Matthias Oeder (auch Matthias Öder, * möglicherweise in Freiberg oder Annaberg; † 1614) war ein kursächsischer Markscheider, Landvermesser und Kartograf. mini|Oeder, Tafel IX mit Dresden (gesüdete Karte)

Leben und Wirken mini|Ausschnitt aus einem Blatt des Ur-Oeder: Arnoldshammer und Rittersgrün Matthias Oeder entstammte einer Annaberger Landvermesserfamilie, bereits sein Vater Georg Oeder (1511–1581) ging diesem Beruf nach. Er begann 1586 während der letzten Tage der Regentschaft des sächsischen Kurfürsten August und dann der dessen Sohns Christian I. (1586–1591) mit dem Kartenwerk der Ersten Kursächsischen Landesaufnahme.

Die „Original Oeder“- oder „Ur-Oeder“-Karten entstanden im Maßstab 1:13.333 1/3 bis 1607.Fritz Bönisch: The Geometrical Accuracy of 16th and 17th Century Topographical Surveys. In: Imago Mundi. Band 21, 1967. S. 62–69. Diese stellten eine eher skizzenhafte Version dar, übertrafen jedoch trotzdem alle bis dahin in Deutschland existierenden Karten.

Oeder selbst arbeitete an dem Werk bis zu seinem Tod 1614 während der Regierungszeit von Johann Georg I. Sein noch unvollendetes Werk wurde von seinem Neffen und Nachfolger Balthasar Zimmermann im viertel so großen Maßstab 1:53.333 1/3 („Oeder-Zimmermann“) als ausgearbeitete Version fortgesetzt, bis es inmitten des Dreißigjährigen Kriegs und durch den Tod Zimmermanns 1633 oder 1634 zu einem Ende kam. Bei dieser Ausarbeitung kam es zu diversen Abweichungen zum Ur-Oeder, aus den verschiedensten Gründen.Krumhermersdorf: 1560 Holzordnung (Auszug)

Das bis dahin unveröffentlichte Kartenwerk Oeders wurde zum 800. Regierungsjubiläum des Hauses Wettin 1889 bei Stengel & Markert in Dresden auf 17 kolorierten Karten herausgegeben.

Werke Die erste Landesvermessung des Kurstaates Sachsen auf Befehl des Kurfürsten Christian I. ausgeführt von Matthias Oeder (1586–1607). Zum 800jährigen Regierungs-Jubiläum des Hauses Wettin. Stengel & Markert, Dresden 1889.

Literatur Hans Beschorner: Matthias Öder und die Landvermessungen seiner Zeit in Deutschland. In: Mitteilungen des Vereins für Erdkunde zu Dresden. Band 3, 3/4, 1924, S. 3–29. Otto Birke: Bezirk Annaberg im Lichte der Kartographie des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts und dazu gehöriger Akten. Thallwitz, 1913 Fritz Bönisch: The Geometrical Accuracy of 16th and 17th Century Topographical Surveys. In: Imago Mundi. Band 21, 1967, S. 62–69

Alfred Kirchhoff: Matthias Öders großes Kartenwerk über Kursachsen aus der Zeit um 1600. In: Neues Archiv für Sächsische Geschichte. Band 11, 1890, S. 319–332 Horst Torke: Wer war Matthias Öder?. Schriftenreihe des Stadtmuseums Pirna, Heft 12, 2004. ISBN 3-9808047-1-2

Weblinks

Blattschnitt des Ur-Oeder in der Deutschen Fotothek

Georg Zimmermann: Zur Geschichte der Landesvermessung in Sachsen. In: SLUB-Kurier 20(2006) 2, S. 16–17. – Elektron. Sonderdruck: Dresden, SLUB, 2006. Krumhermersdorf: 1560 Holzordnung (Auszug) Krumhermersdorf: Matthias Öder: Die erste Landesvermessung von Sachsen 1586–1607

Einzelnachweise Der Heimatforscher Konrad Knebel schrieb 1899 über ihn:

Kategorie:Geodät Kategorie:Kartograf (16. Jahrhundert) Kategorie:Kartograf (17. Jahrhundert) Kategorie:Markscheider Kategorie:Person (Sachsen) Kategorie:Person (Annaberg-Buchholz) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1614 Kategorie:Mann