mini|Stadtpfarrkirche St. Felizitas und Friedenskapelle Bobingen mini|Lindauer Straße und Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in Bobingen Bobingen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Geographie Lage Der Ort liegt rund zwölf Kilometer südlich des Zentrums von Augsburg an den Flüssen Wertach und Singold und grenzt an den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Nachbargemeinden Das Stadtgebiet von Bobingen grenzt von Norden im Uhrzeigersinn an folgende Gemeinden: Inningen, Königsbrunn, Oberottmarshausen, Wehringen, Großaitingen, Fischach, Gessertshausen und Diedorf.

Nördlich grenzt Bobingen an den Augsburger Stadtteil Inningen an, der den Übergang zur Großstadt markiert. Nordöstlich schließt sich Königsbrunn an, das zum Verdichtungsraum südlich von Augsburg gehört. Südöstlich bzw. südlich grenzen Oberottmarshausen und Wehringen an, beide Teil des Lechfelds. Südwestlich folgt Großaitingen, das bereits den Übergang in stärker ländlich geprägte Bereiche markiert. Die westliche und nordwestliche Stadtgrenze verläuft zu Fischach, Gessertshausen und Diedorf, die dem Naturpark Augsburg–Westliche Wälder zugeordnet sind.

Stadtgliederung Es gibt sechs Gemeindeteile: Wappen Gemeindeteil Einwohner 50px|zentriert|Stadt Bobingen Bobingen mit Siedlung 15.978 50px|zentriert|Straßberg Straßberg 1.191 50px|zentriert|Reinhartshausen Reinhartshausen mit Burgwalden 618 50px|zentriert|Waldberg Waldberg 444 50px|zentriert|Kreuzanger Kreuzanger 159 Gesamt: 18.456 Stand: Ende 2025

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Der Ortsname geht auf den alemannischen Siedler „Pobo“ (um 506) zurück. Um 993 hieß Bobingen „Pobinga“ („bei den Leuten des Pobo“). Etwa 933 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Bobingens in der Vita S. Udalrici. Bobingen im heutigen Bezirk Schwaben war später Pflegamt des Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1847 erfolgte der Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn (Lindau–Hof). 1899 kam es zur Gründung der Kunstseidefabrik (Produktionsbeginn 1902).

20. Jahrhundert 1938/39 wurde südwestlich des Stadtgebietes von Bobingen die Sprengstofffabrik Fasan errichtet. Die Fabrik produzierte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einen Großteil des Sprengstoffs Hexogen für die Wehrmacht.

Die Reste des Burgstalls Bobingen, einer ehemaligen Wasserburg und ihre Nachfolgebauten, wurden um 1967 im Zuge des Neubaus des – inzwischen alten – Feuerwehrhauses und einer Rotkreuzstation entfernt. 1953 erfolgte die Markterhebung Bobingens, 1969 die Verleihung der Stadtrechte. 1972 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Orte Straßberg und Reinhartshausen mit Burgwalden eingemeindet.

Bobingen gehörte sodann dem Landkreis Augsburg an. 1975 wurden Waldberg und Kreuzanger eingemeindet. 1993 erfolgte die Fertigstellung der Singoldhalle, der Bobinger Stadthalle. 1994 beging Bobingen seine 1000-Jahr-Feier in Verbindung mit dem 25-jährigen Stadtjubiläum.

Bobinger Büble-Sage mini|Skulptur des „Bobinger Bübles“ Es gibt mehrere Fassungen dieser Geschichte vom „Bobinger Büble“. In einer zweiten, späteren Fassung endet sie sogar mit der Verhaftung und Hinrichtung der Sagenfiguren.

Dies kann jedoch historisch nicht richtig sein, da es in Bobingen keinen Galgen gab und demnach keine Hinrichtungen durch Erhängen vorgenommen werden konnten. Die Hinrichtungsstätte der hochstiftischen Hochgerichtsbarkeit hatte ihren Standort in Schwabmünchen.

Die folgende Sage ist die früheste Fassung nach Alexander Schöppners „Bayerische Sagen“:

