Die pazifische Hurrikansaison 2008 begann im östlichen Pazifik offiziell am 15. Mai und im Zentralpazifik am 1. Juni; sie endete am 30. November. Innerhalb dieser Periode bilden sich die meisten Tropischen Stürme, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von Tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Alle Stürme, die sich nördlich des Äquators und östlich von 180°W bilden gehören zu diesem Basin. Stürme, die sich weiter westlich bilden werden nicht mehr Hurrikane, sondern Taifune genannt.

Obwohl das pazifische Hurrikanbasin, nach dem Westpazifik, das zweitaktivste Basin der Welt ist, bedrohen die meisten Stürme kein Land, da sie meistens auf den offenen Ozean heraussteuern. Nur wenige Stürme machen eine Kurve nach Osten oder Nordosten und bedrohen dann vor allem die mexikanische Küste.

Stürme im Atlantischen Ozean siehe im Artikel: Atlantische Hurrikansaison 2008.

Saisonprognose +Voraussagen tropischer Wirbelsturmaktivitätenfür die Saison 2008 im östlichen PazifikQuelleDatumStürmeAnzahl derHurrikansKat. 3+NOAADurchschnitt15,38,84,2NOAA22. Mai 200811–165–81–3Stärkste Aktivität27169Niedrigste Aktivität840––––––––––––––––––––––––––––––––––––––Tatsächliche Aktivität1772

Am 22. Mai 2008 gab die NOAA ihre Saisonprognose für die Hurrikansaison im östlichen und mittleren Pazifischen Ozean bekannt. Demnach wurde eine unterdurchschnittliche Saison erwartet, im östlichen Pazifik mit 11 bis 16 benannten Stürmen, davon 5 bis 8 Hurrikane, von den einer bis drei den Status eines schweren Hurrikans erreichen sollten.

Für den mittleren Pazifik wurde ebenfalls eine leicht unterdurchschnittliche Saison erwartet. Demnach sollten drei bis vier tropische Wirbelstürme das Gebiet zwischen dem 140. und 180. Grad westlicher Länge durchqueren oder sich dort bilden.

Stürme

Tropischer Sturm Alma

→ Hauptartikel: Tropischer Sturm Alma Am 27. Mai bildete sich südwestlich von Nicaragua ein Tiefdruckgebiet, das sich intensivierte und tropische Eigenschaften entwickelte. Am 29. Mai um 3:00 Uhr UTC erklärte das National Hurricane Center in Miami, Florida das System zum Tropischen Tiefdruckgebiet Eins-E. Nachdem das Gebiet zunächst in östlicher Richtung dahindümpelte, legte sich das NHC wegen eines im südlichen Golf von Mexiko vorhandenen Hochdruckrückens auf eine nördliche Zugbahn fest. Nachdem sich die Wolkenmuster auf den Satellitenaufnahmen besser ausgebildet hatten, stufte das NHC das System um 15:00 Uhr UTC zum ersten benannten tropischen Wirbelsturm der pazifischen Hurrikansaison hoch.

Gegen 14 Uhr Ortszeit (PDT – 21 Uhr UTC) erreichte Alma mit einer Windgeschwindigkeit von 100 km/h das Festland bei León im nördlichen Abschnitt der Pazifikküste Nicaraguas in der Phase ihrer größten Intensität. Dabei verursachte Alma Überschwemmungen in Nicaragua und Costa Rica. Gegen Morgen des 30. Mai Ortszeit schwächte sich Alma über den Bergen von Honduras ab und löste sich vollständig auf.

Der Sturm tötete insgesamt neun Personen, sieben davon indirekt, die beiden direkten Opfer verloren ihr Leben in León. In León fielen Strom- und Telefonversorgung aus. Rund 700 Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen und 4000 Menschen zeitweise evakuiert. Das Resttief gelangte in den Golf von Honduras und trug dort zur Entwicklung des Tropischen Sturms Arthur bei.

Archive des NHCs zu Tropischer Sturm Alma (englisch).

Hurrikan Boris

Südwestlich von Zentralamerika bildete sich Ende Juni eine Tiefdruckzone. Am 27. Juni um 02:00 Uhr PDT (09:00 Uhr UTC) hatte sich über dem warmen Wasser südlich von Niederkalifornien die Konvektion soweit entwickelt, dass das NHC das System als tropisches Tiefdruckgebiet klassifizierte. Das tropische Tiefdruckgebiet konnte sich daraufhin, in einem Gebiet mit warmen Wassertemperaturen und geringer Windscherung rasch in einen tropischen Sturm verstärken. Nachdem der Sturm 48 Stunden lang diese Intensität gehalten hatte, begann er, ein Augenmerkmal aufzubauen und verstärkte sich am 29. Juni in einen starken tropischen Sturm. und am 1. Juli erreichte Boris die Stärke eines Hurrikans, der mit Windgeschwindigkeiten von 130 km/h seine größte Stärke erreichte. Kurz darauf gelangte Boris über kühleres Wasser und schwächte sich ab. Einen Tag später stellte das NHC fest, dass sich Boris in ein Resttief aufgelöst hatte. NHC-Archiv zu Hurrikan Boris (englisch) Tropical Cyclone Report des NHC zu Hurrikan Boris (PDF, englisch; 198 kB)

