Der Kreis Reichenbach war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Von 1990 bis 1995 bestand er als Landkreis Reichenbach im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Vogtlandkreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Reichenbach.

Geographie

Lage Der Kreis Reichenbach lag zwischen Plauen und Zwickau im Vogtland.

Nachbarkreise Der Kreis Reichenbach grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Werdau, Zwickau-Land, Auerbach, Plauen-Land und Greiz.

Geschichte

Der Kreis Reichenbach entstand am 25. Juli 1952 im Rahmen der Auflösung der Länder und Bildung von 14 Bezirken der DDR. Er hatte als komplette Neugründung keine bestimmte Verwaltungseinheit als Vorgänger. Der neue Kreis wurde aus Gemeinden der bis dahin bestehenden Landkreise Auerbach, Plauen und Zwickau gebildet. Diese Landkreise entsprachen in etwa den vorherigen namensgleichen Amtshauptmannschaften. Der Kreis Reichenbach wurde dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet. Kreisstadt wurde Reichenbach/Vogtl.

Folgende 32 Gemeinden bildeten den Kreis:

aus dem alten Landkreis Auerbach (7): Irfersgrün, Lengenfeld (Stadt), Pechtelsgrün, Schönbrunn, Waldkirchen, Weißensand und Wolfspfütz

aus dem alten Landkreis Plauen (22): Brockau, Brunn, Buchwald, Coschütz, Foschenroda, Friesen, Hauptmannsgrün, Kleingera, Lambzig, Lauschgrün, Limbach, Losa, Mylau (Stadt), Netzschkau (Stadt), Oberheinsdorf, Obermylau, Reichenbach/Vogtl. (Stadt), Reimersgrün, Rotschau, Schneidenbach, Scholas und Unterheinsdorf

aus dem alten Landkreis Zwickau (3): Neumark, Reuth und Schönbach.

Durch Gemeindegebietsänderungen und Umgliederungen über Kreisgrenzen hinweg schrumpfte die Zahl der Gemeinden von anfänglich 32 auf 27 am Tag der Wiedervereinigung und danach weiter auf 13 bis zu seiner Auflösung.

1. Juli 1953 – Eingemeindung von Wolfspfütz in die Stadt Lengenfeld 1. Januar 1956 – Umgliederung des Kleingeraer Ortsteils Göltzschhammer nach Greiz im Kreis Greiz 1. April 1974 – Eingemeindung von Buchwald in Limbach 1. April 1974 – Eingemeindung von Foschenroda in die Stadt Netzschkau 1. April 1974 – Eingemeindung von Losa nach Coschütz 1. Januar 1979 – Eingemeindung von Scholas nach Coschütz 1. April 1992 – Eingemeindung von Lambzig in die Stadt Netzschkau 1. Juli 1993 – Eingemeindung von Plohn (Kreis Auerbach) in die Stadt Lengenfeld 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Weißensand in die Stadt Lengenfeld 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Lauschgrün und Reimersgrün in Limbach 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Reuth und Schönbach in Neumark 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Coschütz und Kleingera in die Stadt Elsterberg Die Stadt Elsterberg, die seit dem 25. Juli 1952 zum Kreis Greiz gehörte, war bereits am 1. April 1992 in den Landkreis Plauen gewechselt. Die Gemeinden Coschütz und Kleingera wurden (kreisüberschreitend) in die Stadt Elsterberg eingemeindet. 1. März 1994 – Eingemeindung von Irfersgrün und Pechtelsgrün in die Stadt Lengenfeld 1. März 1994 – Eingemeindung von Brunn und Friesen in die Stadt Reichenbach/Vogtl. 1. Januar 1994 – Zusammenschluss von Oberheinsdorf, Unterheinsdorf und Hauptmannsgrün zur Gemeinde Heinsdorf, die am 1. Juni 1994 in Heinsdorfergrund umbenannt wurde.

Am 17. Mai 1990 erfolgte die Umbenennung des Kreises Reichenbach in Landkreis Reichenbach.Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen zugesprochen. Bei der ersten sächsischen Kreisreform ging er am 1. Januar 1996 im neuen Vogtlandkreis auf.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996

Einwohnerentwicklung

Kreis Reichenbach Jahr 1960 1971 1981 1989 Einwohner 70.366 66.581 58.656 54.605

Wirtschaft Bedeutende Betriebe waren unter anderen: VEB Reichenbacher Naben- und Kupplungswerk (RENAK) VEB Vogtlandstoffe Reichenbach VEB Bild und Heimat, Reichenbach – der größte Hersteller von Ansichtskarten der DDR VEB Fluß- und Schwerspatbetrieb Lengenfeld VEB Maschinenfabrik Nema Netzschkau

Verkehr Durch die Autobahn Plauen–Karl-Marx-Stadt war der Kreis an das Autobahnnetz der DDR angeschlossen. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 94 von Rodewisch über Reichenbach nach Greiz sowie die F 173 von Plauen über Reichenbach nach Zwickau.

Das Kreisgebiet wurde durch die Eisenbahnstrecken Leipzig–Reichenbach–Plauen und Zwickau–Lengenfeld–Falkenstein erschlossen.

Bevölkerungsdaten

Bevölkerungsübersicht aller 27 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.Regionalregister Sachsen

AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha) 3.10.1990 31.12.1990 14046010 Brockau 645 637 465 14046020 Brunn 259 258 253 14046040 Coschütz 730 737 766 14046060 Friesen 422 417 196 14046070 Hauptmannsgrün 597 590 705 14046080 Irfersgrün 570 571 515 14046090 Kleingera 343 341 435 14046100 Lambzig 121 123 202 14046110 Lauschgrün 207 208 130 14046120 Lengenfeld, Stadt 6 687 6 565 1 223 14046130 Limbach 1 311 1 305 962 14046150 Mylau, Stadt 3 658 3 635 315 14046160 Netzschkau, Stadt 4 656 4 563 584 14046170 Neumark 2 025 2 004 1 231 14046180 Oberheinsdorf 343 342 787 14046190 Obermylau 439 294 165 14046200 Pechtelsgrün 345 344 488 14046210 Reichenbach im Vogtland, Stadt 25 036 24 810 1 541 14046220 Reimersgrün 150 149 327 14046230 Reuth 743 735 171 14046240 Rotschau 828 821 329 14046250 Schneidenbach 409 408 646 14046260 Schönbach 533 521 337 14046270 Schönbrunn 368 361 538 14046290 Unterheinsdorf 785 770 704 14046300 Waldkirchen 836 842 1 108 14046310 Weißensand 260 259 399 14046 Landkreis Reichenbach 53 306 52 610 15 522

Kfz-Kennzeichen

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren TS und XS begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XF 00-01 bis XF 30-00.

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen RC. Es wurde bis zum 31. März 1996 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Vogtlandkreis erhältlich.

Einzelnachweise

Reichenbach Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Vogtlandkreis) Kategorie:Bezirk Karl-Marx-Stadt Reichenbach Landkreis Reichenbach