Drei Stunden südlich von Augsburg, an der sogenannten Hochstraße, liegt das große und schöne Dorf Bobingen. Da ist es aber nicht gut zu fragen: „Wo geht’s Bobingen zu?“, und gar manche haben darob blutige Köpfe davongetragen: zum mindesten wird einer mit Schimpf und Spott und den lästerlichsten Reden traktiert, er mag nur fragen, wen immer er will. Dies kommt nun daher: Es war einmal vor langer Zeit ein Bursche von Bobingen zu Gericht belangt. Der Beklagte wandte sich an einen Advokaten in Augsburg, der im Ruf stand, dass er alles „durchfechten“ könne. Dieser gab ihm den Rat, sich vor Gericht blödsinnig zu stellen, und auf jede an ihn gerichtete Frage die Antwort „Bobingen zu“ zu geben, und dabei mit der rechten Hand unter der Nase von der rechten nach der linken Seite zu zeigen. Er tat genau, wie ihm geraten war und wurde, da weder ein Geständnis noch etwas anderes aus ihm herauszubringen war, vom Gericht entlassen. Nach einiger Zeit kam er Geschäfte halber in die Stadt und begegnete dem Advokaten, der ihn neugierig um den Ausgang des Verfahrens fragte. Nachdem er vom glücklichen Erfolg gehört hatte, sagte er: „Nun ist’s aber an dir, mich für diesen Rat zu belohnen; ich verlange für meine Bemühung zwei Karolin.“ Der Bursche aber warf dem Verblüfften ein „Bobingen zu“ hin, bog um das Straßeneck und lässt seit der Zeit den Advokaten auf seinen Lohn warten.

Einwohnerentwicklung Bei der Volkszählung 1987 hatte die Stadt 13.553 Einwohner. Bis zur Volkszählung 2011 stieg die Einwohnerzahl auf 16.368 an, was einem Zuwachs von 2.815 Einwohnern bzw. 20,8 % entspricht. Bei der Volkszählung 2022 wurden schließlich 17.768 Einwohner erfasst; gegenüber 2011 bedeutet dies einen weiteren Anstieg um 1.400 Einwohner bzw. 8,6 %. Insgesamt verzeichnete die Stadt zwischen 1987 und 2022 einen Bevölkerungsanstieg um 4.215 Einwohner, was innerhalb von 35 Jahren einem Wachstum von 31,1 % entspricht.

Eingemeindungen Im Jahre 1841 wurde die junge, zum Zeitpunkt der Gemeindebildung von 1818 noch nicht bestehende Ortschaft Königsbrunn aus Bobingen ausgegliedert und zu einer selbständigen Gemeinde.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Reinhartshausen und Straßberg eingegliedert. Am 1. Juli 1975 kamen Waldberg und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Kreuzanger hinzu. Schließlich wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der Nachbargemeinde Wehringen mit damals etwa 25 Einwohnern übernommen.

Politik Stadtrat mini|300px|Rathaus Bobingen

Nach den Kommunalwahl am 8. März 2026 setzt sich der Stadtrat seit Mai 2026 wie folgt zusammenStadt Bobingen: Ergebnisse der Stadtratswahl 2026, https://stadt-bobingen.de/wahlen/stadtrat/index.html:

+ Sitzverteilung im Stadtrat seit 2002 Partei Wahl 2002 Wahl 2008 Wahl 2014 Wahl 2020 Wahl 2026 CSU 11 10 9 8 8 SPD 10 9 9 5 4 Grüne 1 1 2 4 3 Freie Wähler 1 2 2 3 3 Freie Bürger Union 1 2 2 4 6 Gesamt: 24 24 24 24 24

Bürgermeister Seit Mai 2026 ist Michael Ammer (FBU) Bürgermeister. In der Stichwahl am 22. März 2026 setzte er sich mit 54,2 % der Stimmen gegen Klaus Förster (CSU) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,2 % und damit 13,6 % niedriger als bei der Stichwahl 2020Stadt Bobingen: Ergebnisse der Bürgermeister-Stichwahl 2026, https://stadt-bobingen.de/wahlen/buergermeister-stichwahl/index.html. Bayerisches Landesamt für Statistik: Kommunalwahl 2020 – Ergebnisse Bobingen, https://www.kommunalwahl2020.bayern.de/ergebnis_personen_gebietseinheit_772125.html.. In der ersten Stadtratssitzung der neuen Amtsperiode wurden Herwig Leiter (CSU) zum Zweiten Bürgermeister und Armin Bergmann (SPD) zum Dritten Bürgermeister gewählt.

Ehemalige Bürgermeister: 2020–2026 Klaus Förster (CSU) 1996–2020 Bernd Müller (SPD) 1972–1996 Hartmut Gärtner (SPD) 1955–1972 Alois Häring (Freie Wähler) 1948–1955 Georg Hartmann (SPD)

Wappen

Städtepartnerschaften : Seit 1969 besteht eine Städtepartnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Aniche.

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen mini|Werk der Hoechst AG in Bobingen

In Bobingen entstand im 19. Jahrhundert ein Kunstseidewerk, später eine Polyesterfaser-Produktion (PET-Basis). Nach dem Krieg wurde der Standort ein Teil der Hoechst AG. Im Zuge der Aufspaltung der Hoechst AG wurde der Standort 1998 in den „Industriepark Werk Bobingen (IWB)“ umgewandelt. Die Chemieaktivitäten im Bereich der Polyesterfaser-Produktion verteilen sich heute (2025) auf drei Unternehmen (Trevira, Johns Manville, Perlon nextrusion Monofil). Die Infrastruktur- und Serviceleistungen werden von verschiedenen Dienstleistern erbracht. Insgesamt beherbergt das Gelände 16 Unternehmen (Stand 2025) auf rund 80 Hektar mit ca. 1450 Arbeitsplätzen.