Tropischer Sturm Cristina

Nur wenige Stunden nach Boris klassifizierte das National Hurricane Center einige hundert Kilometer weiter westlich auf dem offenen Ozean das dritte tropische Tiefdruckgebiet der Saison. Das System verstärkte sich am nächsten Tag zum Tropischen Sturm Cristina. Dieser blieb auf seinem westwärts gerichteten Kurs schwach und schwächte sich aufgrund verstärkter Windscherung am 30. Juni zum Tiefdruckgebiet ab und löste sich am folgenden Tag auf.

NHC-Archiv zu Tropischer Sturm Cristina (englisch)

Tropischer Sturm Douglas

Am 2. Juli bildete sich südöstlich der Südspitze Niederkaliforniens das Tropische Tiefdruckgebiet Vier-E, das rasch zum Tropischen Sturm Douglas hochgestuft wurde. Das System hatte seinen Ursprung in einer tropischen Welle, die sich am 19. Juni vor der Küste Westafrikas löste und über den Atlantischen Ozean zog. Am 27. Juni überquerte die Welle Zentralamerika und gelangte in das pazifische Hurrikanbecken. Zum Zeitpunkt der Aufstufung zum tropischen Sturm erreichte Douglas seine größte Stärke mit Windgeschwindigkeiten von 65 km und einem minimalen Zentralluftdruck von 1003 mbar (hPa).

Am 3. Juli wurde das Douglas mit Windscherung und kühlerem Wasser konfrontiert, was eine weitere Intensivierung unterband. Douglas wurde darauf zum tropischen Tiefdruckgebiet zurückgestuft, da die Konvektion sich von der Zirkulation löste.http://www.nhc.noaa.gov/archive/2008/ep04/ep042008.discus.007.shtml? Am 4. Juli (UTC) wies das System keine tropischen Eigenschaften mehr auf. Das Resttief schwächte sich weiter ab und verschwand am 6. Juli vollständig.

Aufgrund seiner Nähe zum Festland, erzeugten die äußeren Regenbänder von Douglas Windböen in Sturmstärke in Manzanillo. Geringere Flutschäden wurden an der Küstenlinie der Bundesstaaten Colima, Jalisco und Nayarit verzeichnet.

NHC's NHC-Archiv zu Tropischer Sturm Douglas (englisch)

Tropisches Tiefdruckgebiet Fünf-E

Am 5. Juli entwickelte sich aus einer tropischen Welle, etwa 275 km südsüdwestlich von Acapulco ein tropisches Tiefdruckgebiet. Das System wanderte nach Nordwesten. Es gelangte ohne wesentliche Intensivierung am 7. Juli bei Lázaro Cárdenas über Land und löste sich schnell auf. Das System verursachte keine nennenswerten Schäden.

NHC-Archiv zum Tief Fünf-E (englisch)

Hurrikan Elida

Spät am 11. Juli erklärte das NHC ein Tiefdruckgebiet einige hundert Kilometer südlich des Golfes von Tehuantepec aufgrund seiner ausreichenden Konvektion als tropisch. Das System verstärkte sich rasch zum Tropischen Sturm Elida. Elida wanderte westwärts und intensivierte sich. Am 14. Juli um 9:00 Uhr UTC erklärte das NHC Elida zum Hurrikan, der sich nach zwei Tagen in relativ beständiger Stärke rasch zu einem Hurrikan der Kategorie 2 intensivierte. Am 16. Juli erreichte Elida mit Windgeschwindigkeiten von 165 km/h die größte Stärke. Der Hurrikan hielt diese Stärke für etwa 36 Stunden und schwächte fiel dann in die Kategorie 1 zurück. Am 18. Juli schwächte sich Elida zum tropischen Sturm ab und löste sich am 19. Juli auf, ohne Land gefährdet zu haben. Einige Tage später gewann die nun tropische Welle erneut an Konvektion, als das System sich jedoch Hawaii näherte, gingen die Chancen zu einer Reintensivierung verloren.

