mini|299x299px|St. Nikolaus (Wilsecker) von Südwesten Wilsecker ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Geographie Die Ortsgemeinde liegt in der Eifel, etwa 1 km südlich von Kyllburg. Zu Wilsecker gehören auch die Wohnplätze Achterhof, Buchenhof, Haus Bertert, Heidhof, Nikolaushof und Zwengelshof.

Zur Gemeinde gehören die beiden Gemarkungen Etteldorf (Gemarkungs-Nr. 072935) und Wilsecker (Gemarkungs-Nr. 072936). Die Gemarkung Etteldorf (Wilsecker) liegt als Exklave nördlich der Ortsgemeinde Etteldorf.

In der Exklave befindet sich u. a. die Flur Junkersberg.

Geschichte Für eine frühe Besiedelung des Gemeindegebietes spricht der Fund von zehn römischen Brandgräbern. Diese wurden 1908 und 1909 nordwestlich von Etteldorf ausgegraben. Das Rheinische Landesmuseum Trier verortete die Funde im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.

Der Ort wurde als „Willesacger“ erstmals 893 urkundlich erwähnt. 1563 umfasste die Ortschaft 10, 1684 sieben Feuerstellen.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 151.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Amt Kyllburg im Kurfürstentum Trier. Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers (1794) und der Übernahme der französischen Verwaltungsstrukturen (1798) gehörte Wilsecker zur Mairie Kyllburg im gleichnamigen Kanton, der verwaltungsmäßig zum Arrondissement Prüm im Saardepartement gehörte.Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier: nach amtlichen Quellen …, Band 2, Lintz, 1846, S. 22 (Google Books)

Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress kam die Region 1815 an das Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Wilsecker zur Bürgermeisterei Kyllburg im 1816 neu errichteten Kreis Bitburg im Regierungsbezirk Trier.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wilsecker, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 196 1835 237 1871 258 1905 221 1939 230 1950 205 1961 193 Jahr Einwohner 1970 220 1987 184 1997 186 2005 194 2011 183 2017 168 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Wilsecker von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Wilsecker besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Bürgermeister Marlene Burggraf wurde am 25. Juni 2019 Ortsbürgermeisterin von Wilsecker. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 76,92 % für fünf Jahre gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde sie als einzige Bewerberin mit 73,3 % für weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Ihre Vorgängerin Edeltrud Hilden hatte das Amt 15 Jahre ausgeübt.

Partnerschaft Seit 2007 besteht eine Partnerschaft mit der „52 EMS Armament Flight“ Einheit der Airbase Spangdahlem. Der Wunsch nach einer Partnerschaft kam von amerikanischer Seite, um damit den amerikanischen Bürgern die deutsche Lebensart, Bräuche sprich Land und Leute näher zu bringen.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die heutige Kirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht und wurde im Jahre 1862 eingeweiht. Eine Statue des Namenspatrons steht auf dem Altar. Dieser Altar stammt aus der Bademer Kirche und kam nach dem Neubau der dortigen Kirche zwischen 1907 und 1921 nach Wilsecker. In das Antependium ist eine Figur des heiligen Eligius, dem Patron der Bademer Kirche, eingeschnitzt. In der Mittelnische des hölzernen Aufbaus steht eine Figur der schmerzhaften Mutter mit ihrem toten Sohn. Über das Gemeindegebiet sind mehrere Wegekreuze verteilt. Der Ortskern ist Standort einiger historischer Wohnhäuser und alter Bauernhöfe

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wilsecker

Grünflächen und Naherholung Wilsecker Linde steht nordöstlich vom Ort, Gewann In Kuhnert Durch die Ortschaft verlaufen die beiden Hauptwanderwege des Eifelvereins Nr. 4 von Kreuzau (Düren) nach Trier und Nr. 16 von Alf an der Mosel nach Neuerburg. Beide Strecken führen den Wanderer von Kyllburg her kommend nach ca. 2 km auf einem etwas anstrengenden, steilen Weg zum Naturdenkmal „Wilsecker Linde“. Der Kyllburger Wanderweg C2 führt zur Linde und von dort über Etteldorf nach Wilsecker.

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Wilsecker

Regelmäßige Veranstaltungen Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag Hüttenbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag)

Wirtschaft und Infrastruktur Bei Wilsecker überquert die Bundesautobahn 60 die Kyll. Die Kylltalbrücke hat eine Gesamtlänge von 645 m und eine Höhe von 93 m über Grund. Die Spannweite beträgt 223 m, damit ist die Brücke die größte Spannbetonbogenbrücke in Deutschland.

Literatur

Weblinks

Ortsgemeinde Wilsecker Ortsgemeinde Wilsecker auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bitburger Land

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 893