Pljos () ist eine Landstadt in der Oblast Iwanowo (Russland) mit Einwohnern (Stand ).

Geografie Die Stadt liegt etwa 70 km nordöstlich der Oblasthauptstadt Iwanowo am rechten Ufer der Wolga, die hier den Pljos-Rostower Endmoränenzug durchschneidet und das sogenannte Pljosser Tor bildet.

Pljos gehört zum Rajon Priwolschsk. Es ist eine der kleinsten Städte Russlands.

Geschichte mini|links|Pljos an der Wolga Ein Ort an Stelle der heutigen Stadt wurde erstmals in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Dieser wurde 1237 von den Truppen Batu Khans zerstört.

Als eigentliches Gründungsjahr gilt 1410, als hier eine Festung zum Schutz Kostromas und Moskaus entstand.

Der Ort entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert als Handelszentrum insbesondere für Leinen- und andere Stoffe. 1778 erhielt er das Stadtrecht.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt schwand, nachdem 1871 die Eisenbahnstrecke von Moskau über Iwanowo in das südlicher gelegene Kineschma geführt wurde, anstatt die Wolga in Pljos zu erreichen. Dafür entwickelte sich der Ort im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zu einer beliebten Sommerfrische der begüterten Kreise Russlands, besonders Moskaus.

Zwischenzeitlich galt Pljos wegen der geringen Einwohnerzahl und Verlust der administrativen Funktionen als Dorf (genaues Jahr unbekannt), erhielt jedoch 1925 das Stadtrecht erneut.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1897 2164 1939 3559 1959 4027 1970 4663 1979 4147 1989 4053 2002 2790 2010 2340 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale mini|Wassili-I.-Denkmal (S. S. Aljoschin, 1910) vor der Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale Pljos ist eine der besterhaltenen und malerisch gelegenen Kleinstädte an der Wolga. Sie gehört zum „Goldenen Ring“ und steht in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz (Stadt-Sapowednik).

Hier stehen die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale (/Uspenski sobor) vom Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts, die Dreifaltigkeitskirche (/Troizkaja zerkow) von 1808, die Auferstehungskirche (/Woskressenskaja zerkow) von 1817 und die Barbara-Kirche (/Warwarinskaja zerkow) von 1821 mit 35 Meter hohem Glockenturm. Zudem sind auch viele der steinernen Wohnhäuser vom Ende des 18. und aus dem 19. Jahrhundert erhalten.

Die Stadt besitzt ein Museum der Stadtgeschichte und eine Gemäldegalerie mit angeschlossenem Isaak-Lewitan-Museum.

Insbesondere in den Sommermonaten finden viele Musik- und Theaterveranstaltungen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Industrie gibt es in Pljos nicht. Die Stadt ist Luftkurort und touristisches Reiseziel. Die Wolgakreuzfahrten machen hier Station. Die Stadt bemüht sich, ihren touristischen Bekanntheitsgrad vom Beginn des 20. Jahrhunderts wiederzuerlangen.

Die nächstgelegene Eisenbahnstation ist Furmanow an der Strecke Jaroslawl–Iwanowo knapp 40 Kilometer südwestlich, von wo aus die Stadt auch per Straße erreicht werden kann.

Persönlichkeiten Isaak Lewitan (1860–1900), Maler; lebte und arbeitete 1888 und 1889 in Pljos Neben Lewitan wirkten hier auch die Maler Fjodor Wassiljew, Alexei Sawrassow, Boris Prorokow sowie Nikolai Schukow; Künstler wie der Opernsänger Fjodor Schaljapin besuchten in dieser Zeit die Stadt.

Weblinks

Website der Stadtverwaltung (russisch) Pljos auf mojgorod.ru (russisch) Pljos: Künstlermekka unter freiem Himmel bei Russia Beyond the Headlines: Aktuelles aus Russland

Einzelnachweise

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