mini|Blick über den Friedhof Der Protestantische Friedhof in Augsburg hat etwa 9.500 Grabstellen bei einer Größe von etwa 6 ha und liegt im Stadtteil Augsburg-Hochfeld.

Geschichte und Nutzung Der Friedhof wurde 1534 vom Magistrat der Stadt Augsburg angelegt und befand sich zu jener Zeit außerhalb der Stadtmauern. Er wird immer noch genutzt und ist damit der älteste Augsburger Friedhof, auf dem Bestattungen durchgeführt werden.

Im Jahr 1700 wurde das Verwaltungsgebäude erbaut.

1837 wurde eine Aufbahrungshalle hinzugefügt.

1884 wurde der Friedhof um den Südteil und 1928 um den Nordteil erweitert.

Seit 1999 gibt es eine Urnennischenwand auf dem Friedhof, die vom Architekturbüro Meier und Meyr konzipiert wurde.

Friedhofskirche Die Friedhofskirche wurde 1825 nach Plänen von Johann Michael Voit und August von Voit im klassizistischen Stil erbaut. In der Kirche befindet sich seit 1990 eine Orgel mit 14 Registern, ein Werk des Orgelbauers Rudolf Kubak.

Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 23. Juli 2026. I Hauptwerk Violprincipal 8′ Rohrflöte 8′ Octav 4′ Octav 2′ Vorabzug aus Mixtur Mixtur III 2′ II Schwellwerk Copel 8′ Fluet 4′ Flöte 2′ Vorabzug Sesquialter III Tremulant Pedal Subbaß 16′ Violflöte 8′ ′′Transmission′′ Rohrflöte 4′ ′′′′ Octav 4′ ′′′′

Bemerkungen: Schleiflade, vollmechanisch Anmerkungen

Denkmalschutz und Dokumentation Die Friedhofsanlage steht seit 1989 unter Ensembleschutz.

Eine Besonderheit des Friedhofs ist seine Sammlung alter Grabbücher, die bis zurück zum Jahr 1658 erhalten geblieben sind. In diesem Archiv sind auch die Grabdenkmalinschriften des 18. Jahrhunderts verzeichnet.

Die Inschriften der im Jahr 1837 vorhandenen Grabstätten wurden von Ferdinand Seydel transkribiert und 1838 veröffentlicht. Im Friedhofsprojekt des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde wurden die Namen dieser Verstorbenen erfasst. Sie sind im Projekt als Friedhof „Augsburg, 86152“ zu finden.

Bildergalerie

Gräber bekannter Persönlichkeiten (Auswahl) Familiengrab der Welser, Patriziergeschlecht Familiengrab der Freiherren von Süßkind, Patriziergeschlecht Familiengrab der Freiherren von Schaezler, Patriziergeschlecht Familiengrab Riedinger, Industrielle Familiengrab Forster, Kattunfabrikant und Stifter Familiengrab Firnhaber-Merz, Industrielle und Stifter Familiengräber der Hößlin, Industriellenfamilie des 18. Jahrhunderts Familiengrab der Stetten, Patriziergeschlecht

August Bomhard, Dekan Wilhelm Butz, Fabrikant Carl Buz, Gründer und Direktor der MAN Heinrich von Buz, Gründer und Direktor der MAN Bertolt Brechts Eltern Karl Albert Gollwitzer, Baumeister Stephanie Guiot du Ponteil, Philanthropin Max Gutmann, Mäzen Elias Holl, Stadtbaumeister Karl-August Keil, Mathematiker, nebst seiner Ehefrau Inge Keil, Astronomiehistorikerin Jean Keller, Architekt und Baumeister Ilse Lichtenstein-Rother, Erziehungswissenschaftlerin, Professorin für Grundschulpädagogik Gerhard Ludwig, Architekt Friedrich von Müller, Internist und Hochschullehrer Xaver Müller, Steinmetzmeister Christoph Friedrich Nilson, Historienmaler und Freskant Walther Schmidt, Architekt und Stadtbaurat Georg Steinbacher, Ornithologe und Zoodirektor Anna Barbara von Stetten, Schulstifterin August Wessels, Fabrikant Wilhelm Wichtendahl, Präsident des Bundes Deutscher Architekten

Literatur

Werner Bischler, Erwin Stier: Der Protestantische Friedhof in Augsburg. Holzheu Verlag, Augsburg 2009, ISBN 3-938330-07-4.

Weblinks

Website des Protestantischen Friedhofs

Einzelnachweise Ferdinand Seydel: Der Führer auf den Gräbern der in Augsburg Verstorbenen, und Sammlung aller Inschriften auf den Monumenten des Kirchhofes der Protestanten in Augsburg, Augsburg 1838,

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