Die Anaheim Ducks (IPA: []) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Anaheim im Bundesstaat Kalifornien. Es wurde am 15. Juni 1993 durch die Walt Disney Company unter dem Namen Mighty Ducks of Anaheim gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1993/94 den Spielbetrieb auf. Seit dem 22. Juni 2006 spielt die Mannschaft nach einer Umbenennung unter dem derzeitigen Namen, losgelöst vom Disney-Konzern. Die Teamfarben sind Schwarz, Metallicgold und Orange. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im Honda Center aus.
Die Ducks sind eines der Franchises, das aus der Ligaerweiterung der 1990er Jahre hervorging. In der Saison 2002/03 erreichte die Mannschaft erstmals und unerwartet das Finale um den Stanley Cup, ehe in der Spielzeit 2006/07 der erstmalige Gewinn der prestigeträchtigen Trophäe folgte.
Geschichte Die Gründung Im Sommer 1992 erwarb der Disney-Konzern für 50 Millionen US-DollarDan Diamond: Total NHL: The ultimate source on the National Hockey League 2003, S. 224 bei der Ligaleitung der NHL die Lizenz zur Gründung eines Teams.ducks.nhl.com, Major Announcements Im Dezember 1992 wurde der Antrag der Kalifornier einstimmig gebilligt und die Aufnahme in die National Hockey League – gemeinsam mit den Florida Panthers – zur folgenden Spielzeit 1993/94 verkündet.articles.baltimoresun.com, Aufgrund der Nähe zur Metropole Los Angeles mit dem dort bereits ansässigen Franchise der Los Angeles Kings ging durch die entstehende Konkurrenzsituation gut die Hälfte des Betrags als Entschädigung an die Kings über. Das neue Franchise wurde in Anaheim, einem Vorort von Los Angeles, angesiedelt, wo sich auch der Vergnügungspark des Konzerns, das Disneyland Resort, befindet. Die Arena, der inzwischen in Honda Center umbenannte Arrowhead Pond, wurde in direkter Nähe zum Vergnügungspark errichtet.
Wayne Gretzkys sogenannter „Blockbuster-Deal“ im August 1988 zu den Los Angeles Kings hatte maßgeblich zur Entwicklung des Eishockeysports in Kalifornien beigetragen.Andrew Santella: Wayne Gretzky: The Great One 1999, S. 71 Die National Hockey League schlug aus Gretzkys Popularität Kapital und erweiterte die Liga während der 1990er-Jahre um mehrere Teams. Diese wurden primär in den Südstaaten der Vereinigten Staaten angesiedelt, die traditionell keine bekannten Eishockey-Märkte waren und wo das Interesse am professionellen Eishockeysport bis dato als relativ bescheiden galt. Im „Golden State“ wurden während dieser Zeit zwei Teams platziert; neben den Mighty Ducks of Anaheim auch die San Jose Sharks. Vor der Ansiedlung des Franchises im kalifornischen Anaheim existierte bis dato kein professionelles Eishockeyteam in der Stadt; lediglich die Anaheim Flyers waren während der Saison 1975/76 in der halbprofessionellen Pacific Southwest Hockey League aktiv.
Die Idee zur Gründung des Franchises geht auf den Disney-Film Mighty Ducks – Das Superteam zurück, der zu Beginn der 1990er Jahre in den Vereinigten Staaten eine beachtliche Summe an den Kinokassen einspielte. Die ähnlich erfolgreichen Fortsetzungen Das Superteam kehrt zurück und Jetzt mischen sie die Highschool auf trugen weiter zur Popularität des Eishockeyteams bei. Zuletzt folgte eine Zeichentrickserie mit dem Titel Das Powerteam. Auch der Teamname Mighty Ducks of Anaheim wurde an die Filme angelehnt. Diese Entscheidung, welche Disney-CEO Michael Eisner im März 1993 mitteilte, galt als sehr umstritten und stieß auf weit verbreitete Kritik.articles.latimes.com, Disney Hopes 'Ducks’ Make a Splash in O.C.
Erfolglose Jahre (1993–1999) mini|hochkant|Teemu Selänne erreichte 1996/97 mit den Mighty Ducks erstmals die Play-offs.
