mini|Chico Mendes (1988) mini|Chico Mendes im Jahr 1988 in seinem Hinterhof bei seinem Haus in Xapuri, Acre mini|2007 wurde das Chico-Mendes-Institut für Biodiversitätserhalt (Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade) (ICMBio) gegründet Chico Mendes, bürgerlich Francisco Alves Mendes Filho, (* 15. Dezember 1944 in Xapuri, Brasilien; † 22. Dezember 1988 ebenda) war Führer der Landarbeitergewerkschaft und setzte sich als Kautschukzapfer im brasilianischen Bundesstaat Acre für die Rechte der von Landwegnahme bedrohten Arbeiter ein,Tropenwaldnetzwerk Brasilien, 2002: bis er für sein Engagement von Großgrundbesitzern ermordet wurde.
Leben Während der brasilianischen Militärdiktatur (1964–1985) wurde Chico Mendes verfolgt und mehrfach inhaftiert. 1977 gründete er eine Gewerkschaft der Kautschukzapfer (), die sich starken ökonomischen Interessen von Viehzüchtern und Holzindustrie entgegenstellte und für die Erhaltung der Wälder eintrat, die Sammelgebiete für Kautschuk und Paranüsse sind und damit die Lebensgrundlage der (Kautschukzapfer) bzw. (Sammler von Paranüssen) darstellen.
Auf seine Initiative hin verfassten die indigenen Einwohner und die Organisation der Kautschuksammler gemeinsam das Manifest der Völker des Waldes (), es fordert unter anderem:
Mendes wurde 1977 zum Stadtrat der Stadt Xapuri für den MDB gewählt, 1979 zum Vorsitzenden des Stadtrats (). Abgerufen am 18. August 2014 (portugiesisch). und Führer der Landarbeitergewerkschaft. 1980 trat er dem neugegründeten Partido dos Trabalhadores (PT) bei und unterstützte den Aufbau der Partei in Acre.Chico Mendes: O Homem da Floresta. Website Pick-upau. Abgerufen am 26. September 2015 (portugiesisch).
Am 22. Dezember 1988 wurde er von dem Großgrundbesitzer Darli Alves de Silva und dessen Sohn Darci Alves de Silva in der Türe seines eigenen Hauses erschossen.Deutschlandradio Kultur, Kalenderblatt, 22. Dezember 2013, Karl-Ludolf Hübener: deutschlandradiokultur.de: Vor 25 Jahren - Mord an dem brasilianischen Umweltschützer Chico Mendes (27. Dezember 2013) Bischof Moacyr Grechi feierte mit Abertausenden von Seringueiros und Kleinbauern im Geburtsort des Ermordeten das Requiem.Robert Le Goff SPSJ: Un peu d’histoire. In: La Lettre de Saint-Jacques, Jg. 2020, Nr. 218, S. 20–23, hier S. 21–22. Seine Predigt, eine mutige Anklage gegen die Verbrechen der Großgrundbesitzer und die Tatenlosigkeit von Polizei und Behörden, wurde in ganz Brasilien verbreitet.
Nachleben Seine Ermordung erregte internationales Aufsehen und führte schließlich zu einer Umorientierung der Politik und zur verstärkten Einrichtung von Extraktivismusreservaten, unter anderem die im Jahr 1990. Die Attentäter wurden im selben Jahr zu 19 Jahren Haft verurteilt.
2009 wurde Mendes durch die brasilianische Regierung offiziell rehabilitiert wider alle rechtlichen Vorwürfe, die während der Militärdiktatur gegen ihn erhoben worden waren. Seiner Witwe wurden eine Entschädigung und eine Rente zugesprochen.. In: Neue Zürcher Zeitung, 11. Februar 2009. Sein Haus in Xapuri wurde in die Liste der nationalen Kulturdenkmäler aufgenommen.
Auszeichnungen 1987: Umweltpreis Global 500 der UNO 1989: Bernhard-Eduard-Fernow-Plakette des Deutschen Forstvereins/American Foresters Association (posthum) 2013 wurde nach Chico Mendes eine neu entdeckte Vogelart der Tyrannen im Amazonasbecken, Zimmerius chicomendesi, benannt.
Rezeption Bibliografie Cindy Völler; Verena Ramos: Chico Mendes – Kautschukzapfer, Widerstandskämpfer, Umweltschützer, in: Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (Hrsg.): Amazonien: Stadt, Land, Fluss : das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde zwischen Schutz und Nutzung, herausgegeben von Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt ASW / Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika FDCL, Berlin 2009, ISBN 978-3-923020-45-4, S. 29–30.
Film Adrian Cowell: The Killing of Chico Mendesbullfrogfilms.com (3. Dezember 2014) Camera Guys: Rubber Jungle – The Story of Chico Mendes and the Rubber Tappers of Brasilchicomendes.com (3. Dezember 2014) 1989, Miranda Productions: Voice of the Amazonmirandaproductions.com
Literatur Andrew C. Revkin: The Burning Season – The Murder of Chico Mendes and the Fight for the Amazon Rain Forest, Houghton Mifflin Company, Boston 1990 (dt. Chico Mendes – Tod im Regenwald, Paul List Verlag, München 1990)
Musik 1989: Paul McCartney: How Many People 1990: Ferdinand der Sänger: Chico Mendes Song, auf der CD Aufbruch für meine Freunde 1995: Maná: Album Cuando los Ángeles Lloran
Theater 1989: Bread and Puppet Theater: The Same Boat: The Passion of Chico Mendes
Siehe auch Marina Silva
Weblinks
blogs.edf.org: EDF's Schwartzman Remembers Chico Mendes („Environmental Defense Fund“, New York) pro-regenwald.de: Regenwaldschutz: Ein vierteljahrhundert Chico Mendes (3. Dezember 2014) youtube.com: The Legacy of Chico Mendes (von: cifor.org, Center for International Forestry Research, 3. Dezember 2014) youtube.com: Chico Mendes Song (von: Ferdinand der Sänger, 20. Januar 2015)
Einzelnachweise
Kategorie:Gewerkschafter (Brasilien) Kategorie:Person (Umwelt- und Naturschutz) Kategorie:Ermordeter Naturschützer Kategorie:Mitglied des Partido dos Trabalhadores Kategorie:Person (Acre) Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Mann