Timothy Theodore „Tim“ Schenken OAM (* 26. September 1943 in Sydney, New South Wales) ist ein ehemaliger australischer Automobilrennfahrer. Nachdem er 1968 die Britische Formel-3-Meisterschaft gewonnen hatte, startete er von 1970 bis 1974 insgesamt 34 Mal in der Formel 1.
Karriere mini|hochkant=1.33|Tim Schenken im Ferrari 312PB 1972 beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring Schenken begann seine Formel-1-Karriere 1970 bei Frank Williams Racing Cars, das einen De Tomaso 505 einsetzte und kurz zuvor den Stammfahrer Piers Courage bei einem tödlichen Unfall verloren hatte. Im folgenden Jahr war er einer der beiden Stammfahrer des Brabham-Teams, das zu dieser Zeit von Ron Tauranac geleitet wurde. Beim Großen Preis von Österreich kam Schenken als Dritter ins Ziel; das war sein bestes Ergebnis in der Formel 1. Nachdem Tauranac das Brabham-Team mit Ablauf der Saison 1971 an Bernie Ecclestone verkauft hatte, verlor Schenken sein Cockpit. Er wechselte für die Weltmeisterschaft 1972 zu Surtees, mit dem er beim Saisonauftakt in Argentinien Fünfter wurde, im Übrigen aber keine weiteren Weltmeisterschaftspunkte einfuhr. 1973 war Schenken nicht in der Formel 1 vertreten. In der Saison 1974 kehrte er mit dem schwach finanzierten Team Trojan Tauranac Racing in die Formel 1 zurück, an dem wiederum Ron Tauranac beteiligt war. Die Mittel des Rennstalls reichten nur für acht Große Preise; danach stellte es den Betrieb ein. Für das letzte Rennen 1974 erhielt Schenken ein Cockpit im Werksteam von Lotus; danach gab es keine weiteren Formel-1-Einsätze mehr.
Neben der Formel 1 fuhr Schenken Sportwagenrennen und gewann 1972 zusammen mit Ronnie Peterson das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring für Ferrari.
Für seine Verdienste im Motorrennsport wurde er 2016 mit der Medaille des Order of Australia ausgezeichnet.
Tiga Race Cars 1974 gründete Schenken gemeinsam mit dem ehemaligen neuseeländischen Formel-1-Fahrer Howden Ganley das bis 1989 bestehende britische Motorsportteam Tiga Race Cars. Jahrelang war er Renndirektor für die australische V8 Supercars Championship Series und den Großen Preis von Australien.
Statistik
Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 1970 DNS DNF DNF NC DNF 1971 9 10 DNF 12 12 6 3 9 17 15 1972 5 DNF 8 DNF DNF 17 DNF 14 11 DNF 7 DNF 1973 14 1974 14 10 DNF DNQ DNF DNQ 10 DNF DSQ
Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1973 SpA Ferrari SEFAC Ferrari 312PB Carlos Reutemann Ausfall Motorschaden 1975 Gelo Racing Team Porsche Carrera RSR Howden Ganley Ausfall Getriebeschaden 1976 Gelo Racing Team Porsche 934 Toine Hezemans Rang 16 1977 Gelo Racing Team Porsche 935 Toine Hezemans Hans Heyer Ausfall Benzinpumpe
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1972 Ferrari Ferrari 312PB Ronnie Peterson Rang 2
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1968 John RaeburnAndy Cox Ford GT40 DNF DNF 1972 Ferrari Ferrari 312PB 1 2 2 2 3 DNF 1 3 2 1973 Scuderia Ferrari Ferrari 312PB 2 2 DNF DNF 1974 Gelo Racing Porsche Carrera RSR 11 8 6 1975 Gelo Racing Gulf GR7Porsche Carrera RSR DNF 20 9 2 1976 Gelo Racing Porsche 934 6 7 2 1977 Gelo Racing Porsche 935 DNF 1 11
Literatur Steve Small: Grand Prix Who’s Who, 3rd Edition. Travel Publishing, London 2000, ISBN 1-902007-46-8
Weblinks
Tim Schenken bei Racing Sports Cars
Einzelnachweise
Kategorie:Formel-1-Rennfahrer (Australien) Kategorie:Sportwagen-WM-Rennfahrer Kategorie:Rennfahrer der Formel-2-Europameisterschaft Kategorie:Rennfahrer des 12-Stunden-Rennens von Sebring Kategorie:Rennfahrer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans Kategorie:Träger der Medaille des Order of Australia Kategorie:Australier Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Mann