Am 24. Juni 1993 nahmen die Mighty Ducks gemeinsam mit den Florida Panthers am Expansion Draft teil, um ihren Kader mit neuen Spielern zu füllen. Das Franchise war berechtigt, insgesamt drei Torhüter, acht Verteidiger und 13 Stürmer auszuwählen, die von den anderen NHL-Teams nicht gesperrt wurden.latimes.com, History Proves Anything Can Happen and Usually Does During Expansion Die Kalifornier entschieden sich unter anderem Bob Corkum, Bobby Dollas, Guy Hebert, Sean Hill, Bill Houlder, Troy Loney, Alexei Kassatonow, Joe Sacco und Ron Tugnutt zu selektieren.ducks.nhl.com, Ducks All-Time Draft Picks Des Weiteren waren die Ducks befugt im NHL Entry Draft, der zwei Tage nach dem Expansion Draft stattfand, und im NHL Supplemental Draft sich erstmals die Rechte an jungen Talenten zu sichern. Mit ihrem ersten Wahlrecht im Entry Draft 1993 an der vierten Position der ersten Runde wählten sie den hochgehandelten Paul Kariya aus, der das Team in den folgenden Jahren als Führungsspieler entscheidend prägen sollte. In der fünften Runde wurde Michail Schtalenkow selektiert, der die Back-up-Position für Stammtorwart Guy Hebert übernahm. Im Supplemental Draft nutzte das Franchise ihr Recht an fünfter Position für Verteidiger Pat Thompson, der sich als Fehlgriff erwies und nie den Sprung in die NHL schaffte. Als erster Cheftrainer übernahm der US-Amerikaner Ron Wilson die Trainerposition und Jack Ferreira wurde zum General Manager ernannt. Den ersten Tauschhandel tätigten die Kalifornier bereits vor ihrem ersten NHL-Spiel, als sie am 10. August 1993 die beiden Flügelstürmer Todd Ewen und Patrik Carnbäck von den Montréal Canadiens erwarben.ducks.nhl.com, All-Time Trades in Ducks Historylatimes.com, Ducks Acquire Two Forwards From Canadiens
Am 8. Oktober 1993 bestritten die Ducks im ausverkauften Arrowhead Pond vor 16.673Wird teilweise mit 17.320 Zuschauern angegeben. Besuchern gegen die Detroit Red Wings ihre erste NHL-Partie, die mit einer 2:7-Heimniederlage der Südkalifornier endete.latimes.com, Mighty Ducks Hatch a New Era in Hockey: Fans give Disney franchise star treatment in debut Die Startaufstellung der Kalifornier bestand aus dem Torhüter Guy Hebert, den Verteidigern Alexei Kassatonow und Randy Ladouceur, den Flügelstürmern Troy Loney und Terry Yake sowie dem Center Anatoli Semjonow. Den ersten Treffer der Mighty Ducks erzielte in dieser Partie der Verteidiger Sean Hill in einer Überzahlsituation.latimes.com, No Oscars for Ducks’ Premiere : Hockey: Detroit spoils their opener, 7-2, after getting 20 shots on goal in the first period Der erste Sieg des Teams gelang bei der dritten Begegnung am 13. Oktober 1993 gegen die Edmonton Oilers, den Siegtreffer zum 4:3-Endstand für die Mighty Ducks erzielte Bill Houlder. Beim ersten Auswärtsspiel in der Geschichte des Franchises sechs Tage später erzielte Terry Yake als erster Spieler der Ducks einen Hattrick.ducks.nhl.com, This date in Ducks History Archive – Oktober In der Premierensaison standen überwiegend erfahrene Spieler wie Bobby Dollas, Alexei Kassatonow, Randy Ladouceur, Anatoli Semjonow und Troy Loney, der zum ersten Kapitän ernannt wurde, im Kader der Mighty Ducks.
