Hierankl ist ein moderner Heimatfilm, der am 1. Juli 2003 beim Münchner Filmfest Premiere feierte und am 6. November 2003 in die deutschen Kinos kam. Das Drama war Abschluss- und Debütfilm von Hans Steinbichler und wurde im Chiemgau gedreht.

Handlung Auf Hierankl, einem Gehöft am Rande der Alpen im idyllischen Chiemgau, wuchs Lene auf. Nach einem Streit mit der Mutter Rosemarie flüchtete Lene mit 17 Jahren nach Berlin. Nach fünf Jahren ohne jeglichen Kontakt entscheidet sich Lene am Münchner Hauptbahnhof spontan, ihre bereits nach Berlin gebuchte Fahrkarte wegzuwerfen und stattdessen den Zug in Richtung Salzburg für einen Überraschungsbesuch zum sechzigsten Geburtstag ihres Vaters Lukas in Hierankl zu nehmen. Bereits im Rosenheimer Bahnhof sieht Lene zufällig aus ihrem Abteil heraus, wie sich dort ihr Vater mit Küssen und Umarmungen von einer Frau – offenbar seiner Geliebten – verabschiedet und dann denselben Zug betritt. Lenes Vater freut sich über den Besuch seiner Tochter, die Begrüßung durch ihre Mutter Rosemarie ist dagegen deutlich distanzierter. Aber in Hierankl liegt Unheil in der Luft: Eine schon seit langem nur noch mühsam aufrechterhaltene Fassade, die einen Ehebruch- und Inzestsumpf verdeckt, droht zu zerbrechen. Unter solchen Vorzeichen gerät das Familienfest zur Generalabrechnung.

Ohne es jemandem verraten zu haben, hat Lukas auch seinen Studienfreund Götz, zu dem er seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatte, eingeladen. Über Götz hatten sich Lenes Mutter Rosemarie und Lukas einst kennengelernt. Sohn Paul stört sich am Verhältnis seiner Mutter mit dem jüngeren Vinzenz. Zum Ärger ihrer Mutter beginnt Lene ein Verhältnis mit dem viel älteren Götz. Dabei erfährt Lene, dass Götz und ihre Mutter Rosemarie damals ein Verhältnis hatten, als Rosemarie und Lukas bereits ein Paar waren. Als Lene ihre Mutter vor versammelten Gästen darüber zur Rede stellt, wird eine Kette von Ereignissen ausgelöst.

Kritiken

Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat wertvoll. der FBW. 2003.

Auszeichnungen Festival/Filmkritikervereinigung Auszeichnung Jahr PersonFörderpreis Deutscher FilmBeste RegieBeste Darstellerin2003Hans SteinbichlerJohanna WokalekFernsehfilm-Festival Baden-BadenMFG-Star Baden-Baden2003Hans SteinbichlerBayerischer FilmpreisBeste Darstellerin2003Johanna WokalekAdolf-Grimme-PreisBuch/RegieKameraDarstellerpreis 2006Hans SteinbichlerBella HalbenJohanna Wokalek, Barbara Sukowa,Josef Bierbichler, Peter Simonischek

Weblinks

Quellen Riemann, Andreas: „Neuer Bayerischer“ (Heimat)Film? Titel, Themen, Tendenzen. In: Bayern und Film. Hrsg. von Hans Krah. MTS 1. Stutz. Passau 2007, S. 11–25.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2003 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Heimatfilm Kategorie:Kultur (Chiemgau) Kategorie:Bergfilm