Bildung Staatliche Realschule Dr.-Jaufmann-Mittelschule Laurentius-Grundschule Ludger-Hölker-Volksschule Straßberg Grundschule Bobingen an der Singold, mit Außenstelle Bobingen-Siedlung Volkshochschule Bobingen Berufsfachschule für Krankenpflege

Krankenhaus Das erste öffentliche Krankenhaus in Bobingen wurde im Jahr 1858 eröffnet. 1953 wurde ein Neubau errichtet der 1957/58 erweitert wurde. Nachdem die Kapazität in den 1960er-Jahren unzureichend wurde, wurde 1969 ein Neubau am jetzigen Standort nahe dem Fluss Wertach eröffnet. 1997 und 2000 fanden Umbau- und Renovierungsmaßnahmen statt. Im Jahr 2006 wurde das Gemeinsame Kommunalunternehmen Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen gegründet; die bislang selbstständigen Krankenhäuser wurden fortan unter einem Dach vereinigt.

Die Wertachklinik Bobingen hat eine Kapazität von 130 Betten mit den Hauptabteilungen: Anästhesiologie Unfall- und Wiederherstellungschirurgie Innere Medizin

Zusätzlich werden belegärztlich folgende Fachdisziplinen geführt: Gynäkologie HNO Plastische Chirurgie

Die Geburtshilfe wurde am 1. Oktober 2022 geschlossen.Wertachkliniken Bobingen.

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)

Polizei Die Polizeiinspektion Bobingen befindet sich in der Hochstraße 22 in Bobingen. Der Zuständigkeitsbereich umfasst die Stadt Bobingen, die Stadt Königsbrunn, Oberottmarshausen und Wehringen.

Öffentlicher Rettungsdienst Die gemeinsame Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und der MKT Firmengruppe befindet sich seit Mai 2022 direkt an der Bobinger Wertachklinik. Zuvor war sie 50 Jahre lang in der Krumbacher Straße in Bobingen – zeitweise am gemeinsamen Standort direkt gegenüber dem alten Feuerwehrhaus.

An der Rettungswache Bobingen sind ein Rettungswagen und zwei Krankentransportwagen stationiert. Der Rettungswagen ist 24 Stunden täglich besetzt. Ein Krankentransportwagen ist werktags acht Stunden und der zweite Krankentransportwagen seit April 2023 werktags acht Stunden sowie am Sonntag Nachmittag einsatzbereit. Einen fest definierten Zuständigkeitsbereich gibt es im Rettungsdienst nicht. Die Integrierte Leitstelle Augsburg alarmiert immer das nächste zur Verfügung stehende Rettungsmittel, Verwaltungsgrenzen (z. B. Landkreise) spielen hier keine Rolle. Einsatzgebiete sind der südliche Landkreis Augsburg sowie die Stadt Augsburg.

Ehrenamtliche Wasserrettung

Die Wasserwacht des BRK stellt eine ehrenamtliche Einsatzgruppe, die insbesondere für die schnelle Wasserrettung und die Hochwasserrettung ausgerüstet ist. Sie ist außerdem in den Katastrophenschutz des Landkreises Augsburg eingebunden. Als eine der ersten Wasserwacht-Einsatzgruppen in Bayern verfügt sie über moderne Rescue-Water-Crafts (RWC). Das sind neuartige Rettungsboote, die sogenannten Jetskis ähneln, allerdings aufgrund professioneller Umbauten, wenn überhaupt nur optisch, etwas mit Wassermotorrädern zu tun haben. In der Bobinger Ortsgruppe haben außerdem Air-Rescue-Specialists, das sind speziell ausgebildete und ausgerüstete Luft-Wasserretter, ihre Heimat.

Feuerwehr Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Bobingen (FFB) befindet sich seit 2013 in der Michael-Schäffer-Straße 12 in Bobingen. Hier sind ein Lösch- und ein Rüstzug stationiert. Einen fest definierten Zuständigkeitsbereich gibt es hier ebenfalls nicht, die FFB wird wie der Rettungsdienst über die Integrierte Leitstelle Augsburg alarmiert. Das Einsatzgebiet umfasst ungefähr die Kernstadt Bobingen mit Bobingen-Siedlung, sowie zur Unterstützung alle Stadtteile von Bobingen und die Orte Königsbrunn, Oberottmarshausen, Wehringen und Großaitingen. Die FFB wurde 1871 gegründet. Im Durchschnitt rückt die FFB zu ca. 170 Einsätzen im Jahr aus.Freiwillige Feuerwehr Bobingen.