Heike Göbel (* 15. August 1959 in Leverkusen) ist eine deutsche Wirtschaftsjournalistin. Von 2002 bis 2026 war sie verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Leben und berufliche Entwicklung Göbel studierte nach dem Abitur Indologie und Politikwissenschaft in Freiburg, entschied sich dann aber für ein Studium der Volkswirtschaftslehre, das sie 1986 an der Universität Heidelberg mit dem Diplom abschloss.

Zunächst arbeitete Göbel knapp zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Weltwirtschaft. 1989 begann ihre Tätigkeit als Journalistin bei den Stuttgarter Nachrichten. Von 1992 an war sie Wirtschaftsredakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 2002 übernahm sie die Ressortleitung Wirtschaftspolitik. Ihr Spezialgebiet war die „Ordnung der Wirtschaft“. Im September 2026 trat sie in den Ruhestand.

Göbel ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Mitgliedschaften Sie ist Mitglied in der Jury des Georg von Holtzbrinck Preises für Wirtschaftspublizistik sowie des Ludwig-Erhard-Preises für Wirtschaftspublizistikludwig-erhard-stiftung.de: Mitglieder der Jury. Abgerufen am 26. August 2014.. Weiter ist sie Mitglied der Ludwig-Erhard-StiftungMitglieder der Ludwig-Erhard-Stiftung. Abgerufen am 26. Juni 2015. sowie der Friedrich A. von Hayek-GesellschaftStreitbare Geister der Freiheit, 26. Juni 2015. Abgerufen am 26. Juni 2015..

Positionen Mindestlohn

Göbel hat 2015 den staatlichen Einfluss auf einen als „gerecht“ bezeichneten Mindestlohn als unangebracht bezeichnet, da diesen in einer Marktwirtschaft der Wettbewerb bestimmen sollte, nicht die Politik, denn am Ende müsse der Kunde für erhöhte Lohnkosten aufkommen.

Sie schrieb: Einkommen hängen in der Marktwirtschaft von der Knappheit der Leistung ab, nicht von der Mühe oder Nützlichkeit für die Gesellschaft. Wer kann, was andere nicht können, bekommt mehr Geld. Das ist ein Anreiz, Talent und Ausbildung in Felder zu investieren, in denen sie gebraucht werden.FAZ.net vom 24. Dezember 2015: Die schöne neue Lohnwelt (Kommentar)

Frauenquote

Marktwirtschaftlich betrachtet erscheint ihr die Quote zur Beschäftigung von Frauen unter Umständen als unnötiger Störfaktor, da nicht jede hochqualifizierte Frau auf die nun per Gesetz geöffneten Stellen passe. Die Quote sei kein Rechenexempel.FAZ.net

VW-Abgas-Betrugsskandal

Die Politik habe eine Mitverantwortung für den Einsatz der Betrugssoftware. Die Erträge des VW-Konzerns würden dem Haushalt des Landes Niedersachsen helfen und zufriedene Mitarbeiter seien womöglich auch zufriedene Wähler. Dadurch wiederum hätten die Gewerkschaften eine starke Stellung. Der politisch-gewerkschaftliche Einfluss verursache dem Konzern zu hohe Personalkosten und ein unflexibles Stammpersonal. Diese Mängel versuche der Konzern durch „Innovationen und Einsparungen“ auszugleichen. Darin habe möglicherweise eine Triebfeder für Manipulationen gelegen.abendblatt.de

Entwicklungspolitik

In ihrem 2008 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Artikel „Warum schadet Entwicklungshilfe?“ kritisierte Göbel das derzeitige System der Entwicklungszusammenarbeit. Es habe sich „unter der Flagge der Wohltätigkeit […] eine riesige Hilfsindustrie“ etabliert, die ein „undurchschaubares Geflecht aus supranationalen, staatlichen, halbstaatlichen und privaten Organisationen und Unternehmen“ abbilde. Göbel fordert in ihrem Text eine tatsächliche Partnerschaft „auf Augenhöhe“ zwischen Entwicklungs- und Industrieländern; ferner regt sie an, die Entwicklungsländer weiter „in den Weltmarkt einzubinden“. Als positives Beispiel führt sie die sogenannten Tigerstaaten in Südostasien sowie neuerdings China an.

Rezeption In einem Beitrag des Cicero wurde Göbel als „Marktradikale“ charakterisiert.Seligsprechung aus perfiden Motiven auf der Internetseite des Cicero, abgerufen am 1. Mai 2021.

Auszeichnungen 2005: Karl-Bräuer-Preis des Steuerzahlerbundes 2006: Ludwig-Erhard-Preis 2017: von-Hayek-Preiswww.hayek-stiftung.deFAZ.net: Ein Lob der Freiheit von zwei Bundespräsidenten, Bericht von der Preisverleihung; Laudator: Udo Di Fabio. 2022: Hanns Martin Schleyer-Preis 2023: Reinhold-Maier-Medaille

Weblinks Heike Göbel auf FAZ.NET

Fußnoten

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