NHC-Archiv zu Elida (englisch) ii

Hurrikan Fausto

NHC-Archiv zu Hurrikan Fausto (englisch)

Am 16. Juli bildete sich etwa 900 km südöstlich von Acapulco das siebte tropische Tiefdrucksystem der Saison, das sich am 17. Juli zum Tropischen Sturm Fausto verstärkte und am Tag darauf Hurrikanstärke erreichte. Fausto erreichte im operativen Betrieb am 20. Juli südwestlich von Niederkalifornien für kurze Zeit die Kategorie 2 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala, verlor aber dann rasch an Intensität und löste sich am 22. Juli über kühlem Wasser auf. Bei der Nachanalyse wurde festgestellt, dass der Sturm seinen Höhepunkt jedoch kurz vor Erreichen der Kategorie 2 erreichte.

Hurrikan Genevieve

Eine lebhafte tropische Welle wanderte in der dritten Juliwoche über Zentralamerika hinweg, nachdem sie sich in der südwestlichen Karibik beinahe zu einem tropischen Tiefdruckgebiet entwickelt hätte. Sie gelangte in den Pazifik und entwickelte sich südlich von Acapulco am 21. Juli zum achten tropischen Tiefdrucksystem des Jahres, das sich am Nachmittag zum Tropischen Sturm Genevieve intensivierte. Als solcher zog Genevieve mit wechselhafter Intensität weitab von der mexikanischen Küste westwärts. Am 25. Juli verstärkte sich Genevieve zum Hurrikan, der schon bald seinen Höhepunkt erreichte und sich abschwächte. Am 27. Juli war aus dem Hurrikan ein Resttief geworden.

NHC-Archiv zu Hurrikcan Genevieve (englisch)

Hurrikan Hernan

Ein tropisches Tiefdruckgebiet weit auf See südwestlich der mexikanischen Küste entwickelte sich langsam und wurde am 6. August etwa 1300 km westlich von Cabo San Lucas durch das NHC klassifiziert. Ein Hochdruckgebiet über Mexiko zwang das System auf einen nordwestlichen Kurs mit einer Vorwärtsgeschwindigkeit von 25 km/h. Im Tagesverlauf intensivierte sich das Tief zum tropischen Sturm und am 8. August zum Hurrikan. Windscherung hinderte Hernan, der nun langsamer in westnordwestliche Richtung zog, über warmem Wasser zunächst daran, sich schnell zu intensivieren. Dann folgte eine rapide Intensivierung zu einem schweren Hurrikan, der am 9. August mit einem Kernluftdruck von 956 hPa und Windgeschwindigkeiten von 105 Knoten die Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala erreichte. Hernan blieb zwölf Stunden lang in dieser Stärke, durchlief dann eine zyklische Eyewall-Neubildung, während der er sich für einige Stunden zu einem Kategorie-1-Hurrikan abschwächte und erreichte danach die Kategorie 2. In den folgenden Tagen änderte sich die Stärke des Sturmes wenig. Doch der langsame Niedergang des Systems hatte begonnen und alle paar Stunden setzte das NHC die andauernden Windgeschwindigkeiten herunter. Über kühlem Wasser wurde Hernan am 12. August zu einem tropischen Sturm abgestuft,http://www.nhc.noaa.gov/archive/2008/ep09/ep092008.public.021.shtml der sich zu einem tropischen Tief abschwächte.http://www.nhc.noaa.gov/archive/2008/ep09/ep092008.public.026.shtml Am 13. August zerfiel Hernan zu einem einfachen Wolkengebilde.

Trotz seiner Intensität als stärkster Hurrikan der pazifischen Hurrikansaison 2008 richtete Hernan keine Schäden an, weil er weit vom Land entfernt blieb. Im Zusammenhang mit dem Hurrikan wurden keine Personenschäden gemeldet.

NHC-Archiv zu Hurrikan Hernan (englisch) Tropicyl Cyclone Report des NHCs zu Hurrikan Hernan (PDF, englisch; 643 kB)

Tropischer Sturm Kika

Eine Wetterstörung südöstlich von Hawaii hatte sich am 6. August soweit entwickelt, um durch das Central Pacific Hurricane Center als Tropisches Tiefdruckgebiet Eins-C klassifiziert zu werden. Im Tagesverlauf intensivierte sich das Tief und erreichte die Stärke eines tropischen Sturmes. Kika ist die hawaiische Variante des Namens Keith. Der Sturm war der erste tropische Wirbelsturm, der sich seit Hurrikan Ioke im Jahr 2006 im zentralpazifischen Becken bildete.

Während der nächsten Tage behielt der Sturm diese Intensität bei. Er wurde am 8. August zum tropischen Tiefdruckgebiet zurückgesetzt. Am Morgen des nächsten Tages reintensivierte sich Kika zu einem schwachen tropischen Sturm und verblieb bis zum 11. August in dieser Stärke. Das Central Pacific Hurricane Center stufte Kika dann zu einem Resttief zurück und gab am 12. August die letzte Sturmwarnung aus.