichnis (), den Vergleich zwischen dem Licht Gottes und dem Licht einer Lampe in einer Nische.

Teilweise wird auch eine Anspielung auf den christlichen Gottesdienst in Kirchen und Klöstern und den mit Lichtern besetzten Altar angenommen.Vgl. R. Paret, Der Koran : Kommentar und Konkordanz, S. 360.

Das Licht Gottes bedeutet seine Rechtleitung (so Ibn-ʽAbbās), die von ihm geschaffene Ordnung im Himmel und auf Erden (so al-Baṣrī) oder seine Fürsorge.A. Th. Khoury, Der Koran, Bd. 10, S. 71.

Das Wort für „Nische“ () soll eine Entlehnung aus dem Äthiopischen seinR. Paret, Der Koran : Kommentar und Konkordanz, S. 360. (vgl. , ‚Fenster‘).

Der Ölbaum, der „weder östlich noch westlich“ ist, wird als Baum des Paradieses (so al-Baṣrī) oder als ein Baum auf einer Anhöhe verstanden, der nicht nur von Osten oder Westen, sondern von allen Seiten her mit Sonnenlicht beschienen wird (so Ibn-ʽAbbās).A. Th. Khoury, Der Koran, Bd. 10, S. 71 f.

Von al-Ġazzālī stammt die philosophische Abhandlung Die Nische der Lichter ().

Der Lichtvers schmückt als Kalligraphie zahlreiche Moscheen, beispielsweise die Süleymaniye-Moschee und die Nuruosmaniye-Moschee in Istanbul.

Siehe auch Al-Fātiha (Sure 1) Thronvers (Sure 2, Vers 255) Aṣ-Ṣamadīya (Sure 112)

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Koranvers