mini|Hessen im Jahr 1930 Der Kreis Offenbach war bis 1. November 1938 ein Kreis in der Provinz Starkenburg des Großherzogtums und nachfolgend im Volksstaat Hessen. Aus ihm gingen der Stadt- und der Landkreis Offenbach hervor.Land Hessen 1938 Offenbach schied 1938 als kreisfreie Stadt aus dem Kreis aus, blieb aber Verwaltungssitz.
Geschichte mini|Kreisamt Offenbach, 1905
In der Gebietsreform von 1832 wurde der Kreis Offenbach aus den Landratsbezirken Offenbach und Seligenstadt sowie einem Teil des Landratsbezirks Langen gebildet.Verordnung, die Bildung von Kreisen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend vom 20. August 1832. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 74 vom 5. September 1832, S. 561–563.
Im Zuge der Revolution von 1848 im Großherzogtum Hessen wurden landesweit alle Kreise aufgelöst und deren Aufgaben von größeren Regierungsbezirken übernommen. Der Kreis Offenbach ging weitgehend im Regierungsbezirk Darmstadt auf, einige Gemeinden kamen in den Regierungsbezirk Dieburg. Diese Verwaltungsreform bestand jedoch nur knapp vier Jahre, als in der Reaktionsära 1852 der vorrevolutionäre Zustand – mit Änderungen im Detail – im Prinzip wieder hergestellt wurde.Gesetz, die Organisation der dem Ministerium des Inneren untergeordneten Verwaltungsbehörden betreffend vom 28. April 1852. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 27 vom 3. Mai 1852, S. 201; Edikt, die Organisation der dem Ministerium des Inneren untergeordneten Verwaltungsbehörden betreffend vom 12. Mai 1852. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 30 vom 20. Mai 1852, S. 221–223.
Durch den Friedensvertrag vom 3. September 1866 zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen kam die Gemeinde Rumpenheim aus dem Kreis Hanau zum Kreis Offenbach.
Am 1. Juli 1874 wurde dem Kreis Offenbach im Rahmen der hessischen Kreisreform die westlich von Frankfurt am Main gelegene Gemeinde Steinbach aus dem aufgelösten Kreis Vilbel als Exklave zugeordnet.Verordnung, die Eintheilung des Großherzogthums in Kreise betreffend vom 11. Juni 1874. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 28 vom 12. Juni 1874, S. 247–250. Die bei der Kreisreform von 1874 geschaffene Gliederung hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand.
Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen wurde am 1. November 1938 im Volksstaat Hessen eine Gebietsreform durchgeführt, in deren Rahmen die Stadt Offenbach als Stadtkreis verselbständigt wurde. Der verbleibende Teil des Kreises besteht seit dem 1. Januar 1939 unter der Bezeichnung Landkreis Offenbach.§ 1 Abs. 3 Dritten Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. November 1938 (RGBl. I S. 1675).
Leitende Beamte Kreisräte 1832–1848 Wilhelm Ludwig Ferdinand Maurer 1852–1858 Wilhelm von Willich gen. von Pöllnitz 1858 Robert Hoffmann, kommissarisch 1858–1859 Karl Ernst Ludwig Melior 1859–1870 Julius Rinck von Starck 1872–1877 Ludwig Karl von Grolmann 1877–1881 Gustav von Marquard 1881–1884 Karl Rothe 1884–1886 Friedrich Hallwachs 1886–1900 Wilhelm Haas 1900–1908 Friedrich von Hombergk zu Vach 1908–1914 Friedrich Lochmann 1915–1916 Heinrich Gennes 1916–1917 (1923) Gustav Spamer
Kreisdirektoren (1916) 1917–1923 Gustav Spamer 1923–1924 Friedrich Martin von Bechtold 1924–1931 Ernst Werner 1931–1934 Ernst Merck 1934–1938 Hans-Reinhard Koch
Einwohnerzahlen Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Offenbach:
Datum Einwohnerzahl 1852 43.282 1900 120.813 1910 161.569 1925 175.480 1933 185.038
Gemeinden Dem Kreis Offenbach gehörten bis zum 1. November 1938 die folgenden Gemeinden an: GemeindeAnmerkung Bieber Am 1. April 1938 in die Stadt Offenbach eingemeindet Buchschlag Am 15. April 1913 neugebildet Bürgel Am 1. April 1908 in die Stadt Offenbach eingemeindet Dietesheim Dietzenbach Dreieichenhain Dudenhofen Egelsbach Froschhausen Götzenhain Groß-Steinheim, Stadt Am 1. April 1938 mit Klein-Steinheim zur Stadt Steinheim am Main zusammengeschlossen Hainhausen Hainstadt Hausen Heusenstamm Jügesheim Klein-Auheim Klein-Krotzenburg Klein-Steinheim Am 1. April 1938 mit Groß-Steinheim zur Stadt Steinheim am Main zusammengeschlossen Klein-Welzheim Lämmerspiel Langen, Stadt Mainflingen Mühlheim Neu-Isenburg, Stadt Obertshausen Offenbach, Stadt Offenthal Rembrücken Rumpenheim Seit 1866 im Kreis Offenbach, vorher im Kreis Hanau Seligenstadt, Stadt Sprendlingen Steinbach Seit dem 1. Juli 1874 im Kreis Offenbach, vorher im Kreis Vilbel Steinheim am Main, Stadt Am 1. April 1938 neu gebildet Weiskirchen Zellhausen Zeppelinheim Am 1. Januar 1938 neugebildet
Einzelnachweise
Offenbach Offenbach Kategorie:Geschichte (Landkreis Offenbach) Kategorie:Geschichte von Offenbach am Main Offenbach Kategorie:Aufgelöst 1938