Woppenhof ist ein amtlich benannter Ortsteil des Marktes Wernberg-Köblitz im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf Woppenhof liegt etwa zwei Kilometer südwestlich der Wittschauer Höhe (597 m) in 500 m Entfernung zur Autobahn A 6 am Buchbach. Der Ort ist über die Kreisstraße SAD 25 und eine Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen.

Etymologie Für Woppenhof und Poppenhof finden sich außerhalb Wernberg-Köblitz in folgenden Ortsnamen: Poppenhof bei Kronach,Poppenhof, Ortsteil der Stadt Kronach, Landkreis Kronach, Bayern. Poppenhof bei Schnaittach,Poppenhof, Ortsteil des Marktes Schnaittach, Landkreis Nürnberg-Land, Bayern. Poppenhof bei Iphofen,Poppenhof, Wüstung auf der Gemarkung Iphofen, Landkreis Kitzingen, Bayern. Kleinpoppenhof bei Leuchtenberg,Kleinpoppenhof, Ortsteil der Marktgemeinde Leuchtenberg, Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Bayern. Poppendorf bei Mank.Poppendorf, Gemeinde und GB Mank, Österreich.

In der Nähe von Woppenhof/Wernberg-Köblitz gibt es noch einen ehemaligen Staatswald „Poppenhofer Aicha“, ca. 1,3 km NNO Leuchtenberg sowie ein Flurstück „Ödung am Poppenhofer Eicha“, ca. 1,4 km nordöstlich von Leuchtenberg. Bei Enzenrieth gibt es eine Staatswaldabteilung „Poppenhof“.Klaus Ibel, Flurnamen um Leuchtenberg einschließlich Orts-, Gewässer und Wegnamen des Untersuchungsraumes mit einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern, Altenstadt/Vohenstrauß/Bamberg, 2001, S. 166f.

Namensähnlichkeiten bestehen zum Ort Woppenrieth beim nahen Döllnitz, wo ein Heinrich von Poppenriute als Zeuge für eine Stiftung Bernolds von Treswitz 1255 auftaucht und wo die Paulsdorfer um 1394 „in Poppenrewt“ Güter besaßen.Klaus Ibel, Flurnamen um Leuchtenberg einschließlich Orts-, Gewässer und Wegnamen des Untersuchungsraumes mit einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern, Altenstadt/Vohenstrauß/Bamberg, 2001, S. 166f. Die mundartliche Aussprache des Ortes nördlich von Leuchtenberg heißt „Gleinbóbbmhof“, oder nur „Bóbbmhof“, so wie auch die Bezeichnung des hier betrachteten Ortes bei Deindorf.

Aus dem Ortsnamen drängt sich eine Verbindung zur Kirche auf Papa, Pope, Pfaffe / Woppenhof, Poppenhof. Naheliegend wäre in diesem Fall eine Verbindung nach Waldsassen.Georg Brunner, Geschichte von Leuchtenberg und der ehemaligen Landgrafen von Leuchtenberg, Amberg 1863, S. 17.

Klaus Ibel stellt dem jedoch eine „Poppo“-These zur Seite. Er geht von einer Schenkungsurkunde von 1147 aus, wo Zeugen auftreten, u. a. die drei Brüder Poppo, Chunrad und Gebhard von Pernrüth. Pernrüth setzt er mit Bernried, südöstlich von Leuchtenberg an der Altstraße nach Waidhaus gleich.Klaus Ibel, Flurnamen um Leuchtenberg einschließlich Orts-, Gewässer und Wegnamen des Untersuchungsraumes mit einer Fläche von etwa 30 Quadratkilometern, Altenstadt/Vohenstrauß/Bamberg, 2001, S. 166f.

Zum Vergleich noch die etymologische Analyse für das österreichische Poppendorf, das 1289/95 erstmalig als PopendorfHans Muggenthaler, Kolonisatorische und wirtschaftliche Tätigkeit eines deutschen Zisterzienserklosters im 12. und 13. Jahrhundert, München 1924, S. 87. in den Urkunden auftritt. Dazu heißt es: „Dorf, das nach einem Mann mit dem Namen ‚Poppo‘ benannt ist, -dorf mit Genitiv des althochdeutschen Personennamen Poppo...“

Die finale Deutung für das oberpfälzische Woppenhof in Wernberg-Köblitz bleibt aus heutiger Sicht offen.

