In Japan waren insgesamt bis vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima 54 Reaktoren in den 17 Atomkraftwerken in Betrieb. Nach der Katastrophe waren bis Anfang Mai 2012 und ab September 2013 alle japanischen Atomkraftwerke zeitweise heruntergefahren. Die erneute Inbetriebnahme der abgeschalteten Reaktoren verläuft schleppend, sodass im September 2020 nur sechs Reaktoren in Betrieb waren. Ein Teil der ursprünglich nur vorübergehend abgeschalteten Kraftwerke ist mittlerweile dauerhaft stillgelegt. Für einige Jahre gab es sogar Pläne, langfristig ganz aus der Kernenergie auszusteigen.Ministerpräsident Noda stellt Kabinett vor. Japan soll mittelfristig aus der Atomkraft aussteigen, FAZ, 2. September 2011. Abgerufen am 19. September 2011.Energiewende: Japan schränkt Atomausstieg wieder ein bei zeit.de, 19. September 2012 (abgerufen am 20. September 2012). Noch im Jahr 2020 wollte Umweltminister Shinjirō Koizumi aktiv auf die Schließung aller Atomkraftwerke hinarbeiten. Im Jahr 2021 vollzog Japan dann eine energiepolitische Wende und fördert die Nutzung der Atomkraft seitdem wieder aktiv. Mittelfristig will Japan den Kernenergieanteil am Strommix bis 2030 wieder auf 20–22 % steigern. Langfristig sollen ältere Blöcke durch Reaktoren der nächsten Generation ersetzt werden, und wieder neue Kernkraftwerke gebaut werden.

Bisher gibt es in Japan noch keine konkreten Pläne für ein Endlager für den radioaktiven Abfall. Die abgebrannten Brennelemente werden zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich (La Hague) und Großbritannien (Sellafield) gebracht. Der radioaktive Abfall, der dabei anfällt, wird in Rokkasho zwischengelagert. Durch Kernenergie wurde 2010 mehr als ein Drittel des Strombedarfes gedeckt. In der Folge des Tōhoku-Erdbebens am 11. März 2011 mussten mehrere Kernkraftwerke abgeschaltet werden und es kam im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu einer Reihe von katastrophalen Unfällen und zu einer Kernschmelze in den Blöcken 1, 2 und 3. Dies veränderte zeitweise das Bild über die Nutzung der Kernenergie in der öffentlichen Meinung. So sprachen sich im Jahr dieser Vorfälle 70 % der Japaner für einen Atomausstieg aus.Zehntausende protestieren in Japan gegen Atomkraft. In: Hamburger Abendblatt, 19. September 2011. Abgerufen am 19. September 2011. Erst seit dem Jahr 2022 befürwortet die Mehrheit der Japaner wieder die Kernenergie.

Seit den Kernschmelzen in Fukushima wurden einschließlich der zerstörten Reaktoren 21 endgültig stillgelegt, damit ist prinzipiell der Weiterbetrieb von 33 Reaktoren möglich, zuzüglich zweier im Bau befindlicher Reaktoren, deren Zukunft in der Schwebe steht. Mit Sendai 1 und 2 (2015), Ikata 3 (2016), Takahama 3 und 4 (2016), Genkai 3 und 4 (2018) sowie Oi 3 und 4 (2018) wurden in den Jahren 2015 bis 2018 neun Reaktoren wiederangefahren. Der Weiterbetrieb der Reaktoren Takahama 3 und 4 sowie Oi 3 und 4 war zwischenzeitlich gerichtlich untersagt gewesen, ehe die Betriebsverbote in höherer Instanz gekippt wurden. Der Reaktor Ikata 3 war nach einem zweiten gerichtlichen Betriebsverbot von 2020 bis 2021 nochmals vom Netz, bis auch das Verbot von höherer Instanz gekippt wurde. In den Jahren 2019 und 2020 wurden keine zusätzlichen Reaktoren aufgefahren. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters galt es als unwahrscheinlich, dass in den darauffolgenden Jahren eine größere Zahl weiterer Reaktoren ans Netz gehen würde. In den Jahren 2021 und 2023 gingen weitere Reaktoren in drei Kraftwerken zurück ans Netz und produzieren seitdem wieder durchgehend Strom. Ende 2023 waren insgesamt zwölf Druckwasserreaktoren in sechs Kraftwerken in Betrieb, weitere Anlagen werden auf das Wiederanfahren vorbereitet.

