Chortiatis ( ; englische Transkription Hortiatis) ist ein Gemeindebezirk der Gemeinde Pylea-Chortiatis in der griechischen Region Zentralmakedonien im Osten Thessalonikis. Der Name ist dem gleichnamigen Bergmassiv mit einer maximalen Höhe von 1201 m entlehnt.

Chortiatis war Schauplatz eines Kriegsverbrechens der deutschen Wehrmacht.

Geschichte In der Antike war das Gebiet der heutigen Gemeinde Chortiátis sowie die gesamte Region des Chortiátis-Massivs von der Volksgruppe der Kissitäer () besiedelt: die Kissitäer wurden in den Tributlisten des Attischen Seebunds erwähnt.Pernille Flensted-Jensen: In: Mogens Herman Hansen, Kurt A. Raaflaub (Hrsg.): . Franz-Steiner-Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-515-06759-0, S. 124.

Die Ortschaft Chortiátis geht auf ein spätbyzantinischer Zeit (ca. 1300) vorhandenes Kloster namens Chortaïtes auf den nördlichen Abhängen des Chortiátis zurück. In: Talbot, Alice Mary (Hrsg.): Symposium on Late Byzantine Thessaloniki. Dumbarton Oaks Papers, No. 57. Dumbarton Oaks Research Library and Collections, Washington DC 2003. Dieses versorgte die Stadt Thessaloníki und die Region östlich von ihr mit Wasser mittels eines Aquädukts, dessen Überreste teilweise erhalten sind. Im frühen 15. Jahrhundert bildete eine Basilika aus dem späten 12. Jahrhundert unmittelbar vor den Klostergebäuden den Kern für eine Siedlung, das Chortiátis Kástron. 1403 fiel das Chortiátis Kástron nach zwischenzeitlicher Besetzung durch das Osmanische Reich - wie auch die angrenzende Stadt Thessaloniki - wieder an das Byzantinische Reich.Klaus-Peter Matschke: Die Schlacht bei Ankara und das Schicksal von Byzanz. Studien zur spätbyzantinischen Geschichte zwischen 1402 und 1422. Böhlau, Weimar 1981, S. 75. 1423 wurde Thessaloniki der Republik Venedig zur Verteidigung gegen das Osmanische Reich übergeben: die Festung Chortiátis, Chortiátis Kástron, wurde vom Osmanischen Reich besetzt.Klaus-Peter Matschke: Die Schlacht bei Ankara und das Schicksal von Byzanz. Studien zur spätbyzantinischen Geschichte zwischen 1402 und 1422. Böhlau, Weimar 1981, S. 84.

Die Ortschaft Asvestochóri war zu Beginn ihres Bestehens unter dem Namen Neochóri bekannt; Der Beginn der Siedlungsgeschichte Asvestochóris wird einigen Autoren zufolge auf das 16. Jahrhundert (osmanische Zeit), anderen Autoren zufolge auf das 14. Jahrhundert wegen einer Neochóri erwähnenden Chrysobulle des byzantinischen Kaisers Andronikos IV. datiert.Georgia Ioannidou-Bitsiadou: In: Balkan Studies. Band 22, Nr. 1. 1981, S. 115–125, S. 116.

Im Reiseführer von Karl Baedeker von 1914 wurde das Dorf Chortiátis als Chortiaschköy erwähnt.Karl Baedeker: Konstantinopel, Balkanstaaten, Kleinasien Archipel, Cypern. Karl Baedeker, 1914, S. 106.

Gegen Ende der Besatzungszeit durch die Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg wurde die Ortschaft Chortiátis zum Schauplatz eines Kriegsverbrechens. Bei dem Massaker von Chortiatis wurden 149 Bewohner der Ortschaft durch das Jagdkommando Schubert, einer Wehrmachtseinheit aus griechischen Kollaborateuren unter dem Kommando von Fritz Schubert, im Rahmen einer „Vergeltungsaktion“ ermordet.Stratos N. Dordanas: Dissertation. Fakultät für Geschichte und Archäologie der Aristoteles-Universität Thessaloníki, Thessaloníki 2002, S. 703 ff.Edmund Keeley: White Pine Press, Buffalo NY 2001. ISBN 1-893996-15-8. Teile der Tötungen wurden auch als Verbrennungen bei lebendigem Leibe durchgeführt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und während des Griechischen Bürgerkrieges 1946 bis 1949 wurden in der Ortschaft Asvestochóri Tuberkulose-Kranke konzentriert.C. A. Munkman: Praeger, New York 1958, S. 178. Unter Federführung der (UNRRA) wurde für Kosten von einer Million US-Dollar ein Sanatorium für Menschen mit Tuberkulose in Asvesstochóri errichtet.C. A. Munkman: . Praeger, New York 1958, S. 180–181.

Ende Januar 2001 wurden auf dem Gebiet der Gemeinde in der Nähe der Ortschaft Asvestochóri 3 g Plutonium in Form von 245 Metallplatten gefunden.Internationale Atomenergie Agentur (IAEA): . Zitiert nach: Robin M. Frost: Adelphi Paper 378, Institute of International Strategic Studies (IISS). Routledge, New York 2005, ISBN 0-415-39992-0, S. 14.

Verwaltungsgliederung Anlässlich der Gebietsreform 1997 wurde die Gemeinde Chortiatis aus den zuvor selbständigen Landgemeinden () Chortiatis, Asvestochori, Exochi und Filyro gebildet. Der Ort Asvestochori war Verwaltungssitz der Gemeinde.Κεντρική Ένωση Δήµων και Κοινοτήτων Ελλάδας (ΚΕΔΚΕ), Ελληνική Εταιρία Τοπικής Ανάπτυξης και Αυτοδιοίκησης (ΕΕΤΑΑ) (Hrsg.): Λεξικό Διοικητικών Μεταβολών των Δήµων και Κοινοτήτων (1912–2001). Athen 2002, Band 2 (Τόμος Β, λ–ω), ISBN 960-7509-47-1, S. 569. Mit der Umsetzung der Verwaltungsreform 2010 wurde diese mit zwei weiteren Gemeinde zur Gemeinde Pylea-Chortiatis fusioniert und bilden seitdem Gemeindebezirke. Der Gemeindebezirk Chortiatis ist in drei Stadtbezirke und eine Ortsgemeinschaft untergliedert.Kallikratis-Programm, Gesetz 3852/2010, «Νέα Αρχιτεκτονική της Αυτοδιοίκησης και της Αποκεντρωμένης Διοίκησης − Πρόγραμμα Καλλικράτης.» ΦΕΚ 87 A/7.6.2010, Άρθρο 1. Σύσταση δήμων. S. 1789. PDF Online (griechisch)

StadtbezirkOrtsgemeinschaft griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2011 Städte und Siedlungen Asvestochori Δημοτική Κοινότητα Ασβεστοχωρίου 07120301 34,598 6393 Asvestochori, Kranos Exochi Τοπική Κοινότητα Εξοχής 07120302 2,477 1280 Exochi Filyro Δημοτική Κοινότητα Φιλύρου 07120303 16,285 5495 Filyro Chortiatis Δημοτική Κοινότητα Χορτιάτη 07120304 57,049 4873 Chortiatis Gesamt 071203 110,409 18.041

Sehenswürdigkeiten Chortiátis: Byzantinische Kirche MetamórfosiRobert Ousterhout: University of Pennsylvania Museum of Archaeology and Anthropology, Philadelphia 2008, ISBN 978-1-934536-03-2, S. 118.

Siehe auch Verbrechen von Wehrmacht und SS in Griechenland

Einzelnachweise

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