Geschichte

Älteste Geschichte Die Entwicklung von Woppenhof ist eng mit den Landgrafen von Leuchtenberg verbunden. Die Geschichte des Dorfes dürfte bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen.Robert R. Kuhnle, Der Landkreis Nabburg, Nabburg 1967, S. 132. Nachweislich hatte das Kloster Waldsassen bereits ab dem 13. Jahrhundert Besitz in der Gegend um und in Woppenhof. Es besaß zu Beginn des 13. Jahrhunderts zahlreiche verstreute Liegenschaften, die gegen die Mitte des Jahrhunderts größtenteils gegen dem Stift näher gelegene Güter im Rahmen einer Abrundungspolitik eingetauscht wurden. Dazu gehörten Pirk, Letzau und Losau, die gegen Zehenten bei Waldsassen vertauscht wurden. Nur der Poppenhof (Woppenhof) blieb beim Kloster und wurde später zusammen mit Wittschau für ein grundlegendes Tauschgeschäft mit den Landgrafen von Leuchtenberg benützt. Für Losau ist damit die Erstnennung 1218 verbunden, als es vom Kloster Waldsassen an Friedrich von Waldthurn kam.Hans Muggenthaler, Kolonisatorische und wirtschaftliche Tätigkeit eines deutschen Zisterzienserklosters im 12. und 13. Jahrhundert, München 1924, S. 67, 85–87;

Georg Schmidbauer, Die Herren von Waldthurn, ein bedeutendes Oberpfälzer Ministerialengeschlecht - Versuch einer Genealogie, erschienen in Die Oberpfalz, Jahrgang 1990, S. 69, 151;

.Dieter Bernd: . In: . Reihe I, Heft 39. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1977, ISBN 3-7696-9900-9 (Digitalisat), S. 44, 49. Bereits 1225 war Heinrich von Losau und etwa um die gleiche Zeit ein Eberhard von Losau genannt worden, bei denen es sich um ortenburgische Ministerialen aus dem Geschlecht der Waldthurner-Waldauer handelte. Diese nannten sich auch nach dem in Böhmen gelegenen Hostau. Fest steht, dass die Losauer nach den Nennungen im 14. Jahrhundert im Besitz der leuchtenbergischen Lehen zu Woppenhof waren.

Für eine frühe Taufkirche im weiteren Umfeld spricht das Patrozinium Johann Baptist. Möglicherweise hat sie sich auch aus einem spätmittelalterlichen Karner oder einer Friedhofskapelle entwickelt.Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Band 94, Jahrgang 1953, S. 35. Festzustellen bleibt, dass es schon früh eine Verbindung dieser Kirche mit dem ortsansässigen Adel gab. Seit alters her hatte die Kirche Woppenhof ein eigenes Sepulturrecht. Durch die Kirchenausgründungen kam Woppenhof zuerst nach Michldorf und ab Ende des 16. Jahrhunderts nach Glaubendorf.

Die Pfarrei Luhe machte noch in der Reformationszeit des 16./17. Jahrhunderts alte Rechte auf Glaubendorf und Woppenhof geltend.J. B. Lehner, Wie der Markt Luhe in der Oberpfalz im Jahre 1617 kalvinisch werden sollte, erschienen im 5. Jahresbericht des Vereins zur Erforschung der Regensburger Diözesangeschichte, Deggendorf 1930, S. 32. Dazu kam, dass das Kloster Waldsassen seit 1280 das Präsentationsrecht für den Luher Pfarrer hatte. So war z. B. 1344 der Zehent von Woppenhof und später auch der von Alletshof über den Pfarrer von Luhe an das Kloster Waldsassen abzugeben.Nab-Burg, heimatkundliche Beilage zum Nabburger Volksboten, 24. April 1926, Nr. 15, S. 57; 6. Dezember 1930, Nr. 1, S. 3; 24. Juni 1933, Nr. 11, S. 43;

Karl Rothenberger, Markt Luhe, Chronik, 1989, S. 109. Dieses Kloster verfügte selbst noch im Spätmittelalter (1461) über den Zehent von Woppenhof.StAAm, Kloster Waldsassen, Urk. 726 vom 21. März 1461.

Landgrafen von Leuchtenberg Ulrich der Hostauer

Am 1. September 1352 erwarben die Landgrafen von Leuchtenberg unter anderem den Poppenhof (Woppenhof) vom Kloster Waldsassen. Sie setzten auf dieses Gut eigene Dienst- und Lehenleute als Leuchtenberger Ministerialen und sie entwickelten diese Liegenschaft zur Hofmark. Lehensleute waren die Losauer, auch Losunger und Hostauer, die darüber hinaus in Wittschau Besitz hatten und dem Geschlecht der Waldthurner angehörten.Georg Brunner, Geschichte von Leuchtenberg und der ehemaligen Landgrafen von Leuchtenberg, Amberg 1863, S. 108f;

Oberpfälzer Nachrichten, Beilage Was uns die Heimat erzählt, Dezember 1978, darin Nr. 12.

Vier Jahre nach dem Gütererwerb durch die Leuchtenberger kam es am 26. Dezember 1356 wegen dieses Guts zum Streit zwischen Ulrich dem Hostauer von Woppenhof und dem Kloster Waldsassen.Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Band 51, S. 7.

Die Losauer

Im selben Jahr 1356 erscheint ein Eberhard Losaner (Losauer) auf Woppenhof, der in landgräflichen Diensten als Richter zu Leuchtenberg stand.Dieter Bernd: . In: . Reihe I, Heft 39. Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1977, ISBN 3-7696-9900-9 (Digitalisat)., S. 173.

Die Losauer hatten einen weiter gestreuten Güterbesitz und besaßen auch zwei Wiesen und einen Acker in der Nähe der Burg Wernberg gelegen, die sie 1395 an Heinrich Nothaft verkauften.StAAm, Landgrafschaft Leuchtenberg, U207 vom 28. Juni 1395. Das Vermögen der Losauer reichte aus, um als leuchtenbergische Lehensleute und Landsassen 1396 für den Landgrafen von Leuchtenberg beim Verkauf des Dorfes Pirk und div. umliegender Güter zu bürgen.Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952–1956, Band 2, S. 205f. Der umfangreiche Besitz des Eberhard Losaner wird im Leuchtenberger Lehenbuch aus der Zeit kurz vor 1400 greifbarer. Er besaß:Georg Völkl, Das älteste Leuchtenberger Lehenbuch, Quellen zur Oberpfälzer Siedlungsgeschichte, in Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Band 96, S. 294f. Das Dorf Wittschau („Wicschaw“), einen halben Hof zu Michldorf („Mycheldorf“), einen Hof zu „Enkoßhof“ (wohl eingegangene Siedlung bei Wernberg), einen Hof zu Losau („Losung“), einen Hof zu Tauchersdorf („Thauchendorf“-bei Perschen), einen Hof zu Hartenreut (untergegangene Siedlung bei Ermersricht/Weiden), einen Hof zu Nassenhard („Nazzenharde“, untergegangene Siedlung), die Vogtei über die Hannhöfe („Hannhöf“, untergegangene Siedlung), zwei Wiesen unterhalb Wernberg, einen Hof Dietrichsdorf (das nächstgelegene Dietersdorf ist bei Niedermurach), den Hof zu Deindorf („Teymdorf“) und ein zugehöriges Lehen.

Sein Anverwandter Heinrich Losauer hatte von den Leuchtenbergern zu Lehen einen Hof zu Köblitz („Kobliez“), drei Güter zu Wittschau („Wiezschaw“), ebenfalls einen Hof zu Losau und ebenfalls zwei Wiesen und einen Acker zu Wernberg.Georg Völkl, Das älteste Leuchtenberger Lehenbuch, Quellen zur Oberpfälzer Siedlungsgeschichte, in Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Band 96, S. 294f. Möglicherweise wurde ein Teil der Güter gemeinsam bewirtschaftet.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gab es dann mehrere Käufe und Verkäufe: 1408 kaufte Hans Losaner 2 Höfe in Schwarzberg und 2 Höfe in „Rechenberg“ (wohl Rattenberg) sowie einen öden Hof in Deindorf.Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952–1956, Band 3, S. 7. 1420 wurde der Köblitzer Hof dem Gotteshaus zu Pfreimd gestiftet.Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952–1956, Band 3, S. 54;

StAAm, Landgrafschaft Leuchtenberg, 23. April 1422. 1432, während der Zeit der Hussitenschäden, verkaufte Hans Losinger 3 Höfe zu Wittschau.StAAm, Landgrafschaft Leuchtenberg, 14. Juni 1432.

Ulreich Gruber

Aus dem ältesten Leuchtenberger Lehenbuch (1396/99) lässt sich erkennen, dass „Ulreich Gruber vom Poppenhof“ vier Güter in Deindorf und die „Furstwise“ zu Lehen hatte.Georg Völkl, Das älteste Leuchtenberger Lehenbuch, Quellen zur Oberpfälzer Siedlungsgeschichte, in Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Band 96, S. 294. Ulreich Gruber war damit Leuchtenberger Lehensmann. In welchem Verhältnis er zu den Losauern stand, ist offen.

Die Fronberger

Die Fronberger hatten in das Geschlecht der Losinger/Losauer eingeheiratet. 1455 erscheint Heinrich Fronberger, ein Schwager des Hans Losingers als Besitzer von Woppenhof, als er jeweils einen Hof zu Schwarzberg und Rappenberg verkaufte.Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952–1956, Band 2, S. 61 vom 30. Mai 1356 und Band 3, S. 123 vom 12. März 1455 sowie 30. August 1455; Auch die Fronberger standen im Dienst der Landgrafen von Leuchtenberg und siegelten dort bis 1469.Annemarie Krauss, Bayerische Archivinventare, Stadtarchiv Weiden, Heft 24, München 1964, S. 115, U 578 vom 5. September 1469.

Hofmark Woppenhof Gilg Nothaft