Kernkraftwerke In die Gruppe Kernkraftwerke fallen alle Leistungsreaktoren und Prototypanlagen die zur kommerziellen Stromerzeugung genutzt werden. Die japanischen Kernkraftwerke befinden sich alle an der Meeresküste bzw. in Küstennähe; die meisten haben Reaktoren des Typs Druck- (PWR) und Siedewasserreaktor (BWR).

Leistungsdaten

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Kernkraftwerke ohne Betriebsaufnahme

Unter die Gruppierung Kernkraftwerke ohne Betriebsaufnahme fallen alle Leistungsreaktoren und Prototypanlagen, die zur kommerziellen Stromerzeugung genutzt werden sollten, aber noch nicht fertiggestellt wurden, bzw. deren Planungen und Bau endgültig eingestellt wurden, sowie alle Leistungsreaktoren, die noch nicht in Bau, aber fest geplant sind.

Leistungsdaten Diese Liste ist in alphabetischer Reihenfolge sortiert.World Nuclear Association: References – Japan (englisch)

Standort Präfektur Nettoleistung Bruttoleistung Reaktortyp Bau-beginn Geplante InbetriebnahmeDieses Feld bleibt leer, wenn die Planungen/der Bau eingestellt wurden oder wenn es bei geplanten Reaktoren noch keine Daten zur geplanten Inbetriebnahme gibt. Ashihama 1 Mie 1.315 MW 0 MW Siedewasserreaktor — Ashihama 2 Mie 1.315 MW 0 MW Siedewasserreaktor — Fukushima I 7 der IAEA: (englisch) Fukushima 1.339 MW 1.380 MW ABWR — Planungen storniert Fukushima I 8 der IAEA: (englisch) Fukushima 1.339 MW 1.380 MW ABWR — Planungen storniert Hamaoka 6 der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – HAMAOKA-6“ (englisch) Shizuoka 0 MW 1.400 MW ABWR — — Higashidōri 1 (TEPCO)* der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – HIGASHI DORI 1 (TEPCO)“ (englisch)Hierbei handelt es sich nicht um den bereits in Betrieb befindlichen Block Higashidōri 1 (TOHOKU) der Tohoku Electric Power Company, sondern um einen geplanten Reaktor der Tokyo Electric Power Company am selben Standort. Aomori 1.343 MW 1.385 MW ABWR — Higashidōri 2 (TEPCO)* der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – HIGASHI DORI 2 (TEPCO)“ (englisch)Hierbei handelt es sich nicht um den bereits in Betrieb befindlichen Block Higashidōri 1 (TOHOKU) der Tohoku Electric Power Company, sondern um einen weiteren geplanten Reaktor der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) am selben Standort. Aomori 1.343 MW 1.385 MW ABWR — Higashidōri 2 (TOHOKU) der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – HIGASHI DORI 2 (TOHOKU)“ (englisch) Aomori 1.067 MW – MW ABWR — Kaminoseki 1 der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – KAMINOSEKI 1“ (englisch) Yamaguchi 0 MW 1.373 MW Siedewasserreaktor — Jetzt als Zwischenlager geplant Kaminoseki 2 der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – KAMINOSEKI 2“ (englisch) Yamaguchi 0 MW 1.373 MW Siedewasserreaktor — Jetzt als Zwischenlager geplant Ōma-Demonstration ATR Aomori 606 MW 606 MW LWCHWR 01.12.1993 Sendai 3 der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – SENDAI-3“ (englisch) Kagoshima 0 MW 1.590 MW Druckwasserreaktor — — Suzu 1 Ishikawa 1.315 MW 1.350 MW ABWR — 2002 AufgegebenThree Power Firms Give Up Plans for Nuclear Plant in Suzu 23. Januar 2004 Suzu 2 Ishikawa 1.300 MW 1.350 MW Druckwasserreaktor — 2002 Aufgegeben Tsuruga 3 der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – TSURUGA-3“ (englisch) Fukui 0 MW 1.538 MW Druckwasserreaktor — ?Power Reactor Information System der IAEA listet die Reaktoren Tsuruga 3 und 4 nicht (mehr). Tsuruga 4 der IAEA: „Nuclear Power Reactor Details – TSURUGA-4“ (englisch) Fukui 0 MW 1.538 MW Druckwasserreaktor — ?Power Reactor Information System der IAEA listet die Reaktoren Tsuruga 3 und 4 nicht (mehr).

