Günter Gall (* 1947 in Rheinberg) ist ein niederrheinischer Folksänger, Gitarrenspieler, Komödiant und Rezitator, der seit 30 Jahren in Osnabrück lebt. Er tritt bundesweit seit mehr als 25 Jahren auf und wird begleitet von dem klassischen Gitarristen und Komponisten Konstantin Wassiljew.

Aufgewachsen am Niederrhein begann Gall in den 1970er Jahren während der damaligen Blütezeit für Folkmusik Lieder aus der Gegend des Niederrheins zu singen. 1983 gewann er mit dem Duo Mulwerk den ersten Preis bei der WDR-Stadtmusik in der Sparte Folk. In den 1990er Jahren trat Gall mit seiner Gruppe Düwelskermes auf und stand mit Hanns-Dieter Hüsch auf der Bühne. Auch bei der Hüsch-Abschiedsgala am 16. Dezember 2000 in Moers sang Gall für das „schwarze Schaf vom Niederrhein“.

Zu Galls Repertoire gehören auch Programme über Carl Michael Bellman, Erich Kästner, Erich Maria Remarque, Mascha Kaléko, Joachim Ringelnatz und Fritz Grasshoff. „Verbrannte Dichter“, Porträts mit Liedern, Lyrik, Prosa von u. a. Walter Mehring, Remarque und anderen spielt er erfolgreich in ganz Deutschland. Ein sehr lebendiges Kinderprogramm „Tüdelütt & Vigelei“ (6-10 J.) mit schönen Bänkelbildern von Olaf Thielsch ist auch in seinem Repertoire. Seine CD „Soldaten-Leben“ wurde im Mai 2014 vom Folker zur CD des Monats gewählt. Dieses Programm zur 100. Erinnerung an den Ersten Weltkrieg war bundesweit sehr erfolgreich. Sein Lied für Hans Calmeyer war viele Monate auf Platz 2 der Liederbestenliste.

2017 spielen Gall und sein Gitarrist Konstantin Vassiliev das Programm Radlers Seligkeit mit Liedern, Instrumentals und Erzählungen zum 200. Jubiläum des Fahrrads. Ein Best of aus 35 Jahren Literatur und Musik wurde mehrfach aufgeführt.

Werke Bücher Günter Gall, Klaus Schnittger: Diese Lieder gehören dem Volke, Ein Geschichtsliederbuch für die Region Osnabrück, 1989 Günter Gall: Van Schereschlipp on andere Lüj, Das Niederrheinliederbuch, Mercator-Verlag Duisburg, 1994 Günther Gall: Paradiesäppel, eine niederrheinische Kindheit, Erzählungen und Gedichte, Verlag Klaus Bielefeld, Friedland, 1999

Tonträger Volkslieder und so, Autogram ALLP 213, 1978 Ich bin ein freier Mann und singe!, Autogram ALLP 235, 1979 Dä Hippelandexpress, Autogram ALLP 279, 1981 Van Schereschlipp on andere Lüj – Lieder und Texte vom Niederrhein, (mit K.-H. Heydecke), Schnoog 1108, 1987 Günter Gall & Düwelskermes, Acoustic Music AM 1003, 1988 Tivoli, Mit Düwelskermes, AMC 1007, 1989 Sommerabend, CD 1118, SCHNOOG, 1993 geflött wie gesonge, mit Düwelskermes, Neue plattdeutsche Lieder vom Niederrhein, AP-0894-CD, 1994 Das Beste aus 10 Jahren, Mit Düwelskermes, AP- ????–1996 Paradiesäppel, 25 Jahre plattdeutsche Lieder vom Niederrhein, AP-0899-CD, 1999 Jahrgang 1899, Lieder und Prosa von Erich Kästner, Eigenverlag, 2003 Leute, höret die Geschicht, Volksballaden, Moritaten, Bänkelsang, Eigenverlag, 2003 Durch alle Himmel, alle Gossen, Fredmans Episteln und Lieder, AP-1003-CD, 2004 Chanson vom Montag, Lieder, Lyrik, Prosa von Masha Kaléko, AP-1103-CD, 2004 Galläppel, Ein Koloniebär vom Niederrhein singt und erzählt, AP-0904-CD, 2004 Klassiker op Platt, Lieder von Heine, Goethe, Villon, Kinks u. v. m., AP-0707-CD, 2007 Wohl heute noch & morgen – 30 Jahre Literatur & Musik, 2012 Vigelinland – 30 Jahre Adaptionen op platt, 2012 Soldaten-Leben, Lieder von Krieg & Frieden aus 5 Jahrhunderten, jump up o31, 2014 Liebwerte Brüder, Schlecker & Immen, Lieder & Episteln von Carl Michael Bellman, Eigenverlag, 2015 Radlers Seligkeit 7 historische & neue Lieder, Instrumentals zu 200 Jahren Fahrrad

Literatur Wilhelm Schwertgen: Günter Gall, der Bänkelsänger vom Niederrhein. Jahrbuch Kreis Wesel, Kreisarchiv Wesel, 2017, S. 24–28

Weblinks Homepage des Künstlers Musiker-Porträt im Fachblatt Folker über Günter Gall

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