Reuth () ist ein Gemeindeteil des Marktes Weisendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Reuth liegt in der Gemarkung Weisendorf.

Geographie Das Dorf liegt etwa 2 km südöstlich von Weisendorf und ist südlich und östlich vom Reuther Wald umgeben. Im Norden befindet sich Acker- und Grünland. Die Flur wird Mühlacker genannt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Weisendorf zur Staatsstraße 2263 (2 km westlich) bzw. nach Reinersdorf zur Staatsstraße 2259 (1,5 km nördlich).

Geschichte Der Ort war ein Lehen des Hochstifts Bamberg. Durch Neurodung wurde Land gewonnen für einen Hof. Ursprünglicher Lehensträger waren die Herren von Maienthal. 1438 ging das Lehen an die Nürnberger Patrizier Rieter von Kornburg über, 1465 schließlich an das Rittergut Weisendorf. Nachdem die Schlossherren von Lauter 1722 ausgestorben waren, gelangte der Hof an das Hochstift Bamberg zurück. Neben dem Hof gab es ab dem 15. Jahrhundert noch zwei Güter, die dem bambergischen Amt Herzogenaurach unterstanden. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Reuth völlig zerstört. 1764 wurde der Hof zerschlagen.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 184. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 128. Ergänzt durch Reuth auf der Website weisendorf.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Reuth aus 8 Anwesen (1 Wirtshaus, 7 Sölden). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Herzogenaurach aus. Das Amt Herzogenaurach war Dorf- und Gemeindeherr sowie Grundherr sämtlicher Anwesen.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 79.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Reuth dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Hammerbach zugewiesen. 1818 gehörte es zur neu gebildeten Ruralgemeinde Reinersdorf, wurde aber bereits am 16. Januar 1825 in die Ruralgemeinde Hammerbach umgemeindet.H. H. Hofmann: Höchstadt-Herzogenaurach, S. 142.

Im Jahr 1956 wurde das Dorf, nachdem Hammerbach eine Abfindung von 8600 DM erhalten hatte, mit seinen 62 Einwohnern von Hammerbach nach Weisendorf umgegliedert.Reuth auf der Website weisendorf.de

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2019Einwohner 44 61 62 68 57 64 81 63 53 170 224 226 209HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 7 13 12 11 12 12 45 Quelle

Religion Reuth war ursprünglich katholisch. Heute sind die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession nach Weisendorf gepfarrt, die römisch-katholischen Einwohner sind nach St. Josef (Weisendorf) gepfarrt.

Literatur

Lothar Lehmann: Ein kurzer Gang durch die Geschichte Weisendorfs und seiner Ortsteile, in: Weisendorfer Bote aus dem Seebachgrund. Historische Geschichten und Ereignisse zwischen Regnitz, Aisch und Aurach (1995), Seiten 277–308

Weblinks

Fußnoten

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