* Da die japanische Regierung einen Umstieg auf erneuerbare Energien angekündigt hat, Aktionäre die Abschaltung der bestehenden Tepco-Anlagen gefordert haben und die Firma finanzielle Probleme hat, ist eine Inbetriebnahme des Kernkraftwerk Higashidōri fraglich. Der Bau der Blöcke 7 und 8 des KKW Fukushima-Daiichi wurde im Mai 2011 aufgegeben.

Forschungsreaktoren Unter die Gruppierung Forschungsreaktor fallen Kernreaktoren, die nicht der Stromerzeugung dienen, sondern überwiegend zu Forschungszwecken (kern- und materialtechnischen Untersuchungen, Isotopenproduktion für Medizin und Technik) genutzt werden.

Leistungsdaten Diese Liste ist in alphabetischer Reihenfolge sortiert.Research Reactor Database der IAEA

Standort Thermische Leistung Reaktortyp Status Inbetrieb-nahme DCA 1 kW CRIT ASSEMBLY Stillgelegt 1969 FCA 2 kW CRIT FAST Stillgelegt 1967 HTR 100 kW POOL Stillgelegt 1961 HTTR 30000 kW HIGH TEMP GAS Abgeschaltet 1998 JMTR 50000 kW TANK Stillgelegt 1968 JMTRC 0,10 kW POOL Stillgelegt 1965 JOYO 140000 kW FAST, NA COOLED Abgeschaltet 1977 JRR-2 10000 kW TANK Stillgelegt 1960 JRR-3 10000 kW HEAVY WATER Stillgelegt 1962 JRR-3M 20000 kW POOL Abgeschaltet 1990 JRR-4 3500 kW POOL Stillgelegt 1965 KUCA 0,10 kW CRIT ASSEMBLY In Betrieb 1974 KUR 5000 kW TANK In Betrieb 1964 MUSASHI REACTOR 100 kW TRIGA MARK II Stillgelegt 1963 NSRR 300 kW TRIGA ACPR Abgeschaltet 1975 STACY 0,20 kW HOMOG Abgeschaltet 1995 TCA TANK TYPE CRIT. ASSBLY 0,20 kW CRIT ASSEMBLY Stillgelegt 1962 TOSHIBA NCA 0,20 kW CRIT ASSEMBLY Abgeschaltet 1963 TRACY 10 kW PULSING Stillgelegt 1995 TRIGA-II RIKKOYO 100 kW TRIGA MARK II Stillgelegt 1961 TTR 100 kW POOL Stillgelegt 1962 UTR KINKI 0 kW ARGONAUT In Betrieb 1961 VHTRC 0,01 kW CRIT ASSEMBLY Stillgelegt 1985 YAYOI 2 kW TANK Stillgelegt 1971

Siehe auch Kernenergie in Japan Liste der Kernkraftwerke in Asien Liste der Kernkraftwerke Liste von Kernkraftanlagen Liste der Kernreaktoren mit der höchsten Jahresproduktion Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen

Weblinks

Nuclear and Industrial Security Agency NISA Japanische Behörde für Nukleare und Industrielle Sicherheit NISA Japan Atomic Industrial Forum JAIF Japanisches Atom Industrie Forum JAIF Tabelle des CNIC: Am 26. August 2011 liefen nur noch 18 der ehemals 55 Kernreaktoren NPPs in Japan Offizielle JAIF Liste aller Japanischer Atomkraftwerke bis dato in der Geschichte

Einzelnachweise Neighbors upset over storage plan for nuclear waste in Yamaguchi in THE ASAHI SHIMBUN, 3. Februar 2025

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