Die Mighty Ducks erspielten sich in ihrer Premierensaison in 84 Partien 71 Punkte und belegten den vierten Rang der Pacific Division. Dies reichte nicht aus, um sich für die Play-offs zu qualifizieren; diese hatten sie bei fünf noch ausstehenden Partien der regulären Saison verfehlt, platzierten sich jedoch in der Schlusstabelle vor den etablierten Los Angeles Kings. Die 19 erzielten Auswärtssiege stellten einen neuen Rekord für die Debütsaison eines Expansionsteams dar. Beim NHL Supplemental Draft, der im Kalenderjahr 1994 letztmals durchgeführt wurde, wählten die Ducks an zweiter Position den Center Steve Rucchin, der später jahrelang als Mittelstürmer zwischen den beiden Flügelspielern Paul Kariya und Teemu Selänne eine Schlüsselposition einnahm und zu den Leistungsträgern zählte. Die folgende Spielzeit begann aufgrund eines Lockouts erst am 11. Januar 1995 und wurde auf 48 Spiele verkürzt ausgetragen. Die Mannschaft qualifizierte sich erneut nicht für die Endrunde und platzierte sich mit 37 Punkten auf dem letzten Tabellenrang in der Pacific Division. Am 7. Februar 1996 vollzogen die Ducks einen weitreichenden Tauschhandel mit den Winnipeg Jets. Die Ducks erhielten Teemu Selänne und Marc Chouinard, im Austausch wechselten Chad Kilger und Oleg Twerdowski nach Winnipeg.ducks.nhl.com, This date in Ducks History Archive – Februar Die Ducks schlossen die Saison 1995/96 auf dem vierten Rang der Pacific Division ab und verpassten mit 78 Punkten knapp die Play-offs. Bester Spieler der Saison war Paul Kariya, der mit 108 Scorerpunkten die statistisch erfolgreichste Spielzeit seiner Karriere absolvierte. Der kurz zuvor verpflichtete Teemu Selänne erzielte bis zum Saisonende in 28 Spielen insgesamt 36 Scorerpunkte.
mini|hochkant|links|Mannschaftskapitän Paul Kariya bildete von 1996 bis 2001 gemeinsam mit Teemu Selänne das sogenannte „Dynamic Duo“.
In der darauffolgenden Spielzeit 1996/97 erreichten die Mighty Ducks erstmals die Play-offs. Mit 36 Siegen, 33 Niederlagen und 13 Unentschieden in der regulären Saison gelang dem Team zudem erstmals eine positive Bilanz. Selänne übertraf den im Vorjahr von Kariya aufgestellten Punkterekord und erreichte in der regulären Saison mit 51 Toren und 58 Vorlagen insgesamt 109 Punkte. In der ersten Runde der Play-offs besiegte das Team die Phoenix Coyotes in sieben Partien. Im siebten Spiel verbuchte Guy Hebert den ersten Shutout in den Play-offs für die Mighty Ducks.nytimes.com, Sabres advance on Plante’s dream night Im Conference-Halbfinale traf Anaheim auf die Detroit Red Wings. Die Serie verloren die Ducks mit 0:4, allerdings wurden drei der vier Spiele erst in der Verlängerung entschieden. Cheftrainer Ron Wilson verließ trotz dieses Erfolgs den Verein und unterschrieb bei den Washington Capitals. Daraufhin wurde der Kanadier Pierre Pagé als neuer Cheftrainer engagiert.
Die Mighty Ducks begannen die Saison 1997/98 mit zwei Spielen in Tokio gegen die Vancouver CanucksDan Diamond (Hrsg.): National Hockey League Official Guide & Record Book 2014, Triumph Books, S. 13 ohne ihren Kapitän Paul Kariya, der mit den Kaliforniern noch in Vertragsverhandlungen stand. Am 22. Dezember 1997 einigte sich Kariya mit den Ducks und unterzeichnete einen neuen Kontrakt.sportsillustrated.cnn.com, Goal Oriented Im Februar 1998 im Heimspiel gegen die Chicago Blackhawks checkte Gary Suter Paul Kariya derart, dass Kariya nicht nur einen Kieferbruch erlitt, sondern auch den Rest der Saison verletzt ausfiel.latimes.com, Kariya will miss at least a weeknytimes.com, Kariya is haunted by next big hit Der fortwährende Wechsel im Tor zwischen Guy Hebert und Michail Schtalenkow war ungewohnt für das Team und beide Torhüter, doch Trainer Pierre Pagé blieb die ganze Saison über bei dieser Rotation.latimes.com, Hebert’s Happy About His Starts Diese Einflüsse führten zum Nichterreichen der Play-offs und einem sechsten Platz in der Pacific Division. Daraufhin wurde der bisherige Cheftrainer Pierre Pagé entlassen und Craig Hartsburg, der zuvor bei den Chicago Blackhawks seines Amtes enthoben worden war, übernahm den Trainerposten.