mini|Distanzsäule Berggießhübel Die denkmalgeschützte kursächsische Distanzsäule Berggießhübel in Berggießhübel im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehört zu den Postmeilensäulen, die im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen durch den Land- und Grenzkommissar Adam Friedrich Zürner in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Kurfürstentum Sachsen errichtet worden sind. Es handelt sich um eine Nachbildung mit einem Originalwappenteil.

Standort Die Distanzsäule befindet sich in einer kleinen Parkanlage unweit der Gottleubabrücke der von Pirna nach Hellendorf führenden Staatsstraße S 173 bzw. unweit des ehemaligen Bahnhofs Berggießhübel der Gottleubatalbahn.

Geschichte Berggießhübel lag an einem Zweig der von Dresden nach Nordböhmen führenden Dresden-Teplitzer Poststraße, die den Kamm des Osterzgebirges am Nollendorfer Pass überquerte. Diese sogenannte „Neue Dresden-Teplitzer Poststraße“ wurde wahrscheinlich bereits 1722, und damit drei Jahre vor der weiter westlich verlaufenden Alten Dresden-Teplitzer Poststraße, von Zürner vermessen. Bereits ab 1723 erfolgte die Markierung der Verbindung mittels Ganz- und Halbmeilensäulen sowie Viertelmeilensteinen. In Berggießhübel und Bad Gottleuba wurden Distanzsäulen errichtet.

Die königlich-sächsische Amtsverwaltung forderte 1723 die Stadt Berggießhübel auf, auf eigene Kosten vier Distanzsäulen im Stadtgebiet zu errichten. Da Berggießhübel die Kosten in Höhe von 62 Talern dafür nicht aufbringen konnte, wurde auf die Errichtung von drei Säulen verzichtet. 1727 erfolgte die Errichtung einer einzigen zentralen Distanzsäule am sogenannten Markt. Hier zweigte die Straße nach Hellendorf und Böhmen über den Kirchberg von der Talstraße nach Gottleuba ab. Die Kosten beliefen sich auf 45 Taler und 18 Gulden.

Die Säule wurde 1911 restauriert und bei dieser Gelegenheit auf das linke Gottleubaufer des Marktes umgesetzt, da sie sich bei zunehmendem Verkehr zu einem Hindernis im Straßenraum entwickelte. Am neuen Standort wurde die Säule beim Hochwasser im Osterzgebirge 1927 zerstört und weggespült.

Am 8. Mai 1957 wurde eine Nachbildung der zerstörten Distanzsäule am jetzigen Standort mit dem originalen Wappenstück einer Distanzsäule aus Meißen errichtet, welches zuletzt im Garten des Restaurants Liebenecke in Cossebaude stand. 1981 wurde sie restauriert.

Im Zuge des Baus der Talsperre Gottleuba und der Fernwasserleitung von der Talsperre nach Dresden wurde 1973 das Wappenstück der originalen Säule etwa 200 Meter unterhalb des alten Standorts aus dem Flussbett der Gottleube geborgen. Dieses Wappen befindet sich in der Ausstellung des Osterzgebirgsmuseums auf Schloss Lauenstein.

Aufbau Die Distanzsäule besteht aus sieben Teilen. Sockel, Postament und Postamentbekrönung bilden den Unterbau. Der Oberbau besteht aus Zwischenplatte, Schaft, Wappenstück und Aufsatz.

Galerie

Literatur Forschungsgruppe Kursächsische Postmeilensäulen e. V. (Hrsg.): Lexikon Kursächsische Postmeilensäulen. transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1989, S. 174 Johannes Lehmann: Die Geschichte der ehemaligen Postmeilensäule in Berggießhübel. in: Über Berg und Tal (Zeitschrift des Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz), Heft November 1931, S. 167–170

Berggießhübel Kategorie:Kulturdenkmal in Bad Gottleuba-Berggießhübel Kategorie:Bauwerk in Bad Gottleuba-Berggießhübel Kategorie:Verkehrsbauwerk im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge